Leserbriefe zu „Verfassungsschutz: Du hast ‚Ostküste‘ gesagt, du Antisemit!“
Tobias Riegel kommentiert in diesem Beitrag eine neue Broschüre des deutschen Inlandsgeheimdienstes, dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV). Gewarnt werde vor versteckten Botschaften, die sich in „antisemitischen Codes und Chiffren“ verbergen würden. Einige der Begriffe sind beispielhaft aufgelistet worden. Die Auswahl der angeblich antisemitischen Begriffe und die jeweiligen Erläuterungen dazu müssten als bizarr bezeichnet werden. Das BfV betreibe mit seiner Broschüre eine weitere Demontage des Debattenraums. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe. Für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
ich habe mir die Mühe gemacht, mal in die Broschüre des Verfassungsschutzes rein zu schauen.
Es ist einfach nur lächerlich. So etwas kann man sich eigentlich gar nicht ausdenken. Sicherlich hat der israelische Botschafter in Deutschland daran mitgeschrieben.
Wenn man es richtig bedenkt, dann entlarven sich die Verfasser dieser Broschüre eigentlich als die waren Antisemiten, weil sie mit einem solchen Schwachsinn den Antisemitismus eigentlich fördern. Mehr Worte will ich für diesen Unsinn nicht verschwenden.
Ulrich Kleinecke
2. Leserbrief
Widerspruch, Herrn Riegel!
Sie schreiben:
„… , indem bereits die Erwähnung „kriminalisiert” wird. Das ist eine indirekte Form der Zensur.“
Nach meiner Auffassung ist das keine indirekte, sondern direkte Zensur.
Zur Abwehr solchen Blödsinns sollte man den Antrag stellen, folgende Sätze in die BfV-Liste aufzunehmen:
Wer „Antisemitismus“ durch alberne Vernebelungen banalisiert, ist ein gefährlicher antsemitischer Agent.
Wer das Existenzrecht von rechten Idioten leugnet, ist Verfassungsfeind.
Wer „Freiheit ist immer Freiheit des Andersdenkenden“ leugnet, ist Verfassungsfeind.
Wer das BfV einen Haufen rechter Dummköpfe nennt, ist wachsamer Demokrat.
Mit freundlichem Gruß
Bernhard Meyer
3. Leserbrief
Liebes Team der “Nachdenkseiten”,
im Außenbereich des “Hauses der Wannseekonferenz” in Berlin ist folgendes Zitat zu finden:
“Ich erlebe heute, dass jüdische Stimmen missbraucht werden, dass das Gedenken missbraucht wird. Ich erlebe, dass es ein Gedenken gibt, das sich der Erinnerung nur bedienen möchte, um den Staat zu inszenieren und unter Umständen gegen neue Außenseiter Stimmung zu machen.” (Leider ist mir der Autor nicht bekannt.)
Passend zur Broschüre des Verfassungsschutzes und dazu, wie mit dem Begriff “Antisemitismus” in unserer (deutschen) Gesellschaft missbräuchlich Stimmung gemacht wird…
Mit freundlichen Grüßen
Hagen Ludwig
4. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
Würde mich der Verfassungsschutz auch als „Antisemit“ bezeichnen, wenn ich den Namen „Henry Ford“ benutze?
Immerhin war Henry Ford der Herausgeber des Buches:
Der internationale Jude
Ein Weltproblem
Das erste amerikanische Buch über die Judenfrage
Herausgegeben von Henry Ford
In´s Deutsche übertragen von Paul Lehmann
Hammer-Verlag Leipzig 1922
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Marson
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