Leserbriefe zu „„Wir sollten die Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre erhöhen“ – ja, im Interesse der Rüstungsindustrie“

Ein Artikel von:


Hier kommentiert Marcus Klöckner die in der Überschrift zitierte Äußerung, mit der der Chef des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) die Altersgrenze für Reservisten anheben wolle. Medien quer durch die Republik hätten das Interview wieder einmal ohne eine kritische Einordnung aufgegriffen. Hinterfragt wird unter anderem., warum ein Politiker, der bei der Rüstungsindustrie war, nun überhaupt Chef des Reservistenverbandes sei. Journalisten, die an dieser Stelle schlafen, hätten vermutlich noch nicht verstanden, dass das Vorhaben Kriegstüchtigkeit auch ihre Kinder, ihnen nahestehende Menschen und am Ende sie selbst betreffen werde. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu zahlreiche und interessante Leserbriefe erhalten und bedanken uns dafür. Die nun folgende Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Danke für diesen kurzen und klaren Artikel.

Ich mag ergänzen und zitiere Herrn Ernst laut NDS:

“Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden.”

Mit welch einer perfiden, menschenverachtenden Formulierung kommt Herr Ernst denn da daher? Menschen als “Ressourcen” zu bezeichnen, kann ich ja schon schwer aushalten. Aber dann: wir sollen diese Ressource Mensch nicht “verschwenden” , um sie dann im Kriegsgeschehen zu verschwenden….oder so…oder was??? …..Das ist einer dieser furchtbaren Sätze, die deutlich machen, worum es hier tatsächlich NICHT, also GAR NICHT geht: um Menschen, Bürger, Polis.

Cornelia Cordes


2. Leserbrief

Hallo Herr Klöckner,

schon die Formulierung “diese Ressourcen von Menschen” zeigt welch geistig Kind dieser Bastian Ernst ist. Dumm geboren, nichts dazu gelernt und die Hälfte wieder vergessen. Tut mir leid solche Worte wählen zu müssen, aber wenn ich mit vorstelle, wie viele meiner Nachbarn in diesem Alter an die Front müssten, dreht sich mir der Magen um. Ich hab noch einen viel besseren Vorschlag: Schicken wir doch die Altersheim-Armee zur Verteidigung vor! Wer braucht denn die Leute noch? Soll der Feind, vorzugsweise Chinesen oder Russen, doch erstmal seine Munition am die 90-jährigen verschwenden, bis wir die alle los sind. Entlastet gleich das Rentensäckel. Und so “arbeiten” wir uns nach unten. Idealerweise geht dem Feind die Munition aus, bis wir bei den unter 30-jährigen angekommen sind. Die können die Dronen-Armeen sowieso viel besser bedienen, damit haben es ja die Rentner nicht so. Außerdem waren die Rentner ja alle mal Wehrdienstleistende.

Und wenn eine Armee nur genug (Geh-) Stöcke hat, werden sie vielleicht auch noch den einen oder anderen Bolschewiki oder Schlitzauge mitnehmen.

Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich k….. möchte wenn ich … Ungeheuer wie diesen Ernst höre. Kann sich gerne in der Ukraine zum Frontdienst melden, wenn er so geil auf Krieg ist!

Wo kann ich diesen Unmenschen erreichen und ihm eine saftige Mail schreiben? Liest er eh nicht, aber versuchen kann man es ja mal.

Meine Söhne KRIEGt ihr nicht!

MfG
H. Dietrich


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

Herr Bastian Ernst, 39-jährige CDU-Politiker, will offensichtlich den Volkssturm reaktivieren und so, im Falle eines Krieges, die Rentenkasse sanieren: je mehr Ü65-Männer im Krieg abgeschlachtet, von Bomben in die Luft gesprengt, von Granaten zerfetzt, von Maschinengewehren durchsiebt werden, desto geringer sind die Ausgaben der Rentenversicherung. Hinzu kommen die durch nichts gerechtfertigten exorbitanten Gewinne, Profite, Renditen und Dividenden der Konzerne und Krisengewinnler, die von allen Soldaten, jungen und alten, mit ihrer Gesundheit, mit ihrem Blut und mit ihrem Leben bezahlt werden müssen!

Jeder Krieg ist ein Verbrechen an den Menschen und an der Menschheit! Deshalb muß jeder Krieg und jede Provokation, jede Maßnahme, jede Aktion, jede Politik, die zum Krieg führen könnte, auf Schärfste bekämpft, verboten und bestraft werden!

