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Mails von Leserinnen und Lesern der NachDenkSeiten zum Artikel „Früher Löwenthal, heute Staeck – die Russenfeindlichkeit erreicht das ehemals linke Lager“

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Leserbriefe, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Unsere Kritik an Klaus Staecks Kolumne in der Frankfurter Rundschau und der neuen Russenfeindlichkeit einiger linksliberaler Intellektueller hat erwartungsgemäß Wellen geschlagen. Wir haben zahlreiche Zuschriften bekommen. Viele Leser haben die konkrete Kritik an Staecks Kolumne genutzt, um ihrem allgemeinen Ärger über die Frankfurter Rundschau Luft zu machen. Wir haben diese Beschwerden registriert und werden die Rundschau auch künftig kritisch beobachten. Einige Leserbriefe haben wir für Sie ausgewählt und drucken sie hier gerne ab, um die Debatte am Laufen zu halten. Redaktionsschluss für die Zusammenstellung der Leserbriefe war Donnerstag 02.02. 18:00 Uhr.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Leser H.-J. H. schreibt:

Vielen Dank für diese Recherche, auch ich bin immer wieder fassungslos, wie ehemalige „Linke“ oder Linksliberale in blindem Hass gegen das heutige Russland wüten. Ist denn die Entspannungspolitik eines W. Brandt völlig vergessen? War Breschnew ein besserer „Demokrat“ als Putin? Muß man es vielleicht psychologisch erklären, daß etwa die Erzählungen der einst verhassten Eltern und Großeltern jetzt im Alter in diesen ehemaligen Rebellen hochkommen? Oder will man, jetzt im Alter, auch einmal dazugehören zum „Mainstream“?

In diesem Zusammenhang hat auch die ehemals „linke“ TAZ das ihre dazu beigetragen mit dem unsäglich diffamierenden Begriff des „Putinverstehers“, der jede inhaltliche Auseinandersetzung und eine, durchaus oft auch berechtigte, Kritik am heutigen Russland abwürgen soll.

Bin Euch dankbar für Eure Beiträge, lese sie natürlich ebenso kritisch wie anderes…

Leser H. S. schreibt:

Ihren Artikel vom 31.1.2017 zu Klaus Staecks Russenfeindlichkeit kann ich „Wort für Wort“ unterschreiben! Das sagt man so in Deutschland, wenn eine Meinung eines Anderen mit der eigenen Meinung „kongruent“ ist. Ich habe auch noch ein bisschen recherchiert und bin verdutzt über das, was Staeck da so von sich plappert!

Seine Frau Ingeborg … hatte mir in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts als Dozentin im Fachbereich Sozialarbeit Frankfurt, eben diese „gelehrt“. Mit Erfolg, so fand ich die „Plakataktionen“ ihres Mannes, gegen das verklebte Politikestablishment damals (neudeutsch) affengeil!!

Um nicht zu viel Worte zu verlieren glaube ich feststellen zu müssen, dass Herr Staeck mit Verlaub nicht mehr so recht Herr seiner Sinne zu sein scheint?

Herr Staeck müsste doch eigentlich wissen, wie sich Macht und Einfluss auf unserem Planeten die letzten Jahre und Jahrzehnte verteilt haben, soll heißen, wo die wirklichen „manipulierenden Personen“ sitzen!

Gegen die weltweiten US-amerikanischen Propagandamaschinen, allen voran die Spindoctors (Atlantik-Brücke, Aspen Institute etc. und diverse Think Factories (Stratfor etc.) und CIA/NSA, ist ein kleiner russischer DAB Sender und selbst RT mit Verlaub ein Pups!!

Leser M. W. schreibt:

Es scheint, als hätten auch unsere “kulturellen Eliten” von Russland die Vorstellung eines hungrigen Bären, der unersättlich auf Beute lauert.

Und es kommt solchen “Elite-Künstlern” in ihrer Vorstellung kein bisschen fragwürdig vor, dass die Russen so gänzlich anders geartete Menschen sein sollen als sie selbst (oder wir hier ganz allgemein im Westen).

Vermutlich sind die Schichten, die (hier im Westen) eine gewisse soziale Privilegierung erreicht haben, eher zu Misstrauen und Hass aufeinander bereit.

