Leserbriefe zu „Der US-Angriff auf Venezuela und das internationale Recht“

Ein Artikel von:


Alexander Neu stellt in diesem Beitrag vor dem Hintergrund des unprovozierten Angriffs der USA auf den souveränen Staat Venezuela fest, dass der Rechtsnihilismus sein Werk vollendet habe – das Internationale Recht sei tot. Die USA könnten sich im Gegensatz zu Venezuela nicht auf den Selbstverteidigungsfall des Artikels 51 der UNO-Charta berufen. Die USA hätten für ihre militärischen Maßnahmen gegen Venezuela kein Mandat des UN-Sicherheitsrates gemäß Kapitel VII der UNO-Charta. Die offene Schlacht im Weltneuordnungsprozess habe nun für jeden sichtbar begonnen. Das normative Ordnungssystem sei am Boden. Die Frage, ob die neue Weltordnung mit Diplomatie oder Krieg geformt werden wird, sei endgültig beantwortet. Wir bedanken uns für die interessanten E-Mails hierzu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkseiten,

Diesmal hundertprozentige Zustimmung zum Artikel von Alexander Neu!

Der Schlußsatz ist beängstigend realistisch. Es liegt in diesem entpersonalisierten neoliberalen System nicht an der Person Trump, der nur ein (schlechter) Vertreter der dekandenten Macht- und Geldelite ist. Es ist m.E. vielmehr der Endkampf eines auf ewiger Expansion basierten Systems, das nicht untergehen wird, ohne vorher alles mitzureißen. Schöne Aussichten! Trotzdem ein möglichst friedliches 2026 an alle!

Freundliche Grüße, und weiter so, Wolfgang Blendinger


2. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Neu und NDS,

im Beitrag verstecken sich einige Dinge, die nicht direkt im Zusammenhang mit Venezuela stehen, aber hohe Wichtigkeit haben:

Ein Bundeskanzler, eine Regierung, die eine Krisensituation als zu komplex empfinden, sind eigentlich nicht regierungsfähig.
Sollte das Wort komplex nur eine diplomatische Worthülle sein, muss man sich den Vorwurf von unsachgemäßen Sprachgebrauch gefallen lassen.

Macht durch Wahlbetrug, da gilt es einmal westliche Wahlkampfslogans gegen das Licht zu halten.

Freie demokratische Wahlen in Venezuela, wie soll das gehen mit USA Einmischung?

Das Recht eines Volkes seine Zukunft selbst zu bestimmen, das ist tatsächlich ein komplexer Sachverhalt.
Inwiefern das Volk von Europa seine Zukunft selbst zu bestimmen hat, wie das geht wenn von der Leyen bis Kaja Kallas auf keinem Wahlzettel gestanden hat?
Komplexe Frage: wann, wo und wie hat das Volk in Deutschland Kriegstüchtigkeit entschieden? Kriegsbeteiligung / Unterstützung der Ukraïne? Einsparungen bis zur weitgefächerten Volksarmut? Genozidtoleranz ?

Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens


3. Leserbrief

Grüsse Sie NDS – Leserbriefe-redaktion und werter Herr Alexander Neu.

Ihren heutigen Bericht, über die verbrecherische Vorgehensweise des US-Präsidenten und seinen Vasallen, gegen den Staat Venezuela, das noch nicht einmal vom Kongress abgenickt wurde, haben Sie mich heute, mal wieder, emotional gerettet.

Aber zu diesem Fall möchte ich gar nichts hinzufügen, ich bin völlig Ihrer Meinung, denn Sie haben sehr viel Berufs- und Lebenserfahrung auf dem Gebiet der Politik, ich vertraue mich Ihnen an.

Es gibt so viele Themen, seit ich die NDS lese, in der Sie eine ruhige und besonnene Haltung bewahrt haben, die mich entspannen lässt und mir das “Feuer” nimmt, um nicht noch wütender oder sogar zorniger zu werden, obwohl ich dem Jahrgang 1948 angehöre, also eine gewisse Gelassenheit haben sollte.

Sie schreiben so, dass ich mich Ihnen “anvertraue” und ich weiss dann, dass ich nicht emotional werden muss.

Sie sind, wie alle Ihre KollegenInnen, ein wichtiges Zahnrädchen in dem Getriebe des Zusammenlebens in der WELT-GEMEINSCHAFT.

Weiterhin viel Erfolg,
herzlichen Dank,
J. Juhre


4. Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren der NDS, sehr geehrter Herr Neu,

danke für die ernüchternde Analyse zu dem o.g. Thema.

