Leserbriefe zu „Gewerkschafter machen Front gegen Querdenker-Demonstranten. Zu den Corona-Abzocker-Milliardären schweigen sie“ von Albrecht Müller

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In diesem Artikel greift Albrecht Müller die Vorkommnisse rund um Jörg Reichel, Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalisten Union (dju)/Verdi, auf. Dieser wurde auf einer maßnahmenkritischen Demonstration körperlich attackiert, was strikt abzulehnen ist. Dennoch stellt sich die Frage, mit welchem Recht Jörg Reichel seine leitende Position bei einer Gewerkschaft missbraucht, pauschal alle maßnahmenkritischen Demonstranten, unter denen sich auch Gewerkschaftsmitglieder befinden, in der rechten Szene zu verorten. Wir haben Sie um Ihre Beobachtungen und Meinung gebeten und danken Ihnen für Ihre interessanten Zuschriften. Eine Auswahl zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


1. Leserbrief

Lieber Albrecht Müller, liebes nds-Team,

beim Lesen Ihres Artikels „Gewerkschafter machen Front gegen Querdenker-Demonstranten“ fiel mir Daniel J. Goldhagen ein, der mit seinem Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ Ende der 90er Jahre großes Aufsehen erregte. Wissend um den in weiten Teilen Europas und den USA allgemein verbreiteten Antisemitismus im 19./20. Jahrhundert, versucht Goldhagen in diesem Buch herauszufinden, warum speziell Deutschland unter den Nazis diesen totalen Vernichtungswillen gegenüber Juden ausbildete. Goldhagen ist der Ansicht, dass die üblichen, sozialpsychologischen Erklärungsversuche das Phänomen nicht hinreichend erklären. Seiner Meinung nach lag der Grund für diesen „eliminatorischen Antisemitismus“ in einer spezifisch deutschen Mentalität, einer für hetzerische Sündenbock-Agitation besonders empfänglichen Bevölkerung, die sich mehrheitlich, in selbstgerecht moralischer Überlegenheit wähnend, mit Eifer an der Ausgrenzung, Diffamierung und Ausrottung ihrer jüdischen Mitbürger beteiligte und deren Schicksal empathielos hinnahm.

Vor 25 Jahren fand ich Goldhagens These zwar sehr interessant, konnte mir aber nicht vorstellen, dass ein Mentalitätsvorwurf gegenüber einer ganzen Gesellschaft in dieser Pauschalität wirklich zutreffend sein könnte.

Vergleiche ich heute die Reaktionen der deutschen mit beispielsweise der französischen Bevölkerung, deren Gewerkschaften und anderen Organisationen auf die hüben wie drüben rigorose Coronapolitik, werden wesentliche Unterschiede deutlich. Und wieder zeigen viele der deutschen “Normalbürger” sowie deren politische Vertreter, Funktionäre, Medien und sonstige Organisationen ein sehr hässliches Gesicht. Hier nur drei Beispiele von vielen:

 

