Leserbriefe zu „Hetze gegen Russland – am laufenden Band“
In diesem Beitrag bewertet Albrecht Müller aktuelle publizistische Aktivitäten gegen Russland. Sein hohes Alter helfe ihm dabei. Die Behauptung, Russland drohe mit Krieg, werde nicht belegt, sei „aber wichtig, um für weitere Rüstung auf unserer Seite Reklame zu machen“. Hingewiesen wird u.a. darauf, dass der 1963 bei einem Auftritt bei der Evangelischen Akademie in Tutzing verkündete Slogan „Wandel durch Annäherung“ im Oktober 1969 zur Politik des neu gewählten Bundeskanzlers Willy Brandt geworden sei. Seine Hauptbotschaft: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein“. Nun jedoch sei die herrschende Politik zur Politik der Abschreckung zurückgekehrt. Das sei „ein grandioser, ein schrecklicher Verlust an Friedensfähigkeit und Friedenswillen“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante Leserbriefe bekommen. Dafür danken wir ganz herzlich. Es folgt nun eine Auswahl, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
“Nun ist die herrschende Politik zur Politik der Abschreckung zurückgekehrt.”
Das ist noch höflich und neutral formuliert. Auf mich wirkt es wie eine Politik der Bedrohung.
Rolf Henze
2. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Müller,
zu Ihrem obigen Artikel in den NDS vom 11.05.26 bleibt einem nur noch übrig festzustellen:
Das Heute Journal mit Moderator Christian Sievers steht in würdiger Nachfolge des unseligen Gerhard Löwenthal und seiner Hetz-Sendung “ZDF-Magazin” unter dem damaligen Intendanten Karl Holzamer. Das müssten Sie noch gut kennen. In der DDR hatte man für sein Gegenstück Eduard von Schnitzler mit seinem “Der Schwarze Kanal” den Namen “Sudel-Ede” . Ich möchte nur wissen, woraus die heutigen “Sudel-Journalisten” ihre Arroganz ableiten, großmäulig über die Verhältnisse der ehemaligen DDR und das heutige Russland herzuziehen. So wie sie sich heute der herrschenden Politik andienen, hätten sie in der der DDR beim Radfahren um die Gunst der Oberen sicherlich erste Preise gemacht.
Mit freundlichen Grüßen und großem Respekt für Ihre Arbeit
Engelbert Kuhn
3. Leserbrief
Lieber Herr Müller,
vielen Dank für Ihren Artikel der zeigt, wie massiv, schamlos und substanzlos gegen Russland gefeuert, gehetzt wird. Wenn dieser Herr Armin C. sich über Russland verbreiten darf, weiß man schon was kommt. Nach den heute-Nachrichten gegen 19:00 mit Herrn C., dann abends kurz vor 23 Uhr vor dem Schalfengehen ein Journalist in hr-info, der ungehindert Lügen über Russland und die Ukraine verbreiten durfte. Z.B. dass das ukrainische Volk geeint sei und gerne weiter kämpfen möchte und die russische Kultur als Kitsch einzuordnen sei. Heute morgen beim Erwachen um 6:40 Uhr in hr-info Frau Strack-Zimmermann, die sich über den Vorschlag Putins über Schröder als Vermittler ereiferte bzw. geiferte. Weiter um 7:10 im DLF die Zeitungskommentare, einer übler als der andere, dass Schröder der denkbar schlechteste Vermittler sei, usw usw. Heute fliegt Pistorius zu Selenski, um mit diesem weitere Kriegsvorbereitungen zu treffen, ohne dass ich bis jetzt Kritik daran vernommen hätte.
Ich habe den Eindruck, die wollen alle Krieg, sonst würden sie nicht so sprechen bzw schreiben.
Wie soll das jemals besser werden?
Herzliche Grüße, Joachim Seffrin
Eben eine Umfrage von Civey, ob Schröder als Moderator geeignet sei. Die überwiegende Mehrheit sieht das positiv, im krassen Gegensatz zum Medienecho.
Herzliche Grüße, Joachim Seffrin
4. Leserbrief
Lieber Herr Müller!
