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FAZ-Mitherausgeber Schirrmacher: Jugendkriminalität und muslimischer Fundamentalismus sei potentiell wie Nationalsozialismus

Veröffentlicht in: Anti-Islamismus,Sarrazin, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Innere Sicherheit, Medienkritik

Die feine, großbürgerliche FAZ begibt sich auf BILD-Niveau und schürt Ängste und Agressionen gegen Ausländer. Unter der Überschrift „Junge Männer auf Feindfahrt“ attackiert Frank Schirrmacher die „deutschfeindlichen Äußerungen“ ausländischer Schläger und baut feuilletonistisch ziseliert selbst ein unglaubliches Feindbild auf: Er stellt „Jugendkriminalität mit muslimischem Fundamentalismus vermischt“ auf eine Stufe mit dem staatlich organisierten Massenmord Hitlers. Einen größeren Schwachsinn hat selbst Schirrmacher bis dato kaum von sich gegeben.

Frank Schirrmacher, Journalist des Jahres 2004, Träger des Jacob-Grimme-Preises für deutsche Sprache 2007 und ausgezeichnet mit der „Goldenen Feder“ 2004, ist bekannt für seine Übertreibungen. Er rief mit seinem alarmistischen Machwerk „Das Methusalem-Komplott“ zum „Aufstand der Alten“ auf, erkannte in seinem Buch „Minimum“ die Auflösung der familiären „Blutsbande“, hat Günther Grass als Gefreiten der SS enttarnt und Martin Walser „ein Spiel mit antisemitischen Klischees“ vorgeworfen.

Wohl weil Wahlkampfzeiten sind und um Kochs Selbstdemontage mit seinen ausländerfeindlichen Jugendkriminalitätsattacken zu überhöhen, stellt Schirrmacher nun die These auf, dass junge kriminelle Einwanderer die „Deutschen“ zu ihren Feinden erklärt hätten.
Ja, er versteigt sich zu der Aussage: „ Zur Klarheit, die vom Staat gefordert ist, gehört auch, dass man ausspricht, dass die Mischung aus Jugendkriminalität und muslimischen Fundamentalismus potentiell das ist, was heute den tödlichen Ideologien des zwanzigsten Jahrhunderts am nächsten kommt.“

Schirrmacher vergleicht also tatsächlich die kriminellen Gewalttaten einzelner in Deutschland lebender Jugendlicher ausländischer Herkunft mit dem staatlich organisierten Massenmord Hitlers oder mit dem Archipel Gulag Stalins.
Selbst Schirrmacher, hat größeren Schwachsinn, bis dato kaum von sich gegeben.

Lassen wir einmal die unbestreitbare Tatsache außen vor, dass manche Landstriche Deutschlands „no-go-areas“ für Ausländer sind, stellen wir einmal zurück, dass in einzelnen Bundesländern eine Partei mit Parolen wie „Ausländer raus“ mit hohen Stimmanteilen in die Parlamente eingezogen sind. Und gehen wir auch nicht weiter darauf ein, dass über Jahrzehnte „Deutsche“ mit übelsten Vorurteilen über „die Ausländer“ hergezogen sind.
Deutschfeindliche Hassparolen von einzelnen jugendlichen Schlägern,
macht nun Schirrmacher zum „Teil, der fürs Ganze steht“.

Wie bei seinem „Methusalem-Komplott“ geht es Schirrmacher erneut nicht um Fakten und Tatsachen, wenn es nur der Panikmache dient.
Schirrmacher greift – wie bei ihm üblich –demagogische Behauptungen auf, denn auf Fakten konnte er sich noch selten beziehen. Diesmal übernimmt er wohl die Parolen des „akzeptierten Sprechers einer schweigenden Mehrheit“, des amtierenden hessischen Ministerpräsidenten Koch.

Dieser behauptet z.B. im SWR, zitiert nach der Süddeutschen Zeitung vom 10.1.08: „Von den Delikten mit körperlicher Gewalt gehen die Hälfte von jungen Menschen unter 21 Jahren aus. Von diesen Delikten werden die Hälfte von jungen Menschen mit Migrationshintergrund begangen.“(Koch 3.1.08 SWR).

Beide Aussagen sind falsch:

  • Der Anteil der Jugendlichen ist ausweislich der PKS (Bundeskriminalamt) nicht die Hälfte, sondern ein Drittel.
  • Von diesen Tatverdächtigen haben 19,8 Prozent einen ausländischen Pass, könnten also abgeschoben werden, was ja die häufig erhobene Forderung ist. 80 Prozent sind aber Deutsche, bleiben also hier.

Während Koch aus falschen Behauptungen nur Wahlkampfmunition zu gewinnen versucht, um aus dem Stimmungstief der Umfragen herauszukommen, macht Schirrmacher aus Lügen gleich eine Bedrohung, vergleichbar nur noch mit dem Nationalsozialismus oder dem Stalinismus.

Leute, die so nachlässig mit der Wahrheit umgehen, müssen sich fragen lassen, ob es ihnen überhaupt um die Ursachen oder Lösungen eines bedrückenden Problems geht. Der Verdacht liegt nahe, dass sie durch maßlose Übertreibungen, ja sogar Lügen, nur ihre Macht erhalten (Koch) oder ihrer bloßen Eitelkeit frönen wollen (Schirrmacher). Sie scheinen dafür jeden Schaden für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen und Ausländern in Kauf zu nehmen.

Die Leser der FAZ, hinter der sich angeblich sogar kluge Köpfe verbergen sollen, nehmen diese Demagogie des Mitherausgebers dieser Zeitung offenbar klaglos hin.
Die Wählerinnen und Wähler in Hessen hätten die Chance solche Lügen zu bestrafen.

Siehe dazu auch:

„Bild“ hetzt gegen „Zeit“-Feuilletonchef
Arbeitsteilung der Bluthunde: Die „FAZ“ legte mit Kritik an einem „Zeit“-Blog zur Jugendkriminalität vor, nun legt die „Bild“ nach – und greift einen Kollegen direkt an.
Quelle: taz

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