Frankreich Deutschland
Französische Gewerkschaften unterstützen Demonstrationen gegen Impfzwang und Kontrollwahn.
Die größte Gewerkschaft hat sich gegen den „Grünen Pass“ ausgesprochen.
In Krankenhäusern organisieren sich Streikbewegungen und die Eisenbahner verweigern die Kontrolle des „Gesundheitspasses“.
Wie in Albrecht Müllers Artikel beschrieben, werden deutsche Gewerkschaftsfunktionäre wie Jörg Reichel nicht müde, die Teilnehmer an Corona-Protesten aufs Übelste zu diffamieren.
Auch bei uns sehen viele in der Pflege Beschäftigte die Coronamaßnahmen kritisch, ihre Stimmen werden aber nur selten gehört und sie erhalten keinerlei Unterstützung seitens ihrer Berufsverbände.
Ich habe Videos gesehen, in denen französische Geimpfte darauf bestehen, dass die Impfentscheidung freiwillig bleibt und die Einführung eines Impfpasses ebenso kritisch sehen wie Ungeimpfte.
Viele Geimpfte zeigen sich solidarisch und gehen mit auf die Straße oder streiken. Auch Krankenhauspersonal und Feuerwehrleute.
Ich habe ein Video gesehen, in dem italienische Geimpfte aus Solidarität mit den Ungeimpften ihre Impfpässe verbrennen.
Besonders die Kommentarforen der „Alten Medien“ sind voll mit Hasstiraden von Geimpften, denen die Strafen für Ungeimpfte gar nicht drastisch genug sein können.
Wohl das Ergebnis der zahlreichen und widerwärtigen Hetzkampagnen in den ÖR-Medien und Zeitungen.
Die französische Antifa ist entsetzt über das Gebaren ihrer deutschen Pendants. Sie unterstützen die Gelbwesten und andere Corona-Maßnahmengegner, auch wenn sie in einigen Punkten nicht ihrer Meinung sind.
Die französische Antifa spricht sich gegen Maskenzwang, Zwangsimpfung und totale Überwachung per Gesundheitspass aus und geht mit den Corona-Protestlern auf die Straße.
Auch die Gelbwesten unterstützen die Maßnahmen-Proteste.
Die deutsche Antifa demonstriert regelmäßig gegen alle Proteste, die sich für die Wiederherstellung der Grundrechte und Beendigung der Corona-Maßnahmen einsetzen. Die deutschen Antifanten verleumden die Teilnehmer als Antisemiten und „rechtsoffen“, was immer das sein soll.
Ich wünschte, die Franzosen kämen nach Deutschland und geigten ihren faschistoiden deutschen „Kollegen“ mal gehörig die Meinung.

Auch manch andere, ehedem linke Gruppierungen driften in „Haltung“ und Gesinnung zunehmend ins Dubiose ab.

Habe ich mich damals geirrt und hat Daniel J. Goldhagen hat vielleicht doch recht?

Mit herzlichen Grüßen
G.B.

Nachbemerkung Albrecht Müller: Dem Text und vor allem der Gegenüberstellung hätten Quellen ganz gut getan. Außerdem sollten wir die Situation in Frankreich nicht beschönigen.


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

die Gewerkschaften, nicht nur verdi, sondern auch die IG Metall positionieren sich deutlich gegen die “Querdenker”, die Freiheitsbewegung u.ä., ganz im Sinne der Regierung.

Als Mitglied in der IG Metall und als Aktivist in der Freiheitsbewegung vermisse ich die inhaltliche Auseinandersetzung der Gewerkschaft mit Mitgliedern, die “Querdenker” o.ä. sind. Ich habe mehrfach versucht, hierzu eine Stellungnahme zu erhalten, aber keine Antwort bekommen. Die beitragseinnehmende Mitgliedschaft wird also wohlwollend zur Kenntnis genommen. Eine Beendigung der Mitgliedschaft aufgrund “falscher Gesinnung” konnte ich bisher noch nicht feststellen.

Eine Meinungsbildung auf Gewerkschaftsebene kann ich auch nicht auf der normalen investigativen Ebene entdecken, indem man mit allen Beteiligten spricht, sondern eben nur seine (selbsausgedachten?) Positionen postuliert. So werden Informationen transportiert, die wohl eher der Regierungspropaganda, denn der Realität entsprechen.

Eine Frage ist für mich auch, warum die Gewerkschaften meinen, sich hier positionieren zu müssen. Es geht um allgemeine Politik, die den Sinn der Gewerkschaften nicht tangiert. Es geht nämlich in den Betrieben darum, wie es den Beschäftigten möglich ist, ihrer Arbeit nachzugehen, auch unter den heutigen Umständen und damit ihre Beschäftigung zu sichern. Hier muss die Gewerkschaft unterstützen. Politische Themen machen auf dieser Ebene keinen Sinn.

Herzliche Grüße,
Andreas R. Barth


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller, liebes Team der Nachdenkseiten,

Ihr Beitrag „Gewerkschafter machen Front gegen Querdenker-Demonstranten. Zu den Corona-Abzocker-Milliardären schweigen sie“ hat mich sehr erschüttert, da es einerseits mein Bild über die Gewerkschaften immer mehr ins Wanken bringt und darüberhinausgehend, dass ich selber Zeuge von unfassbaren Aktionen von Gewerkschaftlern geworden bin und dass sich Aktionen von ehemaligen ver.di-Gewerkschaftlern und assoziierten Personen explizit gegen meine Person richteten!