Ich habe diesen Beitrag mit Armin Coerper auch gesehen und habe festgestellt, dass der Kommentar des RTL-Reporters Rainer Munz zuvor bei “RTL aktuell” um 18.45 weit weniger scharf war. Obwohl ich nicht viel von den Privaten halte, sehe bei Herrn Munz den einzigen Journalisten aus dem Fernsehen, der dem russischen Präsidenten noch einigermaßen Respekt entgegenbringt. Dies zeigt sich z.B. an einer so banalen Tatsache, dass er grundsätzlich immer von “Wladimir Putin” und nicht nur von “Putin” spricht. Ich verfolge dies schon lange. Vielleicht können Sie selbst Sie sich selbst auch mal davon überzeugen. Das ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber andere sprechen manchmal vom “Autokraten”, “Machthaber” oder “Diktator”. Manche reden auch von “Putins Appetit” nach mehr. Das kann ich mir bei Rainer Munz so nicht vorstellen und ich hoffe, dass solche Hässlichkeiten auch in Zukunft unterbleiben. Kritisch ist er natürlich schon gegenüber dem russischen Präsidenten, er will ja seinen Job behalten. Aber wie heißt es so schön: “Der Ton macht die Musik”
Mit freundlichem Gruß
Harald Pfleger
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Müller,
Russland als Bösewicht ist ja ein alter Hut, aber es gab auch andere Zeiten.
Sebastian Haffner hatte über die deutsch- russischen Beziehungen 1968 ein Buch geschrieben, was beim Hanser Verlag wieder neu erschienen ist.
Es heißt “Der Teufelspakt” .
ISBN 978-3-446-28599-6
Spannender als jeder Krimi Das Buch erklärt die Beziehungen zwischen beiden Staaten ab 1917.
Mit freundlichen Grüßen
Rudolf Jahn
6. Leserbrief
Guten Tag,
nennen wir die Hetzer, wie gestern wieder das ZDF, mit Korrespondent und Moderator, doch einfach Schwätzer.
Es fällt immer schwerer, sich diese Leute an zu tun. Warum machen die nicht einfach das, wofür sie vom Gebührenzahler entlohnt werden, nämlich eine objektive, sachliche und vorurteilsfreie Berichterstattung allen Seiten gegenüber. Geschichtliche Zusammenhänge oder solide Recherche scheinen Fremdworte, stattdessen immer wieder dasselbe rumpoltern und Angstmacherei, um die irrsinnige Aufrüstung und das Ziel Kriegstauglichkeit bis 2029 zu erreichen.
Das Vertrauen in diese Institutionen des ÖRR, die auftragsfern agieren und das Monopol der wahrheitsgemäßen Bericht und Nachrichtenerstattung für sich in Anspruch nehmen, sinkt immer mehr ins Unterirdische.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
7. Leserbrief
Korrespondierende Kommentatoren oder kommentierende Korrespondenten – alles kalter Kaffee aus der alten Spießerrepublik Westdeutschland. Dieser Muff hat sich nun dahingehend noch verändert, dass er sich zum Verwesungsgestank einer Politiker- und Medienunternehmerkaste entwickelte. Dieser staubtrockene Peter von Zahn mit der preußischen Landjunkerattitüde eines NS-Propagandaoffiziers erquickte den westdeutschen Alt-Nazi, der von einem Tag zum anderen sich zum USA-Gläubigen gewandelt hatte, mit Berichten und Geschichten rund um das weiße Haus. Kreml-Astrologen verfolgten dagegen jeden Schritt „kommunistischer Tyrannen“ und schafften es bei exzellentem Honorar aus der BRD selbst noch aus dem gebrauchten Klopapier eines Chruschtschew mögliche Tauwetter oder Säuberungsmaßnahmen, die nicht den Anus des Benutzers betrafen, herauszulesen.
