Leserbriefe zu „Von Watergate zu Waterloo – Neuigkeiten vom Young Leader des Deutschen Journalistenvereins“
Vor dem Hintergrund der BBC-Nachrichtensendung vom 24. Oktober 2025 mit einer „kreativ geschnittenen“ Trump-Rede vom Januar 2021 diskutiert Wolf Reiser hier über die Wortmeldung des DJV-Vorstands Mika Beuster. Der habe an die „bereits abgeknickten BBC-Führer“ appelliert, bloß nicht einzuknicken. Dies wäre fatal für alle kritischen und unabhängigen Medien, weil dann drohe „uns allen“ eine „totale Unterwerfung nach Autokratenmanier“. 16 Jahre Merkel hätten die leitmediale Branche sediert und an die Kette gelegt, und was seit ihrem vermeintlichen Rückzug geschehe, könne „man als Verwesungskommentierung beschreiben“. Wir haben dazu interessante E-Mails bekommen und bedanken uns dafür. Es folgt hier nun eine Leserbrief-Auswahl. Christian Reimann hat sie für Sie zusammengestellt.
1. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Reiser, liebes Nachdenkseitenteam.
Es ist immer eine Freude einen Artikel von Herr Reiser zu lesen. Legt er doch Punktgenau den Finger in die offene Wunde der Deutschen Befindlichkeiten.
Erinnert sei auch an seinen genialen Artikel “Two Riders were approaching: Der Anfang vom Ende der Deutschen Medien” aus 2018. Kurzeitig der Zensur von Telepolis zum Opfer gefallen, heute Gott sei Dank wieder Online.
Beste Grüße, Ulrich Erich
2. Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren,
bitte leiten Sie an Herrn Reiser meinen heißen Dank für sein so wunderbar gepfefferten ebenso wie sachlich-dichten Beitrag in den ‘Nachdenkseiten’ von heute mit.
Er hat damit zur Linderung der Schmerzen in meinem Geist/Verstand (zumindest heute, lächel) beigetragen, er hat mir damit gut getan, er hat mich, einen Verzweifelnden, getröstet.
Mit freundlichen Grüßen
Florian Laber
3. Leserbrief
Hallo,
ein bissig schöner Artikel von Herrn Reiser, der es auf den Punkt bringt.
Dieser Journalismus alla Beuster, Überall und Co KG ist Fake news und noch dazu von der dümmsten Sorte.
Grüße
T. Rath
4. Leserbrief
Hallo Nachdenkseiten,
soeben las ich mit formidabler Begeisterung den Artikel von Wolf Reiser „Von Watergate zu Waterloo – Neuigkeiten vom Young Leader des Deutschen Journalistenvereins“.
Ist es möglich, diesen brillanten Autor auch direkt per e-mail zu kontaktieren, um ihm meine Bewunderung für diese Leichtigkeit und den humorvollen Sprachstil zu übermitteln? Wäre es Ihnen möglich, diese mail hier an ihn weiterzuleiten? Dann kann Herr Reiser selbst entscheiden, ob er mich kontaktieren will oder nicht.
Üblicherweise bin ich nicht so „ranschmeißerisch“, doch diese Wortgewalt in Verbindung mit unbändiger Kreativität ist leider, leider, am Aussterben.
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Beste Grüsse
Werner Roth
5. Leserbrief
Pardon, aber Herr Reiser irrt, wenn er behauptet der BBC-Zusammenschnitt sei Manipulation die Trumps Rede verfälscht…!
Es ist sachlich angemessen inhaltlich zusammenhängende Kernsätze (!) hintereinander zu stellen, indem man Zwischentöne rausschneidet oder rauslässt.
Nichts anderes haben die BBC Journalisten gemacht und das war gut so.
Damit haben sie nur das nachgezeichnet, was für die aufgeputschten Zuhörer der Rede tatsächlich abgelaufen ist: ein emotionaler Sinnzusammenhang, von Trump voll intendiert. Darum erhielt ihr Sturm aufs Kapitol tatsächlich genügend Initiative, Drive und Brutalität. Trump ist keineswegs so dumm, wie er manchmal tut oder dem überintellektualisierten DIfferenzierer erscheint, er wollte zur Gewalt aufputschen und er hat es geschafft. Zuhörer dieser Art vor dem Kapitol brauchen nur drei Sätze in einer Rede mit Zwischensätzen und können problemlos die Botschaft verstehen und aufgreifen, die Trump ihnen vermittelt hat. Trump weiß sowas instinktiv. Was in der BBC und bei denen abläuft, die plötzlich den Demagogen Trump entlasten und sich entschuldigen, ist offensichtlichste primitive Unterwerfung unter die Macht, die alles darf und tut. 93% der Deutschen haben recht, sie habens kapiert!