Ich lebe seit mehreren Jahren in Darmstadt/Südhessen, bin aber ursprünglich in der DDR aufgewachsen und habe die Wende 1989 live miterlebt! Dabei war ich auch an Demonstrationen in meiner Heimatstadt beteiligt, wo wir Menschen- und Lichterketten bildeten. Seit März 2020 beschäftige ich mich aktiv an der Corona-Maßnahmen-Kritik, wobei mein Einstieg damals der rüde und beschämende Umgang der Öffentlich-Rechtlichen Medien mit Wolfgang Wodarg war. Seitdem war ich auf unzähligen Demonstrationen, habe Interviews und Vorträge geführt und organisiere eigene Veranstaltungen, um mit allen Menschen, egal ob Maßnahmen-Kritiker oder Maßnahmen-Befürworter, ins Gespräch zu kommen.

Seit letztem Jahr fiel dabei auf, dass viele Versammlungen bewusst gestört wurden und dass Personen erschienen, angeblich Antifa aber in meinen Augen Fake-Antifa bzw. Transatlantifa, die friedliche Teilnehmer anpöbelten, ihnen auflauerten und mit Beleidigungen und Diskriminierungen aufgefallen waren. Als in der DDR Aufgewachsenen haben mich derartige Verhaltensweisen sehr an die Stasi erinnert, wie man auch da versucht hat, kritische Gruppen zu zersetzen und Menschen einzuschüchtern.

Seit Anfang 2021 kann ich nachweisen, dass ein Großteil dieser Aktionen mit vom DGB und Teilen der Partei „Die Linke“ orchestriert und organisiert werden. Das geht so weit, dass am DGB-Gebäude mehrfach Banner aufgehangen wurden, auf dem Maßnahmenkritikern – in den Augen des DGB sind das natürlich alles nur Querdenker – für alle Menschen sichtbar Hetze vorgeworfen wird; im Mittelalter hätte man dazu „An den Pranger stellen“ gesagt! Diese Banner am DGB-Gebäude wurden parallel zu einer von Maßnahmen-Kritikern durchgeführten Schilderaktion aufgehängt, wobei paradoxerweise die Einzigen, die mit Hass und Hetze auffielen, der DGB und „Die Linke“ selber waren. Alle Schilder unserer Aktionen enthielten positive Botschaften und sollten zum Nachdenken anregen.

Spiegelt man aber die Reaktionen der DGB-Leute, was ein gängiges Mittel in der Psychologie ist, zeigte sich, dass seit Anbeginn ihrer Gegenaktionen von ihnen nur Negatives ausströmte, was in Hetze, Diffamierungen und Verächtlichmachungen gipfelte. Und diese in meinen Augen Stasi-Taktiken gehen so weit, dass auch gezielt Einzelpersonen verächtlich gemacht und offen denunziert und fast bedroht werden! So wie die Stasi andere Menschen bespitzelt hat, so werden nun auch aus mit dem DGB assoziierten Gruppen Menschen offen zur Bespitzelung und Überwachung freigegeben! Für mich als DDRler ist das ein ungeheuerlicher Vorgang, der in meinen Augen eigentlich eine unabhängige Aufarbeitung – in Form eines Untersuchungsausschusses – nach sich ziehen sollte, wie eine unabhängige und der Neutralität verpflichtete Organisation wie der DGB sich zu derart perfiden Taktiken hingeben kann, Taktiken die, man muss es ehrlich sagen, tlw. das Strafrecht in Form von Verleumdung (§187 StGB), üble Nachrede (§186 StGB) und Volksverhetzung (§130 StGB) tangieren.

Ich möchte damit natürlich nicht alle Gewerkschaftler über einen Kamm scheren, doch es hinterlässt einen für mich mehr als faden Beigeschmack, wenn sich der DGB und auch „Die Linke“ nachweislich offen für Big Pharma, Big Tech und Big Government einsetzen! Sie sind in meinen Augen Handlanger des Großkapitals und wenden geheimdienstliche Methoden an.

Ein weiterer negativer Vorfall betreffs des DGB, dessen Zeuge ich wurde, ereignete sich am 1. Mai in Weimar, was mich als ehemaligen „Die-Linke“-Wähler extrem erschütterte.