Das wurde von der der bildungsbürgerlichen Klasse wie ein Evangelium aufgesaugt und anderntags vom Oberstudienrat und Berufssudeten Herrn Ho., der wie es sich gehört als Studienrat Notizen über diese Sendung gemacht hatte, den Schülern im Unterricht vorgesetzt. Nicht ohne noch einmal in der Einleitungsphase zur Geschichtsstunde darauf hinzuweisen, dass eine solche Medienfreiheit für die Brüder und Schwestern hinter der nur ein Kilometer entfernten Mauer und für Millionen in den Statellitenstaaten des Iwan ein beglückender Wunschtraum wäre, statt ewig nur die offizielle Staatsmeinung sich anhören oder ansehen zu müssen. Dabei fiel sein strenger Blick auf den Fünfer-Kandidaten in der letzten Reihe, über den im Kollegium schon länger wegen seiner „linksradikalen Ansichten“ getuschelt wurde. In den Siebziger Jahren, wo Unionsfreunde den Untergang des Abendlandes immer lauter beklagten, blieb dann nur die Langweilerrunde mit einer Flasche Marke „goldener Oktober“, sechs Weingläsern und einem beständig fragenden Werner Höfer: „Was sagt Frankreich dazu…?“ „Wie denkt man darüber in London?“ „Wie steht Österreich zur deutschen Frage?“ Russische Journalisten wurden nie eingeladen. Wahrscheinlich nur, weil der sparsame WDR-Intendant befürchtete, dass der Korrespondent aus der UdSSR das Weinglas an die Studiowand werfen würde, wenn die Flasche leer getrunken sei. Der „Bericht aus Bonn“ entwickelte etwas mehr Weltläufigkeit. Friedrich Nowottny begab sich auf den Flugplatz Köln-Wahn und rätselte darüber, was es für das deutsch-amerikanische Verhältnis bedeuten würde, dass Jimmy Carter von sich aus zwei Schritte auf Bundeskanzler Schmidt zuging anlässlich seines Staatsbesuchs in Deutschland. Schlimmer geht immer. Man erinnere sich mit Grausen an die „Herz- und Schmerzkomödie, welche die Tagesschauredaktion inszenierte, als Barak Obama in Hannover-Langenhagen (!) der Bundeskanzlerin Merkel auf dem Rollfeld begegnete. Man wähnte sich als Fernsehzuschauer in einem Arztfilm der Fünfziger Jahre zu sein, wo Professor Sauerfleisch die neue Nachtschwester Ingelborg begrüßt. Knisternde Erotik und feinstes Schmalz triefte aus der unterlegten Journalistenstimme in den geheiligten objektiven Nachrichten.
Aus dieser Fülle der Beispiele zeigt sich eindeutig, welche Bedeutung diese Korrespondenten für den Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oder den bundesdeutschen „Edelfedern“ besitzen: nämlich gar keine. In der Regel werden die letzten Heuler auf solche Posten abgeschoben, oder bei dem Deutschlandfunk als Erbhöfe von dem Vater auf den Sohn übertragen. Es geht nicht um Information, sondern um Manipulation. Dem deutschen Untertan werden Experten präsentiert, die im unbekannten Ausland in den entlegensten Winkeln recherchieren, um ein landestypisches Meinungsbild zu erhalten. In Wirklichkeit wird die Staatsmeinung der Bundesregierung lediglich aus den fernen Hauptstädten vorgetragen, damit der Eindruck erweckt wird, dass auch in Polen kein dringenderes Bedürfnis besteht, als die BRD im Stadium höchster Kriegstüchtigkeit bewundern zu wollen und man es dort kaum erwarten kann, die größte konventionelle Armee Europas wieder im eigenen Land zu wissen, deren Stärke man bereits vor 87 Jahren zu spüren bekam.
Nicht auszudenken, man würde sich einfach in den Sessel setzen, den Fernseher und PC abzuschalten und allein die Information von Präsident Putin auf sich wirken zu lassen. Im Hinterkopf das beständige Krakeelen von Bundespolitikern, dass es ungeheuerlich sei bei Friedensgesprächen über den Ukrainekrieg Europa und insbesondere die BRD einfach auszuschließen. Stattdessen nennen sie das Angebot von Gesprächen nur einen Köder, den der schlaue Bundeskanzler sofort als vergiftet erkannte. Denn ein Graf Methan von Gazprom, auch bekannt als Gerhard Schröder, ist ja Handelsvertreter russischer Konzerne. Ganz im Gegensatz zu Bundeskanzler Fritze Merz von BlackRock. Die Ablehnung des Kanzler war konsequent – wenn man auf Weiterführung des Krieges setzt, wie es der belgische Generalstäbler formulierte. Jeder unbefangene Denker außerhalb dieser Spießerrepublik ist gezwungen nun dem russischen Präsidenten recht zu geben: Die Deutschen wollen keinen Frieden. Dieser Eindruck bleibt nun in außereuropäischen Staaten, die keine Marionetten der US-Regierung sind, haften. Für logisches Denken braucht man keine Staatsmedien und teuer bezahlte Korrespondenten geschweige denn Hobbykommentatoren – sie sind nur dann nötig, wenn es etwas zu verbergen gilt.
Stephan Ebers





