Leserbriefe zu „Schuld ist „die Welt“: Merz‘ politische Bankrotterklärung am Tag der offenen Tür im Bundeskanzleramt“
Marcus Klöckner kommentiert hier ein von Bundeskanzler Friedrich Merz veröffentlichtes Video. Darin würden Leerformeln auf Verharmlosungen bauen und von auch nur halbwegs vernünftigen Ursachenanalysen fehle jede Spur. Merz liefere „politische Dampfplauderei – substanzlos, aber zugleich gefährlich“. Denn Deutschland stehe vor gewaltigen, politisch verursachten Problemen. Und dann stehe da ein Mann am Steuerungsrad der Republik, der nicht im Ansatz die Probleme zu begreifen scheine – oder die Probleme vielleicht doch begreife, aber die Öffentlichkeit über die eigene Verantwortlichkeit hinwegtäuschen wolle. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe dazu. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Sehr geehrte Nachdenkseiten,
Bravo, Marcus Klöckner!
Um in der Zeitachse von Louis de Funès zu bleiben: wir Alten erinnern uns gut an die Bundestagsreden von Loriot und den Unterschied zwischen CDU und SPD. Dampfplauderei der Politiker:Innen (m/w/d) ist nichts Neues, aber unter den gegenwärtigen Umständen brandgefährlich.
Dieser Mann weiß leider genau, was er da macht. Eben bösartige, faustrechtliche Machtgier, und er glaubt mit Sicherheit den Unsinn den er da verzapft.
Freundliche Grüße, und weiter so, Wolfgang Blendinger
2. Leserbrief
Guten Morgen!
Soso, nach “UnsereDemokratie™” jetzt also auch “UnsereWirtschaft™”.
Was kommt als nächstes?
“UnsereKriegswirtschaft™”?
Und danach?
“UnserKrieg™”?
Und danach?
“UnserUntergang™”…???
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Klein
3. Leserbrief
Guten Tag,
die Welt ist die Welt, Herr Merz, aber versuchen, die Welt ein Stück besser zu machen und das noch zum Nutzen des eigenen Landes, Europas und der Welt, dass wäre der richtige Ansatz.
Deutschland im Herzen Europas, sollte und muss ein Garant des Friedens, der Vernunft und der Völkerverständigung mit allen Völkern sein. Stattdessen wird ein Krieg unter zwei Brudervölkern, mit fadenscheinigen Argumenten und zum Nachteil unseres Landes befeuert und gegen Russland, einen bis dato zuverlässigen Energie und Rohstofflieferanten zum Krieg gehetzt. Zusammen mit einer seit mehreren Jahren energie- und wirtschaftspoltischen Geisterfahrt geht die Wirtschaft langsam in die Knie. Die öffentlichen Kassen sind trotz Rekordschulden und hoher Steuer und Abgabenlast für die ,, Normal ” Bürger leer. Politische Zwietracht und Meinungsmanipulationen durch die Massenmedien führen zu Misstrauen und wachsender Unzufriedenheit.
Da muss natürlich ein Schuldiger gefunden und benannt werden. ,, Schuld ist die Welt “, so einfach ist das.
Ein kleiner Ratschlag wäre da, das Hemd ist näher als die Hose. Kehren sie zurück zur Friedenspolitik, zu Diplomatie und einem Dialog mit Russland, Herr Merz. Dann klappt es auch wieder mit günstiger Energie und anderen Rohstoffen.
Sanktionen, die die eigene Wirtschaft und Bevölkerung an die Wand fahren, braucht niemand.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe
4. Leserbrief
Lieber Herr Klöckner,
Mann kann eine Kommunikation aus Politik und Medien durchaus begreifen ohne Einzelheiten zu kennen oder zu erforschen.
Sobald das Wort Reformen fällt sollte man verstehen: Hier wird der Versuch gemacht die Bevölkerung hinters Licht zu führen.
Man greife sich als Beispiel folgenden Satz heraus: Veränderungen sind notwendig, damit vieles so bleiben kann, wie es ist.
Um welche Veränderungen es geht bleibt ungesagt. Was so bleiben kann wie es ist bleibt ebenfalls ungesagt. Ein solcher Satz ist lupenreine Desinformation.
