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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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22. Dezember 2014
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Das ägyptische Volk habe „berechtigte Beschwerden“, meinen Merkel, Sarkozy und Cameron (GB) – Warum merken sie das erst jetzt?

Verantwortlich:

„… In einer gemeinsamen Erklärung forderten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron den ägyptischen Präsidenten auf, einen Wandel in seinem Land einzuleiten. Dieser „Transformationsprozess“ müsse sich in einer Regierung widerspiegeln, die sich auf eine breite Basis stütze, sowie in freien und fairen Wahlen. Das ägyptische Volk habe „berechtigte Beschwerden“ und setze große Hoffnung auf eine gerechte und bessere Zukunft …“ (FR-Online). Albrecht Müller.

Es ist wie im Tollhaus: Europas konservative Spitzenpolitiker beklagen die Zustände in Ägypten. Wie zuvor in Tunis. Und wie morgen vermutlich in Saudi Arabien. Oder in den Vereinigten Emiraten. Oder in Jordanien. Warum haben Sie bisher zu den „berechtigten Beschwerden“ geschwiegen?
Deutschlands Medien entdecken, dass in Tunesien und in Ägypten Diktatoren walten. Warum entdecken Sie das erst jetzt?

ZEIT ONLINE berichtet am 29.1.2011:

„Seit Tagen schon zeigen Fernsehsender Bilder aus Ägypten, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Auf den Nilbrücken, an einigen Straßenkreuzungen nahe dem Tahrir-Platz kurven die Autofahrer den ganzen Samstag hupend und fluchend um die ausgebrannten Mannschaftswagen der Sonderpolizei herum. Die Iveco-Gefährte mit ihren charakteristischen Gitterfenstern auf beiden Seiten sind für die Menschen der Inbegriff der staatlichen Unterdrückung – und nun verkohlt. Die Prügelpolizisten wurden damit zum Einsatz transportiert und gefangene Demonstranten wieder mitgenommen.“

Haben Sie ähnliches früher schon einmal in der „Zeit“ gelesen? Oder in anderen renommierten Blättern in Deutschland?
Unsere feinen Politiker und die ihnen verbundenen Medien entdecken das erst jetzt, weil sie bisher mit Diktatoren in der Dritten Welt und in den Schwellenländern ganz gut gelebt haben und ihnen sogar verbunden sind – ideologisch, finanziell, machtpolitisch. Mubarak war ein geschätzter Gesprächspartner. Der diktatorische Charakter seines Regimes hat weder die konservativen und liberalen Medien noch eben solche Regierungen beschwert.

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