Leserbriefe zu „Wer den Abzug US-amerikanischer Truppen beklagt, hat offensichtlich den Überblick verloren“

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Albrecht Müller vertritt hier die Meinung, nach der die Kritik von Autoren in Texten und Artikeln wegen des potenziellen Abzugs US-amerikanischer Truppen angesichts der Länge der Präsenz alliierter Truppen nicht zu verstehen sei. Hingewiesen wird auf den Abzug der anderen Alliierten des Zweiten Weltkriegs. Aber die US-amerikanischen Truppen seien noch hier, verteilt auf mehrere Regionen und Orte in Deutschland. Länder und Völker, die Ziel US-amerikanischer Militärschläge werden, die über Militärbasen in Deutschland laufen oder gesteuert werden, seien „mit Recht nicht gut auf uns zu sprechen“. Fast zum Schluss folgt „noch eine persönliche Anmerkung: Viele Menschen in meiner Heimatstadt Heidelberg hätten sich nie vorstellen können, dass Heidelberg ‚überlebt‘, wenn ‚amis go home‘ Wirklichkeit wird“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante Zuschriften bekommen. Danke dafür. Hier folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Sehr geschätzter Albrecht Müller,

wenn sich zwei (in meinen Augen) anti- bzw. asoziale kapitalistische Politiker streiten, freut sich (in diesem Fall) der Dritte – nämlich ich :)

Danke Herr Merz!

Herzliche Grüße
Andreas Rommel


2. Leserbrief

Guten Tag,

den Überblick verloren, hat wohl der größte Teil, der jetzt klagenden Politiker und Journalisten, zu diesem Thema.

Gleich zu Anfang gilt es da genau hinzuschauen, von wo und welche Truppenteile abgezogen werden sollen.

Die für die amerikanische Militärstrategie wichtigen Stützpunkte und Basen, wie Ramstein, Spangen Dahlem, Büchel , Wiesbaden, Stuttgart und weitere, werden natürlich auf neustem Stand bleiben.

In einem vom Narrativ regelrecht herbei geredeten Spannungs- und Kriegsfall mit Russland wären das mit Sicherheit die ersten Ziele.

Also auf keinen Fall ein Sicherheitsgarant oder zum Vorteil für unser Land. Der Wirtschaftsfaktor dürfte eher gering sein und kann mit zivilen Investitionen ausgeglichen werden.

Darum ist der Abzug amerikanischer Soldaten ein Gewinn und eine Chance, endlich die wieder eröffnete Autobahn des kalten Krieges mit Russland, in eine Einbahnstraße Richtung Frieden umzuwandeln.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

Sie schreiben, dass von Bürgerinnen und Bürgern, von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Gemeinden, die US-amerikanische Truppen beherbergen, immer wieder der Einwand gegen den Abzug der Truppen kommen würde, ihre Präsenz sei wegen der damit verbundenen Kaufkraft wirtschaftlich wichtig für ihre Gemeinden”.

Diesen Einwand kenne ich und er ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen. Es betrifft nicht nur deutsche Zivilkräfte und lokale Handwerker, die bislang von der US-Armee bezahlt wurden, vor Ort fehlen auch die Konsumausgaben der US-Soldaten.

Warum denken diese Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Bürgermeisterversteher aber nicht weiter und hinterfragen die gigantische Aufrüstungsorgie, die unsere Regierung plant und das vor allem zu Lasten des Sozialstaates? Auch das schwächt volkswirtschaftlich die Kaufkraft oder wer will das bestreiten?

