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Hinweise des Tages

Veröffentlicht in: Hinweise des Tages

Hier finden Sie einen Überblick über interessante Beiträge aus anderen Medien und Veröffentlichungen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (AT/AM/WL/JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Christine Prayon: „Ich muss den Mächtigen die Hosen runterziehen“
  2. VW
  3. 80 Mal Hiroschima in der Eifel
  4. Flüchtlinge
  5. Russischer Anti-Terror-Kampf – Waffen und Gespräche
  6. The lenders are the real winners in Greece – Alexis Tsipras has been set up to fail
  7. Niedrige Inflation: Reallöhne steigen im Rekordtempo
  8. Datenanalyst: Mathefreaks im Glück
  9. „Echte Männer hängen nicht am Jobcenter ab“ – Gangsta-Rap und Neoliberalismus
  10. Freiheit für Rechtsaußen
  11. Wenn Kritik zur autoritären Besserwisserei wird – Pathos der Verschlechterung
  12. Der Kapitalismus ist pleite, wir dienen einem Toten
  13. General droht im Falle ernsthafter Demokratie in UK mit „Meuterei“
  14. Unser „Son of a Bitch“
  15. Schulen: Deutschland lässt seine Zukunft verrotten
  16. Buchbesprechung: Jens Berger – Der Kick des Geldes
  17. Oliver Welke erklärt TTIP und CETA
  18. Das Letzte: Rente mit 63? Das Rentenalter muss wieder steigen!

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Christine Prayon: „Ich muss den Mächtigen die Hosen runterziehen“
    Nicht die Islamisierung, die Prekarisierung des Abendlandes ist das Problem – sagt Christine Prayon und findet, Satire muss nicht alles, was sie darf….
    Natürlich ist die „heute-Show“ oft böse. Sie spart ja in ihrer Kritik nicht mal die Politik des eigenen Senders aus. Nichtsdestotrotz ist diese Kritik, die darüber hinaus auch in der „Anstalt“ stattfindet, einer weiteren ZDF-Sendung, doch im ZDF, wie man so sagt, „mit eingepreist“. Wer sich selbstironisch zeigt, darf sonst alles. Dem wird verziehen. Darin liegt auch eine Gefahr, denn man nimmt der in aller Öffentlichkeit geübten Kritik so durch die Hintertür doch wieder die Schärfe. Vielleicht weil man glaubt, dadurch irgendwie großzügig und entspannt zu erscheinen. In Wirklichkeit aber verwischt man so tatsächlich bestehende Interessensunterschiede und Grenzen…
    Wir haben Zeiten, in denen die Satire den Job des Journalisten übernehmen muss. Wer sich zum Beispiel „Die Anstalt“ anschaut, der bekommt dort schon Dinge erklärt, die er in den Mainstream-Medien nicht erklärt bekommt. Eigentlich ist das bedenklich. Da sollte man sich die Frage stellen: Welche Arbeit leistet der Journalismus nicht mehr, dass es so etwas dringend braucht?…
    Wenn die Medien relativ gleichförmig berichten oder in eine Richtung Propaganda betreiben, übernimmt das Kabarett zwangsläufig die Aufgabe des Qualitätsjournalismus und bohrt dort nach, wo Fragen entstehen, gibt Informationen, die anderswo nicht gegeben werden und übernimmt auch die Aufgabe der Opposition….
    Quelle: Tagesspiegel

    Anmerkung: Die gestrige Anstalt (wieder einmal hervorragend!) ist bereits in der ZDF-Mediathek abrufbar.

  2. VW
    1. Die Bundesregierung wusste von Abgas-Betrügereien
      Die Technik zur Motor-Manipulation ist in Berlin und Brüssel seit Langem bekannt. Das zeigt ein Papier aus dem Verkehrsministerium. Dass dennoch nichts geschah, halten die Grünen für einen Skandal.
      Der Bundesregierung ist seit Langem bekannt, dass Autohersteller bei Abgastests Abschalteinrichtungen benutzen können, wie sie Volkswagen in den USA manipulativ eingesetzt hat. Dies geht aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 28. Juli hervor, die der „Welt“ vorliegt.
      In dieser Anfrage sprachen die Grünen unter anderem das Problem von Abschalteinrichtungen an, die erkennen, ob ein Wagen im Test-Zyklus untersucht wird, und den Motor und damit die Emission herunterregeln. Auf diese Frage, die sich nicht speziell auf Benzin- oder Dieselmodelle bezog, antwortete die Bundesregierung, sie teile „die Auffassung der Europäischen Kommission, dass das Konzept zur Verhinderung von Abschalteinrichtungen sich in der Praxis bislang nicht umfänglich bewährt hat“.
      Dem Verkehrsministerium war also klar, dass es Abschalttechnik, im Fachjargon Zykluserkennung, gibt, wie sie nun in den USA bei VW entdeckt wurde und nach Angaben des Unternehmens in bis zu elf Millionen Diesel-Fahrzeugen weltweit eingebaut ist.
      Quelle: Welt Online

