Leserbriefe zu „Wir müssten den Putin-Freund Schröder erfinden, wenn wir ihn nicht schon hätten“

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Hier thematisiert Albrecht Müller den Besuch von Schröder bei Russlands Präsident Putin. Der habe in deutschen Medien „böse Kommentare“ ausgelöst. Es liege jedoch nahe zu vermuten, dass gute Kontakte zum Führungspersonal des großen Nachbarn im Osten immer mal wieder gebraucht werden. Dass der Großteil der deutschen Meinungsmacher, also der Kommentatoren in Funk, Fernsehen und Printmedien, auf diesen naheliegenden Gedanken nicht komme, sei bemerkenswert. Es gebe auch keinen guten Grund, sich im Umgang mit Russland anders zu verhalten als gegenüber den USA.

Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.

Wir haben dazu interessante Leserbriefe erhalten. Danke dafür. Es folgt nun eine Auswahl, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Herzlichen Dank, Albrecht Müller, für diesen wahrhaftigen Kommentar vom 12.10.2026, 11.00 Uhr.

Freundliche Grüße
Peter Röhner


2. Leserbrief

Lieber Herr Müller,

Schröder war nun nicht gerade mein Lieblingskanzler (wegen Hartz-IV und Bomben auf Belgrad). Aber der Mann hat wenigstens eine Meinung und Rückgrat und steht dazu. Was man von der gesamten Regierungsmannschaft nicht behaupten kann. Bravo Gerhard Schröder! Der Schritt kommt zur richtigen Zeit.

Herzlichen Gruß,
Rolf Henze


3. Leserbrief

Lieber Herr Müller!

Es ist schön, dass Sie sich in diesem Artikel Gerhard Schröder annehmen, obwohl Sie sicher kein Freund seiner damaligen Wirtschafts- und Sozialpolitik sind. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass er sich immer während seiner Kanzlerschaft gegen die Rente mit 67 gewehrt hat, auch wenn er immer wieder von Journalisten bei verschiedenen Diskussionveranstaltungen im Fernsehen dazu gedrängt wurde. Sie wurde aber dann recht rasch von Franz Müntefehring in der großen Koalion mit Angela Merkel eingeführt. Von nun an ging es mit der SPD verdientermaßen rasch bergab. Müntefehring wird natürlich im Vergleich zu Gerhard Schröder recht gern auch heute noch in Talkshows eingeladen. Schröder besitzt Rückgrat und steht für seine Sache – nämlich der Freundschaft mit Wladimir Putin – ein, auch wenn viele Eimer Schmutz über ihn abgeworfen werden. Dann kommt da ja die Kritik mit seiner Tätigkeit bei russischen Firmen. Und was ist mit der Tätigkeit von Friedrich Merz bei BlackRock? Immerhin nahm der Ex-Kanzler seine Beratertätigkeiten erst nach seiner Kanzlertätigkeit an, während Friedrich Merz dies schon vorher tat und dann im Fernsehen noch dafür gelobt wurde, dass er bei Larry Fink Erfahrung gesammelt habe. Es ist für mich unerträglich, dass man die russische Politik mit Imperialismus bezeichnet. Mit diesem Begriff wird in der Geschichte das Vordringen der Europäer ab der Neuzeit in bzw auf andere Kontinente bezeichnet. Es waren weder die Russen noch die Chinesen, die nach Amerika, Afrika oder Australien vorgedrungen sind. Man kann es ja auch daran erkennen, dass dort weder russisch noch chinesisch gesprochen wurde bzw. wird. Da erwähnte der amerikanische Außenminister Rubio während der Münchner Konferenz auch stolz die Gemeinsamkeit der Eropäer, die sich ja so sehr um Amerika gekümmert hätten. Es waren insbesondere die Engländer, die viel Leid über andere Kontinente gebracht haben und der Brite Cecile Rhodes behauptete ja einmal, dass die Inder Untermenschen seien und man sie vernichten dürfe. Davon erfährt man im Geschichtsunterricht recht wenig genau so wie über den Atombombenabwurf über Japan, den der amerikanische Präsident Truman veranlasst hat. Wenn jemand mit der Atombombe nicht umgehen kann, dann ist es vermutlich nicht der Iran, sondern es war nachgewiesenermaßen die USA. Manchmal habe ich das Gefühl, dass man heute im Geschichtsunterricht die Neuzeit erst ab dem Jahr 1933 beginnen lassen möchte, um die Verbrechen davor auszublenden. Und noch einmal zurück zu Gerhard Schröder. Ich habe ja bei einer Ihrer Veranstaltungen (entweder mit Jacque Baud oder Oskar Lafontaine) behauptet, dass der Ukrainekrieg unter der Kanzlerschaft mit Gerhard Schröder wohl nicht begonnen hätte. Ich erhielt dafür sogar etwas Beifall von einigen anderen Anwesenden. Vielleicht ist so etwas nur eine Vermutung, die man natürlich nicht beweisen kann. Man stelle sich aber vor, jemand würde das heute in einer Talkshow behaupten. Ich glaube dazu braucht man wohl nichts mehr zu sagen.

