Hinweise des Tages II

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Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. NATO-Warnung? Spekulationen nach CIA-Besuch in Moskau
  2. Atomwaffen-Lobby nützt unseriöses Bedrohungsszenario aus
  3. Warum Washington zwei von Chinas drei sanktionierten Ölströmen bricht – und den größten laufen lässt
  4. Das Mekka-Abkommen und die Folgen
  5. Wohin soll das führen?
  6. Rheinmetall und Land investieren hunderte Millionen: Kassel Airport soll zur “militärischen Drehscheibe” werden
  7. “Bei Gasspeichern steht Vorwurf der Erpressung im Raum”
  8. “Das geht zu weit”: Wie Kanzler Merz bei RTL die Nerven verlor
  9. Streit um EU-Budget: Merz prescht mit „Gipfel der Geizigen“ vor
  10. Eine Frage, Frau Fahimi: Steht die Gewerkschaft noch zur Pressefreiheit?
  11. Die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung nach Art des BMI – am Beispiel des BKA-Gesetzes
  12. Private Equity kauft den Fußball auf
  13. Zwischen Pop, Folk, Rock und Aussöhnung des ehemaligen Jugoslawiens
  14. Wenn der Staat tötet – oder: Warum die Todesstrafe ein Justizmord ist
  15. Dolly Parton war eine Stimme für ihre Klasse
  16. Veranstaltungshinweise der Woche

