Hinweise des Tages

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  1. DGB: Zeitarbeit darf nicht zur Billigkonkurrenz werden
    Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt, dass etwa die Hälfte der neu geschaffenen Arbeitsplätze im Bereich der Zeitarbeit entstanden ist. Zeitarbeit darf sich jedoch nicht zur Billigkonkurrenz in den Einsatzbetrieben entwickeln. Deshalb müssen Betriebsräte darauf Einfluss nehmen, in welchem Umfang Zeitarbeitsbeschäftigte eingesetzt werden und welche Tarifverträge für sie angewendet werden sollen, fordert DGB-Tarifexperte Reinhard Dombre.
    Quelle: DGB [PDF – 80 KB]
  2. Wenn Arbeit arm macht
    5,80 Euro für die Sicherheit am Flughafen, 2 Euro für die Reinigung eines Hotelzimmers. Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Deutschland im so genannten Niedriglohnbereich beschäftigt – und arbeiten, ohne davon leben zu können.
    Quelle: FTD
  3. Tipp für alle, die Karl Kraus mögen: Der Vorfahr aller Blogger ist mit seinen 22 500 «Fackel»-Seiten jetzt online
    «Der Unsterbliche erlebt die Plage aller Zeiten.» So steht es 1909 in der «Fackel» von Karl Kraus, Heft Nr. 285, Seite 31. Und so ist es jetzt auch im Internet nachzulesen. Über «Fackel-Gate» und «Fackel-Server» gelangt der Inhaber eines kostenlos zu erwerbenden Passworts an ein schier unerschöpfliches Reservoir. 922 Ausgaben der von 1899 bis 1936 erschienenen Zeitschrift stehen dem Zugriff zur Verfügung. Das sind über 22 500 Seiten oder, um genau zu sein: 6 Millionen Wortformen.
    Quelle 1: NZZ
    Quelle 2: corpus1.aac.ac.at/fackel/
  4. Smart statt brutal: Die Tyrannen des 21. Jahrhunderts werden anders sein
    Während die starken Männer des 20. Jahrhunderts wie Hitler, Stalin und Saddam traditionelle religiöse Überzeugungen als Hindernis für ihre modernistischen Phantasien betrachteten, wird der autoritäre «CEO-Politiker» dazu tendieren, sich die Religion zu Dienste zu machen. In den USA deutet die Allianz von evangelikalem Christentum und Finanzkapital bereits in diese Richtung. Zukünftige Tyrannen werden nach wie vor jede Maske aufsetzen, um zum Erfolg zu kommen, aber wie immer sie auch aussehen werden, sie werden eher Richard Branson oder Donald Trump gleichen als Saddam Hussein.
    Quelle: NZZ
  5. Bertelsmann-Tochter für Steuererhebung und IT-Sektor in Ostengland verantwortlich
    Die Gütersloher Arvato AG hat im Oktober zahlreiche Verwaltungsprozesse bis hin zur Berechnung von Steuern und zum Zahlungseinzug sowie den IT-Sektor des „East Riding“-Kreises in Yorkshire im Rahmen einer Public Private Partnership (PPP) übernommen.
    Quelle: heise online
  6. Ein ziemlich dämlicher Kommentar der FR zu Jauchs Rückzieher von der ARD
    Für die ARD ist dies der größte anzunehmende Unfall. Erneut zeigt sich der Senderverbund unfähig zum entschlossenen gemeinsamen Vorgehen.
    Quelle: FR

    Anmerkung: Der Kommentar wird glücklicherweise durch den vom Kommentator Daland Segler selbst verfassten Bericht weitgehend widerlegt, in dem darauf hingewiesen wurde, dass Jauchs „journalistische Weste“ längst nicht mehr blütenrein sei. Er hatte von 1992 bis 1994 mehrere Beiträge des Filmfälschers Michael Born verantwortet und moderiert. „Man achtet in erster Linie darauf, ob eine Geschichte stimmig ist“, so offenbarte damals Jauch sein journalistisches Selbstverständnis.
    Warum solle also der Rückzieher von Jauch für die ARD ein GAU sein?
    Auch im übrigen Medienecho wird die ARD kritisiert, weil dort eine solche Millionenentscheidung in den Kontrollgremien diskutiert wird. Was ist das für ein Verständnis vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Sollen dort die Kontrollgremien alle Entscheidungen ihrer Macher einfach abnicken?
    Darin zeigt sich, dass in den Medien und über sie vermittelt in der Gesellschaft kaum noch ein Gefühl für demokratische Meinungsbildungsprozesse vorhanden zu sein scheint. In der der Demokratie entscheidet eben kein autoritärer Medien-Unternehmens-Führer über Fragen von grundsätzlicher Bedeutung nur nach dem Erfolg bei den Einschaltquoten.
    Es geht beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk eben (noch) nicht nur um das Einkaufen von Medienstars, sondern um die Erhaltung dieses Mediums als Faktor einer demokratischen und das heißt eben auch einer kritischen öffentlichen Meinungsbildung, und nicht nur darum, ob die gesendeten Geschichten „stimmig“ sind, d.h. mit dem Meinungsmainstream übereinstimmen.

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