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Titel: Leserbriefe zur Festnahme von Julian Assange

Datum: 14. April 2019 um 11:40 Uhr
Rubrik: Aufbau Gegenöffentlichkeit, einzelne Politiker / Personen der Zeitgeschichte, Erosion der Demokratie, Leserbriefe, Medienkritik
Verantwortlich:

Seit Julian Assange am Donnerstag in London festgenommen wurde, sind auf den NachDenkSeiten diese Beiträge erschienen, “Julian Assange von britischer Polizei festgenommen. Hallo, Amnesty, wo bleibt Ihr?“, “Hinweise des Tages Spezial zur Festnahme von Julian Assange” und “Julian Assange: Von den Medien benutzt, bekämpft und begraben” und auch die Normalomedien haben plötzlich wieder ihr Interesse an Julian entdeckt und berichten teilweise über seine Katze oder den Zustand seines Badezimmers. Die NachDenkSeitenleser, die uns geschrieben haben, behalten hingegen Wichtiges im Blick, dass nämlich die Enthüllungen von Wikileaks uns Alle etwas angehen. Bitte beachten Sie auch die Hinweise und Links in dieser Sammlung und geben Sie diese weiter! Zusammengestellt von Moritz Müller.

1. Leserbrief

Ich habe die Bilder seiner Verhaftung gesehen. Julian ist offensichtlich schwer krank und sie alt aus. Was ist die Redakteure, wie wäre es mit einer Unterschriftenaktion für seine Freilassung und seine ärtzliche Untersuchung? 

Ich wäre voll dabei!

Ich denke wir können solche Menschen der Aufklärung, jetzt nicht im Stich lassen. An Julian Assange können wir beweisen was internationale Solidarität vermag, wenn es diese denn noch gibt!

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Karsten


2. Leserbrief

…. mir wird ganz übel, wenn ich mir vorstelle, das jemand die Kriegsgräuel der seinerzeit verantwortlichen passiven Mörder und Kriegstreiber der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat genau durch diese möglicherweise ein Leben lang hinter Gittern verbringen muss; wenn Assange an die USA ausgeliefert wird.
Traurige Grüße

Volker Kamp


3. Leserbrief

consortiumnews.com/2019/04/11/breaking-moreno-withdraws-asylum-as-assange-is-arrested/

Ein schwarzer Tag für Menschenrechte und Pressefreiheit!
MfG Ulrike Simon


4. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren von amnesty,

auch wenn es sich in den letzten Tagen abzeichnete: Ich bin bestürzt und entsetzt über die Festnahme Julian Assanges. Erstaunlich schnell erfolgte die Verurteilung durch die britische Justiz. Die Anklage aus den USA lautet auf Verschwörung mit Chelsea Manning, was es wohl den britischen Behörden erleichtern soll, Assange auszuliefern. Die Gefahr, dass er in den USA später wegen Spionage angeklagt und zum Tode verurteilt wird, ist dennoch gegeben.

Wir alle haben Julian Assage sehr viel zu verdanken. Durch die mutige Veröffentlichung von Kriegsverbrechen der USA und viele weitere Enthüllungen zu Korruption, Ungerechtigkeit und Gewalt wurde die Weltöffentlichkeit auf zahlreiche Menschenrechtsverletzungen aufmerksam und konnten die ‘mentalen Weichen’ für Veränderungen gestellt werden. Nicht vergessen ist auch, dass er derjenige war, der auf sehr geschickte Weise Edward Snowden zur Flucht verhalf. Zahlreiche renommierte Medien haben ihre Quellen in den Veröffentlichungen von WikiLeaks.

Ich bitte Sie eindringlich: Unterstützen Sie Julian Assange! Setzen Sie sich öffentlich dafür ein, dass er als Journalist behandelt und nicht kriminalisiert wird!

Ich habe die DDR als Kind und Jugendliche erlebt. Amnesty International war für uns ein Hoffnungsträger. Eine Organisation, die für ein aktives Engagement zugunsten Verfolgter und derer steht, die friedlich Veränderungen für mehr Demokratie, Freiheit und Gleichheit herbeiführen. Im Herbst 1989 war ich in diesem Sinn selbst sehr aktiv. Deshalb wende ich mich an Sie. Bitte lassen Sie sich nicht einschüchtern von Vorwürfen der Russland-Nähe oder Ähnlichem. Machen Sie sich bitte nicht zum Spielball von geopolitischen Machtinteressen jedweder Seite. Nutzen Sie bitte IHRE Macht von Amnesty International, zeigen Sie selbst den Mut, den Sie denen, die Sie unterstützen, attestieren!

Julian Assange verdient seit langem den Friedensnobelpreis, Polizeischutz und ein ‘gutes Leben’ – wie wir alle.  

Mit freundlichen Grüßen
AB

Anmerkung MNM: AI hat erfreulicherweise gestern ein Statement zu Julian Assange gemacht, und ich hoffe dass die Organisation jetzt am Ball bleibt.


5. Leserbrief

Sehr geehrter lieber Herr Berger!

Auch mir fiel heute morgen bei der Dlf-„Presseschau“ auf, wie eigentümlich der BRD-Print-Mainstream in der Causa Assange reagiert, um es vorsichtig auszudrücken.

Bis auf eine Ausnahme sind die Zeitungen (vor allem die „großen“) ziemlich einhellig der Ansicht, daß es nur gut sein kann und die Erde dem Paradies näher bringt, wenn endlich „dem Recht Genüge getan wird“.

