Leserbriefe zu “Wer sich über Infantino echauffiert, darf auch zu Merz nicht schweigen”
Jens Berger übt in seinem Kommentar beißende Kritik an der „Aufregung“ über die Intervention von FIFA-Chef Gianni Infantino und Donald Trump bei der Schiedrichterentscheidung gegen den US-amerikanischen Nationalspieler Balogun. Es ist unbestritten und seit Langem bekannt, dass sich FIFA und/oder Trump über diverse Regelwerke hinwegsetzten. Warum sich die (mediale) Öffentlichkeit allerdings hier echauffiert und dabei die unterwürfige, korrupte und verlogene Haltung deutscher bzw. europäischer Spitzenpolitiker wie Friedrich Merz, Mark Rutte und Ursula von der Leyen nicht anprangert, kann unser Autor nicht nachvollziehen: Beim Fußball geht es um „banale Dinge wie einen albernen „FIFA-Friedenspreis“ oder Rote Karten im Fußball“, bei Merz & Co. „um Billionen, unsere Zukunft und, wenn es hart auf hart kommt, um Krieg oder Frieden. Das sollte man nicht gleichsetzen.“ Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Leserbriefe, die Ala Goldbrunner für Sie zusammengestellt hat.
1. Leserbrief
Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,
sehr geehrter Jens Berger,
Sie treffen den Nagel mal wieder auf den Kopf.
Selbstverständlich sind Merz, von der Leyen, Rutte und wie sie alle heißen mögen Schleimer und Bücklinge, die nicht ansatzweise Rückgrat haben.
Aber machen wir uns doch nichts vor, andernorts sind die Sümpfe ja auch nicht trockener.
Italiens G. Meloni und Frankreichs E. Macron sind keinen Deut besser, auch wenn eine MP Meloni jüngst sich mal ein paar Anwürfe von dem “Gott Auserwählten” verboten hat.
Ich habe es mal in einem früheren Leserbrief erwähnt, diese rückgratlose Luschen mögen sich allesamt mal ein Beispiel an Kanadas Premier Mark Carney oder dem kalifornischen Gouverneur G. Newsom nehmen. Nicht zu vergessen, die Herrschaften in Teheran – so muss man mit diesem Clown im WH umspringen.
Und in Sachen Fußball folgte ja prompt das entsprechende Karma auf dem Platz :
Belgien – USA 4:1.
Den “Fußballgott” scheint es tatsächlich zu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Meiser
2. Leserbrief
Lieber Herr Berger,
Sehr guter Beitrag, nachfolgend die unterliegenden Tatsachen:
Spitzenpolitiker, Regierungen lassen nur die Muskeln spielen gegen die eigene so ziemlich hilflose Bevölkerung, ‘mutige’ Entscheidungen treffen sie nur zum Nachteil ihrer eigenen Landsleute.
Es zeigt sich wie gut die Macht vernetzt ist auch über Grenzen hinweg, sie imstande ist, ihre Belange zu harmonisieren. Im Gegensatz dazu steht die Bevölkerung, die Opfer des Bestrebens ist, in individueller Isolierung gehalten zu werden.
Wo liegen die Trennlinien zwischen Vasallentum, Unterwürfigkeit und Hörigkeit?
Was Trump angeht, er erfreut sich an der Unterwürfigkeit von Merz, Rutte und von der Leyen, er spielt mit ihnen, als Bestätigung seiner Macht.
Wer sich in der Materie und Hintergründe des NDS Beitrags vertiefen möchte empfehle ich das Buch „Fight Oligarchy“ von Bernie Sanders.
Man sollte sich die Frage stellen, wie Menschen vom Typ Trump, Merz oder von der Leyen ihre Machtsposition erreicht haben? Welches sind die Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen, die das erreichen einer Machtsposition begünstigen. Im Gegenzug die Frage: was sind die Ursachen, das politisch viel fähigere Personen den Kürzeren ziehen ?
Welche – ja fast magische – Kraft bringt Menschen dazu, Politiker an die Macht zu bringen und zu halten, die ihnen Schaden zufügen ?
Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens
3. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger, sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team!
Ich möchte 2 Aspekte zu diesem Thema beitragen:
Zum einen muss man endlich einsehen, dass Profifussball (und Profisport überhaupt) für die Betreiber nur noch ein Riesengeschäft ist, das von den Zuschauern lebt und von diesen weiterhin als Sport idealisiert wird. Dabei bieten die Akteure auf dem Rasen i.d.R. durchaus “Sport” auf höchstem Niveau, aber leider ist es nur noch Zirkus. Es gab schon so viele Skandale, Spielmanipulationen durch Spieler und Schiedsrichter etc. dass es müssig ist, diese alle aufzuzählen.
Was mir bei dieser WM aufgefallen ist, sind die vielen Eigentore (teilweise irgendwie schon wie absichtlich aussehend) und die vielen unglaublichen Fehlleistungen, die auf diesem Niveau normalerweise eigentlich nicht auftreten dürften, selbst wenn man den hohen psychischen Druck, unter dem die Spieler stehen, in Rechnung stellt. Da habe ich öfter auch schon mal gezielte Spielmanipulation für möglich erachtet.
Das andere ist die Kritik an der „astreinen Arschkriecherei“ unsere Politiker gegenüber den USA bzw. gegenüber Trump. Ich denke, dass niemand aus freien Stücken zum Arschkriecher wird. Entweder befürchten unsere Politiker den persönlichen Nachteil oder den Nachteil ihrer Staaten, die sie vertreten und versuchen durch ihre “Bücklinge gegenüber Trump” diese Nachteile zu vermeiden und nehmen dafür die Demütigung in Kauf, die diese Bücklinge mit sich bringen. Gleichzeitig versuchen sie dieses wenig ehrfuchtseinflüsterndes Verhalten dem eigenen Volk mit wenig Erfolg als „Verhandlungsgeschick“ zu verkaufen.