      Dazu: Manipulierte Dieselabgaswerte
      VW ist nicht der einzige Autobauer, dessen Autos auf dem Prüfstand sauberer sind als auf der Straße.
      Quelle: Frontal 21

    2. Teurer Sparzwang
      Wie konnte es zum Abgasskandal von Volkswagen in den USA kommen? Wohl auch durch hohen Kostendruck: So hätte ein nur minimal teureres Teil zumindest beim betroffenen Modell Jetta den Schadstoffausstoß entscheidend geminder […]
      „Ein größerer Filter beim Jetta hätte kaum Zusatzkosten verursacht“, sagte Abgas-Experte Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT) gegenüber manager-magazin.de. Mock rechnet mit Mehrkosten ab 100 Euro pro Fahrzeug, das mit besserer Abgastechnik ausgerüstet ist. Mock und der ICCT hatten den Abgasskandal mit eigenen Messungen mit ins Rollen gebracht. „Technisch ist es kein Problem, die Emissionsstandards einzuhalten“, sagt ICCT-Mann Mock. Volkswagen war für eine Stellungnahme dazu zunächst nicht zu erreichen.
      Die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) geht sogar nur von Mehrkosten in Höhe von 77 Euro für ein Mittelklassefahrzeug aus, das die höchsten europäischen Abgasstandards auf der Straße tatsächlich einhalten soll. Das hat sie in einem Bericht für die Europäische Kommission geschrieben, der manager-magazin.de vorliegt.
      Quelle: SPIEGEL Online

      Anmerkung JB: 77 Euro … in der Automobilbranche sind dies Unsummen. Dort werden jeden Tag bei der Entwicklung Kompromisse zwischen Sicherheit/Umwelt/Kundenzufriedenheit und Einkaufspreis geschlossen, bei denen es um die Nach-Komma-Stelle von Centbeträgen geht – beispielsweise wenn es um die Materialqualität oder die Stärke von Leitungen/Dichtungen/Kabel geht. In der Branche spricht man hier von einem Zielkonflikt. Ein Auto kann maximal sicher/umweltfreundlich/kundenfreunlich oder(!) preiswert sein; beides zusammen geht halt nicht und Kompromiss zugunsten des Preises sind vollkommen normal. Dabei orientieren sich die allermeisten deutschen Hersteller am Neuwagenkunden. Wenn also ein zu dünner Schlauch nach vier Jahren oder 150.000 Kilometer Laufleistung porös wird, ist das genau so einkalkuliert und könnte mit einem minimal höheren Materialeinsatz vermieden werden. Für den Hersteller geht es hier um einen kleinen Centbetrag. Für den Kunden bzw. den glücklichen Käufer des späteren Gebrauchtwagens bedeutet der poröse Schlauch jedoch unter Umständen einen Folgeschaden und Werkstattkosten im hohen drei- oder gar vierstelligen Bereich. Was den Kunden ärgert, freut jedoch den Konzern und seine Vertragswerkstätten. Mit der „deutschen Ingenieurskunst“ hat die heutige Automobilbranche nur noch in der PR zu tun, es regiert die globale „BWL-Kunst“. Nicht die Ingenieure, sondern die BWLer sind letztverantwortlich bei der Automobilkonstruktion. Auch bei den manipulierten Abgaswerten haben natürlich Ingenieure die Software entwickelt, beauftragt wurden sie jedoch von BWLern, denen es vor allem um Kostenersparnisse ging. Das hat übrigens auch weit über die Automobilbranche System. Das wissen wir alle, nur wollen uns wir uns das nicht eingestehen. Und wenn wieder einmal ein solcher „Skandal“ ans Licht kommt, tun wir alle so, als seien wir überrascht. Warum eigentlich?

