Leserbriefe zu „Russland zum Drohnenvorfall: ‚zusammengezimmerte Provokation‘“
In diesem Beitrag hat Tobias Riegel die medialen und politischen Reaktionen auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig kommentiert. Dieser Vorfall habe den „Kriegstreibern in Deutschland mächtig Aufwind gegeben“. Einige „unverantwortliche Akteure in Politik und Medien“ würden jetzt unbelegte und keineswegs „naheliegende“ Vorwürfe gegen Russland für „riskante und weitreichende Vorstöße, etwa zum NATO-Artikel 4“ nutzen. Unser Autor weist allerdings auch auf Ausnahmen hin, die es in deutschen Medien gebe. Mitgeteilt wird außerdem, dass die russische Botschaft von einer „zusammengezimmerten Provokation“ spreche. Beim aktuellen Kenntnisstand würden sich riskante Vorstöße zu Bündnisfällen sowie konkrete Vorwürfe des „Staatsterrorismus“ gegen einen bestimmten Staat, sowohl gegen Russland als auch gegen die Ukraine, verbieten. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante Zuschriften erhalten und bedanken uns dafür. Hier folgt nun eine Leserbrief-Auswahl. Für Sie zusammengestellt von Christian Reimann.
1. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
Das Muster von russischem Verhalten wird den Bürgern mit Dauerberieselung von Behauptungen und Vermutungen sehr deutlich kennbar gemacht.
Das Muster von USA Verhalten, da brauchts weder Behauptungen noch Vermutungen. Strafzölle, Drohungen, Sanktionen, Kriege wie Vietnam, Irak, Iran, das Versprechen, sich Grönland einzuverleiben, Guantanamo sind ein bewiesenes Muster.
Mit freundlichem Gruß
Patrick Janssens
2. Leserbrief
Guten Tag Herr Riegel,
die Frage: “Wer war es und warum bzw. wozu?” ist doch offensichtlich nach wie vor ungeklärt, oder aber, sie wissen es und sagen es es nicht – aus welchen Gründen immer. Aber vermutlich wissen es all unsere kriegsgeilen, dummschwätzenden Russenhasser offenbar wirklich nicht. Ist ja auch egal; denn es war wie immer sowieso der Russe.
Aber wenn der Russe es war, dann hält man es für unwahrscheinlich, daß man das Ding nicht auch zur Explosion gebracht, sofern man das gewollt hätte. Daraus ergibt sich eigentlich die Schlußfolgerung, sofern man es mal mit denken probiert, daß es sich dabei um eine Warnung gehandelt hat. (Bei dem Politpersonal, mit dem wir immer wieder von neuem und nach jeder Wahl stets schlimmer als zuvor bestraft werden, besteht allerdings der aus sehr langjähriger Erfahrung gewonnene Eindruck, daß per Fraktionszwang und dergl. Denken bei Strafe verboten ist.) Denn die Ukraine – inzwischen wohl evident auch unter Beteiligung und Mittäterschaft von NATO und BRD – begeht doch permanent Terroranschläge in Rußland. Und man wundert sich schon lange über die Engelsgeduld auf jener Seite, daß all die Mittäter bis dato verschont geblieben sind.
Bester Gruß
H. Wohler
3. Leserbrief
Hallo NDS, sehr geehrter Herr Riegel,
ich mache es mir – diametral entgegengesetzt – exakt so einfach wie das Kriegstreiberpack: Jede seiner Aussagen, die nicht belastbar bewiesen wird (und zwar im juristischen Sinne des Beweises), kommt wahlweise in eine der Schubladen ‘Gleiwitz’, ‘irakische WMDs’ oder ‘Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten’.
Gestern habe ich mich zur Auffrischung ein wenig mit Verdun 1916 befaßt. Hunderttausende Tote auf deutscher und französischer Seite (die Zahlen schwanken zwischen 500.000 und 1 Mio.), ganze Fußballstadien voller Söhne und Väter in kürzester Zeit lebendig verbrannt, von der Dicken Berta zerfetzt oder in den mit Wasser vollgelaufenen Bombentrichtern elend ersoffen, in die sie gesprungen sind, um Schutz vor Granaten und MG-Feuer zu suchen. Reihenweise in ebenfalls kürzester Zeit verrückt gewordene junge Kerle hocken in schlammigen Schützengräben und bringen auch auf Befehl kein einziges Wort mehr heraus, und die, die noch sprechen, nennen das Schlachtfeld ‘Blutpumpe’, ‘Fleischwolf’ und ‘Hölle’.
