Leserbriefe zu „Besuche von Bundeswehroffizieren an Schulen stark gestiegen – Schulen unterstützen den Griff nach der Jugend“
Hier kommentiert Marcus Klöckner den Umstand, dass alleine in den ersten Monaten des Jahres 2026 sich die Zahl der Bundeswehrvertreter, die Schulen besuchen, seit 2021 verdoppelt hat. Im Wesentlichen würden die Offiziere der Bundeswehr nur auf Einladung der Schulen kommen – und im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen zwischen einzelnen Bundesländern, wie etwa in Hessen und Bayern. Das sei eine „riesengroße Sauerei“. Gefragt wird, wie ideologisch verblendet Lehrpersonal sein müsse, das unsere Kinder unterrichtet, dass sie die Bundeswehr an die Schulen einladen, während die Republik auf Kriegstüchtigkeit getrimmt werde. Es sei eine „intellektuelle und zugleich pädagogische Bankrotterklärung!“. Gefragt wird jedoch auch, wo die Gegenwehr der Eltern bleibe. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Von unseren Leserinnen und Lesern haben wir dazu zahlreiche und interessante Zuschriften erhalten. Dafür bedanken wir uns. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.
1. Leserbrief
Liebe NDS,
wie man es auch dreht und wendet, ob nun Lehrer wissen, was sie tun, oder Bundeswehroffiziere, keiner von allen hat eine Ahnung, was Krieg ist, sonst würden sie sich anders verhalten, würden vor den Schrecken des Krieges warnen. Das gilt natürlich auch für die Politiker, die Kriegstüchtigkeit beschwören o.ä. (…).
Fritz Schmidt
2. Leserbrief
Guten Tag,
auch hier ein ganz klares nein. Bundeswehroffiziere und Militarismus haben mit dem Bildungsauftrag der Schulen nichts zu tun und gehören da nicht hin. Erst recht nicht das vermitteln von Feindbildern und unbewiesenen Bedrohungslagen durch Russland, denn das dürfte wohl die Zielsetzung dieser Kampagnen sein. Verantwortliche, Lehrer und letztendlich die Eltern, die solch eine Form der Kriegstreiberei mitmachen und unterstützen, sollten sich bewußt sein, wo sie die Heranwachsenden vermeidlich hinführen. Zu Tod, Zerstörung und unermesslichem Leid.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
dass Lehrer das Regime unterstützen, dass sie bezahlt, ist nicht neu.
Das war so zu Kaisers Zeiten, bei den Nazis und in der DDR (Wehrkundeunterricht). Bedingt durch die Tatsache, dass die Lehrerschaft im wesentlichen Informationen über Mainstreamquellen bezieht, kann man nichts anderes erwarten. Die glauben, was ÖRR & Co von sich geben. Die Schüler selbst können sich kaum wehren. Wenn sie solch einer Veranstaltung kritisch gegenüberstehen, wird das Konsequenzen für sie haben, wie seinerzeit bei Kritik wegen überbordender Coronamaßnahmen. Deshalb sind hier in aller erster Linie die Eltern in der Pflicht. Die könnten ihren Kindern z.B. dieses Buch schenken.
Mit freundlichen Grüßen
R. Binde
4. Leserbrief
Hallo Marcus Klöckner, vielen Dank für den wichtigen Artikel.
Einige Textvorschläge als Pflichtlektüre – nicht nur in den Schulen:
– Heinrich Böll, Wanderer kommst du nach Spa …
– Gerhard Zwerenz, Man kann sich doch nicht alles gefallen lassen
– Die Liedtexte (vorgetragen von Hannes Wader):
Es ist an der Zeit…
Wo soll ich mich hinwenden…
– Die Songs von J. Cash: Don‘t take your guns to town…
und:
– B. S. Marie: Universal Soldier…
Mit friedlichen Grüßen Udo und Ulrike Böttcher
5. Leserbrief
Grüße Sie werte NDS – LESERBRIEFE und werter Marcus Klöckner.
Gut, dass es Sie gibt.
In meinem Umfeld leben auch junge Familien, die Kinder haben, die den Herrschenden “auf den Leim gehen” könnten. Auf ernsthafte Gespräche lassen sich die Eltern und auch deren Kinder nicht ein. Die sind auch noch der “alten” Überzeugung, dass es nicht so schlimm werden wird, wie wir Schwarzmaler es beschreiben und haben nach dem Schulabgang dann auch wenigstens eine “Bleibe”, wo sie auch noch gutes Geld verdienen können, und vielleicht auch noch eine Ausbildung erhalten, die sie dann “in der Zeit danach” auch gut nutzen können …!?
Genau mit diesen Argumenten haben sie mich damals 1966 gelockt, 4 Jahre; es war nicht “meine Welt”, es war dumpfer Schwachsinn und ich war heilfroh, als das vorbei war.
In den 1970-er Jahren habe ich dann den Kriegsdienst verweigert, siehe Vietnam und andere Ort, und wurde auch als Kriegsdienstverweigerer anerkannt.
Das waren noch fast Friedenszeiten.
