Beiträge von Redaktion
Wege aus dem Krieg

Der Auftritt von Israels Ex-Militärsprecher Arye Sharuz Shalicar im Rahmen von „Leipzig liest“ führt zu den erwartbaren Protesten. Die Fassade des Veranstaltungsortes ist mit „Free Gaza – Yallah Intifada“ besprüht, Palästina-Gruppen demonstrieren zum Felsenkeller. „Wir dulden keine Propagandaveranstaltung eines Sprechers der genozidalen Besatzungsarmee”, heißt es ultimativ. Arye Sharuz Shalicar ist ohne Frage ein Lautsprecher des Krieges, ihm den Zugang zu einer Lesebühne verweigern zu wollen, erinnert indes an den Zensur-Furor von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wider Kritiker der israelischen Besatzungspolitik. Dabei bräuchte es weniger Wächterrat und Lärm als vielmehr Aufmerksamkeit für die Leisen. Eine Bücherschau von Rüdiger Göbel.
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Leserbriefe zu „Wenn die Argumente fehlen, bleibt nur der Rückzug – Süddeutsche Zeitung streicht auf der Plattform „X“ die Segel“
Ihr könnt Euch Eure Hall of Fame des Sports an den Hut stecken – Oder wie Ost-Radfahr-Idol Täve Schur sagt: Meine Ruhmeshalle ist das Volk

Deutschland. Bedeutet das Einheit, Miteinander, zugewandt Sein, interessiertes, ehrliches Verstehen, Respektieren und Akzeptieren im Besonderen zwischen West und Ost? Ich finde, dass wir nach wie vor weit weg davon sind, ersichtlich bei großen gesellschaftlichen und politischen Abläufen und auch bei kleinen Episoden. Beispiel Sport. Vor Jahrzehnten wurde eine Initiative gegründet, die begann, eine Art Ruhmeshalle des deutschen Sports für erfolgreiche Persönlichkeiten des (ganzen) Landes aufzubauen, kurz „Hall of Fame“ genannt. So weit, so gut. Was jedoch auffällt: Sportler aus dem Osten, aus der sportlich sehr erfolgreichen DDR, sind eher wenige zu finden. Liegt das an westdeutsch bestimmten Zugangsregeln? Das legt der aktuelle Fall nahe, bei dem einem Sportler die Aufnahme nicht gewährt wurde: Rad-Idol Täve Schur. Ein Zwischenruf von Frank Blenz.
Trump, Straße von Hormus – und das europäische Trilemma

Der US-Präsident Trump hat sich in seinem imperialistischen Größenwahn ein wenig verkalkuliert. Der von den USA und Israel angegriffene Iran wehrt sich – wer hätte das gedacht. Und der Iran wehrt sich sogar viel effektiver und entschlossener, als Trump und seine Truppe es erwartet hätten. War doch Venezuela Anfang des Jahres ein militärischer Spaziergang, so erweist sich der Iran als widerspenstig, so widerspenstig, dass er sogar die Straße von Hormus blockiert. Trump selbst zeigt sich von Irans Blockade zutiefst enttäuscht, hat doch der Iran in seinen Augen den Krieg bereits verloren: „Es ist also etwas unfair. Man gewinnt zwar einen Krieg, aber sie haben kein Recht, das zu tun, was sie tun“ (Blockade der Straße von Hormus – A. Neu)“, so Trump kürzlich. Von Alexander Neu.
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