Wir waren am 1. Mai in Weimar und wollten zum Amtsgericht, um Rosen und Kerzen niederzulegen. Bis zum Amtsgericht kamen wir nicht, da die Polizei alles absperrte. Vor der Absperrung konnten wir aber Blumen und Kerzen hinlegen. Hundert Meter vor der Absperrung genau am Ernst-Thälmann-Denkmal fand eine Versammlung der Partei „Die Linke“ statt. Dass diese Veranstaltung überhaupt genehmigt wurde, war erstaunlich, da alle anderen Versammlungen, die für den Richter gedacht waren, verboten wurden. Auf dieser Versammlung kam es zu einem wesentlichen und in meinen Augen skandalösen Vorfall. Als an der Versammlung ein kleinerer Trupp von Menschen friedlich vorbeizog, um die Grundrechte einzufordern, wurden auf einmal aus der Versammlung heraus Rufe skandiert von einer Person, die mehrfach rief „Wir impfen euch alle!“ Meine Bekannte und ich riefen sofort in die Menge, dass das ein Skandal sei, dass von einer Versammlung der Partei „Die Linke“ offen zur Gewalt aufgerufen wird und dass das Ganze eindeutig faschistische Züge trägt. Als diese Person dies hörte, kam er sofort zu mir, griff mich verbal an und machte sich darüber lustig, warum ich mich über seine Äußerungen beschweren würde. Wir gifteten uns ein wenig an, da ich das eine Frechheit und einen Skandal sonders gleichen fand! Denn der Spruch „Wir impfen euch alle!“ ist von der Konnotation her ursprünglich ein Neonazi-Spruch -> „Wir kriegen euch alle!“, als die Neonazis früher Punks und Linke gejagt haben. Nun wurde dabei das Wort „kriegen“ durch „impfen“ ausgetauscht. Ich ließ dann von dem Mann ab, ohne genau zu wissen, um wen es sich dabei handelt.

In einem Video des Journalisten Martin Lejeune vom 01. Mai „Weiße Rosen niederlegen verboten vor dem Amtsgericht Weimar, aber DGB/Antifa Demo erlaubt 01.05.2021“ (aktueller Stand 11.08.2021 -> Zensur durch Youtube, die es auf den Status „Privat“ stuften und so für alle unzugänglich machten! / youtube.com/watch?v=WSYT1_s2cfo) zeigt er ab Minute 3:14:03 einen Mann mit schwarzen Sakko und roten T-Shirt, welcher die Rosen auf der Treppe entsorgt und in die Mülltüte schmeißt. Das jedoch ist exakt derselbe Mann, der auf der Veranstaltung der Partei „Die Linke“ mehrfach den Spruch „Wir impfen euch alle!“ gerufen hat. Und wer ist dieser Mann? Es ist der DGB-Gewerkschaftsfunktionär Michael Lemm vom DGB Thüringen!

martinlejeune.de/schaender-der-weissen-rosen-ist-dgb-gewerkschaftsfunktionaer/

Dieser DGB-Mann Michael Lemm fiel in Weimar einmal dadurch auf, dass er diesen Spruch „Wir impfen euch alle!“ skandierte und dass er die weißen Rosen entsorgte.

In dem Back-Up-Video „Schändung der weißen Rose. Weimar am 1.5.2021.“ können ab Minute 01:40 die Aktionen des Michael Lemm und assoziierter Fake Antifa „bewundert“ werden! In meinen Augen eine Unverfrorenheit sonders gleichen!

Damit kann gezeigt werden, dass solche fragwürdigen Aktionen von DGB-Leuten, ehemaligen ver.di-Mitarbeitern und anderen Gewerkschaftlern keine singulären Ereignisse sind, sondern dass dort Systematiken sichtbar werden.

Für mich als dem linken Lager zugeordnet und sehr an Politik und Geschichte Interessierten befremdet mich das ungemein, da ich vor Jahren selber auf Veranstaltungen beim DGB und attac war, wo es um Außenpolitik ging, und dass ich nun in Zeiten von Corona zum Feindbild dieser Gruppen geworden bin.