Und heute ist der einiger-massen “Frieden”, den wir eine zeitlang hatten, von denen zerstört worden, die nun auf ihre Revanche warten, um sich rächen zu können für den letzten “verlorenen Krieg” 1933 – 1945.
Das sollten alle Schüler-innen wissen und alles noch mal überdenken, bevor sie unterschreiben ……. !
J. Sales
6. Leserbrief
Sehr geehrte Redaktion,
der Kommentar von Marcus Klöckner hat mich als Lehrer an einer ostdeutschen Sekundarschule persönlich getroffen. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen wurden in der DDR sozialisiert und zum Frieden erzogen. Keiner von uns begrüßt die gegenwärtige Militarisierung der Gesellschaft.
Wenn Schulamt oder Kultusministerium Veranstaltungen der Bundeswehr an Schulen ermöglichen oder organisieren, haben einzelne Lehrkräfte darauf oft kaum Einfluss. Wir können höchstens unsere persönliche Haltung deutlich machen. Zugleich bin ich als Beamter zur politischen Neutralität verpflichtet, und die möglichen Konsequenzen einer offen gegen den Mainstream gerichteten Position sind auch für Angestellte nicht immer absehbar.
Lehrerinnen und Lehrern pauschal Unkenntnis, Dummheit oder ideologische „Verstrahltheit“ vorzuwerfen, empfinde ich deshalb als ehrverletzend und dem Thema nicht angemessen. Gerade weil die Frage der Militarisierung von Schulen so wichtig ist, sollten die NachDenkSeiten solche Beiträge sorgfältiger prüfen. Polemik gegen Lehrkräfte schwächt die notwendige Kritik eher, als dass sie ihr hilft.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Reber
Anmerkung Marcus Klöckner: Zunächst ein Dank für diese Zuschrift. Dass natürlich nicht alle Lehrer in Deutschland so sind, wie die in dem Beitrag Kritisierten, versteht sich meines Erachtens von selbst. Zweifelsfrei gibt es gute, anständige, nicht ideologisch verblendete Lehrer, die mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, tun, was sie können. Das soll hier gerne hervorgehoben werden – und ihnen gilt es Respekt zu zollen. Gut, dass es sie gibt. In dem Leserbrief ist die Rede davon, dass es zu bedenken gebe, Lehrer seien zur „politischen Neutralität“ verpflichtet und bei einer „offen gegen den Mainstream gerichteten Position“ sei mit möglichen Konsequenzen zu rechnen. Beides stimmt. Allerdings, auch wenn die Angst vor Repressionen ihre Berechtigung hat: Wenn sich keiner traut, auf eine kluge Weise öffentlich Position zu beziehen, sich gegebenenfalls Verbündete zu suchen und bereit ist sich in den möglichen Sturm zu stellen, dann ist das sehr traurig und die Konsequenzen dürften auf einer andere Ebene auch sehr weitreichend sein. In dieser Zeit ist Rückgrat gefragt. Unterm Strich haben alle gute und berechtigte Gründe zu schweigen – manche sind mutig und reden trotzdem… .
7. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner, in Ihrem Kommentar beschuldigen Sie Lehrer, der Bundeswehr den Zugriff auf die Gehirne der Schüler zu ermöglichen. Ich verwahre mich dagegen, auf diese Weise in meinem Beruf diskreditiert zu werden. Ich verstehe nicht, wie Sie zu dieser unzulässigen Verallgemeinerung kommen. Das von Ihnen geschilderte Vorgehen trifft auf die Mehrheit der Schulen nicht zu.
Weder an der Schule meines Enkels noch an meiner eigenen war je die Bundeswehr zu Gast. Im Deutschunterricht lesen wir den von Ihnen zitierten Autor und sorgen auch sonst für eine Vermittlung der Ideen von Frieden und Völkerverständigung.
Ich bitte Sie um differenziertere Kommentierung der genannten Ergebnisse der Anfrage einer Partei, die durch das Abstimmungsverhalten ihrer Abgeordneten in den verschiedensten Parlamenten zur Etablierung der Hochrüstung und Kriegsertüchtigung und damit zu einer veränderten Sicht auf die Rolle der Bundeswehr als mögliche Angriffsarmee beigetragen hat.