Grüße aus der Provinz
Norbert Heckelei
6. Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten (NDS),
wieder einmal (wie fast täglich) haben den NDS mit dem Artikel „Von Watergate zu Waterloo“ einen wichtigen Beitrag zur (leider) notwendigen Medienkritik geliefert. Außer der Hoffnung (Erwartung), dass die dargelegten Argumente (wegen ihrer Bedeutung für eine tatsächliche „fdGO“) breiter verbreitet und rezipiert werden sollten (zugegebenermaßen wohl eher ein Wunschdenken), wäre dem wenig hinzuzufügen (auch wenn die „Erziehungsversuche“ in den MSM permanent nerven).
Aber im Zusammenhang mit dem Zitat (von Herrn Beuster) „sonst nähme der Journalismus großen Schaden … Wir kennen ja alle Trump. Er ist impulsiv. Aber gerade er muss mit Kritik leben. Er muss sich stellen und sachlich reagieren“ drängten sich mir doch noch einige Assoziationen auf, die ich nicht nur für mich behalten möchte.
Da redet jemand vom Journalismus (im Sinne eines Imperativs) und macht gleichzeitig keinen Hehl aus seiner offensichtlichen Abscheu gegenüber einer Person. Und als „Journalist“ hinterfragt er nicht die Randbedingungen, sozialen, politischen Zusammenhänge oder die Handlungsmöglichkeiten, sondern hebt auf (angeblich erwiesene) persönliche Merkmale ab. Indem diese „Eigenschaften“ als „charakterliche Defizite“ dargestellt werden, kann man leicht eine inhaltliche Diskussion umgehen.
Um es klar zu sagen: ich mag Herrn Trump nicht, weil er in meinen Augen ein reaktionärer Politiker ist, der insbesondere auch sozialpolitische Positionen vertritt, die meinen Interessen diametral entgegenstehen.
Aber darum geht es den „wertorientierten“ Journalisten nicht. Vielmehr, so will mir scheinen, wird das Bild eines irrationalen, narzisstischen Akteurs (seit Jahren) sehr bewusst entwickelt und gepflegt. In diesem Fall muss man sich schließlich nicht mehr mit den inhaltlichen Positionen auseinandersetzen – sind sie doch letztlich nur so „irre“ wie ihr „irrer“ Urheber.
Man könnte die Abneigung gegenüber einer Person (oder zumindest einiger ihrer Eigenschaften) möglicherweise durchaus nachvollziehen – wäre da nicht das alte Zitat: „Man spürt die Absicht und man ist verstimmt“!
Gab es je solche moralischen (oder intellektuellen) Bedenken gegenüber Mr. Clinton (nach seiner Affäre mit einer gewissen Monica), einem Mr. Bush (vor dem Hintergrund seiner alkoholgesättigten Vergangenheit und seines „war on terror“), eines Mr. Obama (dem voreiligen noblen Preisträger und späteren Exekutor extralegaler Tötungen) oder einem Mr. Biden, der sich stolz seiner Erpressung der ukrainischen Justizbehörden gerühmt hat?
All dies (und natürlich noch viel, viel mehr) wäre aus meiner Sicht durchaus kritikwürdig und sollte Gegenstand eines engagierten Journalismus sein – den ich in den MSM vermisse.
Dem Journalismus im Sine eines Herrn Beuster geht es – so will mir scheinen – eher darum, einen (möglicherweise – in mehrfacher Hinsicht – bequemen) Zustand zu beschwören (und zu propagieren), der die „überkommene Ordnung“ bewahren soll. Die etablierten (ich denke an die 68er) Kräfte und ihre Machtverteilung werden so zum limitierenden Maßstab politischer Entscheidungsmöglichkeiten.
57 Jahre nach 1968 liefern die deutsche Lei(d)tmedien ein trauriges Bild. Man verzeihe mir bitte die bewusst provokative Frage: Haben diese Journalisten etwas aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gelernt?
Klaus Habel
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