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Hinweise des Tages

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  1. Marode Wasserleitungen als Renditeobjekt
    Thames Water: Warum RWE die Londoner Wasser- und Abwasseranlagen kaufte und nun schnell wieder abstoßen will.
    Quelle: JUNGE WELT
  2. Der Autominister
    Bis 2004 war Umweltminister Sigmar Gabriel Lobbyist. Für VW kümmerte er sich um die Interessen des Verbands europäischer Automobilhersteller, Acea. Ein großer Wunsch dieses Verbandes steht nun im Koalitionsvertrag – ausgehandelt von Gabriel.
    Quelle: taz
  3. Kritikloses Vertrauen in externe Berater auch bei der Deutschen Bahn?
    Die Deutsche Bahn lässt sich beim Verkauf eines Anteils an der Reederei Scandlines von der Investmentbank Morgan Stanley beraten. Für die Bundesregierung überwacht Morgan Stanley aber bereits die Geschäftsentwicklung bei der Bahn, hatte im vergangenen Jahr ein Gutachten zum geplanten Börsengang des Unternehmens erstellt und ist zudem in einem Banken-Konsortium für eine 800-Millionen-Dollar Anleihe der Bahn vertreten. Einen möglichen Interessenkonflikt will die Bahn dennoch nicht erkennen. Morgan Stanley habe sich „bei einer Präsentation mit dem besten Angebot gegen zehn bis zwölf andere Institute durchgesetzt.“
    Quelle: Nicht mehr erreichbar (07.07.2006)
  4. “Die Jobverlagerung wird überschätzt”
    Fragen an Dirk Schumacher, Deutschland-Volkswirt der US-Investmentbank Goldman Sachs: „Stimmt es, dass die deutsche Industrie in Heerscharen nach Osteuropa auswandert? Stimmt es, dass die Industrie in Deutschland dorthin verschwindet, dorthin, wo die Lohnkosten gering sind?“ Seine Antwort: “Nein.”
    Quelle: Manager-Magazin

    Kommentar: Trotz der für Investment-Banker wohl unvermeidlichen Forderung nach noch geringeren Unternehmenssteuern und längeren Arbeitszeiten ein lesenswertes Plädoyer gegen eine auf Lohnkosten reduzierte Sichtweise.

  5. Schröder und Gasprom
    Warum trat der Kanzler nach den von der SPD katastrophal verlorenen Landtagswahlen in NRW am 22. Mai nicht zurück? Robert Leicht weist darauf hin, dass Schröder dann keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, am 8. September 2005 als Bundeskanzler zusammen mit Präsident Putin das (zuvor noch nicht spruchreife) Pipeline-Projekt zu besiegeln.
    Quelle: TAGESSPIEGEL
  6. Ohne Briten geht es besser
    Was geht eigentlich noch mit den Briten? Die nüchterne Antwort: Zu wenig, um die Europäische Union voranzubringen. Deswegen sollte diese ihre Rechnung erst einmal ohne das Inselvolk machen.
    Quelle: sueddeutsche

    Kommentar: So neu sind nationale Egoismen gerade in Haushaltsfragen nicht. Erinnert sei nur an die Koppelung des Kohäsionsfonds mit der Osterweiterung durch die Regierung Aznar. In der Realität hat sich die nicht nur britische Vorstellung von der EU als einer erweiterten Freihandelszone durchgesetzt. Supranational geregelt bleiben der Wettbewerb und in einigen Ländern die Geldpolitik. Die Vorstellung der Linken, den Sozialstaat über die EU zu retten, ist eine Schimäre. Gerade die Eliten der neuen Beitrittsländer halten von Regulierungen in diesem Bereich nichts bzw. halten das alte Europa in dieser Hinsicht für „überholt“ und „rückständig“.

  7. Kontoabfragen treiben Kunden ins Ausland
    Die seit 1. April in Deutschland erlaubte Kontenabfrage durch Finanzämter und andere Behörden hat nach Angaben von Bankenverbänden zu einer verstärkten Kapitalflucht aus Deutschland geführt.
    Quelle: sueddeutsche

    Kommentar: Gegen Ende des Beitrags heißt es allerdings: „Laut dem Chef der Deutschen Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek, fließen jedes Jahr zehn Milliarden Euro von deutschen auf ausländische Konten und Depots. Ondracek hat allerdings keine Erkenntnisse, dass “sich diese Fluchtwelle zuletzt dramatisch verstärkt hat”.
    Er wirft den Bankenverbänden vor, bewusst Meldungen über den Kapitalabfluss zu lancieren, “weil sie die verstärkten Kontrollmöglichkeiten ablehnen”.“

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