Unglaublich wie ein völkerrechtswidriger Angriff des angeblichen „Leuchtfeuers der Demokratie“ USA auf einen souveränen, aber mißliebigen und ölreichen Staat auf einmal das Spektrum der deutschen Politik beleuchtet. Die Merz Koalition spricht nicht mit einer Stimme, sondern der Merz laviert neblig zwischen Vasallentreue und Zwergenaufstand und die SPD verurteilt den Angriff auf einen sozialistischen Bruder im Geiste, ist aber selbst alles andere als sozial oder gar sozialistisch. Während die AfD sich auf einmal dann doch staatstragend, transatlantisch loyal äußert und die Grünen und Linken eher halblauten Protest äußern. Wie sollten die Grünen auch anders? Immerhin haben die schon beim völkerrechtswidrigen Angriff des Demokraten Biden auf unsere Energieinfrastruktur, Schläge des US Militärs in „befreundeten“ Staaten goutiert,sofern die ihrer Ideologie dienlich sind.

Deutschland ramponiert seinen Ruf in der Welt durch die Äußerungen von BlackRott Kanzler und Landei-Außenminister immer mehr. Nach der Israel Unterstützung beim Gaza-Genozid dachte man schon, es ginge nicht mehr weiter runter, aber mittlerweile haben selbst Zwergstaaten mehr außenpolitischen Kredit in der Welt, als Deutschland. Es ist mittlerweile echt peinlich sich im Ausland als Deutscher zu outen.

Andererseits,was kann man für seine Politiker? Stimmt! Irgendwie kann man nix für die und genauso geht es wohl den Venezolanern mit dem Maduro. Der ist auch durch das chavistische System nach oben gespült worden,wie unsere Politiker durch unsere Parteien-Filzokratie, und wird offenbar von vielen Venezolanern für fortdauerndes Mißmanagement und Korruption verantwortlich gemacht und weggewünscht. Willkommen im Club! Weggewünscht,aber nicht weg entführt und durch eine US Marionetten-Regierung ersetzt. Außerdem hat der Maduro mal richtig als Busfahrer gearbeitet. So ein richtiger working class Präsident. Der konnte sowieso nicht im Amt bleiben.

Es spräche also nichts dagegen, wenn die USA auch in Deutschland einmarschierten und hier einen Regime-Change machten. Das würde aber wohl erst passieren,wenn die Rest-Kohle unter dem Ruhrgebiet wieder begehrtes Gut würde? Bis dahin sind aber hoffentlich der Trump und die USA auf dem Müllhaufen der Geschichte.

Leider hat sich auch die AfD nur als nützlichen Unruhestifter im Parteiensystem gezeigt, aber nicht als Veränderer, sollten die jemals regieren. Wahrscheinlich wären die dann nur der verlängerte Arm der USA und des Großkapitals. Schade! Gelegenheit verpaßt, sich mal eigenständig zu profilieren! Kann man wählen,aber nur einmal ,damit die den ÖRR reformieren und mal den Staat besenrein machen. Ob das wirklich passiert,ist aber fraglich? Die Einzige, die sich klar äußert, ist mal wieder, Sahra Wagenknecht.

Wieder einmal haben sich die europäischen US Vasallenstaaten, voran Deutschland, die EU und die NATO als aggressiver Völkerclub gezeigt, der seine Interessen und seinen Wohlstand mit der Waffe in der Hand erobert und verteidigt. Wir erleben hier gerade,daß sich Europa (außer Russland) und die USA im Galopp außerhalb der Völkergemeinschaft stellen. Nach dem wirtschaftlichen, folgt der politische Untergang unserer europäischen Zivilisation. So schnell kann es gehen. Wer hätte das vor ein paar Jahren gedacht?

Wenigstens sollte die „German Navy“ mal eine Fregatte klarmachen und zwischen der Isla Margarita und dem venezolanischen Festland durchfahren. Wann wohl der Trump NATO Truppen zur Sicherung des eroberten Gebietes anfordert?Immerhin soll die ganze Aktion den amerikanischen Steuerzahler ja nichts kosten. Ach nein! Durchfahrt erzwingen,das müssen ja in diesem Fall die Chinesen und die Russen machen und mit runtergelassenem Anker im Golf von Mexiko rumschippern. Deutschland setzt dafür ein paar Tanker der „amerikanischen Schattenflotte“ in der Nordsee fest und friert amerikanische Guthaben ein.

Wenn jetzt noch einer von regelbasierter Ordnung schwafelt, dreh ich durch. Nie war die Doppelmoral der EU und der NATO deutlicher als jetzt.

Jeder weitere Euro, den man jetzt noch in die Ukraine schickt, sollte als Unterschlagung und Veruntreuung von Steuergeldern, vulgo Spahnisierung, gewertet und verfolgt werden.

Claus Hansen

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