Lobbyisten der Rüstungsindustrie und Ökonomen, die von der Regierung bezahlt werden, werden an dieser Stelle sofort einwenden, dass die staatlichen Ausgaben für die militärische Aufrüstung auch Kaufkraft generieren. Volkswirtschaftlich macht es allerdings einen ganz großen Unterschied, ob der Staat Altenpfleger, Krankenschwestern, Erzieherinnen und Lehrer ausbildet und anständig bezahlt oder Kampfjet-Piloten, Panzerfahrer und Stabsoffiziere bei der Armee bzw. Bundeswehr. Man kann es noch einfacher formulieren: Volkswirtschaftlich macht es einen gewaltigen Unterschied, ob der Staat Kampfpanzer und Kampfdrohnen kauft oder Schulbücher und Straßenkehrmaschinen oder etwa nicht?

Der Deutsche Städtetag ist der Spitzenverband der Gemeinden/Städte. Warum wird das dort von keinem Oberbürgermeister oder Bürgermeister hinterfragt und kritisiert (Oberbürgermeisterinnen und Bürgermeisterinnen inklusive)?

Wer ist gegen eine Bundeswehr bzw. Armee, die der Verteidigung unseres Landes dient? Im Gegensatz zu manchen Politikerinnen und Politikern habe ich selbst Wehrdienst geleistet. Zu dieser Zeit wurde den Bürgern in Uniform (Bürgerinnen in Uniform gab es noch nicht) allerdings noch erzählt, der “Feind” stehe einen Meter hinter dem sogenannten “Eisernen Vorhang” und trägt einen Helm der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR.

Diese DDR gibt es nicht mehr, weil dieser “Russe” Michail Gorbatschow 1990 die russischen Truppen in der DDR abgezogen und sich in den Osten zurückgezogen hat. Der Warschauer Pakt, das Militärbündnis des Ostens, hat sich aufgelöst. Nach Osten ausgebreitet hat sich die “North Atlantic Treaty Organization” (NATO), das sogenannte “Verteidigungsbündnis” des Wertewestens. Das wird von der herrschenden Nomenklatura des Wertewestens aber vehement geleugnet oder sogar bestritten.

Diese deutsche Aufrüstungsorgie hat nichts mehr mit Verteidigung zu tun. Was kommt als Nächstes: Deutschland braucht einen großen Flugzeugträger, um “unsere Demokratie” und die “Freiheit Deutschlands” auch in der Nordsee, im Golf von Mexiko oder wo auch immer auf der Welt verteidigen zu können? Dafür müssen “wir alle” leider den Gürtel enger schnallen, bei den Arbeitslosen, Obdachlosen, Behinderten, Rentnerinnen/Rentnern, Kranken usw. kürzen bzw. “sparen” und die Mehrwertsteuer für alle Bürgerinnen und Bürger auf 22 Prozent erhöhen? Es würde mich nicht wundern.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Schmiedel


4. Leserbrief

Moin,

die US-Truppen würden nie vollständig verschwinden, zumindest inoffiziell nicht. Steht nicht in der Gießener Straße in Frankfurt am Main eine CIA-Zentrale? Könnte auch NSA sein, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Wie viele CIA-Basen existieren in der Ukraine? Daß es sie gibt, sollte mittlerweile als nachgewiesen gelten. Offiziell brauchen die USA keine Militärbasen in anderen Ländern, um Krieg zu führen. Außerdem haben sie ja noch die offiziell größte Militärbasis auf dem Terrain des ehemaligen Jugoslawien, das sie sich zuvor völkerrechtswidrig freigebombt haben, übrigens auch mit abgereicherter Uranmunition, die mittlerweile in fast jedem Krieg zum Einsatz zu kommen scheint.

Jedoch müssen die USA offiziell aus Deutschland raus, wenn gerade dieses, von der Geschichte schwer gebeutelte Land (auch die Finanzindustrie der USA verdienten am 2. Weltkrieg kräftig mit, genauso, wie sie das heute auch in der Ukraine tun) in einen weiteren Stellvertreterkrieg gegen Rußland geschickt werden soll. Dann wäre nämlich eine direkte Konfrontation der Atommächte USA & Rußland unvermeidlich, und damit der 3. Atom-Weltkrieg. Damit läßt sich jedoch weder einen Dollar noch einen Rubel verdienen. Also hält man die Kriege auf konventioneller Sparflamme. Dazu muß man zuerst die Basen räumen — nicht, daß die Russen doch noch einen Atomsprengkopf schicken und US-Soldaten dabei ums Leben kämen. Vielleicht haben auch die USA erkannt, wie perfide britische Militärstrategen mit 9 weiteren EU-Ländern gerade einen Angriffskrieg gegen Rußland vorbereiten [1], und wollen, wie es gegen den Iran wegen Israel geschehen ist, da auch nicht mit hinein gezogen werden.