Mit freundlichem Gruß
Harald Pfleger

Anmerkung Albrecht Müller: Sehr interessant. Danke vielmals, lieber Herr Pfleger.

Schöne Grüße.
Albrecht Müller


4. Leserbrief

Albrecht Müller verweist darauf, Kontakte über Schröder zu Putin könnten mal gebraucht werden. Das ist pure Fantasie! Dieser schreckliche Krieg dauert jetzt schon über vier Jahre und es hat sich nichts daran verbessert – im Gegenteil, trotz der angeblichen “Freundschaft” zwischen Schröder und Putin. Diese “Freundschaft” wird daran auch in Zukunft nichts verändern, denn Schröder hat keinerlei Einfluss auf Putin – falls er dies überhaupt wollte. Nur der Kreml profitiert von den Bildern bei der Geburtstagsfeier und schlachtet sie zur Aufwertung von Putin aus. Schröder scheint es nur auf die lukrativen Posten anzukommen, die ihm diese Verbindung bringt. Wäre Putin mein Freund gewesen, hätte ich diese “Freundschaft” längst beendet. Hoffentlich wird Schröder aus der SPD ausgeschlossen!

Anfangs war ich begeistert von den Nachdenkseiten, aber was Albrecht Müller neuerdings von sich gibt erzeugt in mir nur noch Kopfschütteln.

Heinz Heckele

Anmerkung Albrecht Müller: Sehr geehrter Herr Heckele,

großartig bis jenseits jeder Vernunft, dass Sie genau wissen, es sei pure Fantasie, die Kontakte Schröders zu Putin könnten mal gebraucht werden. Wenn ich so etwas lese, dann bleibt mir einfach die Spucke weg.

Mit freundlichen Grüßen
Albrecht Müller


5. Leserbrief

Guten Tag, Herr Müller,

Sie haben völlig Recht. Wer als Älterer den phantastischen historischen Moment des Endes der bedrohlichen Konfrontation mit der Sowjetunion vor 1990 erlebt hat, wird sich der Riesenerleichterung noch bewusst sein, die Millionen Leute teilweise euphorisiert hat. Endlich war Schluss mit den täglichen Bedrohungsmeldungen, endlich Schluss mit dem dialektischen Materialismus (die heutigen Gender Studies haben die Nachfolge angetreten), endlich vernünftiges Reden miteinander. Als dann noch der russische Präsident neben der persönlichen Wertschätzung für den deutschen Bundeskanzler den Hochzeitstanz mit einer westlichen Außenministerin veranstaltete, war offenbar, dass von gegenseitiger Bedrohung keine Rede sein konnte. Niemals waren wir sicherer und niemals ging es uns besser als zu dieser Zeit. Dennoch giftete schon damals das Globalistensprachrohr “Bild” auffällig gegen die persönlichen Bande und man konnte erste dunkle Wolken – aus Westen! – aufziehen sehen.

Die schamlosesten Kriegstreiber der letzten zwei Jahrzehnte sind ausgerechnet die traurigst-dümmlichen Parteitypen, die ihre Steuergelder-Stiftung nach einem weitsichtigen deutschen Schriftsteller und Nobelpreisträger benannten und anschließend schweigend übergehen, dass sich dieser Mann 1983 persönlich vor die Tore des deutschen US-Raketenstützpunktes Mutlangen setzte, um das Hereinbringen der amerikanischen Pershing-II-Raketen zu blockieren. Das damalige Grünen-Idol musste von der Polizei mehrfach weggetragen werden. Ein deutschlandweit bekannter Richter namens Offenloch öffnete das Loch im Zaun, sodass die Raketen tatsächlich stationiert werden konnten.

Es gibt – außer dem verdienstvollen Bundeskanzler Gerhard Schröder – genügend Vorbilder und erfahrene geschichtliche Personen, die den Frieden mit Russland für unabdingbar halten und hielten – dem größten Land der Erde, das uns weder jemals angegriffen hat noch ein Interesse an einem Angriff haben kann. Es sei denn, man droht ständig weiter, “den Krieg nach Russland zu tragen” (CDU-Sprech), kündigt Raketenangriffe ohne Reichweitenbeschränkung an (Merz-Sprech), führt deutsche Stabsübungen zur Sprengung der Krim-Aorta durch Taurusgeschosse durch (abgehört) und forciert nach eigenen Worten die Intrümmerlegung der russischen Erdöl- und Gesamtwirtschaft (von der Leyen).

Freundliche Grüße
Alexander G. Roklum


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