Warum sollen junge Menschen als Soldaten für die Fehler und das klägliche Totalversagen der Politiker mit ihrer Gesundheit, mit ihrem Blut und ihrem Leben büßen und dafür bezahlen? Denn es ist apodiktisch, daß Krieg immer das Resultat des kläglichen Totalversagens der Politiker ist! – Das, was dieser Herr Bastian Ernst da tut und sagt, ist ein schweres Verbrechen, ein kläglichstes Totalversagen! Nicht nur er hat aus der Geschichte nichts, aber auch gar nichts gelernt!

Was sagen sie den Müttern, Vätern, Söhnen, Töchtern, Ehefrauen und Freunden der Menschen, deren Körper durch Granaten zerfetzt, vom Maschinengewehren in Stücke geschossen oder von Bomben oder Minen in die Luft gesprengt wurden? Daß sie Helden sind und durch ihr Sterben die Gewinne, Profite und Renditen der Aktionäre und Waffenhersteller maximiert haben?

Warum fordern immer nur diejenigen, die selbst keine Opfer bringen, von anderen, Opfer zu bringen?

Solche Militaristen und russophobe Po-Litiker dürfen niemals Macht haben oder Ämter ausüben! Diese Verrückten treiben uns in den nächsten großen Krieg gegen Russland! Warum werden diese Wahnsinnigen, diese Kriegsmacher nicht gebremst, gestoppt und zum Teufel gejagt?

Es ist schon wieder ´35, aber noch ist es nicht zu spät!

Vielen Dank für Ihren Artikel.

Grüße
Martin Blasczyk


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

vielen Danke für diese Information, hat die doch verhindert, dass ich den mir von meiner Frau vererbten Rollator mit dem Sperrmüll entsorge.

Damit ich dem Ruf des Vaterlandes wirksam nachkommen kann, werde ich Räder für s Gelände montieren und ihn sorgsam verpackt im Keller deponieren. So bin ich gerüstet, wenn es bald “auf in den Kampf gegen unseren ewigen Feind” geht!

Mit freundlichen Grüßen
Günter Steinke


5. Leserbrief

Sehr verehrter Marcus Klöckner,

zum Vorschlag des Reservisten-Heinis, das Alter für Reservisten auf 70 Jahre zu erhöhen, kam mir folgender Gedanke:

[Sarkasmus an]

Mit diesem Vorschlag schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die unproduktiven alten Knacker (und Knackerinnen) sollen an die Ostfront und dort

1.) als Kanonenfutter zum Wohle der Rüstungsindustrie und deren Investoren (Blackrock und Co.) und zum Ego-Aufbau unserer kriegsgeilen Herrscher zerfetzt werden, verbrennen, ersticken, verbluten, verrecken

2.) und dadurch der Renten- und Krankenkasse nicht weiter zur Last fallen.

(…)

[Sarkasmus aus]

5.) Es wird weniger Bürger geben, die sich daran erinnern, dass das mutmaßlich illegitime Merz-Regime nur an die Macht kommen konnte und sich dort halten kann, weil eine Neuauszählung der falsch ausgezählten Bundestagswahlzettel von den, mit üppigen Diäten und Privilegien gemästeten, Profiteuren der Falschauszählung weiterhin verhindert wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Joachim Himmeröder (66, Opfer täglichen NATO-Kampfjetlärmterrors)


6. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner,

Sie sprechen in Ihrem Artikel gleich zwei Aspekte an.

Einmal ist es die berechtigte Kritik an dem deutschen “Qualitäts–Journalismus”. Sie schreiben:

“Der Vorstoß des Chefs des Reservistenverbandes ist politisch. Er passt zur politischen Linie, das Land kriegstüchtig zu machen. Das müssen Journalisten erkennen – und mit der entsprechend gebotenen Kritik berichten.” Die Forderung nach kritischem Journalismus im ÖRR-Mediensystem könnten Sie auch an ein Scheunentor richten. Da kommt nichts. Propaganda für die Kriegstüchtigkeit haben sich die Damen und Herren der einschlägigen Formate auf ihre Fahnen geschrieben.

Hier ein kleines Beispiel, was dazu passt: Auf der Hessenschau-Seite (21.04.2026) wurde von einem jetzt stattfindenden Großmanöver berichtet. “Wie die Bundeswehr in Hessen mitteilte, werden im Rahmen einer gemeinsamen Truppenübung mit US-Streitkräften größere Kolonnen mit bis zu 400 Fahrzeugen über einzelne Abschnitte der A4, A5, A7 und A38 rollen. Start der Hesse-Thuringia-Exercise, kurz Hethex 2026 genannt, ist der Mittwoch. Die letzte große Ausfahrt steigt dann am Sonntag.” Weiter heißt es dann ganz lax: “Was für die Einsatzkräfte eine wichtige Übung ist, ist für alle anderen Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen eine seltene Abwechslung.” Auf eine solche Abwechslung kann ich gerne verzichten.