Mit freundlichen Grüßen
Ilka Müller
Anmerkung Marcus Klöckner: Auch dieser Leserbriefschreiberin möchte ich für die Zuschrift und die geäußerten Gedanken und Anmerkungen danken. Auch ihr sei gesagt: Dass es sich aus meiner Sicht von selbst versteht, dass nicht alle Lehrer so sind, wie in dem Kommentar beschrieben. Wie die Mehrheitsverhältnisse aufseiten der Lehrerschaft sind, lässt sich an dieser Stelle nicht sagen. Aus soziologischer Sicht lässt sich die gut begründete Vermutung anstellen, dass eine beträchtliche Anzahl an Lehrern aufgrund ihrer Klassenlage, Sozialisation und der damit verbundenen Einverleibung einer spezifischen Vorstellung von Realität, dazu neigt, ihre Wahrnehmungs-, Denk-, und Handlungsschemata stark an der „Orthodoxie“ auszurichten. Sprich: Ihre habituspsezifische Sicht auf die Welt, die Politik und die aktuellen Entwicklungen in Deutschland dürften erwartungsgemäß einen starken Hang zur Anerkennung der „rechten Sicht“ aufweisen – das heißt jener Sicht, die als „Mainstream“ im öffentlichen Raum etabliert ist. Die Anerkennung von gewissen Über- und Unterordnungsverhältnissen im Sinne „der Macht“, ist zu erwarten. Eine Einordnung zumindest eines gewissen Teils der Lehrerschaft im Hinblick auf ihre Position in einem politischen Macht- und Herrschaftsraum, ist sicherlich interessant, soll aber hier nicht weiter ausgeführt werden. Nur noch kurz zu den Fakten: Wenn innerhalb von wenigen Monaten über 2000 Mal Vertreter der Bundeswehr an Schulen waren, wenn es für diese Besuche notwendig war, dass Lehrer bzw. Schulen diese Vertreter ausdrücklich eingeladen haben, dann ist Kritik angebracht – auch wenn es bestimmt Lehrer gibt, die dieser Entwicklung kritisch gegenüberstehen.
8. Leserbrief
Herr Klöckner, Team Nachdenkseiten,
sie fragen in ihrem Artikel:“ Wo bleibt die Gegenwehr der Eltern?“ Richtig!
Allerdings, wo bleibt die Gegenwehr der Gesellschaft insgesamt gegenüber den gesellschaftlichen Entwicklungen in diesem Land?
Sie argumentieren hier (Nachdenkseiten), andere argumentieren, mit gleicher Berechtigung, an anderer Stelle. Kann man alles sehen wie man will, ist demokratisch und bisweilen verwirrend.
Was will ich sagen? Ich kann verstehen das eine gewisse Ermüdung gegenüber den bestehenden, gesellschaftlichen Verwerfungen zu einer Art Phlegmatismus des Einzelnen führt, die eben genau die von ihnen beschriebene, nicht vorhandene, Gegenwehr zur Folge hat. Sehr viele Menschen sind überfordert mit dem was sich abspielt.
Die aktuelle Regierungspolitik gibt allerdings die (Marsch)richtung vor. Dies in zweierlei Hinsicht. 1. Unser Weg ist der Richtige (Apodiktisch/National). 2. Eigentlich wissen wir es auch nicht besser und sind mit der Gesamtsituation (Geopolitisch/National) überfordert.
Wer, als Einzelbürger, einfach nur ein friedliches Dasein will, richtet sich im Hier und Jetzt ein.
Gegenwehr erfordert Kampf. Alles sehr unübersichtlich.
Rainer Mrochen
9. Leserbrief
Liebe Redaktion,
im o. g. Artikel wurde folgende Frage gestellt: “Doch auch die Eltern sollten hier nicht aus der Verantwortung gelassen werden. Wie stehen sie dazu? Warum gibt es keinen Widerstand gegen diese Besuche? Oder ist die Entwicklung egal?”
Dazu eine Rückmeldung aus dem Postleitzahlenbereich 16225/16227.
Ich habe über die Elternkonferenz eines Gymnasiums (“Die Versammlung der Elternvertreter aller Klassen”) eine Beschlussvorlage zur Änderung der Hausordnung eingereicht, die darauf abzielte, Bundeswehrveranstaltungen jeglicher Art an dieser Schule unter “Genehmigungsvorbehalt” der Eltern & Lehrer zu stellen bzw. sicherzustellen, dass diese Veranstaltungen ausgewogen (Pro/Contra) gestaltet sind.
Dieser Antrag wurde hitzig diskutiert, letztendlich aber abgelehnt. Besonders feurigen Widerstand erhielt der Antrag von Angehörigen von Bundeswehrsoldaten, die die Tätigkeit in der Bundeswehr mit denen des THW, der Polizei oder der Feuerwehr gleichstellten und sich – aus meiner Sicht – diskriminiert sahen.
Beratend in Bezug auf den Antrag gaben die Lehrervertreter den Eltern und Schülern zu verstehen, dass die Bundeswehr “doch eine Verfassungsarmee unter Parlamentsbefehl” sei, der man den Zutritt zu Schulen doch nicht verweigern könne. Die Direktorin gab zu bedenken, dass die Annahme des Antrages ggf. dazu führe, dass der “Lehrauftrag der Schule” nicht mehr erfüllt werden könne. Die Eltern und Lehrer wiesen auch darauf hin, dass die Schüler mündig genug seien, sich umfassend über alle Berufsangebote zu informieren und daher ein solcher Antrag nicht notwendig sei.
Die Schüler selbst standen dem Antrag verständnislos/leidenschaftslos gegenüber, weil sie sich die “Informationen der Bundeswehr” doch nicht vorenthalten lassen wollten.
Soviel dazu….
