Leserbriefe zu „Ein gigantisches Flugzeug aus Russland, das ganz Europa bedroht – journalistische Verantwortungslosigkeit in der NZZ“

Ein Artikel von:


In seinem Kommentar untersucht Marcus Klöckner einen als „Analyse“ dargebotenen Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) mit dem Titel „Im Schatten des Iran-Kriegs: Wie groß ist die Gefahr eines russischen Angriffs auf Europa?“. Das Titelbild stellt ein gigantisches Flugzeug dar, das aus Russland über Europa fliegt und über Teile Europas bedrohliche Schatten wirft. Und „so alarmistisch die Illustration ist, so massiv ist die Schlagseite des Textes selbst“. Es werden weder Einschätzungen von Nachrichtendiensten noch westliche Interessen und deren Ideologien – auch die der NATO – kritisch hinterfragt und eingeordnet. „Beim Leser entsteht der Glauben, wenn es einen handelnden Akteur gibt, von dem Gefahr ausgeht, dann kann das nur Russland sein. Russland agiert, der Westen – völlig unschuldig – reagiert nur auf die Aggression.“ Das ist in den Augen unseres Autors kein Journalismus, sondern Propaganda und „ist aus journalistischer Sicht unverantwortlich“, da in dem untersuchten Artikel „das „Feindbild Russland“ in der Öffentlichkeit gefestigt wird“.
Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften, zusammengestellt von Ala Goldbrunner.


Leserbrief

Hallo Marcus,

das Schreiende an dem „Gigantisches Flugzeug“-Artikel ist das Foto des Flugzeugs selbst. Es handelt sich um eine 3D-Spielmodellgrafik aus Amerika (Firma Free3D). Es kostet 99 Dollar.

Grüße
Raul


2. Leserbrief

Danke für diesen Artikel zu dem ich folgendes ergänzen möchte und den im Artikel beschriebenen Verdacht erhärte:

Der Artikelaufmacher ist ein bekanntes Propagandamotiv aus WW II und dient ausnahmslos der Kriegsangstbefeuerung.

Die beiden WWII-Karikaturen “Wings over Europe” von 1933, University of Michigan Archive, und von 1940 aus dem Archiv des Evening Standards London, aber auch im Historienstandardwerk von Janusz Piekalkiewicz, Der Zweite Weltkrieg Band 1: 1939-1940, Seite 241.

Letztgenannter polnische Historiker machte die Karikatur dem deutschen Publikum bekannt, da seine Bücher viele hunderttausend Mal verkauft wurden. Dadurch hielt die Karikatur auch Einzug in viele Schulbücher.

Ich hänge beide Graphiken im Anhang an: Graphik 1 aus University of Michigan und Graphik 2 eine Fotographie von mir erstellt.

Die Zielgruppe dieses Propagandastückes der NZZ ist im deutschsprachigen Raum also klar adressiert!

Man sollte daher diese Zeitung weiter unter die Lupe nehmen, da die nächste Stufe die direkte Verteufelung Russlands graphisch ansteht, wie meine mitgesendeten Bilder zeigen.

Interessant ist, dass die NZZ tatsächlich keinen Hehl daraus macht, sich an die britisch-amerikanische Kriegspropaganda des WWII zu orientieren. Bildgebung, Schattenführung, Flugzeugmotiv sind eindeutig aus meinen Karikaturen abzuleiten, somit ist die Absicht der NZZ hier eindeutig belegt, da es kaum möglich ist, mit einem großen Medienarchiv im Rücken diese Karikaturen nicht zu kennen oder sie während der Bildcoupierung im Fotoabgleich sie nicht kennenzulernen!

Mit freundlichen Grüßen, Martin Hoffmann, Augsburg

Bild und Text steht der freien Veröffentlichung zur Verfügung.


3. Leserbrief

Hallo Herr Klöckner,

vielen Dank für ihren Hinweis auf die wirklich primitive und jämmerliche Propaganda der NZZ.

Als ich die Collage mit dem vermeintlich russischen Flugzeug gesehen habe musste ich spontan etwas bitter lachen.

Mir ging dabei durch den Kopf, dass die israelischen und US Aggressionen aktuell in der breiten Bevölkerung in Europa eher auf Ablehnung als auf Zustimmung stoßen. Sogar in den Mainstream-Medien hört und liest man immer öfter kritische Töne. Das muss im Ansatz gestoppt werden! Der vermeintliche “Werte-Westen” will die Stimmung des gemeinen Volkes kontrollieren und weiter in die bisher “richtige Denkweise” lenken.

Damit wir Bürger vor lauter Kritik und Unwohl fühlen mit den USA und Israel nicht auf “falsche” Gedanken kommen, wird hier durch die NZZ drastisch und ziemlich plump daran erinnert, wer unser angeblicher “Feind” in Europa ist. Die NZZ war immer schon rechts-konservativ und eine geübte Hetzerin gegen den Osten.

Solange Israel und die USA völkerrechtswidrig andere Länder überfallen und dort die Menschen weiter töten, rechne ich generell mit weiterer antirussischer Propaganda dieser Art durch die Medien.

Nur nicht darüber nachdenken, dass Israel im Gazastreifen anscheinend deutlich mehr Palästinenser getötet hat, als die Russen ukrainische Zivilisten. (siehe statista.com)

Mit den besten Wünschen und Grüßen
Claus Hübner


4. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner

Ich pflichte Ihnen zu Ihrem Artikel zu 100% bei.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, was Sie erwarten?

