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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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22. Dezember 2014
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Wie nationale Überheblichkeit gezüchtet wird. Beispiel Fußball.

Verantwortlich:

Wenn man als junger Mensch wohltuend erlebt hat, wie zahlreiche junge Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg in europäische Länder ausschwärmten und die Internationalität genossen, dann wundert man sich immer wieder über den in der politischen Debatte üblich gewordenen herablassenden Umgang mit unseren Nachbarn: Pleitegriechen, faule Südländer usw.. Gestern konnte man in der ARD-Übertragung des Fußballspiels der deutschen gegen die österreichische Mannschaft praktisch mit erleben, wie diese herablassende Haltung gezüchtet und gefördert wird. Als die österreichische Mannschaftsaufstellung bekannt gegeben wurde, wurde in Bild und Ton jeweils hinzugefügt, in welcher deutschen Bundesligamannschaft die österreichischen Spieler tätig sind. Eigentlich, so der Unterton, sind sie ja nur so gut, weil sie bei uns spielen. Von Albrecht Müller

In der ARD- Übertragung des Spiels selbst hieß es dann zum Beispiel über die österreichischen Spieler: „Christian Fuchs von Schalke“, oder: „der Bremer Arnautovic“, oder „der Bremer setzt sich durch“, gemeint war aber der österreichische Spieler. Oder: „Starkes Spiel vom Wolfsburger …“ Oder: „Der Mainzer …, und auch da waren zwei Österreicher gemeint.

Das war so penetrant, dass man davon ausgehen muss, dass die Sportredaktion der ARD bewusst und geplant diesen Unsinn betreibt, um das deutsche Überheblichkeitsgefühl zu fördern. Denn wo die österreichischen Spieler als Berufsspieler engagiert sind, war für das gestrige Spiel völlig unerheblich. Es wurde ja auch bei den deutschen Spielern nicht, jedenfalls nicht konsequent, dazu gesagt, wo die Kloses usw. beruflich tätig sind.

In anderen Medien übrigens die gleiche Methode, hier nur ein Beispiel aus der Rheinischen Post.

Man muss davon ausgehen, dass die Förderung dieser Überheblichkeit auch der Stabilisierung der politisch Herrschenden dienen soll. Wir sollen uns wohl fühlen, das ist die Basis des Wahlkampfes der Angela Merkel und ihrer Koalition.

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