Vincent Bouvier
Anhang (gern als Anregung für andere Eltern):
Beschlussvorlage:
– Werbemaßnahmen, Karriereberatung und Informationsveranstaltungen der Bundeswehr sowie anderer militärischer Organisationen sind im gesamten Bereich der Schule untersagt. Dies gilt für Gebäude, Außengelände und alle schulischen Veranstaltungen
– Die Nutzung schulischer Räumlichkeiten und Ressourcen für die Durchführung und/oder Unterstützung von Bundeswehr-Werbeveranstaltungen ist nicht gestattet
– Ausnahmen sind nur bei dedizierter Evaluierung durch die Schulkonferenz möglich und bedürfen einer vorherigen Zustimmung aller beteiligten Gremien; in diesem Zusammenhang ist dann durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass eine Ausgewogenheit der Präsentation gewährleistet ist (z. B.: Informationen zur Kriegsdienstverweigerung, Interviews von Veteranen/Kriegsopfern etc.)
Begründung:
Die Schule soll ein geschützter Raum für freies und kritisches Denken sein. Die Konfrontation mit Werbung und gezielter Ansprache der Bundeswehr widerspricht dem pädagogischen Auftrag. Frieden und die friedliche Beilegung von Konflikten ist ein zentraler Kern dieses Auftrages. Die gesellschaftliche Debatte über Krieg und Frieden sowie die jüngsten Berichte und Erlebnisse im Zusammenhang mit militärischen Einsätzen verdeutlichen die Notwendigkeit einer strikten Trennung militärischer Werbung vom schulischen Alltag. Diese Regelung soll dazu beitragen, Gewissenskonflikte bei Lernenden und Lehrenden zu vermeiden und das Recht auf eine friedensorientierte Bildung zu stärken bzw. sicherzustellen.
Anmerkung Marcus Klöckner: Ohne Worte, lieber Herr Hentze. Ohne Worte…
Herzlich
MK
10. Leserbrief
Sehr geehrte Damen und Herren der Nachdenkseiten-Redaktion,
meine Tochter besucht die neunte Klasse einer Realschule in NRW.
Noch ist es so, dass hier in NRW keine Besuche von Bundeswehroffizieren stattfinden.
Dennoch habe ich schon im Vorfeld mein entschiedenes Nein zu solchen Veranstaltungen der Schulleitung mitgeteilt und darum gebeten, dass alternativ doch lieber Friedensunterricht erteilt wird.
Man versprach, das Thema in der nächsten Lehrerkonferenz vorzutragen.
Nach 6 Wochen bekam ich dann eine Rückmeldung von der Schulleitung.
In der Lehrerkonferenz war man zwar angetan von diesem Impuls, aber Friedensunterricht wäre nicht umsetzbar.
Man würde daher im Rahmen des Geschichts- und Politikunterricht vermehrt darauf achten, den Frieden in den Mittelpunkt zu stellen…
Das ist bedauerlicherweise bisher noch nicht geschehen.
Stattdessen wurde über Krieg und Angst und die “bösen” Feinde gesprochen.
Wehmütig denke ich meine Schulzeit, als meine Lehrer sich vehement für den Frieden engagiert haben.
1981 haben Essener Lehrer und Erzieher einen Aufruf für Abrüstung und Frieden in der WAZ veröffentlicht.
Über 6oo Pädagogen haben sich öffentlich bekannt und unterschrieben.
Teilweise hat man sogar gemeinsam an den damaligen Ostermärschen teilgenommen.
Heute undenkbar.
Nein, nicht ganz.
Beim 1. Schülerstreik am 05.11.2025 habe ich tatsächlich Lehrer getroffen, die mit ihren Schülern zusammen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht auf die Straße gegangen sind.
Leider sind diese Schülerstreiks schnell okkupiert worden und das ursprüngliche “Nein zur Wehrpflicht” wurde zu “alerta alerta antifascista”.
Als Kind, das im sogenannten kalten Krieg aufgewachsen ist, spüre ich immer noch die geschürte Angst in mir.
Diese Angst zusammen mit den Erzählungen von den traumatischen Kriegserlebnissen und der anschließenden Flucht meiner Eltern und Großeltern lassen einzig und allein eine Antwort auf all das Säbelrasseln, Messerwetzen und Aufpeitschen zu:
NEIN, niemals. Ich verweigere meine Zustimmung.
Und ich werde auch nicht müde, Nein zu sagen und mich schützend vor mein Kind zu stellen, deshalb habe ich unter Pax Eirene einen Telegramkanal eröffnet, auf der Suche nach Gleichgesinnten.
Ich hatte sogar einige Bundestagsabgeordnete meiner Stadt angeschrieben und klar und deutlich mein Nein mitgeteilt, meine Kinder als Erfüllungsgehilfen für die meiner Meinung nach gescheiterte Politik des Dialogs und der Friedenswahrung zu missbrauchen.
Ein einziger schrieb zurück, mit Dank für meine offenen Worte, aber angesichts der sicherheitspolitischen Situation müsse man verteidigungsfähig werden.
Darauf antwortete ich, dass die Verantwortung für ein Gelingen im Miteinander der Staaten eigentlich den Regierungen obliegt und diese nicht ihren Nachwuchs, ihre Zukunft aufs Spiel setzen sollten, sondern selbst tätig werden.