Auch wenn man davon ausgehen kann ,dass die Politiker Politik nicht nur zum Wohl des eigenen Volkes machen, so ist es doch durchaus möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass sie diese Bücklinge doch zumindest zum Vorteil der Staaten, die sie vertreten, machen, weil sie wissen, wie sehr das Wohlergehen dieser Staaten von den USA und dem Wohlwollen ihres Präsidenten abhängig ist. Diese Sicht auf die Dinge ist erstmal schwer zu widerlegen und nur schwer zu ertragen, aber es ist in so einer Situation populistisch, an das Ehrgefühl der Bevölkerung zu appelieren, das durch solch eine Archkriecherei stark beschädigt wird, um unsere Politiker dadurch zu diskreditieren.
Für letzteres gibt es genug andere Politikfelder, die möglicherweise aber in vielerlei Hinsicht auch durch massive Abhängigkeiten von den USA gezeichnet sind.
Vielleicht sollte man sich daran machen, die vielen wirtschaftlichen , militärischen, technologischen, sozialen Abhängigkeiten etc. von den USA zu reduzieren bzw. zu minimieren, was aber wahrscheinlich auch nur gegen den massiven Widerstand der USA möglich sein wird.
Fritz Gerhard
4. Leserbrief
Hallo,
“Wie kann es sein, dass Fifa-Chef Gianni Infantino vor Donald Trump kuscht und die Fifa-Regeln im Sinne des US-Präsidenten ein wenig flexibler interpretiert?“
Nun, weil der eine sich aufgrund seiner offensichtlich narzisstischen, pathologischen Persönlichkeitsstörung zur neuen Herrenrasse zählt und der andere, namens ‚Infantilio‘ als hochwohlgeborener pathologischer Speichellecker dazugehören will…
Pat und Patho….das neue Komiker Duo…diese zwei sind einfach nur lächerlich.
Merz, Rutte und Leyen, als europäisches Komiker Trio dagegen, ist gefährlich..
Grüße
T. Rath
5. Leserbrief
Guten Tag Allerseits, um es mit Heribert Faßbender zu sagen,
Politik und Profifußball waren schon immer eine verschworene Gemeinschaft, nicht nur in der BRD. Eine kleine Aufzählung früherer Machenschaften findet man hier.
Während sich die Hauptverantwortlichen bei vergangenen Einmischungen der Politik häufig nicht outeten sondern eher die unmittelbar Handelnden sanktionierten ( beispielsweise Schiedsrichter ), ist heute jedoch auffällig, mit welcher offenen Dreistigkeit die “Chefs” sowohl im Sport als auch in der Politik Regeln brechen.
Gruß
M.K.
6. Leserbrief
Liebe Mitarbeiter von NDS,
täglich lese ich Ihre Nachrichten und bin sehr froh, dass es diese gibt. Der heutige von Jens Berger hat mich ganz besonders angesprochen und hoch erfreut. Er hat es präzise auf den Punkt gebracht, vielen Dank!
G. Groll
7. Leserbrief
Stimme mit jeder Zeile des Kommentars überein……..
Das Erste, was ich im Jahre 2022 von Infantino gelesen habe, fand ich allerdings sehr bemerkenswert im positiven Sinne……
Anlässlich der Kritik der Europäer an den politischen Verhältnissen im Gastgeberland – Schlotterbeck hat sich da besonders hervorgetan, bei den vielen Böcken, die er nachher geschossen hat, hätte er sich mehr auf den Fußball konzentrieren sollen – sagte Infantino sinngemäß: Bei ihrer Vergangenheit sollten die Europäer sich eher an die eigene Nase fassen, als andere zu kritisieren……
Da war ich beeindruckt!!!
Allerdings der erste Eindruck ist doch nicht immer der richtige…….
Freundliche Grüße
Junker
8. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Berger,
Sehr geehrte Herausgeber der NDS,
so sehr ich Herrn Trump und Herrn Infantino als eine Art Herr-und-Hund-Duo sehe und unserer deutschen Regierung immer wieder dreiste Anmaßung in Tateinheit mit köterhafter Unterwürfigkeit bescheinige, so sehe ich die Ausführungen im o.a. Artikel gleichwohl und gerade deshalb kritisch, vor allem angesichts dieser Äußerung:
“Wer hier keine scharfe Kritik übt, ist selbst nicht besser als die Infantinos dieser Welt und zeichnet sich vor allem durch Unterwürfigkeit gegenüber den Mächtigen aus.” (!)
Sagen Sie: gibt es eine Pflicht zur ausdrücklichen Kritik an unserer Regierung? Und gibt es womöglich gar einen gewissen Schärfegrad, dessen Unterschreitung die Vermutung einer Art Infantino-Sympathie begründet? Zieht man in diesem Fall den Verdacht des Infantinismus auf sich? Und ist Schweigen gleichbedeutend mit Zustimmung? Angehende Juristen lernen im ersten Semester, dass das gerade nicht der Fall ist.
Hilfreich zur Durchsetzung Ihrer ernsten Mahnung wäre daher am ehesten eine Innenministerverordnung, die gewissen kritisch gestimmten Zeitgenossen die Kritik am Umstand A nur dann erlaubt, wenn sie auch den Umstand B erfaßt.
Insoweit wäre Ihr Text, sehr geehrter Herr Berger, ein Beispiel für das, was man vorauseilenden Gehorsam nennt.
Hochachtungsvoll –
Michael Vorwerk
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