Leserbriefe zu „Nachrichtensender n-tv und die „Bedrohung durch Russland“: Politische „Wahrheit“ wird zur Medienwahrheit“
In dieser Kurzanalyse diskutiert Marcus Klöckner über den Artikel „Bundesministerium bereitet sich auf Verteidigungsfall vor“ des Nachrichtensenders n-tv. Darin enthalten sei der Satz „Die Bedrohung durch Russland wächst auch in Deutschland“, der im Indikativ formuliert sei. Beweise, harte Fakten biete der Artikel nicht. Eine kritische Distanz zu einem politisch hochgradig aufgeladenen Thema sei in der Aussage nicht zu erkennen. Der Artikel spiegele ein größeres Problem wider: „Es ist ja nicht so, dass eine solche Nachricht etwas Einmaliges ist. Die Nachrichten sind voll von Aussagen zur angeblichen Bedrohung durch Russland, die distanzlos fragwürdige politische Wahrheiten in einen unhinterfragten „Fakt“ verwandeln“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante E-Mails erhalten und bedanken uns dafür. Die nun folgende Auswahl der Leserbriefe hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.
1. Leserbrief
Sehr geschätzter Marcus Klöckner,
die globalistischen Eliten in Politik, Medien und Justiz, insbesondere in Deutschland, kreieren in “ihrer Demokratie” “ihre Wahrheit” die leider noch immer von der Bevölkerungsmehrheit geglaubt wird bzw. nicht kritisch hinterfragt wird! Das allein ist der Grund weshalb die noch immer weiter machen können!
Doch alles hat ein Ende! Bleibt nur die Frage mit wieviel Gewalt/Bösartigkeit sie dieses Ende versuchen hinauszuzögern bzw. versuchen zu verhindern – denn dazu scheint denen jedes Mittel recht zu sein!
Es ist im Grunde so banal!
Herzliche Grüße
Andreas Rommel
2. Leserbrief
Die angebliche “Bedrohung durch Russland” wird nicht nur mit dem von Marcus Klöckner besprochenen ntv-Beitrag propagiert, sie ist heute (24.08.2026) medial omnipräsent. Meine Lokalzeitung hat einen dpa-Artikel mit der Überschrift “Mehrheit der Deutschen besorgt wegen Sprengstoff-Drohne” veröffentlicht, den die Suchmaschine genau so unter dieser Überschrift – meist ohne Abo-Barriere – in sämtlichen Medien wiederfindet.
Bei diesem dpa-Artikel handelt es sich um die Darstellung eines Umfrageergebnisses zu dem Leipziger Drohnenvorfall, das durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der dpa ermittelt wurde. Alles klar: Wenn es zuwenig vom “passenden” Nachrichtenstoff gibt, dann bastelt man sich selbst welchen!
Dr. Susanne Eckstein
3. Leserbrief
Guten Tag,
getrost kann man hier von journalistischen Brandstiftern und den entsprechenden Redaktionen sprechen.
Wer die Geldgeber und Finanzierer dieses seriös klingenden Nachrichtensenders sind, ist bekannt. Doch eine politische Sichtweise oder ein bestimmtes Narrativ zu übernehmen und anschließend öffentlich zu verbreiten, bedeutet noch lange nicht, der Wahrheit verpflichtet zu sein. Gerade in Krisenzeiten kann eine solche Form der Berichterstattung durchaus als Propaganda verstanden werden.
Mit klarem Blick auf die journalistischen Akteure, die stets bemüht sind, ein adrettes und kompetentes Bild abzugeben, sowie auf die von ihnen präsentierten Experten entsteht schnell der Eindruck, dass politische Deutungen zur vermeintlichen Medienwahrheit werden. Distanz und kritische Analyse scheinen dabei auf der Strecke zu bleiben.
Wer ehrliche, ausgewogene und objektive Informationen sucht, ist daher auch bei diesem Medium aus meiner Sicht schlecht beraten.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
4. Leserbrief
“Russland-Bedrohung” an sich stellt eine größere Gefahr dar als Russland selbst. Unter dem Vorwand dieser Bedrohung haben die meisten EU-Länder in den letzten Jahren damit begonnen, ihre militärische Stärke auszubauen und ihre Befugnisse der Sicherheitsdienste zu erweitern. Zwischen den Geheimdiensten der verschiedenen Länder herrscht stets ein Wettstreit, selbst ungeachtet politischer Bündnisse.
So haben beispielsweise Großbritannien und Frankreich uns schon immer ausspioniert. Unter dem Vorwand einer Bedrohung durch Russland intensivieren die Geheimdienste derzeit ihre nachrichtendienstlichen Aktivitäten noch weiter – und zwar bei weitem nicht nur gegen Russland. Die Reform der deutschen Geheimdienste ist ein weiteres Geschenk, das Anlass bietet, auch deren Befugnisse auszuweiten.
Jedes Land hat nach wie vor seine eigenen Interessen, und alle sind sich darüber im Klaren, dass der Krieg enden wird, aber die erweiterten Befugnisse und der Zugang zu Informationen werden bestehen bleiben. Und das sind sehr schlechte Nachrichten für die einfachen Bürger aller Länder. Der Wettstreit der Geheimdienste geht nicht ohne Überschreitung von Befugnissen vonstatten und schränkt letztendlich unsere Freiheiten ein.
