Wenn Anne (W)will, dann kann sie … eine recht interessante Sendung abliefern …
Wenn Anne (W)will, dann kann sie … eine recht interessante Sendung abliefern …

Wenn Anne (W)will, dann kann sie … eine recht interessante Sendung abliefern …

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Im konkreten Fall gestern Abend über das Thema „Zwischen Höchstleistung und Überlastung – wann macht Arbeit krank?“ mit Sahra Wagenknecht, Thomas de Maizière (CDU), Katja Suding (FDP), Alexander Jorde und Klaus Lieb. Jorde ist Auszubildender in der Gesundheits- und Krankenpflege, außerdem Buchautor zum Thema Pflege, Professor Dr. Klaus Lieb ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Beide wussten wie auch Sahra Wagenknecht Einschlägiges zum Thema beizutragen. Warum die beiden anderen mit dabei waren, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Albrecht Müller.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Vermutlich sollte das der politischen Balance dienen. Sie mussten ein bisschen aushelfen, als von Jorde und Wagenknecht allzuviel Verständnis für die Lage der arbeitenden Menschen, für Krankenpfleger und Paketzusteller gezeigt und ihre Situation beschrieben wurde.

Interessant war dann auch, dass der junge Krankenpfleger an einem konkreten Fall des Klinikbetreibers Helios aufzeigte, welch ein Wahnsinn die Privatisierung von Krankenhäusern und die dort angepeilten Renditen darstellen. Ich persönlich kann diese Kritik nur unterstreichen, weil ich am Fall meiner verstorbenen Frau 2010 selbst erlebt habe, zu welchen Zuständen die Privatisierung von Kliniken kombiniert mit inhumanem Renditestreben führt. Hier hätten in der Sendung die Vertreter von CDU und FDP deutlich erkennbar auf die Anklagebank gehört. Vielleicht beim nächsten Mal.

Interessant war dann noch, dass sich im gleichen Kanal (ARD) , unterbrochen von den Tagesthemen, „Titel Thesen Temperamente“ (ttt) zum Einstieg der Sendung dem Thema Privatisierung städtischer Wohnungsbestände zuwendete.

Zwei Schwalben könnten vielleicht schon einen Sommer machen: Die Öffentlich-rechtlichen Sender könnten sich endlich mit sachlichen Analysen und mit eindeutiger Stoßrichtung dem Thema Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und Unternehmen zuwenden. Da sähe dann Frau Merkel und die CDU, die FDP und auch die Sozialdemokratie ganz schön alt aus. Speziell in Berlin käme dann auch die Linkspartei als gelegentlicher Privatisierungsförderer mit auf die Anklagebank und es würde übrigens dabei auch sichtbar, welchen Segen die andersdenkende Sahra Wagenknecht für die Linkspartei darstellte. Allerdings für sie persönlich Stress auslösend.

Das Thema Privatisierung öffentlicher Einrichtungen wäre auch deshalb von großem Interesse, weil ohne Rücksicht auf die bisherige Erfahrung diese Zuschusterei von Profiterzielungsmöglichkeiten an Private und große Finanzkonzerne zulasten der Allgemeinheit weiterläuft, zum Beispiel mit der Privatisierung des Schulwesens.

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