Mit freundlichen Grüßen
Torsten Miertsch


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,
liebe Redaktion der NachDenkSeiten,

auch ich stelle mir seit geraumer Zeit die Frage, ob ich in der Gewerkschaft bleiben oder austreten soll. Dass die Großkopferten in der Führungsetage eine, ich will es mal so formulieren: etwas andere Auffassung der Dinge haben als die Menschen an der Basis, in den Betrieben, ist bekannt und wird bei nicht allzu großen Diskrepanzen auch in der Regel toleriert. Was ver.di aber im Zuge der sogenannten “Corona-Krise” abzieht, ist bar jeden gewerkschaftlichen, sozialen und auch solidarischen Grundwertes.

Wenn man von einzelnen Funktionären wie Jörg Reichel einmal absieht, so zieht sich eine der Regierung wohlwollende Grundhaltung in Bezug auf die ganzen “Maßnahmen” vor allem durch die Funktionäre. Das fängt bei ganz banalen Dingen wie der Maskenpflicht an. In den Betrieben, aber auch auf Fortbildungsseminaren, wird vehement an diesem Unsinn fest gehalten und nicht einmal erörtert, ob es nicht auch andere, weniger harte Methoden und Wege gäbe, um das allgemeine Leben erträglicher zu machen. Es fehlt nur noch, dass eine Test- oder gar Impf-Pflicht von Gewerkschaften gefordert würde!

Hierfür will ich ein Beispiel nennen:
Im letzten Jahr, 2020, wollte ich im November auf einem Betriebsrat-Lehrgang (BR4) in Gladenbach teilnehmen. Alles war in trockenen Tüchern, inklusive Kostenübernahme. Nett und zuvorkommend, wie ich bin, habe ich das Bildungszentrum höflich darauf hingewiesen, dass ich über ein Maskenbefreiungs-Attest verfüge. Sofort und ohne weitere Diskussionen wurde mir der Lehrgang storniert! Als ich daraufhin nachfragte, was denn die Begründung sei, hieß es nur lapidar, dass Masken ja nur dann schützten, wenn sie alle trügen; Ausnahmen dürfe es dabei nicht geben (sic!).

Meine Hinweise, was dies für den Zusammenhalt, die stets propagierte Solidarität von Seiten der Gewerkschaften bedeutet, dass diese Haltung ihr schweren Schaden zufügen kann, wurde ignoriert, ebenso die Tatsachen der rechtlich sicheren Seite, etwa Ausnahmen von der Tragepflicht bei der hessischen Landesverordnung, aber auch sachlich-medizinisch fundiert, die alles andere als Positives in Bezug auf Maskentragen bescheinigen. Als ich mir rechtliche Schritte vorbehalten habe, kam prompt Post von einer ver.di-Anwältin. Man macht also gegenüber den eigenen Mitgliedern Druck, wenn sie nicht dem Mantra der Funktionäre zustimmen! Leider habe ich keinen Rechtsanwalt gefunden, der sich mit der Sache befasst, sonst hätte ich meine eigene Gewerkschaft verklagt. Das muss man sich einmal vorstellen: so weit ist es schon gekommen!

Wer erinnert sich noch an die sogenannte Lufthansa-Affäre eines Frank Bsirske? Wer so eng mit den Firmen verbandelt ist (Aufsichtsrat bei Lufthansa), deren Beschäftigten man gegen den Arbeitgeber schützen muss, hat ganz klar einen Interessenskonflikt. Vielleicht sollte man einmal die Interessenskonflikte der führenden Gewerkschafter recherchieren, mit welchen Firmen, Vorständen et cetera sie so alle verbandelt sind? Das wäre eine hehre Aufgabe für einen guten Journalisten.

Der Fisch stinkt vom Kopf her, und es tut mir jedes Mal in der Seele weh, wenn ich merke, dass die Interessen der Basis-Mitglieder von den eigenen Funktionären mit Füßen getreten werden. Was ein Herr Reichel da macht, ist bar jeder Vernunft. Er hat als Gewerkschafter auf ganzer Linie versagt und sollte sich in einem Ausschlussverfahren wiederfinden. Ich weiß zwar nicht, wie vieler Anträge es bedarf, aber wenn sich genügend ver.di-Mitglieder finden, dann bin ich mir sicher, dass er die längste Zeit Gewerkschafter gewesen ist. Wer öffentlichkeitswirksam im Namen der Gewerkschaft redliche Bürger und auch Gewerkschaftsmitglieder auf diese Weise pauschal diffamiert, der kann sich nicht seiner Verantwortung entziehen.