Wer sich das alles vorzustellen versucht, scheitert zwangsläufig – und wer sich vorzustellen versucht, daß das kranke Pack so etwas anscheinend gerne wiederholen möchte, auch. Das kann kein gesunder Mensch ernsthaft wollen.
SPRECHT GEFÄLLIGST MIT DER GEGENSEITE, IHR IDIOTEN !!!
Mit freundlichen Grüßen
Johannes Bichler
4. Leserbrief
Lieber Herr Riegel!
Redliche Überlegungen wie Ihre tun Not!
Stattdessen werden wir mal wieder mit Propaganda zugeschüttet.
Anbei ein paar Überlegungen dazu.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Scherer
Es sind immer die Russen Auf diese Meldung ist Verlass.Und weil das so sein muss, unterbricht der deutsche Inneminister natürlich seinen Italienurlaub. Einer muss ja da sein, um die Russen in Berlin zu empfangen, wenn sie nun doch früher als geplant einmarschieren. Dass die Drohnenentdeckung auf dem Leipziger Flughafen evtl eine gefakte Aktion zB des ukrainischen Geheimdienstes sein könnte, auf diesen “abstrusen” Gedanken kommt keiner, weder im Berliner Politzirkus noch in den ach so kritischen tonangebenden Medien unseres Landes. Ähnlich wie die Sprengung der Nordstream 2 Pipeline, die bei genauem Hinsehen gar nicht russischen Interessen entsprechen konnte, den Russen unisono in die Schuhe geschoben wurde, dies sich aber dank unabhängiger Medienarbeit als Fake herausgestellt hatte (die Ukraine war inrgendwie involviert)! So ähnlich wird jetzt mit der Causa Leipzig verfahren: Nichts genaues weiß man nicht, aber es wird wohl der Russe gewesen sein… Um das ganze dramatisch und bedrohlich genug zu gestalten, soll schon mal, außer dass Dobrindt anreist, ein NATO Gipfel einberufen werden. So schreien es die Falken ins Land, die schon seit geraumer Zeit den Schlachtruf erschallen lassen, dass man den Krieg nach Russland tragen müsse. Da käme doch der Vorwand, Russland stecke hinter der Leipziger Drohne, geradezu ein Geschenk des Kriegsgottes Mars. Was wenn aber ein Double desselben in Leipzig am Werk war, eines das sich schon lange wünscht, unter dem Schutzschirm der NATO den Krieg nach Russland tragen zu können. Koste es, was es wolle. Sollte man angesichts des immer mehr aus dem Ruder laufenden Wirkens in der ukrainischen Regierung (Immerhin hat der neue ukrainische Minister fürs Mitärische Russland das Existenzrecht abgesprochen) nicht zumindest so etwas erwägen, bevor man in Panik gerät und diese mir nichts dir nichts in der deutschen und europäischen Bevölkerung schürt. Kaltes Blut ist angesagt, nicht hitzige Bellizisterei wie die “Grünen” sie so sehr “lieben”!
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel,
vielen Dank für Ihren Beitrag.
Bedurfte die Sprengung der Northstream-Pipeline in den “Tiefen” der Ostsee deutlich höhere Fachkenntnisse, Manpower und Material, war die Beschaffung einer “russischen” Drohne sowie die Platzierung in der Nähe der drei in der Nähe des Flughafenzaunes geparkten ANTONOV- Frachtflieger relativ einfach. Selbst die Beschaffung der paar Kilo “russischen” Sprengstoffs sollte kein Problem gewesen sein.
Dass mit einem gezielten Fußtritt die Drohne unschädlich gemacht worden war, bevor ein Schaden an einem der Frachtflieger entstehen konnte, scheint mir die Darstellung eines Aktes unfreiwilliger Komik zu sein. Dazu gehört auch der “Glücksfall” des abgefallenen Zünders!