    3. UBA-Präsidentin Krautzberger zu den Abgasmanipulationen bei VW
      Stickoxide machen Asthmatikern zu schaffen, können Pflanzen schädigen und tragen zur Versauerung der Böden bei. Die inzwischen eingeräumten Manipulationen an den Abgaswerten von VW-Fahrzeugen in den USA sind deshalb mehr als „nur“ ein Vertrauensverlust bei Kundinnen und Kunden. Hier die Statements von UBA-Präsidentin Maria Krautzberger.
      „In Deutschland lagen 2014 immerhin 62 Prozent der städtischen verkehrsnahen Messstellen über dem EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid. Die Emissionen aus Diesel-PKW haben daran einen erheblichen Anteil.“
      „Das Umweltbundesamt weist schon seit Ende der 1990er Jahre darauf hin, dass auch in Deutschland die realen Schadstoffemissionen höher sind als die Typprüfwerte, die auf dem Rollenprüfstand ermittelt wurden. Damit muss Schluss sein.“
      „Die USA sind bei der Emissionskontrolle – allen Manipulationen zum Trotz – schon weiter: Dort sind Manipulationen an der Abgasminderung der Pkw ausdrücklich verboten und können mit schweren Bußgeldern belegt werden. Europa muss hier nachbessern –und vor allem endlich die geplanten Real Drive Emission Tests mit anspruchsvollen Grenzwerten einführen. Deutschland muss sich bei den aktuellen Verhandlungen über die neuen Grenzwerte dafür aussprechen, dass diese nicht höher liegen als bei Messungen auf dem Prüfstand. Damit hätten wir zumindest für Neuwagen Grenz- und Prüfwerte die garantieren, dass die Emissionen in der Realität eingehalten werden und nicht nur im Labor.“
      „Die mögliche Dimension des Problems ist eigentlich viel größer: Wir reden ja nicht nur über die rund drei Millionen Fahrzeuge, die jedes Jahr neu auf den Markt kommen. Auch bei den rund 44 Millionen Autos im Bestand muss eine unabhängige Einrichtung fortlaufend sicherstellen, dass die Grenzwerte der Autos in der Praxis dauerhaft eingehalten werden. Teuer wäre das nicht: Wir rechnen damit, dass sich die Kontrollkosten durchschnittlich auf 50 Cent pro neu gekauftes Auto belaufen würden.“
      Quelle: Umweltbundesamt
  3. 80 Mal Hiroschima in der Eifel
    Die US-Luftwaffe und die Bundeswehr bereiten sich nach Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 nun konkret auf eine schon seit längerem geplante Modernisierung des Atomwaffenarsenals im rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel vor (Pentagon droht mit der Stationierung von mehr Atomwaffen in Europa). Bekräftigt wird damit die Nato-Politik der Nuklearen Teilhabe, in deren Rahmen Deutschland in einen atomaren Schlagabtausch verwickelt würde.
    Die Redaktion von Frontal 21 hat vor dem Hintergrund des Modernisierungsvorhabens US-Haushaltspläne gesichtet und dabei Posten gefunden, die auf konkrete Maßnahmen schließen lassen. Zugleich bestätigten Militärpolitiker der Großen Koalition parallele Baumaßnahmen der Bundeswehr in Büchel, wo das Taktische Luftwaffengeschwader 33 der deutschen Luftwaffe im Einsatz mit US-Atombomben geschult wird.
    Quelle: Telepolis

    Dazu: Stationierung neuer US-Atomwaffen in Deutschland
    Auf dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz beginnen in diesen Tagen die Vorbereitungen für die Stationierung neuer amerikanischer Atombomben. Das belegen US-Haushaltspläne, die Frontal21 vorliegen. Danach stehen im Haushalt der US-Luftwaffe ab dem dritten Quartal 2015 Gelder für die Integration des neuen Atombombensystems B61-12 auch in die deutschen Tornado-Jagdbomber bereit.
    Quelle: Frontal 21

  4. Flüchtlinge
    1. Hol Dir Deinen Syrer! Flüchtlinge als Spielball
      NATO, Sankt Angela, BILD und andere organisieren das globale Rattenrennen um die besten und billigsten Arbeitsplätze […]
      Wir müssen Flüchtlingen in ihrer Not helfen, aber dies ist nur dann wahrhaftig, wenn wir gleichzeitig dazu beitragen, die kriegerische und menschenrechtswidrige Politik zu beenden, die Menschen aus ihren Ländern vertreibt, während des Krieges und nach dem Krieg.
      Quelle: Werner Rügemer auf arbeitsunrecht.de
    2. Die Klimaflüchtlinge kommen: Das Leben der anderen ist armselig und kurz
      Die reichen Staaten sollten sich auf eine andere, gewaltige Flüchtlingsbewegung gefasst machen: die Klimaflüchtlinge. Deren Abweisung dürfte noch schwieriger werden. Die Grenze des Zumutbaren aber ist ein rechtliches und moralisches Dilemma.
      ls „Jahrhundert des Flüchtlings“ bezeichnete 1995 ein Bericht des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge das zwanzigste Jahrhundert. Heute wissen wir, dass es das 21. sein wird. Die gegenwärtige Flüchtlingskrise in Europa ist in Wahrheit keine Krise, keine akute Notlage, die man bewältigen und ad acta legen könnte. Sie ist Vorbote eines künftigen Zustands der Welt, der bleiben wird: eines Zeitalters erzwungener Migration, eines Jahrhunderts der Flüchtlinge. Kriege, Bürgerkriege, Naturkatastrophen und Armut wird es geben, wie es sie immer gab, und wie eh und je werden sie unzählige Menschen zum Verlassen ihrer Heimat nötigen. Aber ihr Anteil am Umfang der globalen Migration wird in den kommenden Jahrzehnten weit übertroffen werden vom Einfluss eines anderen Verursachers: dem des Klimawandels.
      Quelle: Reinhard Merkel in der FAZ
  5. Russischer Anti-Terror-Kampf – Waffen und Gespräche
    Russland arbeitet an seiner Anti-Terror-Koalition und erhält Unterstützung vom Iran. Ein iranischer Minister sprach in Moskau von einer Einheitsfront. Zudem verwendet das syrische Militär nach eigenen Angaben neue Militärjets aus Russland.
    Quelle: Tagesschau

