Die Rheinpfalz bringt heute an exponierter Stelle, rechts oben auf der ersten Seite, eine kurze Meldung auf der Basis eines afp-Beitrags. Siehe oben. In der Einleitung heißt es fett gedruckt: „Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine Einmischung Russlands in das Brexit–Votum von 2016 bestätigt und vor den Folgen russischer Einflussnahme auch auf die Politik in Deutschland gewarnt.“ Albrecht Müller.
Wenn man dann weiterliest und nach dem Beleg für diese Behauptung sucht, dann erfährt man, dass sich der britische Premierminister bei seinem Amtsantritt erkundigt habe, ob es eine Einmischung Russlands in das damalige Brexit–Referendum gegeben habe. Er habe die klare Antwort erhalten: Ja.– Für dieses „Ja“ liefert er keinen Beleg. Stattdessen lässt er verlauten, die Menschen seien nicht ausreichend über das „Ausmaß informiert worden, mit dem Leute den politischen Prozess aus dem Ausland zu stören versuchen“.
Angesichts dessen, was in Deutschland und Frankreich gerade passiert, müsse „Großbritannien deutlich machen, welche Folgen ein solcher ‚Bruch‘ in der Politik haben könne. Wählern in Deutschland und Frankreich müsse geholfen werden zu verstehen, dass einiges in der Politik von unseren Feinden angezettelt wird, namentlich Russland.“
Das ist unglaublich. Es ist unglaublich, was ein Premierminister von sich geben kann, ohne sein Ansehen zu ruinieren. Und es ist unglaublich, welchen Unsinn eine Zeitung drucken kann, noch dazu auf der ersten Seite. Russophobie hilft offensichtlich über alle Hürden hinweg.
Warum wir auf diesen Vorgang aufmerksam machen: Damit NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser darüber aufklären können, wie oft und systematisch gewisse Feindbilder gepflegt werden. Bitte weitersagen, bitte aufklären!
Titelbild: Rheinpfalz