Die NZZ ist nunmehr seit etwa 25 Jahren komplett konservativ und 100% NATO-treu.

Während die Zeitung noch zu meinen Lehr- und Studienzeiten in den 90ern als eher links und neutral berichtend auftrat und vor allem von Akademikern gelesen wurde, hat sich Anfangs des dritten Jahrtausends etwas verändert. Ich denke die Ereignisse um den 11. September könnten damit zusammenhängen wenn es auch ein Trugschluss wäre, dies auf ein einzelnes Event zurückzuführen.

Auf jeden Fall ist das Blatt seit etwa dieser Zeit kaum mehr lesbar und komplett auf NATO-Linie.

Viele meiner langjährigen Freunde haben auch nach und nach aufgehört, sich dies anzutun.

Die Frage bleibt, was tun? Es gibt nach wie vor Hunderttausende die derartige Artikel lesen und die Schlussfolgerungen für bare Münze nehmen. Weil sie in ihr eigenes Weltbild passen, weil Veränderung zu anstrengend wäre, weil sie sich Sorgen machen „was der Nachbar denken könnte“ oder schlicht, weil sie die Zusammenhänge zu wenig verstehen und ein „gehobenes Akademiker-Blatt“ wie die NZZ sicher keine „Falschanalysen“ bringen würde. Dieses Gedankengut transportieren sie dann auch in ihre soziale bubble.

Für Ihre Ausdauer, auf Solchiges aufmerksam zu machen, danke ich Ihnen aber trotzdem.

Mit herzlichen Grüssen
Ein interessierter Leser aus der Schweiz
Marc M., Vitznau


5. Leserbrief

Bei dieser Gelegenheit möchte ich hervorheben, welche großartigen Artikel die Redakteure der NDS, und das meist mehrmals in der Woche, für ihre Leser schreiben. Dazu zähle ich auch die sehr gekonnte und wieder einmal in’s Schwarze getroffene Analyse von Marcus Klöckner dieses Pamphlets der NZZ. Die belegt, auf welches journalistische Niveau eine der renommiertesten deutschsprachigen Zeitungen gesunken ist. Der Ukrainekrieg offenbart in der Neuen Züricher wie auch insbesondere bei der Frankfurter Allgemeinen eine nahezu beispiellose politische Blindheit und Russophobie. Keine Gelegenheit bleibt ungenutzt, um einen Angriff Putins auf Deutschland herbei zu schreiben. Jetzt soll dieser also unmittelbar bevorstehen, weil die USA mit zwei Flugzeugträgern und Luftstreitkräften einen weiteren völkerrechtswidrigen Krieg, diesmal gegen den Iran, führen.

Wer so wenig von den Ursachen des Krieges in der Ukraine verstanden hat und seinen Frontverlauf seit 2022 völlig unberücksichtigt lässt, der ist für mich entweder Scharlatan oder Propagandist. Beider Art trägt er zu unserer grotesken Aufrüstung und Kriegstreiberei bei und setzt die westliche Politik der Ausgrenzung Russlands fort. In diesen Tagen erscheint der neue Bericht “Annual Threat Assessment of the U.S. Intelligence Community“ [Anm. A.G.: Bericht der Jährliche Anhörung des US-Senatsausschusse über die weltweite Bedrohungsbewertung der US-Geheimdienst-Community.] Es ist nicht zu erwarten, dass er sich von den beiden Vorjahren unterscheidet, in dem die für die Sicherheitspolitik der USA maßgeblichen Berichte jeweils zum Ergebnis gekommen waren, dass ein Angriff Russlands auf die NATO in absehbarer Zeit nicht zu erwarten sei.

Besten Gruß
L. Salomons


6. Leserbrief

Guten Tag,

nennen wir es einfach, eine weitere schwachmatige Leistung des genannten Mediums.

Schon der Aufmacher, mit dem gigantischen Fantasieflugzeug, dass sich in Teilen bereits über Osteuropa befindet und sich in Richtung der Hochburg, der selbsternannten ,,Guten” bewegt, ist Nonsens und stellt die Qualitäten der verantwortlichen Redaktion, sowie des schreibenden Journalisten doch sehr, sehr in Frage. Gebetsmühlenartig wird wieder die Angst vor Russland vorangetrieben, dass den ,,Werte-Westen“ auf vielfältige Art bedroht.

Welche Werte sind denn hier eigentlich gemeint, die Aufrechterhaltung und das weitere Schüren des Ukrainekrieges, durch indirekte und direkte militärische Unterstützung, auf dem Rücken von hunderttausenden Toten, verstümmelten, unsäglichem, menschlichen Leid und Zerstörung? Die Doppelmoral in den Angriffs und Vernichtungskriegen in Gaza, Venezuela und jetzt im Irankonflikt? Nein, mit den Richtlinien eines guten Journalismus, hat dieser Artikel rein gar nichts gemein. Auch dieses Schriftstück kann man getrost, noch wohlmeinend, als journalistische Fehlleistung in der blauen Tonne versenken.

Und die Moral von der Geschicht:‘ ärgere dich einfach über diesen Unsinn nicht.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten

Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.

Es gibt die folgenden E-Mail-Adressen:

Weitere Details zu diesem Thema finden Sie in unserer „Gebrauchsanleitung“.

Beitrag versenden

Sie kennen jemand der sich für diesen Beitrag interessieren könnte?
Dann schicken Sie ihm einen kleinen Auszug des Beitrags über dieses Formular oder direkt über Ihr E-Mail-Programm!