    Anmerkung unseres Lesers Johannes K.: Dieser Artikel ist tatsächlich mal ein Beispiel dafür, wie objektive Berichterstattung sein kann, wie ich finde. Er ist informativ und differenziert, nur die Zwischenüberschrift, wonach Putin Netanyahu „beschwichtigt“ stört, aber, soviel ich weiß, werden die Überschriften nicht vom Autor des Artikels gemacht.

  6. The lenders are the real winners in Greece – Alexis Tsipras has been set up to fail
    The greatest winner is the troika itself. During the past five years, troika-authored bills made it through parliament on ultra-slim majorities, giving their authors sleepless nights. Now, the bills necessary to prop up the third bailout will pass with comfortable majorities, as Syriza is committed to them. Almost every opposition MP (with the exception of the communists of KKE and the Nazis of Golden Dawn) is also on board.
    Quelle: Yanis Varoufakis im Guardian
  7. Niedrige Inflation: Reallöhne steigen im Rekordtempo
    Arbeitnehmer in Deutschland konnten sich im zweiten Quartal deutlich mehr leisten: Die Reallöhne stiegen so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebungen. Am meisten profitieren davon geringfügig Beschäftigte.
    Die Reallöhne der Arbeitnehmer in Deutschland sind im zweiten Quartal 2015 so stark gestiegen wie nie seit Beginn der Erhebung 2008. Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterten sie zwischen April und Juni um 2,7 Prozent zum Vorjahresquartal. Das teilte das Statistische Bundesamt mit, das vierteljährlich die Verdienste in 40.500 Betrieben in der Industrie und im Dienstleistungsbereich erhebt.
    Da die Verbraucherpreise im Vergleich des zweiten Quartals 2014 mit dem zweiten Quartal 2015 nur um 0,5 Prozent zulegten, hatten die Beschäftigten real somit deutlich mehr Geld in der Tasche. Das schiebt den Konsum als Konjunkturstütze an. Die Nominallöhne stiegen demnach um 3,2 Prozent.
    Quelle: SPIEGEL

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Wie kann es sein bzw. was soll es bedeuten, daß die Erhebung (der Reallohnentwicklung???) erst im Jahr 2008 beginnt? Ist das praktisch für die schiefe Argumentation des SPIEGEL, weil er dann verschweigen kann, daß die Löhne von 2000 bis 2008 in einem fort gefallen sind oder bestenfalls stagniert haben? Und hat der SPIEGEL weiterhin kein Problem damit, daß die Inflationsrate ausgerechnet im Boom- und Wirtschaftswunderland Deutschland gerade mal 0,5% beträgt, also meilenweit von der Zielinflationsrate der EZB von 2% entfernt ist? Dabei sollte die deutsche Zielinflationsrate eigentlich deutlich über der Zielinflationsrate der EZB liegen (etwa bei 3%), damit diese im Eurozonen-Durchschnitt erreicht werden kann. Natürlich würde das Nominallohnsteigerungen von über 5% pro Jahr bedeuten, und nichts würde das neoliberale Kampfblatt mehr hassen als den „Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft“, der in Wirklichkeit so dringend notwendig ist. Es wundert mich, daß bei 3,2% nominalem Lohnzuwachs (sind das eigentlich alle Löhne oder nur die Tariflöhne?) nicht schon der Untergang des (deutschen) Abendlands an die Wand gemalt wird…

  8. Datenanalyst: Mathefreaks im Glück
    Astronomische Einstiegsgehälter und totaler Fachkräftemangel: So gut wie jede Branche sucht händeringend Datenanalysten. Warum es sich lohnt, in Mathe gut aufzupassen. […]
    Wer sich den hohen Anforderungen stellt, die die Ausbildung zum Data Scientist mit sich bringt, der wird mit glänzenden Berufsaussichten belohnt. „Beinahe jede Branche ist derzeit auf der Suche nach gut ausgebildeten Datenanalysten“, sagt Magiera. Gute Jobs gibt es derzeit bei Unternehmen, Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Vergütung ist abhängig von der Qualifikation und dem Arbeitgeber. In der Regel liegen die Einstiegsgehälter aber nicht unter 40.000 Euro Jahresbrutto.
    Gehalt: abhängig von der Qualifikation und vom Arbeitgeber
    Arbeitszeit: variiert, in der Regel um die 40 Stunden/Woche
    Ausbildung: abgeschlossenes Data-Scientist- oder Informatikstudium, gerne in Kombination mit einem abgeschlossenem Mathematikstudium mit Schwerpunkt Statistik
    Quelle: ZEIT