Vorbemerkung: Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. Verantwortlich für die Richtigkeit der zitierten Texte sind die jeweiligen Quellen und nicht die NachDenkSeiten. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. NATO-Warnung? Spekulationen nach CIA-Besuch in Moskau
    Nachdem CIA-Direktor John Ratcliffe am Dienstag unangekündigt nach Moskau gereist war, sind nun Spekulationen über den wahren Grund des Besuchs entbrannt. Berichte, wonach Ratcliffe Russland vor einem Angriff auf NATO-Verbündete gewarnt haben soll, wies der Kreml am Donnerstag jedoch zurück. Aus den USA hieß es, das Treffen sei eher routinemäßig gewesen.
    Quelle: ORF
  2. Atomwaffen-Lobby nützt unseriöses Bedrohungsszenario aus
    Die Debatte um europäische Atomwaffen begann bereits 2016, als Präsident Trump die Nato für «obsolet» erklärt hatte.
    Die EU und die Nato-Staaten Europas haben die Diskussion darüber lanciert, ob Europa sich eine eigenständige, von den USA möglichst unabhängige Atomwaffenkapazität anschaffen soll.
    Bei den Staaten ausserhalb Europas stösst schon der aktuelle Status von Atomwaffen in den europäischen Mitgliedstaaten der Nato sowie der Türkei auf Kritik und Misstrauen. Und dies völlig zu Recht. Denn zwei dieser Staaten – Frankreich und Grossbritannien – besitzen Atomwaffen und weigern sich seit jetzt 65 Jahren beharrlich, genauso wie die drei anderen «offiziellen» Atomwaffenmächte USA, China und Russland, ihrer Verpflichtung aus dem 1970 vereinbarten Atomwaffensperrvertrag (NPT oder Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons) zur Abrüstung ihrer atomaren Arsenale nachzukommen.
    Quelle: Infosperber
  3. Warum Washington zwei von Chinas drei sanktionierten Ölströmen bricht – und den größten laufen lässt
    Wenn es um den Iran und um Oel geht, wird es kompliziert. Um von den USA ausgesprochene Sanktionen zu umgehen, wird so ungefähr alles gemacht: Oel wird auf offener See von einem Tanker auf einen anderen umgepumpt, Tanker wechseln auf hoher See ihre staatliche Zugehörigkeit, die Abrechnungen erfolgen über kleine und kleinste Banken … Wobei es durchaus Gremien gibt, die das alles genau zu beobachten und zu dokumentieren versuchen. Michael Hollister hat diese Untersuchungen genau studiert und darüber einen Bericht geschrieben – der allerdings auch nicht gerade einfach herausgekommen ist. Aber wirtschaftlich Interessierte und im Oel-Business Involvierte können daraus lernen. So schnell wird der absolute Unsinn mit den Sanktionen ja nicht zu Ende sein.
    Quelle: Globalbridge
  4. Das Mekka-Abkommen und die Folgen
    Ein neues Militärbündnis im Mittleren Osten verschiebt die strategischen Beziehungen in einer für Deutschland wichtigen Region und hat womöglich weitreichende Folgen für die NATO. Das „Mekka-Abkommen“ wurde kürzlich von Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei geschlossen. Es umfasst eine Beistandsgarantie ähnlich Artikel 5 des NATO-Vertrags und wirft die Frage auf, ob die NATO in einen Krieg gezogen werden könnte, wenn die Türkei im Rahmen ihrer Verpflichtungen aus dem Mekka-Abkommen angegriffen wird. Während viele spekulieren, das Hauptziel des Abkommens sei ein Schulterschluss gegen Iran, zeigt eine genauere Analyse, dass das neue Bündnis eine Reaktion auf den schwindenden Einfluss der USA ist und Schutz vor allem auch gegen Israel bieten soll, das im Nahen und Mittleren Osten zunehmend als Hauptaggressor wahrgenommen wird. Die Türkei etwa ist, seit ihr Einfluss in Syrien nach dem Sturz von Bashar al Assad massiv zugenommen hat, in einen schärferen Widerspruch zu Israel geraten. Pakistan wiederum sieht mit Sorge, dass sein Erzfeind Indien immer enger mit Israel kooperiert – auch rüstungsindustriell und militärisch, etwa in gemeinsamen Luftwaffenmanövern.
    Quelle: German Foreign Policy
  5. Wohin soll das führen?
    Trump sucht erneut den persönlichen Deal mit Kim Jong-un. Doch sein Alleingang könnte ein nukleares Wettrüsten auf der Halbinsel auslösen.
    US-Präsident Donald Trump hat erneut sein Interesse an einem Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un bekundet. Jedoch hat Kims Schwester, die zu dessen engsten Beratern zählt, dieser Idee bereits eine Absage erteilt. Unabhängig davon, ob dies ein Zeichen von Desinteresse oder Verhandlungstaktik ist, drängen sich zwei Fragen unmittelbar auf: Was verspricht sich Trump von Gesprächen mit Kim? Und wie gedenkt er, seine Ziele zu erreichen?
    Ziel von Trumps Gesprächen mit Kim während Trumps erster Amtszeit war es, die nukleare Abrüstung Nordkoreas herbeizuführen. Er scheiterte. Die Zahl nordkoreanischer Gefechtsköpfe hat sich seitdem deutlich erhöht (laut Trump auf 57), und dasselbe gilt für die Reichweite und die Präzision der Trägerraketen, mit denen diese in der gesamten Region und weltweit an ihr Ziel befördert werden könnten.
    Ein neuerlicher Versuch dieser Art wird mit ziemlicher Sicherheit zum gleichen Ergebnis führen.
    Quelle: IPG Journal
  6. Rheinmetall und Land investieren hunderte Millionen: Kassel Airport soll zur “militärischen Drehscheibe” werden
    Rheinmetall und das Land wollen gemeinsam investieren: Hunderte Millionen Euro fließen in den “Defence Hub Nordhessen”. Damit soll unter anderem das Werk des Rüstungsunternehmens ausgebaut werden – und der Kassel Airport zur “militärischen Drehscheibe” werden.
    Zusammen mit dem Rüstungsunternehmen Rheinmetall will die Landesregierung in den kommenden Jahren massiv in den Verteidigungsstandort Nordhessen investieren.
    Das teilten Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rheinmetall-Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger am Donnerstag am Kassel Aiport mit. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterschrieben.
    Quelle: hessenschau
  7. “Bei Gasspeichern steht Vorwurf der Erpressung im Raum”
    Der Vorwurf steht im Raum und ist nicht von der Hand zu weisen. Die Speicher sind ein öffentliches Gut. Die Füllvorgaben sollen den Beitrag der privaten Marktteilnehmer zur Versorgungssicherheit garantieren. Diesen Beitrag leisten viele, aber nicht alle. Einzelne hinken beim Befüllen hinterher. Speziell der größte deutsche Gasspeicher in Rehden fällt auf. Der steht bei 8 Prozent. Dem Betreiber Sefe (Securing Energy for Europe) und den Haltern der Kapazitäten in Rehden kann man vorwerfen, dass sie auf staatliches Eingreifen spekuliert haben, um den Speicher zu befüllen. Das ist aber nicht sauber nachzuweisen.
    Quelle: n-tv