Außerdem könnten die USA nach Artikel 5 NATO-Statuts sagen: “Sorry, Guys, but we cannot help you without own military bases in your country!” Irgend ein perfider Stratege wird sich da schon garantiert etwas einfallen lassen, wie man Deutschland noch weiter ruiniert & damit klein hält.

Die US-amerikanische Indoktrination seit Ende des 2. Weltkrieges, inklusive “chewing gum” und Hollywood-“Blockbuster”, welche die USA stets als integere Weltpolizei darstellen, die nur das Beste der Menschheit im Sinn hat, moralisch einwandfrei natürlich, hinterläßt tiefe Furchen in den Synapsen der deutschen Journalisten-Gehirne (aber auch nicht nur da: unterschwellige Propaganda wirkt hervorragend). Natürlich würden die USA durch ihre Netzwerke auch diesen Einfluß schwerlich aufgeben. Wie wäre es mit russischen “Blockbustern”? Anoushka FSB-007? Es ist schon schlimm genug, daß Militär & Waffen in nahezu allen Filmen omnipräsent sind. Wer wissen will, wie schlimm es werden kann, der schaut sich die Amazon-Serie “Scorpion” an: eine Gruppe von Hochintelligenten rettet in nahezu jeder Folge mit rasanten und autoritären Methoden den Planeten, natürlich unter der Ägide von US-Homeland Security. Wie wäre es mal mit einem kubanischen Helden, der die Welt rettet, indem er US-Spione zur Strecke brächte? Ja, ich weiß: undenkbar in unserer “westlichen” Welt. Aber so ticken die Menschen, weil sie tagtäglich von diesem Material berieselt werden. Daher verwundert es mich nicht, wenn jetzt Tränen vergossen werden, weil die USA, der große Held, die ja 27 Millionen Opfer im 2. Weltkrieg brachten, nur um uns zu retten…oh, ich muß woanders weiter machen, tut mir leid, keine Zeit mehr dafür.

Übrigens:
Wenn die Politik zu blöd ist, die Binnen-Nachfrage der Kaufkraft zu stimulieren, dann sollte sie das Feld für Menschen räumen, die dazu in der Lage sind. Solche klugen Menschen würden aber zuallererst sämtliche Wehretats und Kriegsgelder zurückrufen und in die staatliche Fürsorge sowie zivile Infrastruktur stecken, denn Rüstungsausgaben sind volkswirtschaftlich eine gefährliche Sackgasse.

Auf der anderen Seite kann der US-Truppen-Abzug aber auch eine Chance sein: vorausgesetzt, man schmeißt noch die Geheimdienste mit aus dem Land, so könnte man sich endlich für neutral erklären. Damit würde man das Fadenkreuz von seinem eigenen Bild nehmen.

Ach, das hätte ich noch fast vergessen:
Nehmt eure Atombomben mit. Die will hier niemand. Die können & dürfen wir ohne euer offizielles Militär eh nicht abschießen. Das wäre dann noch ein militärisches Ziel weniger in Deutschland, das uns näher an den nächsten Weltkrieg bringt.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger

Anmerkungen:

[1] tkp.at/2026/05/04/grossbritannien-plant-eine-neue-eskalation-gegen-russland/


5. Leserbrief

Liebe Freunde,

DEUTSCHE – wie Albrecht Müller – ohne Kontrolle der Amis machen Angst.

Gruß
Jens Gläßer


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