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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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22. Dezember 2014
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„Die Vorsorgelüge“ von Holger Balodis und Dagmar Hühne – eine interessante und wichtige Bestandsaufnahme

Verantwortlich:

Man könnte unser Volk heute einteilen in eine große Gruppe von Menschen, die glauben, der demographische Wandel zwänge uns zur Veränderung des Systems der Altersvorsorge, die Privatvorsorge sei sozusagen zwingend, weil – wie jede und jeder wisse – künftig auf immer weniger arbeitsfähige Menschen immer mehr Alte kommen. – Dieser Gruppe, vermutlich die überwiegende Mehrheit in Deutschland, steht eine Minderheit der Ungläubigen gegenüber. Kopfschüttelnd und fassungslos. Albrecht Müller.

Sie sagen, Alterung gab es schon immer, im letzten Jahrhundert sogar beschleunigter als jetzt. Wegen der wachsenden Produktivität und wegen nicht genutzter Arbeitskräfte, die heute arbeitslos sind oder mit Teilzeit zufrieden sein müssen, werden wir mit der demographischen Verschiebung fertig, ohne dass eine der Gruppen, die Alten, die Arbeitsfähigen und die Kinder-Jugend-Generation, mit weniger auskommen muss. Und im Übrigen: Selbst wenn die Verschiebung der demographischen Verhältnisse gravierend wäre, wieso sollte dann die Privatisierung der Altersvorsorge eine Entlastung bringen? Private Altersvorsorge kostet mehr als die Sozialversicherung und ist unsicherer, wie sich jetzt bei der Finanzkrise wieder einmal gezeigt hat.
Trotzdem glauben unter dem Einfluss massiver Dauerpropaganda viele Menschen an die Notwendigkeit, auf das Kapitaldeckungsverfahren und die Privatvorsorge umzustellen.
Es ist deshalb gut, dass jetzt ein Buch erschienen ist, das auf anschauliche Weise klarmacht, dass die privaten Rentenversicherungen keinesfalls eine Lösung darstellen, sondern das Problem verschärfen:

Holger Balodis und Dagmar Hühne: „Die Vorsorgelüge. Wie Politik und private Rentenversicherungen uns in die Altersarmut treiben.“

Wer auf drei zählen konnte, wusste schon zu Beginn der Förderung der Privatvorsorge im Jahr 2002, dass sich diese Produkte, also die Riester-Rente und die Rürup-Rente, nicht rechnen können. Zu viel eingezahltes Geld der Sparer wird für Verwaltungskosten sowie für Werbung, Vertrieb und Provisionen der Finanzdienstleister aufgezehrt. Das verbliebene Geld muss höhere Renditen erwirtschaften. Das hat sich aber als Illusion erwiesen. Für mehr als 80 % der Beitragszahler sind die Wunderwerke von Walter Riester und Bert Rürup ein Verlustgeschäft.
Die Autoren Holger Balodis und Dagmar Hühne belegen mit Fakten und guten Beispielen, welchen Irrweg die verantwortlichen Politiker und Wissenschaftler, also die „Firma“ Allianz-Riester-Rürup-Schröder-Merkel-Maschmeyer-Pohl & Co. mit unseren Steuergeldern pflastern. Mit Milliarden Subventionen, genannt Förderung

Es gibt zumindest zwei Motive für die Lektüre dieses Buches:
Zum einen zur Klärung der eigenen Entscheidung für eine zusätzliche Altersvorsorge.
Zum anderen zur Klärung der Wahlentscheidung in spätestens einem Jahr und vorher auch zur innerparteilichen Willensbildung. Sie sollten sich daran beteiligen, wenn Sie Gelegenheit dazu haben. Bei der SPD zum Beispiel findet diese gerade statt.

Wenn Sie den einen der beiden Autoren, Holger Balodis, und seine Aussagen etwas besser kennen lernen wollen, hier folgen einige Links zu Medienauftritten des Autors:

“Fragen an den Autor” am 28. Oktober 2012 auf SR 2 KulturRadio.

Quelle 1: sr-online
Quelle 2: sr-online [Audio – mp3]

Kommentar im Politischen Feuilleton in D-Radio Kultur am 1.11.2012
Rolle Rückwärts in der Rentenpolitik. Die Rückkehr ins alte System wäre bezahlbar

Einige bibliografische Angaben:

Erschienen bei Econ Berlin 2012. 264 Seiten. 18 Euro.

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