Leserbriefe zu „Der Bundeskanzler ist kein König: Das hat der Spiegel nicht verstanden“
In diesem Beitrag kommentiert Marcus Klöckner die Kolumne der Spiegel-Kolumnistin Susanne Beyer. Die Aussage der Überschrift „Es ist nicht irgendein Fritze, es ist der Bundeskanzler“ anlässlich einer Verurteilung eines Mannes, der den Bundeskanzler als „Lügenfritz“ bezeichnet habe, verdichte die ganze Tragik des Mainstreamjournalismus und damit auch das Elend der Demokratie, die unter einer herrschaftsnahen Berichterstattung seit langem leide. Aus ihren Zeilen spreche der Geist des Untertanentums, der fehlenden Respekt vor „Amt und Würde“ beklage und nicht begreifen wolle: „Ein Politiker verdient keinen Respekt durch sein Amt, sondern durch seine Politik und sein Verhalten“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die zahlreichen und interessanten Zuschriften, die wir dazu bekommen haben. Hier folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Liebe NDS-Redaktion,
“Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates.
Nicht der Bürger steht in einem Gehorsamsverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln.
Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet”.
(Gustav Heinemann)
Viele Grüße
Michael Wrazidlo
2. Leserbrief
Hallo Marcus Klöckner,
mit dem größten Vergnügen überlasse ich Ihnen meine Protest-E-Mail an Susanne Beyer, weil ich Ihren sehr gescheiten Standpunkt unterstützen möchte.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Beineke
Hallo Susanne Beyer,
Respekt vor jemand der sein Amt missbraucht, um seine gemeingefährliche russlandparanoide Absicht eines Russlandkrieges dem deutschen Volk und Europa aufs Auge zu drücken – vor dem braucht man keinen Respekt zu haben. Das gilt für alle Bellizisten in politischen Ämtern, für alle Bellizisten im Deutschen Bundestag und für alle Bellizisten der medialen Landschaft.
Mit besten Grüßen
Jürgen Beineke
3. Leserbrief
Hallo,
danke Herr Klöckner, ganz genau auf den Punkt gebracht !
Wir sind der Staat und Herr Merz hat den Auftrag uns zu dienen und jedes zuwiderhandeln, vom welchem Politiker auch immer, verdient Kritik.
In welcher Form, drüber kann man streiten.
Das aber ein Spiegel eine Volksherrschaft seit Jahren versucht auf den Kopf zu stellen und dabei eine politische Ideologie, Agenda und eine von „oben“ kommende neue Moral benutzt und fälschlicherweise als von „unten“ kommend verkauft, zeigt sehr genau auf, welchem Herren der Spiegel dient.
Die zwischendurch hier und da erscheinende „Kritik” an politischen Zuständen sind Feigenblätter, die “echten Journalismus“ simulieren sollen.
Der eigentliche Auftrag des Spiegel ist aber klar :
Eine politische Ideologie und Moral als Volkswillen zu verkaufen, zum nicht denken erziehen und dem Volk einreden, das politische Gläubigkeit politisches Denken sei…
Grüße
Thomas Rath
4. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner,
vielleicht sollte man den Aktivisten im Hamburger Speigel-Haus eine LKW-Ladung von Thomas Manns „Der Untertan“ schicken.
Aktuell bei Amazon als Taschenbuch ab 6,20 Euro zu beziehen, Herausgeber die „Hamburger Lesehefte“.
Ob die Redaktion damit etwas anzufangen weiß, dürfte indes fraglich sein, längst ist das einstige Sturmgeschütz der Demokratie zu einer linientreuen Propagandamaschine mutiert. In der DDR gab es ja die SED-Agitationskommission, die darüber wachte, dass kein DDR-Medium von der Partei- und Regierungslinie abwich. Auf heutige Verhältnisse bezogen wäre eine solche Aufsicht beim Spiegel nicht nötig.