Seine Übersetzung in die Realität lautet: die durchgeführten Veränderungen sind notwendig, um die Macht und Privilegien der Machtelite aus Politik und Wirtschaft zu festigen und nach Möglichkeit zu erweitern.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Veränderungen überflüssig sind. Die Bevölkerung braucht tatsächlich eine tiefgreifende Veränderung. Die politische Führung muss mit demokratischen Mitteln ausgetauscht werden. Das hat zu geschehen in einer Form wobei die Macht der Gewählten eingehegt ist. Der demokratische Grundsatz muss wiederbelebt werden, bei dem die Bevölkerung die politische Führung kontrolliert. Ein erster wichtiger Schritt wäre, den Amtseid des Bundeskanzlers strafbewehrt zu machen, würde bedeuten bei flagranter Verletzung, strafrechlich als Meineid zu werten und zwar unter Aussetzung der Immunität im Schnellverfahren.
Nachzudenken ist, den Amtseid zu ergänzen mit konkreten Definitionen was als flagrante Verletzungen zu verstehen ist.
Ein solcher Schritt würde natürlich bedeuten Verfassungs- und Strafrecht zu verknüpfen, ein Bruch der Rechtstradition, aber eine solche Reform ist notwendig um politischen Bankrott zu verhindern.
Die Signalwirkung einer solchen Reform sollte man nicht unterschätzen.
Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens
5. Leserbrief
Sehr geehrter herr Klöckner sehr geehrtes Nachdenkseitenteam,
ganz so einfach, wie sie es plakativ erklären, ist es meiner Meinung nach nun auch wieder nicht. Natürlich ist der vom Westen provozierte Stellvertreterkrieg gegen die Ukraine mit den Wirtschaftssanktionen gegen Russland und der Finanzierung des Ukrainekrieges die wesentliche Ursache für die schwierige gegenwärtige wirtschaftliche Lage Deutschlands. Hinzu kommen aber auch noch andere Faktoren, wie
- die US-Wirtschaftspolitik gegenüber Europa (Zölle)
- die nachteilig veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse gegenüber China
- die selbstverschuldete Niedergang der deutschen Autoindustrie (Abschaltautomatik, falsche Produktpolitik)
- die Konsequenzen aus dem Boykott der Straße von Hormus infolge des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges der USA und Israels
- die Flüchtlingssituation mit den Flüchtlingen aus Afgahnistan, Syrien, der Ukraine, Venezuela etc., die wesentlich von den USA ausgelöst wurden, woran aber auch die BRD teilweise beteiligt war bzw. ist.
Bislang hat die deutsche Wirtschaft mit ihrem ständigen Aussenhandelsüberschuss sehr von der Gloabalisierung profitiert, was aber teilweise moralisch problematische neokoloniale Strukturen voraussetzt, damit die hiesige Wirtschaft davon profitieren konnte. Inzwischen zeigt dies aber auch, dass darin auch Abhängigkeiten enthalten sind, die nun zunehmend mehr fatale Wirkungen für die hiesige Wirtschaft zeitigen.
Diese Abhängigkeiten treten nun mehr ins Bewusstsein und es gibt zunächts plausible naheliegende Lösungsvorschläge, z.B. den Krieg gegen Russland zu beenden und wieder normale Beziehungen insbesondere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland aufzunehmen und uns gleichzeitig von den USA und der EU zu lösen, die ja für viele der Problemursachen verantwortlich sind.
Der Gedanke ist auf den ersten Blick überzeugend, berücksichtigt jedoch nicht die Tatsache, dass wir in vielerlei Hinsicht, speziell aber auch in wirtschaftlicher Hinsicht von den USA und Rest-Europa abhängig sind. Selbst wenn es möglich sein sollte, die transatlantischen Strukturen im Hintergrund zu überwinden, die Deutschland wesentlich unterwandert haben und dominieren, so blieben die wirtschaftlichen Abhängigkeiten nach wie vor bestehen. Wenn man das Wohlwollen der USA nicht verlieren will und die hiesige Wirtschaft nicht drastischen Wirtschaftssanktionen der USA ausgesetzt sehen will, wird man im Interesse des hiesigen Wohlstands, auch desjenigen der breiten Bevölkerung, bestimmte Kröten schlucken müssen. Einer Demokratie würde es natürlich gut anstehen, wenn diese Kröten und ihre Aushandlung in aller Öffentlichkeit als solche thematisiert würden und nicht im moralischen Propagandasumpf verschleiert würden.