    Anmerkung unseres Leser J.A.: Das übliche Geschwätz vom Fachkräftemangel… aber es stimmt, diese Leute werden wirklich gesucht, wobei wahrscheinlich ungefähr jede Stelle besetzt werden kann. Die Offenbarung ist aber der Kontrast zwischen „Astronomische Einstiegsgehälter“ im Teaser und den genannten „40.000 Euro Jahresbrutto“. Das ist knapp über dem üblichen Einstiegsgehalt in der Informatik zu meiner Zeit… vor 20 Jahren. Mit anderen Worten, heute lächerlich und unverschämt.

  9. „Echte Männer hängen nicht am Jobcenter ab“ – Gangsta-Rap und Neoliberalismus
    Neoliberale Ideologie ist auch über Politik und Wirtschaft hinaus weit verbreitet. Sie findet sich längst auch im Alltag und in der Popkultur. Dies zeigt der folgende Artikel am Beispiel des Gangsta-Rap – genauer: an Songtexten der deutschsprachigen Rapper Bushido, Sido und Kollegah. Dort finden sich nicht wenige Passagen, in denen etwa Selbstoptimierung gefordert, die eigene “Leistung” gefeiert und Arbeitslose schlechtgemacht werden.
    Subjektivierung im Neoliberalismus
    Die meisten gegenwärtigen Wirtschaftsordnungen der westlichen Staaten beruhen auf den Prinzipien des Neoliberalismus. Diese lassen sich nicht nur in der Wirtschafts- und Sozialpolitik wiederfinden, sondern sind auch im menschlichen Alltag und in populärer Kultur fest verankert. Der Neoliberalismus ist zur Basis von Lebensstilen aufgestiegen, er ist anerkannt und angesagt und somit subtiler und standhafter als andere gesellschafts- oder wirtschaftspolitische Ideologien.
    Quelle: annotazioni
  10. Freiheit für Rechtsaußen
    Auch in der DDR gab es Neonazis – im Untergrund. Sie waren kein versprengter Haufen, sondern eine gut organisierte Szene, die mehr als 15.000 Anhänger zählte. Nach der Wende bekamen sie mit Hilfe aus dem Westen schnell Oberwasser….
    Ein Blick zurück in die DDR hilft bei Differenzierungen. Hatte das SED-Regime diese doch von Anfang an als „antifaschistischen Staat“ ausgerufen, seine eigene Entnazifizierung aber recht bald eingestellt. Spätestens in den 70er Jahren wurde klar, dass sich Antifaschismus nicht staatlich verordnen lässt.
    Da erkannte die Stasi bereits, dass unter „Fußball-Rowdys“ zunehmend „neofaschistische“ Einstellungen auftraten, die sich auch in Gewalt gegen Vertragsarbeiter aus Afrika und Asien zeigte. Sogar in der Nationalen Volksarmee registrierte die Stasi zwischen 1965 und 1980 laut Aktenlage 700 neofaschistische Vorfälle.
    Der DDR-Geheimdienst verfolgte die Tendenzen, wurde aber von seinem Chef Erich Mielke und der übrigen Staatsführung ausgebremst. Obwohl Mitte der 80er bereits jede vierte Stasi-Ermittlung wegen „staatsfeindlicher Hetze“ dem Nazi-Milieu galt, spielte die SED das Problem herunter….
    Als 1989 die Mauer fiel, waren unter den ersten Aufbauhelfern, die nach Osten kamen, Funktionäre westdeutscher Neonazi-Parteien. Sie fanden einen fruchtbaren Acker, den sie mit reichlich organisatorischer und finanzieller Hilfe erfolgreich bestellten. Der Westen brachte Geld und Erfahrung, der Osten die Fußtruppen für die Kameradschaften – und die Wähler….
    Quelle: Steven Geyer in der FR
  11. Wenn Kritik zur autoritären Besserwisserei wird – Pathos der Verschlechterung
    Wenn Merkel die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, dann kommt in linken Kreisen sofort die Frage auf: Warum? Warum macht sie das? Was steckt dahinter? Das ist keine wirkliche Frage, sondern ein Verdacht – ein Verdacht, der sich selbst begründet, noch ehe ihm ein Faktencheck nachgereicht wird. Die Grundhaltung lautet: Nichts ist, was es scheint. Es steckt immer etwas anderes dahinter. Und dieses andere ist immer negativ.
    Was einmal die Edeldisziplin der Linken war, die Ideologiekritik, ist verkommen zu jenem miesepetrigen Generalverdacht, der stets das Schlechte sucht – und es auch findet. Überall. „Miserabilismus“ nennt Thomas Edlinger diese Geisteshaltung in seinem soeben erschienenen Buch: „Der wunde Punkt. Vom Unbehagen an der Kritik“.
    Es ist dies eine heikle Gratwanderung, denn Kritik war und ist der Königsweg der Linken. Die Kritik kritisieren, das Unbehagen an ihr sammeln – und dennoch seine kritische Position nicht aufgeben, das ist so etwas wie die linke Quadratur des Kreises…
    Und wenn Merkel die Grenzen für Flüchtlinge öffnet, dann muss, muss, muss etwas Schlechtes dahinterstecken. Wirtschaftliche Interessen sind da noch das Gelindeste….
    Quelle: Isolde Charim in der taz