Und was die Bezeichnung “Lügenfritze” betrifft, hätte das Gericht angesichts der vielen gebrochenen Wahlversprechen nicht zwischen “Meinung” und Beleidigung” abwägen, sondern eher klären sollen, ob es sich in diesem Fall nicht eher um eine Tatsachenbehauptung handelt.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Frenzel
5. Leserbrief
Guten Tag,
Ehre wem Ehre gebührt, dem,, Herrn Bundeskanzler ” gebührt sie offensichtlich nicht.
Ein ganz einfacher und verständlicher Rat wäre da: Herr Merz tun sie das, worauf sie ihren Amtseid abgelegt haben, nämlich dem Wohl des Deutschen Volkes zu dienen.
Eine der vordringlichsten und vom Grundgesetz geforderte Pflicht ist es, dem Frieden zu dienen.
Kriegstreiberei, Hetze und Doppelmoral stehen dieser Verpflichtung entgegen.
Innenpolitisches herumeiern und Sozialabbau auf Kosten irrsinniger, militärischer Aufrüstung gefährden den sozialen Frieden. Weitere dringend zu lösende Aufgaben, wie Wirtschaft, Arbeitsplätze, Energiesicherheit, bezahlbarer Wohnraum, die Migration, die marode Infrastruktur, das Gesundheitssystem, die Renten und vieles mehr.
Die Menschen erwarten, dass die verantwortliche Regierung endlich tatkräftig zupackt.
Respekt muss man sich verdienen, dass gilt auch für einem Bundeskanzler und natürlich alle anderen Mandatsträger.
Und Spieglein, Spieglein an der Wand, was schreibt der Spiegel elegant und journalistisch fern ab der Spur, tut er gefällig dem narrativ nur.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
6. Leserbrief
Sehr geehrter Her Klöckner,
Sie schreiben: “Merz ist auch Mensch. Und vom Grundsatz her ist Respekt vor Mitmenschen angebracht.”
Wer bestreitet, dass Friedrich Merz auch (ein) Mensch und Mitmensch ist? Es gibt aber einen gewaltigen Unterschied zwischen dem “Menschen” Friedrich Merz und “Menschen” wie Beate Bauer, Karolin Kleinschmidt, Manfred Mustermann und Norbert Normalbürger. Herr Merz kann seinen Job jederzeit an den Nagel hängen und sich einen anderen Job suchen, wenn er mit diesem Job überfordert ist, oder in Rente gehen. Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann wird der “Mensch” Friedrich Merz in diesem Jahr 71 Jahre alt. Kann er von dem Geld, das er jahrelang bei Black Rock usw. verdient hat, nicht leben?
Wo ist der Respekt des “Menschen” Friedrich Merz gegenüber anderen Menschen vor allem arbeitslosen Menschen, obdachlosen Menschen, geringverdienenden Menschen und Renterinnen/Rentnern, die ein Leben lang hart gearbeitet haben und dann ein paar lausige Euro Rente im Monat bekommen? Vielleicht gehören Rentnerinnen und Rentner, die sich in diesem reichen Land bei den Tafeln anstellen und/oder Pfandflaschen sammeln, aus der Sicht der Spiegel-Kolumnistin Susanne Beyer auch nicht zu den “Menschen”? Wer weiß das schon?
Warum lässt der “Mensch” Friedrich Merz es zu, wenn Politiker seiner eigenen “christlichen” Partei geringverdienende Menschen gegen arbeitslose Menschen aufhetzen, um Kürzungen bei Menschen, die von Bürgergeld leben, zu legitimieren? Nur so am Rande, werter Herr Bundeskanzler und Mensch Friedrich Merz: Nicht alle Menschen in diesem reichen Land, die von Bürgergeld leben, sind auch erwerbsfähig. Es gibt auch Menschen, die chronisch krank, schwerbehindert und/oder pflegebedürftig sind, nicht arbeiten können und von Bürgergeld leben müssen. Möglicherweise sind aber auch das für die Spiegel-Kolumnistin keine Menschen? Warum kritisieren Menschen wie Friedrich Merz und Susanne Beyer zur Abwechslung nicht einmal “superreiche” Menschen? Möglicherweise sind das aber keine Menschen mehr, sondern “Übermenschen” oder “Gottmenschen”?