Reiner Fuellmich täte ein solches Verhalten der “controlled opposition” zuschreiben: der mutmaßliche Gegner der Gewerkschaften schleust eigene Agenten in Schlüsselpositionen ein, um mit konträren Aussagen & Taten die eigene Position zu schwächen, ja sogar, sie ad absurdum zu führen. Genau dieses Verhalten konnte man bei der Piraten-Partei erkennen, genau so ist es (meiner Ansicht nach) auch bei den Grünen, bei Die Linke sowieso, und bei dieBasis versucht man es aktuell, was aber auf heftigen Gegenwind stößt (zum Glück!).

Wenn klar erkennbar ist, dass Mitglieder, und vor allem Funktionäre, der eigenen Linie zuwider laufen und anfangen, die Grundwerte zu verraten, dann muss man ein Ausschlussverfahren gegen sie einleiten und erörtern, ob sie richtig sowohl auf dem Posten als auch innerhalb der Gewerkschaft sind. Es macht keinen Sinn, den Fuchs im Hühnerstall zu lassen, wenn man langfristig seine Hühner behalten will.

Haben Sie sich schon entschieden, ob Sie austreten? Ich hadere immer noch mit mir, denn auf der einen Seite braucht die Arbeiterschaft starke Gewerkschaften, um nicht wieder als Lohnsklaven herzuhalten, aber auf der anderen Seite kann ich keine Gewerkschaft unterstützen, die derart demokratiefeindlich agiert.

Mit solidarischen Grüßen,

Michael Schauberger
Bad Vilbel


5. Leserbrief

Lieber Albrecht Müller,

den Inhalt des Artikels kann ich großen Teilen nachvollziehen. Er verdeutlicht, dass die Medienkampagnen von Erfolg gekrönt sind. Auch dort werden im Kontext mit Querdenker-Demos immer nur die auch darunter befindlichen radikalen Gruppen dargestellt.Und das setzt sich in den meisten Köpfen fest, weil es an alternativer Darstellung fehlt. Auch ich selbst habe eine kritische Meinung zu den Corona-Maßnahmen. Man mag aber angesichts der Gewalt gar nicht daran teilnehmen. Auch so sehe ich mich schon Anfeindungen ausgesetzt. Welch traurigen Zustand haben herrschende Politik und Medien in diesem Land geschaffen. Ich erkenne es kaum wieder. Ich bin selbst weder radikal noch rechts, zudem ebenfalls Gewerkschaftsmitglied. Und ich erlebe auch vor Ort, wie die unsere Gewerkschaft seit Beginn der Pandemie abtaucht. Noch immer gibt es da wohl die Ansage von „oben“, möglichst auf Präsenz zu verzichten. Ja wo kommen wir denn dahin?

Herzlichst
Olaf Ueberheide


6. Leserbrief

Liebe NDS,

es ist bezeichnend, dass ein dju-Geschäftsführer und Verdi-Mitglied sich derart auf die Seite des Staates stellt. Diese Gewerkschaften sind doch mehr “gelb” als ” rot” und das mit System.

Passend dazu , der Thüringer Geschäftführer der gleichen Vereinigung stellt einem Flüchtigen ( Demo in Weimar ) ein Bein und betätigt sich da aktiv als Hilfspolizist. Dafür gibt es auch noch Rückendeckung vom Ministerpräsidenten, der “Linker” sein will. Also die “Werte” verschieben sich ganz extrem in diesem Land , Augen auf also sollte es heißen…

MfG Frank Weiß


7. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Müller,
die Gewerkschafter reihen sich nahtlos wie viele andere Institutionen in die Diffamierungskampagne der Medien ein. Wie diese Personen noch glaubhaft Wähler/Mitglieder/Beitragszahler anwerben wollen frage ich mich schon länger.