    Anmerkung des taz-Lesers J.M. (im Kommentarbereich unter dem Artikel): Wenn Angela Merkel, die Bild-Zeitung und die Arbeitgeberverbände unisono etwas gut finden, dann begründet dies schon, juristisch gesprochen, einen Anfangsverdacht. Da an reinen Altruismus zu glauben, grenzt beinahe an Naivität.

    Ergänzende Anmerkung JB: Es ist ja herzallerliebst, dass taz AutroIn Isolde Charim noch an das Gute im Menschen glaubt; auch dann, wenn der Mensch Angela Merkel heißt. Dies ist dem Menschen Isolde Charim auch zuzugestehen, warum auch nicht? Von der Journalistin Charim sollte man jedoch ein wenig mehr erwarten. Immer wieder zeigt die taz, wie leicht man sie gefügig machen kann, wenn man „böse“ Politik nur mit vermeintlich „guten“ Argumenten begründet. Angriffskriege im Namen der Menschenrechte? Prima, sagt die taz! Und wenn dann die Menschen vor den Kriegen fliehen? Ihr Kinderlein kommet und solange die Politik dabei „Solidarität“ vorgaukelt, wird sie von der taz nie kritisiert werden. Darum ist die taz ja auch nicht links und stolz darauf. Frau Charim findet das prima, ich nicht.

  12. Der Kapitalismus ist pleite, wir dienen einem Toten
    Der Verweis auf den Tod ist gelungen, denn auch die Initiatoren von „Haus Bartleby“ wollen etwas sterben lassen – und zwar nichts Geringeres als den Kapitalismus, sowie alles, was ihrer Meinung nach damit zusammenhängt: Selbstoptimierungswahn, Ausbeutungs-Prinzipien, die massenweise zum Burn-out führen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die längst die Mitte der Gesellschaft erreicht haben, Abstiegs- und Existenzängste, die das tägliche Hamsterrad zugunsten einer immer kleineren und immer wohlhabenderen Riege von Superreichen antreiben. Und natürlich alles, was über die Probleme des Einzelnen hinausgeht: Die Ausbeutung der Umwelt, das Führen von Kriegen aus wirtschaftlichen Interessen, die Machtverteilung zugunsten von Eliten anstelle echter Demokratie.
    Das ist alles nicht neu; neu ist aber das Buch „Sag alles ab!“, erschienen in der Edition Nautilus, Haus Bartleby ist der Herausgeber. Unter dem Titel eines Tocotronic-Lieds versammelt es Texte ganz verschiedener Autoren wie Deichkind („Bück dich hoch“), Yanis Varoufakis („Auf der Grundlage der bestehenden Institutionen und politischen Strategien kann der Euro keinen Bestand haben“), dem Berliner Hartz-IV-Möbel-Architekten Van Bo Le Menzel („Schule ist überbewertet“), FAZ-Journalistin Antonia Baum („Schlaf ist meine Rettung“) und den beiden Bartleby-Gründern, Journalistin Alix Faßmann („Wer seinen blitzeblanken Lebenslauf riskiert, ist ein Gewinn für dieses Leben“) und Dramaturg Anselm Lenz („Die Arbeitsgesellschaft ist fertig. Der Kapitalismus ist pleite. Die Republik bröckelt. Wir dienen einem Toten.“).
    Quelle: Süddeutsche Zeitung
  13. General droht im Falle ernsthafter Demokratie in UK mit „Meuterei“
    Ein General der britischen Streitkräfte hat der Sunday Times gegenüber geäußert, dass unter dem Szenario einer Regierung unter Jeremy Corbyn, die sich einer Erneuerung des U-Boot-gestützten Atomraketenprogramms verweigern oder einen Austritt aus der NATO anstreben würde, oder Entscheidungen träfe bezüglich „irgendwelcher Pläne“, die Streitkräfte „zu entmannen oder zu verkleinern“, Generäle in „direkter und öffentlicher Art und Weise“ den Regierungschef in diesen Fragen „in die Schranken weisen“ würden. Der General, der sich anonym äußerte, sprach davon, dass die Armee dies „nicht dulden“ würde und der Generalstab es einem Prime Minister „nicht erlauben würde“, die „Sicherheit des Landes zu gefährden“. Zudem glaube er, dass Personen sich „gleich welcher Methoden“, ob „ehrlicher oder unehrlicher“ bedienen würden, um dies zu verhindern. Hierbei sprach er von einer „Meuterei“. Wer die begleitenden Äußerungen zur Kenntnis nimmt, darf es wohl mit Putsch übersetzen.
    Quelle 1: Maskenfall
    Quelle 2: Independent