Manfred Selke
5. Leserbrief
Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,
sehr geehrter Marcus Klöckner,
m.E. hätte man auch Nachrichtensender n-tv in Anführungszeichen setzen müssen.
Gelegentlich klicke ich auf yt Beiträge von n-tv an, in denen diese Sandra Navidi interviewt wird zum Zustand der USA.
Wer regelmäßig wie ich US-Nachrichten verfolgt, erfährt bei n-tv nicht wirklich was Neues,
auch nicht von einer klugen Frau wie S. Navidi.
So verhält es sich mittlerweile auch mit ‘arte’, wie die nachstehenden Beispiele aufzeigen:
Weder das eine noch das andere ist eine objektive Dokumentation frei jeglicher Propaganda.
Da werden weder der Putsch auf dem Maidan von 2014 noch die NATO-Osterweiterung hinreichend thematisiert, ganz nach dem Motto ” Russland, China und Iran ganz böse, der Westen gut”.
Ganz zu schweigen von den schlimmen Geheimdiensten des Ostens und der “guten und braven CIA”.
Ihrem Schlußsatz in Ihrem Artikel kann ich nur vollumfänglich zustimmen.
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Meiser
6. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner, sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team
Sie schreiben in dem Artikel u.a.:
„Dies ist eine der schwierigsten Situationen für Journalisten – denn schwere Konflikte zwischen Staaten, und erst recht Kriege, sind so von Propaganda und Manipulationen durchdrungen, wie sie von Interessen geleitet sind.
An dieser Stelle braucht es Journalisten, die in der Lage sind, Geheimdienstberichte kritisch zu dekonstruieren. Es braucht Redaktionen, die Aussagen der vorherrschenden Politik mit Distanz begegnen.
Was ist und was ist nicht? Das herauszufinden, ist Kernaufgabe von Journalisten. Je politischer und gesellschaftlich relevanter, umso dringlicher ist diese Aufgabe.“
Sie formulieren normativ und vorsichtig, indem sie den Journalisten keine Absicht unterstellen, sie lassen offen, ob es sich dabei vielleicht nur um Unvermögen, Nachlässigkeit oder Absicht handelt. Gewiss, solange man etwas nicht beweisen kann, ist es seriöser, dies offen zu lassen, auch wenn es kaum vorstellbar ist, dass so viel Propaganda nicht gewollt ist.
Ferner weisen Sie zu Recht darauf hin, dass Journalisten, indem Sie unkritisch Äußerungen von Politikern und vermeintlichen Experten zitieren, formal nicht die Unwahrheit berichten, auch wenn das, was diese sagen, nicht bewiesen ist. Durch die ständige unkritische Wiederholung wird beim Leser, Hörer und Zuschauer der Eindruck erweckt, dass die Inhalte der Politiker bzw. Expertenaussagen wahr wären, nicht zuletzt, weil die Aussagen ständig auf allen Kanälen unkritisch gesendet und unkritisch ständig wiederholt werden.
Nicht zuletzt deshalb ist der folgende Hinweis von Ihnen sehr ernst zu nehmen!
„Vorsicht ist beim Nachrichtenkonsum dringend geboten.“
Ihre Behauptung
„Ohne Bedrohung ergibt die gigantische Aufrüstung keinen Sinn.“
macht absolut Sinn. Ich möchte dem aber noch etwas hinzufügen. Wir erinnern uns, dass der US-Präsident von den NATO-Verbündeten gefordert hat, dasss diese 5% des BIPs ihrer Länder für Rüstung ausgeben müssen und diese dies bis auf Spanien alle umsetzen wollen bzw. müssen. Es könnte doch sein, dass die Abhängigkeit aller dieser Länder, wie auch immer diese Abhängigkeit im Detail aussehen mag, von den USA so groß ist, dass sie keine andere Wahl haben, als diesen Befehl umzusetzen, wenn sie ihren Ländern keinen gigantischen Schaden zufügen wollen. Diese vermeintliche Alternativlosigkeit diesbezüglich kann man den Bürgern nicht gut zumuten, weil dies bei diesen möglicherweise emotional massive negative Stimmungen gegen die USA auslösen würde und sie selbst als Marionetten der USA dastehen würden. Dass “man” beides gegebenenfalls vermeiden möchte, kann man gut nachvollziehen.
Man beachte den implizit und explizit bewusst gewählten Konjunktiv im letzten Absatz!
Fritz Gerhard
7. Leserbrief
Liebes Team,
angesichts Eures Artikels betreffend N-TV fiel mir dieser Artikel noch einmal ein: overton-magazin.de/hintergrund/wirtschaft/spannungsfall-2026/
„2025 wird wirtschaftlich ein schweres Jahr. Aber halten Sie durch – ab 2026 wird Deutschland auf Kriegswirtschaft umgestellt. Der Staat plant, den Spannungsfall auszurufen.“
Angesichts der berichteten Gerüchte (dritte Drohne in Leipzig, mutmasslich russisches Waffenlager in Brandenburg, hybride Bedrohung) und der heutigen Mitarbeiterversammlung bei VW halte ich den Bericht für glaubhaft.
Leider.
Schönen Gruß
Ingo H.
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