In Ihrem Artikel stellen Sie eine Frage, die ich Ihnen beantworten möchte: “Waren Sie auf Querdenker-Demonstrationen und können Sie die Behauptungen des dju/Verdi-Landesgeschäftsführers von Berlin bestätigen?”

Ich war zwar leider noch nicht auf den großen Demos in Berlin, allerdings war ich letztes Jahr im Oktober auf einer kleineren Demo in Oldenburg.

Ich habe dort mit sehr vielen Menschen gesprochen, ich war dort außerdem als Ordner unterwegs. Niemanden dieser Personen konnte ich irgendwie abgewinnen, er sei rechts oder rechtsextrem. Das waren sozusagen “Leute aus der Mitte der Gesellschaft”. Ich unterhielt mich sogar mit einem Juden, der eine Kippa trug. Der kann wohl kaum Antisemit sein. Allen Gesprächen konnte ich hauptsächlich die Unzufriedenheit gegenüber den Maßnahmen entnehmen und natürlich die Aussetzung diverser Grundrechte. Da war niemand, der gegen eine Gruppe Hass verbreitet hat.

Mir fiel bei dieser Sache sehr negativ auf, dass die Polizei sehr offensichtlich parteiisch war. Da wurden die Demonstranten von der örtlichen Antifa extrem beschimpft, so dass das in meinen Augen schon justiziabel war. Die beschimpfte Dame ging zu einem nur wenige Meter daneben stehenden Polizisten und meldete diesen verbalen Angriff. Der Polizist sagte nur, wenn es ihr nicht passt, solle sie woanders hingehen.

Es war ein Demozug durch die Oldenburger Innenstadt geplant, dieser wurde allerdings von der Polizei umgeleitet, die Gründe weiß ich bis heute nicht. Der Zug wurde in eine kleine Straße vor der Lambertikirche geführt, wo links und rechts Mitglieder der örtlichen Antifa aufgestellt waren. Als der Großteil des Zuges diese Straße passierte, wurde der Demozug für ca. 1 Stunde aufgehalten, um die Maskenpflicht zu kontrollieren. Währenddessen wurden natürlich die Demomitglieder der Querdenken-Demonstration von der Antifa beschimpft. Die Stimmung war entsprechend aggressiv aufgeladen, von Seiten der Querdenker gab es natürlich nachher auch erzürnte Reaktionen, aber es gab keine Anwendung von Gewalt. Auch hier fiel die Polizei mit atemberaubender Passivität auf.

Als sich dann der Demozug insgesamt vielleicht 100m bewegt hatte, war der Umzug durch die Polizei beendet worden. Als die Redner wieder zur Bühne gingen, wurde dann auch noch festgestellt, dass die Kabel der Lautsprecher und des Mikrofons durchgeschnitten wurden.

Als ich dann ein oder zwei Tage später einen Bericht der örtlichen Nord-West-Zeitung (NWZ) sah, verschlug es mir die Sprache. Im Bericht wurde über die Demo gesprochen, allerdings wurde kein Teilnehmer der Demonstration befragt, nur der verantwortliche Polizeichef, der zugleich mit einer Lüge auftrumpfte. Er sagte, die Maskenpflicht wurde im Großteil ignoriert. Das war deswegen gelogen, da ich als Ordner diese sogar kontrollieren musste. Damals haben alle Teilnehmer anstandslos die Maske übergezogen, die Leute mit einem Attest zeigten ihn vor und dann war es in Ordnung, das waren die wenigsten Personen.

Seitdem vertraue ich wirklich keinem Bericht irgendeines Mediums des “Mainstreams”, wenn es um die Demonstrationen geht. Eigentlich ist das gesamte Vertrauen in diese Medien verspielt.

Daher danke ich Ihnen für ihre wunderbare Arbeit.

Freundliche Grüße M.K.


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller,

ich war auf einigen Demonstrationen.

Teilweise wurden diese von Querdenken organisiert, teilweise auch nicht – wie z.B. an Pfingsten in Berlin. Aber das macht ja nichts. Alles was nicht regierungskonform ist, wird der Querdenker-Bewegung zugeordnet und weil es so praktisch und leicht zu merken ist: Querdenker = rechts

pfingsten-in-berlin.de/pressemitteilung

Die 1. Demonstration, die ich zu diesem Thema mitgemacht habe, war im August 2020 (ein unvergessenes Datum wegen der *Reichtagsstürmung* – bei der drei! Polizisten mit Schlagstöcken (nicht Feuerwaffen) die Erstürmung hunderter! Demonstranten verhinderten). Da an diesem Tag sehr viele Demonstrationen genehmigt und durchgeführt wurden, war ich bei diesem Ereignis nicht dabei, sondern bei der angemeldeten Demo von Querdenken.