Denn auch ein freiwilliger Soldat, der im Krieg umkommt, ist ein totes Kind irgendwelcher Eltern.
Und ich möchte nicht, nein, ich will nicht, dass irgendein Kind sein Leben verliert im Kampf für meinen Schutz und meine Sicherheit und meinen Wohlstand und meinen Frieden.
Wie ich schon im 1. Brief schrieb, sei es meine Aufgabe meine Kinder zu schützen und nicht umgekehrt.
Also sollten vielmehr die Verfechter einer Bundeswehr selbst den Dienst antreten und nicht ihre Kinder, denn diese sind das Kostbarste, was wir haben.
Ich bekam dann keine Antwort mehr.
Schweigen als Antwort für das Fehlen der Worte spricht Bände.
Ich verbleibe mit freundlichen und friedevollen Grüßen
Kirsten Hönig-Kuhn
11. Leserbrief
Hallo Herr Klöckner,
das ‘Lehrpersonal’ steht stramm wie bei Corona.
Wie bestellt so geliefert und null komma nichts aus den Katastrophen der Vergangenheit gelernt.
Henryk M. Broder hat 100% recht mit seinem Statement, leider.
Freundliche Grüsse,
Paul Sonne
12. Leserbrief
Liebes Team der Nachdenkseiten, lieber Marcus Klöckner,
vielen Dank für Ihren Artikel über die hohe Zahl von Propagandaoffizier-Auftritten der Bundeswehr an deutschen Schulen.
Sie haben das schon richtig herausgearbeitet: Eine Mehrheit auch der Lehrer teilt das über die Mainstreammedien verbreitete Propagandanarrativ vom Imperialisten und Feind Russland oder steht dem Thema mehr oder weniger gleichgültig gegenüber.
Lehrer sind hier nicht anders, als die meisten Menschen: Sie vertrauen nach wie vor den Systemmedien, wenn es darum geht, sich über Politik zu informieren, sie sind auch gerne mal hedonistisch unterwegs, pflegen ihre Hobbys, genießen das Leben, schauen sich im Kino Hollywood-Blockbuster an, hören Musik von Grönemeyer oder Coldplay und haben sicher auch familiäre Pflichten und Sorgen. Kurz: Es bleibt nicht viel Zeit übrig, um den allgemeinen Verblendungszusammenhang (Adorno) überhaupt erstmal zu erkennen, geschweige denn zu durchbrechen, auch bezogen auf das Thema Krieg, Feinbildaufbau, Kriegstüchtigkeit. Die Narrative sind so fest eingebrannt, werden immer wieder aufgefrischt und mit neuen “Belegen” untermauert. Weiterhin dieses ewige Gequatsche von “unserer Demokratie” und “unserer Art zu leben” – es ist wirklich nicht leicht dieser “Matrix” zu entkommen.
Auch bei mir hat es Jahre gedauert und war sogar von Zufällen geprägt, ehe ich bzgl. Russland/ Ukraine aber auch Venezuela, Weissrussland, Israel/ Palästina, Jugoslawien die Propaganda einigermaßen durchschaut habe. Bei Russland war der erste Initialschuss gar nicht primär politischer Art. Es war bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Andauernd wurde man in ARD und ZDF vor den Sportevents darauf hingewiesen, dass man bloß nicht auf “Putins Propaganda” hereinfallen soll, die er über die Spiele weltweit verbreiten wolle. Einmal hat man in der deutschen Vorberichterstattung sogar das “Künstlerkollektiv” Pussy Riot (auf deutsch: Fotzen-Randale) auftreten lassen. Da ist mir die Hutschnur gerissen und ich hab` meine Frau gefragt, warum die TV-Macker den Russen ihre schöne Olympiade nicht gönnen.
Trotzdem hat es dann noch bis 2019/ 2020 gedauert, ehe ich richtig aufgewacht bin, da war ich schon 56 Jahre alt! 2019 war der Guaido-Putsch-Versuch in Venezuela und irgendwie merkte ich, dass an der Berichterstattung was faul war. Zufällig fand ich fast zeitgleich im Internet einen Videovortrag eines gewissen Daniele Gansers, eben über Venezuela. Das war ein wirklicher A-ha-Effekt: die USA stecken dahinter. 2020 waren Präsidentschaftswahlen in Weissrussland. Auch hier kam mir die Berichterstattung schon während des Wahlkampfes komisch vor, auch das in Deutschland alle Medien, wie auf ein Zeichen, unisono und gleichzeitig das Wording Belarus einführten. Als dann der Versuch der Farbrevolution am Wahlabend gestartet wurde, tippte ich, schon ganz verzweifelt, bei Google ein: Was ist bloß in Weissrussland los? So fand ich den Anti-Spiegel von Thomas Röper und kurze Zeit später auch die Nachdenkseiten, aber wie viele Lebensjahre hatte ich da schon auf dem Buckel!