    Dazu: Die Antwort aus dem Verteidigungsministerium kam promt:
    “You can’t have serving officers effectively threatening a coup against an elected government,” they said. “This general seems to have forgotten that we live in a democracy.”
    Quelle: Independent

  14. Unser „Son of a Bitch“
    Schluss mit „Regimechange“ in Syrien! Der Zwei-Fronten-Krieg gegen den Islamischen Staat und Baschar al-Assad führt in eine Katastrophe.
    Das anhaltende Blutvergießen in Syrien ist nicht nur die mit Abstand größte humanitäre Katastrophe weltweit, sondern auch eine der gravierendsten geopolitischen Gefahren. Und der aktuelle Ansatz der Vereinigten Staaten – nämlich einen Zwei-Fronten-Krieg gegen den Islamischen Staat und das Regime von Präsident Baschar al-Assad zu führen – ist kläglich gescheitert. Die Lösung der Syrien-Krise und damit auch der sich verschärfenden Flüchtlingskrise in Europa muss über den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erfolgen.
    Die Syrien-Strategie der USA gründet in einer seltsamen – und erfolglosen – Vereinigung zweier Plattformen amerikanischer Außenpolitik. Die eine umfasst den etablierten amerikanischen Sicherheitsapparat, einschließlich Militär, Geheimdienste und deren getreue Anhänger im US-Kongress. Die andere Plattform hat ihren Ursprung in der Menschenrechtsgemeinschaft. Die eigentümliche Fusion der beiden wurde in zahlreichen US-Kriegen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika deutlich. Leider waren die Ergebnisse bisher durchwegs verheerend.
    Quelle: IPG-Journal
  15. Schulen: Deutschland lässt seine Zukunft verrotten
    Deutschland ist ein reiches Land – das seine Schulen seit Jahren verkommen lässt. Eltern und Lehrer resignieren. Die zuständigen Politiker scheint es nicht zu kümmern.
    Die Bildungsministerin von Thüringen? Ist leider nicht zu sprechen. Der Bildungsminister von Hessen? Mag kein Interview geben. Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein? Kann diese Woche nicht.
    Dies ist womöglich die traurigste Erkenntnis der Berichterstattung von ZEIT und ZEIT ONLINE über die schlimmen Zustände an Deutschlands Schulen: Kein verantwortlicher Minister will sich äußern, niemand möchte Stellung beziehen. Sie ducken sich weg. So wie sie jahrelang weggeschaut haben müssen, wenn Rektoren und Schulräte den schleichenden Verfall der Schulgebäude im Land beklagten. Es hat die Politiker nicht interessiert. Wie sonst kann sein, dass so viele Schulen Bauruinen gleichen?
    Deutschland ist ein reiches Land, aber der Reichtum ist nicht gleich verteilt. Wenn in den vergangenen Jahren gefordert wurde, dass Bund und Länder mehr in die Infrastruktur investieren müssten, dann hieß es oft: Ist doch nicht notwendig, hierzulande sieht es immer noch viel besser aus als in, sagen wir mal, Süditalien.
    Aber das ist eben nur der oberflächliche Eindruck. Schaut man genauer hin, dann entdeckt man, wie viele Straßen inzwischen voller Schlaglöcher sind; wie viele Brücken nicht mehr befahren werden können; wie viele Schulen so heruntergekommen sind, dass man sein Kind eigentlich gar nicht mehr dorthin schicken mag. Selbst in einem reichen Bundesland wie Bayern ist das so.
    Quelle: ZEIT

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Ach – auch mal aufgewacht? Gehört die ZEIT nicht auch zu den Zeitungen, die die massiven Steuersenkungen zugunsten der Unternehmerseite immer gut geheißen hat und sowieso findet, daß der Staat „schlanker“, sprich ärmer, zu sein hat?