Früher war der Spiegel einmal das “Sturmgeschütz der Demokratie”. Aber welcher Mensch kann sich noch daran erinnern? Heute hilft der Spiegel fleißig dabei mit, die Demokratie sturmreif zu schießen und wirft dann auch noch mit verbalen Steinen auf Menschen, die das kritisieren. Das nennt man Zeitenwende! In Deutschland leben 2026 rund 83 Millionen Menschen, aber echte Menschenfreunde und Menschenliebe muss man in diesem Land inzwischen mit der Lupe suchen.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Schmiedel
7. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
zu Ihrem Beitrag “Der Bundeskanzler ist kein König”
Anbei meine Reaktion auf den Spiegel-Artikel von Frau Beyer.
Mit herzlichen Grüßen
Karl Kudla
Sehr geehrte Frau Beyer,
Sie fühlen sich also bemüßigt, für Kanzler Merz Respekt anzumahnen.
„Es ist nicht irgendein Fritze, es ist der Bundeskanzler“.
Genau da liegt das Problem.
Wenn ich vor Kanzler Merz etwas habe, dann ist es ANGST – Angst, dass er uns in einen verherrenden Krieg mit Russland zieht, weil er nicht bereit ist, die Ursachen und die Geschichte dieses Konflikts anzugucken, sondern die Mitschuld des Westens und der Ukraine daran komplett leugnet, weil er der Ukraine deutsches Kriegsgerät liefert in der irrigen Annahme, damit könne man eine Atommacht zur Kapitulation zwingen.
Vor so einem Kanzler soll ich auch noch Respekt haben? Geht’s noch?
Wenn es um Merz als Mensch geht, als ganz normaler Fritze, dann können wir uns schnell einig
werden: Da schulde ich ihm den Respekt und die Achtung, die jeder Mensch verdient wegen seiner unantastbaren Menschenwürde.
Aber als Kanzler habe ich nur Respekt vor ihm, wenn er ihn meiner Meinung nach auch verdient.
Und das tut er nicht. Im Gegenteil: Ich habe ANGST vor ihm, weil er Kanzler ist und eine Macht
hat, die er nicht verdient und verheerend werden kann.
Probieren Sie ihren Fritzesatz einfach mal statt mit Fritze mit Adi aus: „Es ist nicht irgendein Adi, es ist der Reichskanzler“: Würden Sie das auch sagen und Respekt vor Kanzler Adi verlangen, echt?
Frau Beyer, Ihr Verständnis von einem Kanzler ist entweder kriecherisch oder nicht zu Ende gedacht. Und nein, ich möchte Merz nicht mit Hitler vergleichen, ich möchte nur Ihnen auf die Sprünge helfen.
Mit freundlichen Grüßen
Karl Kudla
8. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner, sehr geehrtes Nachdenkseitenteam
Es ist unzweifelhaft, dass dieser Fritz gelogen hat, als er nach der letzten Bundestagswahl mit fragwürdigen Mitteln die Schuldenbremse ausgehebelt hat, um eine bisher noch nicht da gewesene Verschuldung der BRD auf den Weg bringen zu können, um Aufrüstung und Ukraine-Krieg zu finanzieren, der in seinem Wahlkampf auch fast nicht thematisiert wurde, obwohl dieser seine heutige Politik wesentlich bestimmt. Er hat in diesem Zusammenhang deshalb offensichtlich gelogen, weil er sich vor der Wahl massiv gegen die Aufhebung der Schuldenbremse und gegen weitere Verschuldung stark gemacht hat und damit implizit geagt hat, dass er nach der Wahl keine Verschuldungspolitik betreiben würde.
