Leserbriefe zu „Krasse Kraftstoffpreise: So wendet die Politik gemäß des Amtseides Schaden von der Bevölkerung ab – oder nicht?“

Ein Artikel von:


Frank Blenz thematisiert in diesem Zwischenruf die Meldungen der eloquenten bürgerlichen Schreiber in den bundesdeutschen Redaktionsstuben über die steigenden Kraftstoffpreise. Im Gegensatz zu den weichgespülten Journalisten richte der ungebremste Wucher immensen Schaden bei den betroffenen Bürgern an. Es gehe jedoch noch schlimmer: Zynismus à la „dann sollen sie doch Kuchen essen“. Gefragt wird, ob steigende Benzinpreise als Mittel, Bürger zum Umstieg auf E-Autos zu bewegen, genutzt werden. Unser Autor weist außerdem darauf hin, dass z.B. Fragen, warum der essenzielle Energiesektor ein privat organisierter Energiemarkt sei, in der bürgerlichen Presse gar nicht erst gestellt würden. Die bürgerliche Regierung drehe an der Steuerschraube, um dann die Einnahmen für alles zu verwenden, nur nicht dafür, dass die Definition Bundesrepublik, ein Land der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, greife. Auch im neuen Jahr werde es in der freiheitlich-demokratischen Bundesrepublik keine freiheitlich-demokratische Erweckung geben. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken sehr herzlich für die interessanten Zuschriften hierzu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Sehr geehrte NachDenkSeiten,

was mir an dem Artikel von Frank Blenz besonders gefällt: dass er nicht die Symptome kritisiert, sondern den Zusammenhang zu unserem (neoliberalen) Gesellschaftssystem herstellt. Daran werden weder AfD noch BSW etwas ändern (wollen/können).

Doch, manche merken’s, aber nützen tut’s leider nichts!

Freundliche Grüße, und weiter so, Wolfgang Blendinger


2. Leserbrief

Lieber Herr Blenz, liebe Redaktion,

herzlichen Dank für Ihren kritischen Artikel. Er entlarvt die Unfähigkeit unserer Regierung, ihre Rücksichtslosigkeit und das Desinteresse an den Bedürfnissen und Wünschen der Mitbürger.

So sehen wir das Versagen der Verantwortlichen, sind aber mit unserem Einfluss bis auf die Wahlen hilflos. Demonstrationen und Appelle finden kein Interesse, im Gegenteil, Merz will seinen Kurs in den Abgrund stur fortsetzen.

Im Zusammenhang mit der so formulierten “Energiearmut” vermisse ich Aktivitäten der Staatenlenker in Richtung auf die amerikanische Regierung. Es ist mehr als höchste Zeit, dass sie Druck auf unsere Freunde in Washington ausüben, den unsäglichen unprovozierten, völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran zu beenden und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Humanitäre Gründe gibt es genug, das muss eigentlich nicht extra betont zu werden. Als Nebenprodukt dieses sinnlosen Krieges zerstört Trump die Weltwirtschaft mit nicht absehbaren Folgen. Wo bleiben Merz, Macron, Walpole und all die anderen Großkopfeten? Haben sie Schiss? Es wäre ihr Auftrag, entschieden einzuschreiten. Genauso ihre diplomatische Untätigkeit beim blutigen Ukrainekrieg, der weiter Opfer kostet und alle ruiniert.

Herzliche Grüße, Joachim Seffrin


3. Leserbrief

Liebe NDS-Redaktion,

Es wäre nun wirklich an der Zeit, die Kunst der Photosynthese zu erlernen. Aus technischer Sicht, sind Algen viel vollkommenere Lebewesen als wir (von wegen Krone der Schöpfung), verstehen sie es doch, die Photonen der Sonne direkt in Lebensenergie umzuwandeln.

Seit Milliarden Jahren – und ganz ohne Gehirn.

😀 Michael Wrazidlo


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Blenz,

die Regierung hat nicht das geringste Interesse daran, die Benzinpreise zu senken, da bis ca. 55% des Preises aus Abgaben und Steuern bestehen.

Manchmal ist die KI doch zu etwas gut, wenn man nur intensiv genug nachfragt.

Aussagen der KI:

Auf einen Liter Benzin (Super E10 / Super) fallen in Deutschland aktuell – 4 – in Worten – VIER – feste bzw. prozentuale staatliche Steuern und Abgaben an, die je nach Spritpreis über die Hälfte des Endpreises ausmachen.

Die Abgaben setzen sich wie folgt zusammen:

1. Energiesteuer (fester Cent-Betrag)

• 65,45 Cent pro Liter

Dies ist der größte und ein fixer Block (ehemals Mineralölsteuer).

Er bleibt immer gleich, egal ob der Benzinpreis steigt oder fällt.

Hinweis: Eine vorübergehende Entlastungssenkung („Tankrabatt“) im Frühjahr ist zum 30. Juni 2026 wieder ausgelaufen.

2. CO₂-Abgabe

(fester Cent-Betrag je nach Jahresstufe)

• ca. 14 bis 19 Cent pro Liter

Dieser Betrag ergibt sich aus dem nationalen Emissionshandel für Brennstoffe und steigt kalendarisch jährlich an, um den CO₂-Ausstoß zu verteuern.

3. Erdölbevorratungsabgabe (EBV)

• 0,27 Cent pro Liter

Ein minimaler, fester Betrag, der an den Erdölbevorratungsverband fließt, um gesetzlich vorgeschriebene Krisenreserven an Rohöl und Kraftstoffen zu finanzieren.

4. Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer (prozentual) • 19 Prozent

Besonderheit:

Die Mehrwertsteuer wird als „Steuer auf die Steuer“ erhoben.

Der Kaskadeneffekt:

Das deutsche Steuerrecht erhebt die 19 % Mehrwertsteuer erst ganz am Schluss auf den kumulierten Bruttowert.

Das bedeutet, dass du als Verbraucher beim Tanken auch Mehrwertsteuer auf die

– Energiesteuer und die CO₂-Abgabe

bezahlst.

Von den – 35,91 Cent – Mehrwertsteuer entfallen allein 15,42 Cent auf die staatlich festgesetzten Abgaben (- Energiesteuer, – CO₂-Abgabe, – EBV) und nicht auf das eigentliche Benzin.

Steigt der Spritpreis an der Tankstelle, verdient der Staat über diesen prozentualen Anteil – automatisch mehr mit -.

Bei einem Zapfsäulenpreis von 2,249 Euro pro Liter Superbenzin (E10) gehen:

• Staatlicher Anteil (Fiskus):

Unabhängig von den Schwankungen innerhalb des CO₂-Korridors nimmt der Staat bei diesem Preis über die Energiesteuer und die Mehrwertsteuer mindestens 101,358 Cent ein.

Addiert man die CO₂-Abgabe (die ebenfalls an den Staat fließt) hinzu, liegt der gesamte Staatsanteil bei 114,551 Cent (50,93 %) bis maximal 116,988 Cent (52,02 %) des Tankstellenpreises.

Ich musste bei der KI zwar mehrmals nachfragen, damit sie eigene Rechenfehler korrigiert hat.

Aber das Grundprinzip war von Anfang an klar:

Der Staat verdient sich am Benzinpreis dusslig und dämlich.

Also warum sollte er was ändern.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Korcz


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