Offenbar gehört immer weniger dazu, um interessierte Kreise “Der Russe wars!” schrei(b)en zu lassen, obwohl unklar ist, ob der Täter nicht in den eigenen Reihen oder den Reihen Verbündeter zu suchen ist.
Es wäre schön, wenn nicht nur die Zeit, sondern auch die Bundesanwaltschaft Erfolg bei der Aufklärung dieses Falles hat.
Mit freundlichen Grüßen
Günter Steinke
6. Leserbrief
Bei all dem inszenierten Theater bleibt eine Frage offen: Wie kommen Drohnen von Russland nach Deutschland. Müssten sie nicht über das Territorium anderer Staaten, z.B. Polen, fliegen? Es sei denn es gäbe einen russischen „Drohnen-Piloten“ in Deutschland, was aber bei der scharfen Überwachung nahezu ausgeschlossen ist. Alles ist sehr dubios, auch der Einsatz des Busfahrers. Für mich deutet der Vorfall eher auf eine Geheimdienstaktion hin, und fügt sich damit in die gängige Russlandhetze und die Kriegsvorbereitungen ein. Der Wahnsinn nimmt von Tag zu Tag zu.
Beste Grüße
Dr. Wolfgang Bittner
7. Leserbrief
Hallo NDS,
wussten Sie es noch nicht? Der Sender Gleiwitz hat doch gestern am 10. August (sehr bedeutsam!) eine Depesche (noch) unbekannten Verfassers erhalten, wonach die Segelyacht “Andromeda” jüngst zu ihrem zweiten Einsatz aufgebrochen ist. Das Abenteuer fand diesmal nicht in der Ostsee statt, sondern entlang der Elbe. Die “Andromeda” kam wegen des Niedrigwassers in der Elbe nur bis Magdeburg, dort musste sie ankern und ihre “Fracht” über den Landweg zum Flughafen nach Leipzig gebracht werden. Ärgerlich für die (Celler?) Crew natürlich, denn dadurch verzögerte sich die Operation und es kam, wie es kommen musste: der Zünder war inzwischen inaktiv! Den Rest kennen wir. Meine “geheime” Quelle? Och, Wikipedia ist so heimlich nicht und geschichtlich (noch) nicht vergessen.
Lustigen Gruß
Claudia Limlahi
8. Leserbrief
Lieber Tobias Riegel,
Es ist wirklich kam noch zum Aushalten, was und wie die Mainstream-Medien und der ÖRR berichten, wenn es um den Ukraine-Krieg geht.
Am Tag, als in „Tagesschau“ und „Heute Journal“ die Interpretationen der „Mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig“ mit ernst-besorgten Blick von den Moderatoren über den Bildschirm geschickt wurden, sträubten sich meine Nackenhaare. Zu offensichtlich war der Tenor, der uns erreichen sollte: Der Russe war’s.
Ich weiß (noch) nicht, und werde es vermutlich auch nicht erfahren, wer an diesem „Drohnenvorfall“ beteiligt war – vielleicht war es „der Russe“ oder der russische „Machthaber Putin“. Vielleicht auch nicht.
Das Thema wurde jedenfalls innerhalb kürzester Zeit von Print- und Digitalmedien beleuchtet, wobei nur sehr wenige sich der journalistischen Werkzeuge bedienten und ausgewogen, d.h., kritisch und mit dem Blick auf beide Seiten berichtete. Hier ein paar Beispiele, was dabei herauskam:
gmx.de: „Auch CDU-Politiker Roderich Kiesewetter äußerte sich in der “Augsburger Allgemeinen” deutlich. Er gehe von einem “gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland” aus. Kiesewetter forderte die Bundesregierung auf, Konsultationen nach Artikel 4 des Nordatlantikvertrags einzuleiten – eine Vorstufe zum Bündnisfall. Deutschland sei als zentrale Logistikdrehscheibe der Nato und wegen der Unterstützung der Ukraine besonders im Visier. Zugleich sei die Bundesrepublik “besonders vulnerabel”, weil sie auf hybride Angriffsvektoren kaum vorbereitet sei.“
Herr Kiesewetter will es wie immer wirklich wissen: Vorstufe zum Bündnisfall. Noch ist überhaupt nicht klar, woher diese Drohne kam – „fremde Mächte“, also ein Staatsterrorakt wird von Innenminister Dobrindt angenommen. Auch Nord-Stream II war ein Staatsterrorakt, der aber vom Mainstream nur am Rande wahrgenommen wird, wenn überhaupt.