Solche “Aufwach-Biografien” und Lagebeschreibungen bei den Lehrern könnten entmutigend wirken. Das dürfen sie aber nicht – im Gegenteil! Die Menschen, die erkannt haben, dass Kriege nicht schicksalhaft vom Himmel fallen, sondern Ursachen und Vorgeschichten haben und auch schon in den kapitalistisch strukturierten Volkswirtschaften mit ihren entsprechenden politischen Überbauten (“Parlamentarische Demokratie”) angelegt sind, haben die moralische Pflicht ihre Stimme zu erheben, aufzuklären und Alternativen anzubieten, auch wenn über diesem Kampf, denn ein solcher ist es ohne Zweifel, das Schicksal des Umsonst stehen könnte. Und wenn man das nicht schafft (keine Zeit, kein Talent, Angst anzuecken bei Obrigkeiten etc.) so kann man zumindest die Nachdenkseiten, den Anti-Spiegel, das Portal Manova oder auch RT-DE u.v.a. weiterempfehlen.
Peter Werner
13. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner, liebes NDS Team,
was wäre denn, wenn als Fall 4 inzwischen die Lehrerausbildung wieder Duckmäuser hervorbringt?
Spätestens mit dem WK I führten die Militärs diese barbarische Kriegsführung auch in Europa – in der „Strategie“ gegen die Kolonien war diese Menschenverachtung (“Wir kämpfen gegen menschliche Tiere und handeln entsprechend“) schon längst Teil der Menschentötung unserer „höherstehenden Zivilisation“.
Mit dem WK II wurden pauschal „Die Slawen“, „Die Russen“ oder „Die Juden“ und später „Die Deutschen“ zu quasi Tieren erklärt.
In der alltäglichen Politik werden wir inzwischen so unglaublich häufig belogen, weil die Wahrheit und die Realität hinter dem Begriff >„Verschwörungstheorie“, „Umstritten“, „Kontrovers“, „Querdenker“-Szene, „Antisemit“< verschlossen werden muss, um jedem das exakte Gegenteil der dreisten unglaubwürdigen unrealistischen Münchhausener Kriegslügen einzuprügeln. Ob Bomben auf Hamburg, Dresden, England oder Japan, Vietnam (in die Steinzeit mit Napalm, „Agent Orange“, Giftgas), Korea, Kongo, Chile, Irak, Afghanistan, jetzt Iran, Gaza, Libanon – immer wieder sehen und lesen wir über Kriegsverbrechen, über Ermordungen von Babys, Kinder, Jugendliche, Frauen, Männer, Alte, Kranke! Ekel gegen diese Gräuel, gegen diese Verbrechen – ob vollzogen von „ausgezeichneten“ Soldaten, den Experten, oder „belohnten Hilfskräften“ (UCK, Siedler etc.) Menschenhassern – unterbleibt – unterbleibt „aus Gründen“. Darf eine skrupellose Regierung die nachfolgende, junge Generation töten, bzw. töten lassen? Darf „Der Staat“ seine Staatsbürger so "liebend gerne" in den sicheren Tod schicken; und sei es „nur zu seiner Verteidigung“? Darf der Krieg erzwungen werden, um dieses „noch nicht angegriffene Land“ „ab 5:45“ zu verteidigen? Wir „im freien Westen“ haben es gelernt zu Gendern, Kulturelle Aneignung zu verabscheuen und gleichzeitig die eigenen Barbareien zu ignorieren. Orwell : „Aber was mich damals beeindruckt hat und mich seitdem beeindruckt hat, ist, dass Grausamkeiten nur aus Gründen der politischen Vorliebe geglaubt oder ungläubig werden. Jeder glaubt an die Grausamkeiten des Feindes und glaubt an die seiner eigenen Seite, ohne sich jemals die Mühe zu machen, die Beweise zu untersuchen.“ Freuen wir uns also auf den WK III Mit freundlichen Grüßen R. Lerche
14. Leserbrief
Herr Klöckner erregt sich zurecht. Da er aber offenbar nicht als Pädagoge tätig war, ist ihm das Leben an der Schule aus Erwachsenensicht nicht in allen Einzelheiten bekannt. Es werden ja auch keine pikanten Details veröffentlicht – denn welche Kollegin und welcher Kollege traut sich schon die vielen kleinen Skandale, die mühsam unter den Teppichboden im Lehrerzimmer gekehrt werden, öffentlich zu machen? Immerhin würde dann dem „singenden“ Landesbediensteten der finanzielle Hahn zugedreht oder die Pension gestrichen, weil er offene Unbotmäßigkeit zeigt und gegen das Schweigegebot verstößt, was gern flexibel ausgelegt wird. Das heißt aber, die Kolleginnen und Kollegen hindert ihre verbeamtete Feigheit daran Zivilcourage zu zeigen. Nun ist das auch einleuchtend, wenn man einmal die Studie des Prof. Schaarschmidt von der Universität Potsdam zur Motivation des Lehrerberufs in Abhängigkeit von der Eignung betrachtet. Ein Drittel der Pädagogen wählen diese Tätigkeit nur wegen der Verbeamtung. Dieses Drittel müsste wegen ihrer Eignung zu diesem Beruf eigentlich von einem Gericht mit einer Bannmeile bei Androhung einer Gefängnisstrafe im Falle der Zuwiderhandlung belegt werden, sollten sie sich einer Schule nähern. Das zweite Drittel, darunter befinden sich naturgemäß mehr Kolleginnen, ergreifen den Beruf, weil die Eltern diesen auch ausgeübt haben und man Schwangerschaft und Erziehungszeiten so organisieren kann, dass sie durch gezielte Mutterschaften in zehn Jahren nur etwa 30% der Zeit davon unterrichten müssen. Die Stelle bleibt blockiert und kann dann wieder problemlos durch ein „Dienstantrittsformular“ bis zum nächsten Anlass dafür sorgen, dass „einem zu Hause nicht die Decke auf den Kopf fällt“. Die Vertretungen besorgen die Kollegen. Das letzte Drittel, die Gekniffenen, haben den Beruf als eine Lebensversicherung gegen das Altern und wegen nie aufkommender Langeweile ergriffen. Ohne Schülerinnen und Schülern fehlt ihnen ein wichtiger Teil der Lebensqualität, dafür müssen sie auch den Ärger mit Eltern, Schulleitungen und der Dienstaufsicht in Kauf nehmen. Diese Minderheit sieht sich aber einer Mehrheit von Opportunisten gegenüber. Wie kommt es dazu, dass sich aus einst motivierten, geistig unabhängigen Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen glatte, devote und nach unten tretende Pauker entwickeln?