Wobei dann noch die Sorge vorherrscht, daß die jetzt herausgekramte Bagatell-Anklage eigentlich viel zu banal wäre.

Offenbar befürchten einige Redaktionen, daß diesem Gefährder der WWG-Interessen doch nicht das geschehen könnte, was er ihrer Ansicht nach verdient.

Na ja, wen wundert’s noch.

Herzlichst,
Ich
Matthias Jehsert


6. Leserbrief

Liebe NDSler,

danke für den kompetenten Überblick von Jens Berger über die internationale Berichterstattung in Fall Assange. Die Berichterstattung der “Qualitätsmedien” ist in der Tat empörend, das überrascht eigentlich kaum noch. Aber immer wieder schaffen sie es noch einen drauf zu geben: im Deutschlandfunk Kultur in der Sendung Studio 9 entblödete sich die Moderatorin Dittmer nicht in ihrer Anmoderation als Grund für den Rausschmiss Assanges aus der equadorianischen Botschaft das “dreckige Bad” anzugeben, das er angeblich dort hinterlassen hat.

Interessant ist nun, dass in dem Podcast des Beitrags vom 11.04. diese Einführung nicht mehr enthalten ist, sondern nur das folgende Interview mit dem Journalisten Daniel Bouhs. Aus dem erfahren wir dann, dass Assange mittlerweile entbehrlich ist, weil ja nun der “Rechercheverbund” mit den den geleakten Dokumenten “verantwortlich” umgeht ….. na danke sehr! Ich frage mich immer öfter, warum ich für so etwas eigentlich zahlen muss …..

Schöne Grüße aus Ebergötzen
Hartmut Niemann


7. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Die Festnahme von Julian Assange lehrt uns einmal mehr, dass die Anständigen und Aufrechten in dieser Welt keine Chancen haben und dass an denjenigen, die es auf die Spitze treiben, ein Exempel statuiert wird. Da stellt sich doch die Frage, ob alle Möglichkeiten, dem etwas entgegenzusetzen, durch öffentliche Meinungsäußerungen schon erschöpft sind.

Zu Ehrenrettung der deutschen Journalisten sei wenigstens noch auf den Beitrag von Matthias Bröckers in dieser Angelegenheit hingewiesen. Hoffen wir einmal, dass der Silberstreifen am dunklen Horizont, von dem da die Rede ist, auf Julian Assange herab sinkt.

Rein zufällig ist mir bei einem Besuch der Homepage von DIEM25 aufgefallen, dass unter den Gesichtern dieser Bewegung auch Julian Assange vertreten ist. Vor dem Hintergrund der anstehenden Europawahl wäre es für mich sehr interessant und hilfreich, Ihre Einschätzung zu dieser politischen Gruppierung zu erfahren.

Mit freundlichen Grüßen
Björn Ehrlich


8. Leserbrief

Liebe Nachdenker,

mit Freude habe ich festgestellt, dass meine “Heimatzeitung”, die Nürnberger bzw. Fürther Nachrichten nicht in den hämischen Chor der Mainstreampresse eingestimmt hat. In den NN habe ich einen klugen Kommentar des Redakteurs Georg Escher gelesen.
(nordbayern.de/portalsuche/suchbegriff/assange/sortierung/Datum eingefügt, MNM)

Gott sei Dank gibt’s das auch noch!
Mit Gruß
G. Rittmann


9. Leserbrief

Danke an die NDS,
dass Sie heute und immer wieder zu Assange informieren.

Ich bin in Traenen ausgebrochen, als ich las, was ich las.
Der Vorgang erinnerte mich sofort an einen parallelen Vorgang in der Tuerkei (auch eine Botschaft, auch ein Journalist..).

Was mich fast am Meisten zum Weinen bringt, ist dass die vielenkleinen Leute, die kleinen Mitlaeufer und Mitmacher ueberall,all jene, die, auf Anweisung handeln, den Gefangenen abfuehren, den Wagen fahren, ihn vor den Richter bringen .. dass all diese Menscheneigentlich die Adressaten des freien Journalismus sind, die Adressaten der Aufklaerung, fuer die diese Journalisten ihre “Finger hinhalten” (im wahrsten Sinn,  s.Kashoggi).

Traurige Gruesse, B.


10. Leserbrief

Leuchtturm Assange

Als Julian Assange im Jahr 2012 nicht seinem Verstand, sondern seinem Gewissen folgte, wurde er für seine Tapferkeit im Angesicht des Todes durch folterlüsterne US-Spitzenpolitiker von der Menschheit bewundert, so auch von mir. Da sich nichts geändert hat an meinem großen Respekt vor seinem Mut, Beweise für Gräueltaten der amerikanischen Geheimpolitik zu veröffentlichen, die in haarsträubenden Eroberungskriegen begangen wurden und werden, erinnere ich heute an die unmittelbare Todesgefahr Julian Assanges, wenn Politiker ohne Gewissen über sein weiteres Schicksal entscheiden dürfen: Er ist jetzt in der Hand Großbritanniens, das an vielem Unrecht beteiligt war. Die Weltöffentlichkeit ist aufgerufen, den Whistleblower dankend zu unterstützen und endlich lautstark Sanktionen für die bekannt gewordenen politischen Verbrechen zu fordern. Dies ist seit fast 7 Jahren überfällig, weil die wenigsten Politiker klar Stellung beziehen – aus Angst vor Konsequenzen, die im Vergleich harmlos wären.

Peter Richartz, Solingen, 12.4.2019


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