Schlagwort:
Abwanderung

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Jahrzehntelang galt für die CDU Deutschland nicht als Einwanderungsland, jetzt stellt die Union plötzlich fest, dass wir ein Auswanderungsland sind.

„Während in den letzten Jahren viel darüber geschrieben und gestritten worden ist, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist, hat sich im Windschatten fast unbemerkt eine ganz andere Entwicklung vollzogen: Deutschland wird zum Auswanderungsland!“ Und, oh Schreck, bei den Auswanderern handle es sich um „Menschen, die Leistungsträger in unserer Gesellschaft werden könnten und müssten: Wissenschaftler, Handwerker, Ingenieure.“ So wird Roland Koch in Bild am Sonntag vom 16.07.06 zitiert.
Auch die Bundesforschungsministerin Anette Schavan und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger und die üblichen Alarmisten, also Arbeitgeberpräsident Hundt und Industrie-Präsident Thuman, blasen in der BamS Alarm.

Frustriert von Deutschland wandern so viele Deutsche aus wie seit 122 Jahren nicht mehr. Die heutige Nachrichtenlage macht diese Flucht aus unserem Lande nur allzu verständlich.

Da gibt es in Deutschland geradezu eine hysterische Debatte über die demografische Entwicklung, die vielleicht in ein paar Jahrzehnten zu Buche schlagen wird. Über eine ganz aktuelle Bevölkerungsentwicklung – das „manager-magazin“ spricht gar schon dramatisierend von einer „bevölkerungspolitischen Krise“ – wird bisher kaum geredet, nämlich dass nach Schätzungen im letzten Jahr 250.000 Deutsche ausgewandert sind.
Warum wohl?

McKinsey-Studie: 56 Prozent der Studierenden denken darüber nach, auszuwandern. Vor lauter Standortwettbewerb kehrt die akademische Jugend dem Standort Deutschland den Rücken zu.

Bei den Ingenieurstudenten können sich sogar 60 Prozent vorstellen, Deutschland zu verlassen. Darin spiegeln sich erhebliche Skepsis im Hinblick auf die eigenen Zukunftsaussichten in Deutschland, verbunden mit großen Sorgen vor wirtschaftlicher Krise und hoher Arbeitslosigkeit wider. 44 Prozent blicken wenig zuversichtlich in die Zukunft. Die Deutsche Wirtschaft strahlt wenig Faszination auf den Nachwuchs aus, nur 9 Prozent meinen, dass sie gemeinwohlorientiert ist, 37 Prozent sehen eine Dominanz von Shareholder-Value. Soziale und konservativ-traditionelle Werte dominieren bei den jungen Akademikern. Das sind einige der Ergebnisse einer Umfrage von McKinsey für das manager-magazin. Je attraktiver der Wirtschaftsstandort Deutschland gestaltet werden soll, desto weniger attraktiv scheint er offenbar für die akademischen Hoffnungsträger zu werden.