Ob er sonst noch lügt oder nur in weltpolitischen oder sonstigen politischen Konstellationen gefangen zur Vermeidung kognitiver Dissonanz, oder von sonstigen Motiven geleitet, das sagt bzw. sagen muss, was er nicht glaubt, sei dahin gestellt. Ob man vor einem solchen Lügner Respekt haben kann oder sogar muss, sei jedem selbst überlassen. In jedem Fall sollte und kann man einen Menschen nicht auf eine solche isolierte Tat reduzieren. Auf jeden Fall muss man nicht vor einem Bundeskanzler qua Amt eine besondere Hochachtung haben, selbst wenn er eine gewisse Intelligenz zeigt, die aber nicht immer mit moralischem Elitentum einhergehen muss, wie die Geschichte eindrucksvoll gezeigt hat.
Fritz Gerhard
9. Leserbrief
Guten Tag,
zum Kommentar von Hr. Klöckner: Der Bundeskanzler ist kein König: Das hat der Spiegel nicht verstanden
Seit wann wird der Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin von den Wählern gewählt? Das erledigt der gewählte Bundestag.
Freundliche Grüsse
Harald Janko
10. Leserbrief
Liebe NDS, Marcus Klöckner,
Ihr Artikel ist vollstens zutreffend. Die Kolumnistin Frau Beyer macht hier einen Fehler (…). Alle Personen, die Parlament und Regierung bilden, sind vom Souverän gewählte und in den Dienst des Souveräns gestellte Funktionsträger. Ihre Aufgabe ist es, die Anforderungen umzusetzen, die auf mehrheitlicher Basis des Souveräns ermittelt und kommuniziert wurden. Der Amtseid ist dann ein Committment gegenüber dem Souverän, diese Anforderungen entsprechend dem Inhalt des Amtseids umzusetzen. Dafür bezahlt der Souverän mit Steuergeld diese austauschbaren Funktionsträger. Ein “König” mag seine eigenen Anforderungen umsetzen. Ein in einer Demokratie vom Souverän gewählter Funktionsträger, wie Friedrich Merz, hat die Anforderungen des Souveräns umzusetzen, nicht seine eigenen!!
Ein Funktionsträger ist in diesem Sinne keine menschliche Persönlichkeit und damit auch nicht beleidigbar. Harte und scharfe Kritik sind ein Angriff auf den Funktionsträger, nicht den Menschen dahinter, und zeigen zum Beispiel heute auf, dass die Mehrheit des Souveräns mit der Arbeit dieser Bundesregierung nicht einverstanden ist. Es geht nicht um Merz persönliche Ansichten und Vorstellungen, sondern darum, dass er dieses Committment gegenüber dem Souverän mehrfach gebrochen hat, um seine eigenen Anforderungen durchzusetzen.
Merz und jeder Politiker ist Diener des Souveräns! Jeder Funktionsträger in diesem Staat hat respektvoll gegenüber dem Souverän zu handeln, nicht umgekehrt. Deshalb soll das GG ja auch den Bürger im Souverän vor Übergriffen des Staates und seiner Funktionsträger schützen – nicht umgekehrt. Wer diesen Unterschied nicht erkennt, darf nicht in der Politik arbeiten. Friedrich Merz, Frank-Walter Steinmeier und jeder Politiker im Parlament und dieser Bundesregierung sind primär öffentlich-vereidigte Funktionsträger, verpflichtet gegenüber dem Souverän – und nur sekundär private Personen!
(…)
Der Souverän in Deutschland hat mehrheitlich nicht nur seinen Respekt vor dieser Bundesregierung und unserem Parlament, sondern auch größtenteils vor den Medien und ihrer Propaganda verloren. Eine Regierung, deren Akzeptanz beim Souverän gegen 10% konvergiert, ist nicht mehr tragfähig. Ihre Funktionsträger – auch in den Parlamenten – gehören ausgetauscht, auch um das riesige Netzwerk im Staat – ich nenne es die “institutionaliserte Korruption” zu beseitigen, ohne die neue Politikansätze nicht mehr möglich sind. War es nicht Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der mal von der “Unregierbarkeit” unseres Landes sprach?
Grüße
von unserem Leser R.O.
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