Ich bin hin, weil ich sehen wollte, ob es sich bei den Demonstranten wirklich um lauter ‘Rechte und Nazis’ handelt, die mit den Maßnahmen und dem Umgang mit Corona nicht einverstanden sind. Ich war und bin damit nämlich auch nicht einverstanden, aber in meinem Umfeld, dass sich selbst als ‘Linke’ bezeichnet (wobei ich mittlerweile eine andere Definition dafür habe) wurde und wird ja die kleinste Äußerung eines Zweifels niedergemacht.

Im August 2020 habe ich dann vereinzelt Menschen (geschätzt ~ 3%) gesehen, die ich rein optisch eher zu der rechten Seite zählen würde (zum Glück haben wir alle ja kein Schubladendenken:-)) . Bei den anderen Teilnehmern kam die Erinnerung an Friedensdemo’s hoch. Auch mit Menschen von der Partei ‘die Linke’ hatte ich auf dieser Demo geredet. Sie erzählten, dass jetzt gerade z.B. Omas gegen Rechts (mit denen sie sonst gemeinsam demonstrierten) neben dran ‘Nazi raus’ schreien würden – sie meinten, es sei schon eine seltsame Situation.

Bei den anderen Demos hatte ich dieselben Eindrücke von friedlichen Menschen, allerdings sind mir (natürlich nur optisch) immer weniger Menschen aufgefallen, die ich in eine rechte Schublade stecken würde. Da ich nicht in der rechten Szene unterwegs bin, erkenne ich dort bekannte Personen allerdings nicht. Eigentlich hatte ich immer gedacht, das ist doch eher positiv, wenn man sich in diesem Personenkreis nicht auskennt – diese Einstellung scheint falsch zu sein, wenn man von den Medien usw. ausgeht.

Am 01.08.21 war ich ebenfalls in Berlin und habe – zum Glück – weder randalierende Demonstranten gesehen noch gewalttätige Polizisten. Ich war mit einer sehr großen Menschenmenge unterwegs, die aufgrund des Demonstrationsverbotes auf die Straße gegangen sind. An der Spitze habe ich weder einen Wagen noch Menschen mit Fahnen oder Megafon gesehen. Im Zug selber konnte ich einige Flaggen der Freien-Linken erkennen.

Zusammenfassend kann ich die Behauptungen des dju/Verdi-Landesgeschäftsführers wegen der Teilnehmer nicht bestätigen.

Mit freundlichen Grüßen

a.V.


9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Müller, Sie stellen folgende Frage:

Waren Sie auf Querdenker-Demonstrationen und können Sie die Behauptungen des dju/Verdi-Landesgeschäftsführers von Berlin bestätigen?

Ja, ich war am 1.8 in Berlin. Die Demonstration bzw. die Teilnehmer haben mich an die Friedensbewegung erinnert.

Er (Jörg Reichel, Anm. der Red.) war nicht einmal auf so einer Demo und pflegt gerne seine Feindbilder.

Anders kann ich mir so einen Unsinn nicht erklären, wie diesen Kommentar von dem Verdi Geschäftsführer.

Viele Grüße
L.M


10. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion der Nachdenkseiten,

im Anhang übersende ich Ihnen ein Bild, welches ich in der Lausitzer Rundschau vom 30.07.2021 auf Seite 3 fand. Im Zusammenhang mit der Begründung des Verbotes der Querdenker-Demonstrationen fiel mir spontan daneben stehender Satz ein. Könnte auch eine Meldung aus dem Postillion sein.

Gegen eine Veröffentlichung hätte ich nichts einzuwenden. Vielleicht haben Sie jemanden im Team, der es noch etwas besser hinbekommt.

Bleiben Sie weiter so standhaft.

Mit freundlichen Grüßen
Ronald Noack


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