Was machen die deutsche Politik und ihre Hofschreiber? Versuchen auf Teufel komm raus, uns weiszumachen, dass Russland so bescheuert ist, unserem Stöckchen hinterherzuspringen, nämlich die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine auf deutschem Boden anzugreifen, mit einem kaputten Zünder. So plump und dilettantisch sieht das eher nach eine False-Flag-Aktion aus, wie sie in der Vergangenheit häufig mit der Ukraine in Verbindung gebracht wurde. Mit dem exorbitanten Vertrauensvorschuss des Westens gegenüber dem kriegsgebeutelten Land macht das Sinn – die Ukraine kann sicher sein, dass selbst eine so offensichtliche Aktion in Deutschland medial und politisch nicht hinterfragt wird.
Auf das Dauernarrativ „Der Russe war’s“ wollen sie wirklich nichts kommen lassen, auch wenn es meistens erwiesenermaßen nicht gestimmt hat.
Oder die „Kieler Nachrichten“:
„Schleswig-Holstein hatte bereits in der jüngeren Vergangenheit sowohl personell als auch mit Abwehrtechnik auf die Gefahr aus der Luft reagiert. Zudem wollen die Sicherheitsbehörden sich noch enger mit der ukrainischen Partnerregion Cherson austauschen. Finke: „Es ist wichtig, dass wir von den Erfahrungen und Drohnenfähigkeiten der Ukraine lernen.“
Die Regierung in Schleswig-Holstein will also „von der Ukraine lernen“, wie man Drohnen abwehrt. Natürlich, wer könnte besser geeignet sein, das Thema „Drohnenabwehr“ für uns zu übernehmen? Der durch unsere großen finanziellen Zuwendungen erworbene Exportschlager der Ukraine soll künftig überall eingesetzt werden und wird ja schon in jedem Kriegs- und/oder Krisengebiet angeboten.
Das nannte man früher „den Bock zum Gärtner machen“.
Das „Handelsblatt“ hat aus anderer Ecke noch etwas beizusteuern:
„Die deutsche Rüstungsindustrie steigt in eine neue Ära der Drohnenabwehr ein. In Hannover eröffnet das Unternehmen Fiberbridge Photonics an diesem Donnerstag Europas erste Serienfertigung von Hochleistungslasern in dieser Leistungsklasse. Ein Schuss soll künftig nur wenige Euro kosten – und damit deutlich weniger als die Flugabwehrraketen, mit denen Streitkräfte bislang teuer Drohnen abschießen. Wie dringlich der Aufbau solcher Abwehrsysteme ist, zeigt der jüngste Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle.“
Heißt für mich: Eine „neue Ära der Drohnenabwehr ist zwingend notwendig” – und jetzt ist endlich der richtige Zeitpunkt, darüber zu berichten. Großartig daran ist die Win-Win-Situation: Vermutlich mit ukrainischer Hilfe bauen wir für uns (und natürlich für die Ukraine) Abwehrsysteme, bei denen „ein Schuss künftig nur wenige Euro kosten (soll)). Na, wenn das kein Schnäppchen ist. Da brauchen wir ja nicht mehr zu kleckern, sondern können richtig klotzen, koste es an Menschenleben, was es will. Zynischer geht es nicht. Diplomatie, um diesen Krieg endlich zu beenden? Fehlanzeige! Ist wohl noch viel zu lukrativ – zynischer geht es kaum.
Glücklicherweise gibt es die NachDenkSeiten, sonst wäre ich langsam am Verzweifeln. Bleiben Sie am Ball!
Grüße Ute Stürmer
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