Sabine Kebir

Sabine Kebir, geboren 1949, studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Italienisch, Französisch und Russisch und promovierte 1976 zu Antonio Gramsci zum Dr. phil. Sie wanderte 1977 nach Algerien aus und lehrte dort am Institut für Politische Wissenschaft und Kommunikation sowie am Institut für Germanistik der Universität Algier. 1988 übersiedelte Kebir nach Berlin/West und habilitierte 1989 in Politologie. Neben mehreren Lehraufträgen an Universitäten in Berlin und Frankfurt/Main widmete sie sich den Biografien verschiedener Persönlichkeiten, u.a. Helene Weigel und Elfriede Brüning. Kebir arbeitet als Sachbuch- und Belletristik-Autorin sowie Übersetzerin und schreibt für eine Vielzahl deutscher Medien.

Gastbeiträge von Sabine Kebir

Eine Streitschrift für Kunstautonomie

Eine Streitschrift für Kunstautonomie

Die Freiheit der Kunst gehört zu den großen Versprechungen des Bürgertums, das es zunächst gegen die Enge der Kunst des Feudalismus und später gegen Kunstdoktrinen totalitärer Systeme richtete. Mit der Zunahme von Cancel-Culture auch in westlichen Ländern erweist sich die Kunstfreiheit keineswegs mehr als selbstverständlich. Auf Grund innergesellschaftlicher Entfremdung und auch ganz anderer, schon viel älterer Zusammenhänge war sie das nie – das behauptet der israelische Historiker und Kulturtheoretiker Moshe Zuckermann in einer Streitschrift für die Kunstautonomie, mit der er die Kulturtheorie von Theodor Adorno und Max Horkheimer aktualisiert. Von Sabine Kebir.