Leser U. K. schreibt:

natürlich nervt es, wenn so alte verdiente Linke wie Klaus Staeck mit einstimmen in den großen Chor der Russen-Feinde.

Aber, dass RT-Deutsch und Sputnik immer wieder sehr unangenehm auf einem Pro-AFD und Anti-Flüchtingskurs sind, kannst du dir anschauen, wenn du nur einmal auf der RT-Seite RT und AFD eingibst. Da kriegst du fast alle Führungsfiguren zu Gesicht.

Und geht es da nicht um kritische Auseinandersetzung mit der AFD sondern gerne um eine gemeinsame Linie bei den Flüchtlingen oder gegen die Rundfunkgebühren!

Wer hat denn im letzten Jahr den ganze Winter über aus Dresden Pegida-Aufmärsche und Kundgebungen übertragen??? Das war RT bzw Ruptly.

Schöner Mist, find ich auch. Gerade weil viele Beiträge von RT oft sehr gut brauchbar und pluralistisch sind.

Aber RT hat leider n blinden Fleck in seiner Wahrnehmung, oder besser einen braunen…!

So mir bleiben also wieder die Nachdenkseiten, Gott sei Dank!

Und Albrecht Müller sei Dank!

Und allen NDS´lern!

Anmerkung Jens Berger: Lieber U.K., Danke für das Feedback. Ich schreibe ja selbst in meinem Artikel, dass die „Linie“ von RT Deutsch und Sputnik beim Thema „Flüchtlinge“ unsympathisch ist. Ich schreibe auch, dass sich diese „Linie“ aber immer noch hinter der anderer großer Medien (z.B. Focus, WELT) zurückbleibt und finde es erstaunlich, dass die linksliberalen Intellektuellen ihren „göttlichen Zorn“ auf ein kleines russisches Radioprogramm fokussieren und großkopferte Kommentatoren aus den klassischen Medien ungeschoren lassen. Gegen einen Henryk M. Broder ist Sputnik geradezu multikulti-freundlich. Da fällt einem nur noch Matthäus 7:3 ein: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?“

Leserin G. F. schreibt:

Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen für den Kommentar in den NDS vom 31.01.2017 vielmals zu danken.

Eine Bekannte, treue und gläubige Abonnentin der FR, der ich täglich Beiträge aus den NDS weiterleite, hat mir – sozusagen als „Retourkutsche“ – die Kolumne von Staeck in der FR geschickt. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, meiner Bekannten Ihren sehr fundierten und wie immer gut recherchierten Kommentar dazu zu übermitteln, in der Hoffnung, dass sie daraus etwas lernt.

Vielen Dank für Ihre unermüdliche Arbeit – für mich ein großer Trost in diesen verlogenen Zeiten!

Leser G. S. schreibt:

vielen Dank für den Artikel über Staeck. Der ist in meinen Augen wirklich symptomatisch für den Verfall der Sozialdemokratie in Deutschland und die Strategie, mit der sich die Überbleibsel rechtfertigen.

Den Artikel Kampagne gegen NACHDENKSEITEN werden Sie sicher kennen.

Köstlich fand ich auch, wie sich Thomas Fischer in seiner seiner satirisch angelegten Zeit Kolumne im Zusammenhang mit der bigotten Initiative von Heiko Maas zu menschenverachtender sexistischer Werbung auch über Klaus Staeck lustig macht, als Ikone satirischer Plakatkunst im Dienste einer längst vergangenen SPD: Der Geist der Satire demontiert sich.

Leser P. S. schreibt:

Leider hat sich die Frankfurter Rundschau zu einem transatlantischen Büttel entwickelt.

Daher habe ich das Abo Ende 2015 gekündigt. Die Artikel von Steven Geyer, Markus Decker und auch von Herrn Staeck brachten mich auf die Palme. Nachdem ich u.a. Konkret und den Freitag „getestet“ habe, habe ich mich für das Neue Deutschland entschieden. Da bin ich zwar auch nicht mit Allem einverstanden, aber das wird es wohl nirgends geben.

Zu „Ehren“ von Gerhard Löwenthal, den ich als Kind und Jugendlicher noch in Aktion erleben durfte, möchte ich an „seine“ Abschiedsrede im Scheibenwischer erinnern.

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