Fritz Gerhard
6. Leserbrief
Ich weiß nicht, ob Herr Klöckner Musiker ist. Hier haut er auf die richtigen Tasten und leider fliegen die dem unsagbaren Einfaltspinsel nicht um die Ohren. Unsagbar deshalb, weil ich es ja nicht zu ihm sage – zu dem Einfaltspinsel- sondern mich nicht wehren kann, es hier zu schreiben. Wenn das veröffentlicht wird, fiele ja die Schuld an die NDS und die haben schon genug mit Rechtsangelegenheiten zu tun (gehabt).
Was nur kann ein Uraltpauker denn nur fühlen (nicht denken!), wenn er diesen Satz hier lesen muss und dann auch noch hören muss: Veränderungen sind notwendig, damit vieles so bleiben kann, WIE ES IST!! So soll es bleiben und damit es bleiben kann, muss der Makroökonom Merz notwendigerweise verändern! Merz setzen! 6! Noch nicht einmal Vereinfachungen gelingen dem Steuerklärungsgenie – vor 20 Jahren nicht und heute nicht. Auf dem Bierdeckel sei das machbar. Wo sonst als über der Bürger Steuerqual sollen denn die Milliarden für den Krieg gegen Russland herkommen? Er ist doch der Spruchbeutel, der schon alsbald die Bundeswehr kriegstüchtig machen muss – aber auch unbedingt will! Nur gut dass wir -also “Unseredemokratie” – über ausreichend Sondervermögen verfügen.
Autor Klöckner -ein GUTER wie so oft- erlaubt sich einen lustigen Rechtschreibfehler: “Scharmlos aber verschweigt der Kanzler”” Das ist nicht klagewürdig. Charme versprüht dieses dröge Politwesen in keiner Phase seines Politdaseins. Dazu gibt es auch keinen Grund. Der Mann ist der Mann für das ganz Große. Was tut es da, dass er mal bei einer Vorsitzwahl von der Dame Merkel weggebissen wurde! Da ist verzeihlich. Aber dann hat das Politwesen Kramp-Karrenbauer in die Zügelgebissen. Und er muss doch nach oben immer weiter nach oben- er ist der Black-Rockfavorit für den Kanzlerthron! Dann hat es ihn noch einmal getroffen. Ein Laschet -jawoll der Ahrtal-Laschet- hat ihm die gesagt: Lass et!
Halt! Es geht ja nicht um den Charme! Klöckner wollte SCHAMLOS schreiben. Das passt!
Das ist der Kanzler, der im Interesse der Transatlantiker und ihrer unheimlichen Hintermänner wieder deutsche Stiefel auf Hochglanz bringen will. Um 2029/30 herum ist nämlich der böse Russe zum Angriff bereit. Es muss sich “etwas” verändern. Ich lass das Tippen jetzt sein, denn Herr Klöckner hat geschrieben, was zu schreiben ist.
Dieter Münch bittet um Nachsicht, denn als ausgebombtem Kriegskind ist ihm mulmig zu Mute.
7. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Klöckner,
eine kleine Berichtigung zu Ihrer Kritik:
Herr Merz steht nicht, sondern sitzt bequem in einem Sessel während seiner epochalen Rede zur Lage der deutschen Wirtschaft, der Sicherheitslage der Welt etc. etc.
Diese Haltung erinnert mich an die Haltung des ehemaligen Bundespraesidenten Herzog, der auf scheunentorgroßen Plakaten, ebenfalls bequem sitzend dargestellt, forderte:
“Ein Ruck muss durch Deutschland gehen!”
Auch dieser Politiker forderte von “seinem Volk” das, was er selbst nicht beherrschte: Einen Ruck – ja zu was denn? Zu tatkräftigen Handeln? Zu neuen Ideen? Zur Weitergabe der Schuld für eigenes Versagen? Zur Belobigung der Versager? Zur Benachteiligung der Schuldlosen?
Hauptsache: Ein Ruck – oder zwei, oder gar drei…
Mit freundlichen Grüßen
Günter Steinke
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