Leserbriefe zu „Pläne für Gegenangriff der NATO: Nicht Russland ist hier der Adressat, sondern die deutsche Bevölkerung“

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In diesem Kommentar hinterfragt Marcus Klöckner anlässlich eines Artikels in der BILD-Zeitung über einen Plan der NATO, wie bei einem Angriff Russlands Gegenangriffe erfolgen sollen, die mediale Bericherstattung. Eine kritische Einordnung fehle. Der angebliche Grund für die Veröffentlichung sei, dass die NATO Russland im Sinne der Abschreckung informieren wolle. Das sei „lächerlich“, denn wenn das „Verteidigungsbündnis“ Russland etwas mitteilen wolle, brauche es nicht den Umweg über die Presse. Der Adressat der Veröffentlichung sei zu erahnen nicht Russland, sondern die deutsche Öffentlichkeit. Die Presse sei den Anforderungen der Konfrontationspolitik nicht gewachsen. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir haben dazu interessante E-Mails bekommen und bedanken uns dafür. Hier folgt nun eine Leserbrief-Auswahl. Christian Reimann hat sie für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Hallo NachDenkSeiten-Team,

für mich hört sich dann immer mehr an wie Angriffsvorbereitungen der NATO nach einer False Flag, die nicht ganz so dilettantisch ausgeführt sein wird wie jetzt in Leipzig. Nach dem bewährten Motto: seit 5:45 wird zurück geschossen.

Größenwahn in Reinkultur. Damit ist man schon am Perischen Golf auf die Nase gefallen. Aber bei westlichen Kriegstreibern ist die Lernkurve gleich Null. Diese selbsternannten Eliten sind fest davon überzeugt, dass sie einen Krieg unbehelligt überstehen können.

LG
Christine Full


2. Leserbrief

Guten Tag,

der journalistische Irrsinn – und leider nicht nur der journalistische – scheint kein Ende zu nehmen.

Rein gefühlsmäßig könnte man sich angesichts mancher Berichterstattung tatsächlich fragen, ob man sich von Europa verabschieden sollte. Durch Artikel wie den des genannten Mediums entsteht jedenfalls der Eindruck, dass die Bevölkerung zunehmend und sehr selektiv auf einen möglichen Krieg mit Russland vorbereitet werden soll.

Natürlich hat die NATO alles im Griff: Angreifende russische Raketen und andere Flugkörper werden mit Kampfflugzeugen abgewehrt, während parallel an der Ostgrenze ein neuer Schutzwall entsteht. Und hierzulande können wir derweil weiterhin konsumieren und bei einem kühlen Bier Bundesliga und Champions League schauen.

Hauffs Märchenstunde lässt grüßen.

Weder Herr Putin noch irgendein klar denkender Zeitgenosse dürfte auf eine derart vereinfachte Darstellung hereinfallen. Dennoch wird einmal mehr deutlich, in welche Richtung die öffentliche Wahrnehmung gelenkt werden soll.

Der Journalismus sollte sich davor hüten, die Bevölkerung mit vereinfachten Feindbildern und einer zunehmend kriegerischen Rhetorik auf einen möglichen Konflikt einzustimmen. Gerade in einer angespannten Situation wären Besonnenheit, eine differenzierte Berichterstattung und ernsthafte Bemühungen um Diplomatie wichtiger denn je.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Stöbe


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Klöckner sehr geehrtes NachDenkSeiten-Team

Dass die NATO ihre wirklichen Einsatzpläne offenlegen würde, ist eigentlich ein Witz! Überall versuchen Militär und Geheimdienste, ihre Strukturen, Strategien, Ausrüstungen und Pläne etc. geheim zu halten, und plötzlich sollen sie ohne Not Einblick geben in ihre Pläne. Was ist das denn?

Es geht offenbar darum, der durch die Medien herbeigeredeten russischen Bedrohung Westeuropas eine weitere Schippe oben drauf zu legen, dass es auch noch der letzte Zweifelnde glauben soll und den Gläubigen weiteren Stoff für ihre Wahnvorstellungen liefern.

Dabei ist die haushohe Überlegenheit der NATO und auch Europas mit konventionellen Waffensystemen und Soldaten und Wirtschaftskraft (auch ohne die USA und obwohl es wirtschaftlich infolge der Sanktionen gegen Russland weiter deutlich abwärts geht) gegenüber Russland so offensichtlich, dass es für Russland, wenn es einen Krieg gegen Europa nicht verlieren will, notgedrungen auf einen Atomkrieg hinauslaufen würde, was Russland aber offensichtlich vermeiden will, sonst hätte es in der Ukraine schon längst Atomwaffen eingesetzt. Das kommt nicht nur zuletzt in der Tatsache zum Ausdruck, dass Russland nicht einmal in der Lage ist, die Ukraine mit konventionellen Waffensystemen zu besiegen.

Selbst unser Bundeskanzler hat kürzlich behauptet, Russland werde den Ukraine-Krieg nicht gewinnen. Das muss man aber auch nicht unbedingt glauben. Aber wie kann man vor diesem Hintergrund ernsthaft ohne “böse” Absichten damit zu verfolgen ständig von einer Bedrohung Westeuropas durch Russland phantasieren und dafür ständig äußerst zweifelhafte meist unglaubwürdige “Beweise” vorlegen? Damit tun sich unsere Leitmedien täglich aufs neue delegitimieren.

Fritz Gerhard


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