  16. Buchbesprechung: Jens Berger – Der Kick des Geldes
    Den meisten dürfte Jens Berger als Spiegelfechter, einem der wichtigsten Politblogs in Deutschland sowie als Redakteur der Nackdenkseiten bekannt sein. Was kann man von einem Politblogger zum Thema Fußball erwarten? Schwülstige Phrasendrescherei? Oder eine nüchterne Analyse? Sein Buch ‘Der Kick des Geldes’ ist eher ein sachlicher Blick von außen auf den Fußball von jemandem, der selber Fußballfan ist. Dass Jens Berger nicht zu den ‘traditionellen’ Fußballautoren gehört, wird deutlich. Zuallererst ist da mal die Sprache. Denn nur allzu oft bedienen sich Fußballautoren abgedroschenen Phrasen und Sprachbildern, was nicht unbedingt von Aufgeschlossenheit zeugt. Eben jener Blick von außen auf den Fußball äußert sich in der Herangehensweise, mit der ein Politblogger sich einem solchen Thema nähert. Man kann es so sagen: Jens Berger hat den Fußball im Blick, beschäftigt sich aber ausschließlich mit Dingen, die außerhalb den Fußball beeinflussen: TV-Gelder, Merchandising und die Degradierung des gemeinen Fans zum Kunden und Konsumenten. Alles bekannte Themen. Jedoch beim Thema Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf. Ob dem so ist, bleibt fraglich, zu groß ist schlicht und ergreifend die Anziehungskraft dieses schönen Spiels, um nicht einfach links liegengelassen zu werden. Der Fußball wird mit volkswirtschaftlichen Methoden betrachtet und Entwicklungen kommentiert. Dadurch wird deutlich, wie sehr Fußball, die Mega Money Machine, inzwischen zu Lasten der Allgemeinheit geht.
    Im Zeichen der 11
    Jedes der neun Kapitel steht im Zeichen der 11: Berger beginnt mit der Frage ‘11 Freunde sollt Ihr sein?’ und titelt Kapitel 9 mit eben jenem Satz gefolgt von einem Ausrufezeichen. Dazwischen wird die gesamte Bandbreite an Themen bearbeitet, die der Fußball im 20. und 21. Jahrhundert hergibt: Big Business Fußball, die explodierenden Gehälter, der Wahn um Ausrüsterverträge, TV-Gelder, es wird auch gefragt, wem die Bundesliga gehört, wie der Fußball vom Otto-Normalverbraucher profitiert und Korruption. In Kapitel neun leitet er uns an, wie ‘wir uns den Fußball zurückholen’. Auf knapp 250 Seiten wird somit alles abgedeckt, was den Fußball in unserem Zeitalter bestimmt, bewegt und bedrückt. Und das sind in erster Linie eine ganze Menge Geld und ein paar sehr einflussreiche Leute, wie wir alle wissen. Berger geht es weniger um das Spiel an sich, als um das Schindluder, welches um den und mit dem Fußball getrieben wird.
    Quelle: 120 Minuten
  17. Oliver Welke erklärt TTIP und CETA
    Wie gut, dass es Oliver Welke und sein Team gibt. In der „heute-show“ nahm sich der Moderator am Freitagabend genau dieses Thema vor und brachte den Zuschauer auf den aktuellen Stand.
    So ist Ceta, das Freihandelsabkommen mit Kanada, bereits ausverhandelt. Die Verträge sehen tatsächlich private Schiedsgerichte vor, mit denen deutsches wie europäisches Recht umgangen werden kann. Sobald Ceta ratifiziert sei, so Welke, könne jeder US-Konzern, der ein winzige Filiale in Kanada erhält, Deutschland verklagen.
    Um zu verdeutlichen, was das in der Realität bedeuten könnte, schildert Welke das Beispiel Mexiko: Die Regierung hat eine Strafsteuer auf Produkte mit Maiszucker eingeführt und wurde daraufhin von einem US-Konzern vor einem privaten Schiedsgericht geklagt. Mit dem Ergebnis, dass Mexiko die Steuer zurücknehmen und 58 Millionen Dollar Schadenserstatz zahlen musste.
    Quelle 1: Stern
    Quelle 2: ZDF Mediathek
  18. Das Letzte: Rente mit 63? Das Rentenalter muss wieder steigen!
    Selbst ohne Flüchtlingskrise ist klar: Die Rente mit 63 war ein Kardinalfehler der Bundesregierung. Jetzt brauchen wir das Geld und zudem die Expertise der Älteren, um die Neuankömmlinge anzulernen.
    Quelle: WELT

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Wird nicht woanders genau das Gegenteil behauptet, nämlich daß die Flüchtlinge „unsere“ Rente sicherten, also dafür sorgten, daß wir überhaupt in Rente gehen könnten? Anscheinend ist keine Behauptung zu blöd, um sie nicht mit den Flüchtlingen zu begründen.

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