Der Staat, vertreten durch die Länder, hat dazu ähnlich wie bei der Bundeswehr oder der ehemaligen NVA ein „Ausbildungsprogramm“ ersonnen. Es dient allein dazu, das Rückgrat der Lehramtsbewerber, militärisch bezeichnet man sie als Rekruten, zu brechen. Wer das zweite Staatsexamen erreichen will, muss lernen sich unterzuordnen, freudig seinen Pflichten nachkommen und die Schulleitung als ein „höheres Wesen, das wir verehren“ (nach Bur-Malottke) zu preisen. Widerspenstige werden nie befördert, erhalten zusätzliche Aufgaben, die niemand anders ausführen möchte und gelten als „Nestbeschmutzer“. Angesichts der Tatsache, dass die Lehrerausbildung eine Einbahnstraße mit sehr wenig Karrierechancen ist, sorgt schon der Druck bei einem Verlust des Arbeitsplatzes dafür, dass der „Vernünftige“ sein Verhalten der Struktur anpasst. Diese Struktur ist fast militärischer Art.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass es keinen Widerspruch seitens der Kollegen gibt. Man nimmt es hin, muckert gegenüber Freunden gegen die Weisungen von oben, aber es ist halt die Dienstpflicht, die schwerer wiegt. Man zieht sich darauf zurück, dass die Bundeswehr ja eine reine Verteidigungsarmee ist, obgleich eher die Verteidigung in dem Wachstum der Dividenden der Rüstungsindustrie besteht, und diese nun einmal Kriege braucht wie die Luft zum Atmen. Das wird den Schülern aber aus Feigheit und Obrigkeitshörigkeit, eine typische Lehrertugend, verschwiegen. Deshalb ist auch die ehemals wichtige Pflichtlektüre von Wolfgang Borchert längst aus den Lehrplänen verschwunden. Die Schulleitungen sind der Sandwichbelag zwischen renitenten Eltern und der oberen Schulbehörde. Um seine Ruhe zu haben, muss die Schulleiterin oder Schulleiter alles ausmerzen, was zu Konflikten führen könnte, die in der Lokalpresse ein schlechtes Licht auf die Schule werfen könnten. Da nun die Medien sich aber als erste Frontkämpfer gegen die Barbarei, sprich Russland, fühlen, die unermüdlich zum Angriff trompeten, solange ihre Schreiberlinge im sicheren Bunker sitzen, kann es sich keine Schule leisten mit lumpenpazifistischen Aktionen aufzuwarten. Gleichgültig wie viele Tafeln und Aufkleber im Schuleingang den Besucher begrüßen. Besonders attraktiv: „Schule ohne Gewalt“, „Schule für alle Nationen“, oder etwas geschlechtsspezifischer: „Zertifizierte Schule ohne Stehpinkler“. „Drogenfrei“ ist schon problematisch, denn wie will man den Konsum der „Kriegsdroge“ rechtfertigen?
Daraus ergibt sich die Frage: „Ist von deutschen Schulen, die sich auf Langemarck beriefen, am Volkstrauertag zu den Feiern am Kriegerdenkmal Spalier stehen und morgen den Schulsportplatz zum Robben, eine Wand und einen Graben für Hindernislauf mit Gepäck samt Ausbildungsoffizier stolz präsentieren werden, etwa eine Erziehung zur gewaltlosen Konfliktlösung, zu einem angemessenen Verhalten eines friedlichen demokratischen Staatsbürgers zu erwarten?