Zu den Einlassungen des Chefs des Reservistenverbandes, dem Herrn Bastian Ernst, kann ich nur feststellen, dass es doch viele Parallelen zu dem Herrn Johannes Winkel, den Sie in Ihrem Beitrag “Wiedereinführung der Wehrpflicht zum Januar 2027…” beleuchtet haben.

Zwei “Jungspunde”, eine Geisteshaltung, d.h. von vorhandenem Geist in deren Köpfen, kann man ja bei beiden nicht sprechen. Das ist primitive Kriegspropaganda, ja Kriegsvorbereitung. Leider merkt das der “Deutsche Michel” anscheinend nicht.

Ulrich Kleinecke


7. Leserbrief

Moin, moin!

Jetzt mal allen Ernstes!

Das hat Autor Marcus Klöckner mal wieder sauber hingekriegt. Wo isser denn? Wie heißt er denn? Da muss ich als Uraltleser der NDS den Text gleich mehrmals lesen! Das tut bei einem Klöcknertext ja eigentlich nicht weh, wenn man ihn nur nach journalistischer Qualität exegiert. Weh tut es jeden Tag, wenn man im deutschen Quali-TV die Einschätzungen und Einordnungen der eingeladenen Experten vernehmen muss. Insbesondere grauhaarige Sofageneräle (wie ein Kather gerade eben) gehen einem auf den Geist – im Gleichschritt mit den diensthabenden “Journalisten”: Wir danken für die Einordnungen. Vielen Dank!

Ja was habe ich denn suchen wollen? Na ihn natürlich! Den neuen Chef des Reservistenverbandes. 39 ist er – also nicht mal halb so alt wie ich! Ich bin genau so alt wie der Herausgeber der NDS! Uns verschont er! Wir sollen nicht mehr kriegstüchtig sein. Ein großer Haufen der Schreiberlinge in “Unseredemokratie” hat die 70 ja noch lange nicht erreicht. Da sind noch Kriegstüchtigkeitsreserven im Wartestand, die unverzüglich ohne Tritt MARSCH dem bösen Russen den Marsch blasen würden. Und Datenschutzprobleme haben im Schützengraben ohnehin Null-Relevanz.

Klöckner hat ihn gut im Text versteckt. Aber ich habe ihn gefunden – zweimal: ERNST! Das Ernstle aus Delmenhorst ist muntere 39 Jahre jung. Gerne würde er sich wieder fit machen lassen durch fronterfahrene Ukrainer, die der Kriegsherr aus Kiew der Bundeswehr ja angeboten hat. Dass ich es nicht vergesse:

Er heißt BASTIAN ERNST (schaut ihn euch an)

Es grüßt Dieter ERNST Münch – im Ernst!


8. Leserbrief

Bin “erst” 68 und habe als (auf neudeutsch) Drill-Sergant gedient.

Stehe unter einer Bedingung sofort zur Verfügung: Ausbildung speziell der Kiesewetters, Hofreiters usw., insbesondre Bewegen im Gelände und ABC-Schutz.

macht weiter so
Thomas Tiedtke


9. Leserbrief

Liebes Redaktionsteam,

ja wir brauchen Krieg! Aber ich sehe schon die Reservisten sich mit Krücken (Entschuldigung es sind Gehhilfen) und Rollstuhl in Richtung Kampflinie fahren (jetzt bitte mit Krankenwagen). Ach so, es fehlen ja jetzt noch die 14- bis 18-jährigen. Wir sind doch jetzt schon bei einem verlorenen Krieg. Letzte Aufwallung/Volkssturm! Ach nein, ich habe ja insgesamt die weibliche Bevölkerung vergessen, die ja noch den Russen aufhalten könnte. Aber war da nicht was mit, die haben aus Steinen die ersten Häuser oder Wohnungen erbaut, Steine gesammelt? Ich denke ich muss mich jetzt erst mal sammeln. Ich höre auf. Ich bringe da bestimmt wieder alles durcheinander. Aber ich bin 1 Jahr über 70, da vergesse ich wohl viel. Ich bin einfach zu alt, um die jetzige Politik/Kriegslust noch zu verstehen!

Liebe Grüße
Uwe Greiffenberger


10. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

ich vermisse im Artikel das Wortspiel “RÜSTIGE Rentner”. ;-)

Seien wir doch froh, dass Bastian (39) Ernst macht: Deutsche Vorgängermodelle haben Kinder als Kanonenfutter an die Front geschickt. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Alten auch mal was zurückgeben, anstatt immer nur die Rente zu verprassen, die nicht für Dritte Reicht.

Lieben Gruß
Mario Krone


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