Dazu die Lektüreempfehlung: „Sagt Nein!“ (W. Borchert, 1923-1947)
Stephan Ebers
15. Leserbrief
Liebes Team der NDS,
dieses Problem treibt mich schon länger um. Dazu ein paar Gedanken, gültig für BW. Andere Bundesländer dürften ähnliche Schulgesetze haben:
Ich denke Lehrer, die da nicht mitmachen wollen haben einen knochigen Weg vor sich. Gleichzeitig sing hier die rechtlichen Möglichkeiten der Eltern beschrieben:
Für diese, Eltern und Lehrer, zählt das SchulG BW, hier gleich der § 1, der die Schule zur freiheitlich demokratischen Grundordnung verpflichtet (siehe friedensbetonende Präambel und Sinn unseres Grundgesetzes, welches aufgrund der Erfahrungen die Friedenspflicht betont).
Und jetzt der 6. Teil des SchulG BW.
Ab §55 ff. ist die Mitwirkung von Eltern und SMV geregelt.
„Die Schule fördert und unterstützt die Eltern bei der Wahrnehmung ihrer schulischen Elternrechte; …..“
Darin und in den weiteren §§ ist die Pflicht der Schule zur Zusammenarbeit mit Eltern und SMV betont. Hier sind die Eltern aufgefordert ihre Rechte zur Friedenserziehung einzufordern.
In § 56 SchulG BW ist die Klassenpflegschaft beschrieben:
„Außerdem sollen die Lehrer im Rahmen des Möglichen auf Fragen zu besonderen methodischen Problemen und Unterrichtsschwerpunkten zur Verfügung stehen.
(2) Bei Meinungsverschiedenheiten über Lernmittel, die nicht dem Zulassungsverfahren des Kultusministeriums unterliegen, kann die Klassenpflegschaft die Schulkonferenz anrufen.“
§ 57 SchulG BW beschreibt den Elternbeirat.
„Der Schulleiter unterrichtet den Elternbeirat über seine Rechte und Pflichten sowie alle Angelegenheiten, die für die Schule von allgemeiner Bedeutung sind, und erteilt die notwendigen Auskünfte. Der Elternbeirat soll gehört werden, bevor der Schulleiter Maßnahmen trifft, die für das Schulleben von allgemeiner Bedeutung sind.“
Insgesamt geht aus allem hervor, dass SMV und Eltern sehr viel Macht haben, so sie diese wollen!
„Das Recht und die Aufgabe, die Erziehungsarbeit der Schule zu fördern und mitzugestalten, nehmen die Eltern
1. in der Klassenpflegschaft,
2. in den Elternvertretungen und
3. in der Schulkonferenz
wahr.“
Allerdings sollten sich Lehrer und Eltern die rechtlichen Hintergründe, die Gesetze, erarbeiten. Es geht tatsächlich so weit, dass Eltern und Schüler das Schulkonzept, auch bauliche Gegebenheiten, mit der Schulleitung und dem Schulträger erarbeiten können. Es gibt Schulen in BW in denen Eltern und Schüler zusammen mit Schule und Schulträger ganze Schulen „umgekrempelt“ haben. Leider habe ich dazu nicht mehr den erforderlichen Verwaltungszugang. Darin waren Beispiele nachzulesen.
Und weiter, die ersten Sätze der KMK:
„Eltern und Schule tragen Verantwortung für die Bildung und Erziehung der Kinder
und Jugendlichen. Dieser Auftrag des Grundgesetzes kann nur in einer partner-schaftlichen Zusammenarbeit erfolgreich umgesetzt werden…
Elternmitwirkung gehört zur lebendigen Demokratie und zur Schule im Rechtsstaat.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Daraus ergibt sich beiderseits eine aktive Verpflich-
tung zur Zusammenarbeit im gegenseitigen Respekt…“
Und weiter:
„Eine wichtige Rolle bei der Zusammenarbeit spielen die Elternvertretungen und El-
ternverbände, insbesondere bei der Artikulation von Anliegen und Interessen.“
Es sind immer wieder die Eltern, welche die Aufgabe haben den Unterricht mitzugestalten.
Möglicherweise müssen sich Lehrer oder auch Eltern mit der GEW zusammensetzen (https://www.gew.de/mein-arbeitsplatz/schule/bundeswehr/einfluss-der-bundeswehr-an-schulen-zurueckdraengen).
Interessant in diesem Zusammenhang ist die Einbeziehung von Kriegsdienstverweigerern in den Unterricht. Bereits 1994/95 hat die SPD in BW angeregt diese miteinzubeziehen. Ich weiß nicht, ob und was daraus wurde.
Hier könnten sich Lehrer und Eltern weiter erkundigen:
– https://www.friedensbildung-bw.de/
– https://www.bildungsserver.de/elixier/elixier2_list.php?feldinhalt1=Kriegsdienstverweigerung&bool1
Es sind alles nur Anregungen. Was mir auch fehlt ist die rechtlich mögliche Weigerung der Lehrer Militär in den Unterricht zu nehmen.(https://www.philovernetzt.de/wp-content/uploads/2026/02/Baustein-2_Wann-darf-oder-soll-ich-verweigern-Erlaeuterungen.pdf).
Insgesamt zunächst ein steiniger Weg, der aber viel erreichen kann.
LG
Uwe Greiffenberger