    dazu auch: Aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland
    Die Füllstände der Speicher in Deutschland liegen derzeit deutlich niedriger als in den Vergleichszeiträumen vergangener Jahre. Die Bundesnetzagentur nimmt diese Entwicklung sehr ernst. Für die Versorgungssicherheit entscheidend ist ein Zusammenspiel von Pipelineimporten, Speichern, LNG-Importen, Infrastruktur und Nachfrage.
    Die Wintervorsorge und Befüllung der Speicher sind grundsätzlich eine Aufgabe der Gashändler. Sie haben Lieferverpflichtungen gegenüber Stadtwerken, Versorgern, Industrie und anderen Kunden und müssen sich ausreichend absichern. Dabei greifen sie auf Pipelineimporte, LNG-Importe und eingespeicherte Mengen zurück und nehmen eine preisliche Optimierung ihrer Beschaffung vor. Auf dem Weltmarkt ist ausreichend Gas verfügbar, und es sind ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden.
    Die Bundesnetzagentur beobachtet aufmerksam die Entwicklungen im Nahen Osten. Die Preiseffekte auf den Weltmärkten wirken sich auch auf die europäischen Großhandelspreise aus. Ob und in welchem Ausmaß diese Preise bei den Kunden ankommen, ist von der Länge des Konfliktes, der Beschaffungsstrategie der Lieferanten sowie den vertraglichen Regelungen abhängig.
    Die Gasversorgung in Deutschland ist stabil. Die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet. Die Bundesnetzagentur schätzt die Gefahr einer angespannten Gasversorgung nach aktuellem Erkenntnisstand weiterhin als gering ein. Die Bundesnetzagentur beobachtet die Lage fortlaufend und bewertet sie mit einem besonderen Fokus auf die Füllstandsvorgabe von 30 % zum 1. Februar 2027. Ein sparsamer Umgang mit Gas bleibt angesichts des weiterhin erhöhten Preisniveaus für Haushaltskunden sinnvoll.
    Quelle: Bundesnetzagentur

    Anmerkung Christian Reimann: Die Bundesregierung schaut bisher tatenlos zu, obwohl die Vorgabe zur Befüllung von Gasspeichern wohl kaum mehr zu schaffen ist und die Bundesnetzagentur die Vorgaben zur Gaspeicher-Füllständen abschaffen möchte. Dem Absenken der Füllstandsvorgaben für Gasspeicheranlagen als eine der letzten Amtshandlungen von Herrn Habeck im Bundesministerum für Wirtschaft und Klimaschutz soll die Abschaffung der staatlichen Vorgaben folgen. Dann droht die Gefahr, dass die “Gesetze des Marktes” zum Wirken kommen und die Betreiber erst dann Gas einkaufen, wenn sie bei einem Verkauf während der Heizperiode mit einem Gewinn rechnen können. Und genau das scheint ja auch angesichts hoher Gaspreise aktuell das Problem zu sein. Die Bundesregierung möchte dennoch nicht unterstützend eingreifen – sie verpulvert offensichtlich lieber Milliarden im Rahmen der Ukraine-“Hilfe“.

  8. “Das geht zu weit”: Wie Kanzler Merz bei RTL die Nerven verlor
    Der deutsche Kanzler stellte sich in der RTL-Sendung “Am Tisch mit Friedrich Merz” unzufriedenen Bürgerinnen und Bürgern. Es war nicht zu seinem Vorteil […]
    Merscher kritisiert, Merz wolle bei den Schwächsten sparen – bei Kindern, bei Menschen, die Orthesen und Rollstühle brauchen. Und sie fragt, warum Merz vor allem gesetzlich Versicherte belaste, aber die Pharmaindustrie schone.
    “Das ist ein Gefühl, aber das entspricht nicht unserem Gesetz”, sagt Merz. Alle müssten ihren Beitrag leisten, auch die Pharmaindustrie. Das sei für diese gar nicht so leicht, denn: “Die Margen in der Pharmaindustrie sind so schmal, wenn wir denen die Margen noch weiter kürzen, dann schließen die Fabriken in Deutschland.” Und dann, an Merscher direkt gewandt, sagt Merz mit empörtem Ton: “Ich finde, Sie machen es sich ein bisschen leicht.”
    Kein Wort des Verständnisses für Kinder und Benachteiligte, stattdessen Verteidigung der Pharmaindustrie. Man sieht das alles und fasst es nicht. Merz ist dünnhäutig, herablassend, belehrend. Wie kann man es nur so versemmeln? Und das, nachdem der Kanzler gerade vier Wochen Urlaub gehabt hat.
    Quelle: der Standard

    dazu auch: Große Mehrheit lehnt Sozialreformen ab: 81 Prozent der Deutschen sorgen sich um ihre soziale Absicherung
    Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Reformen des Sozialsystems ab. Die Ablehnung reicht einer Umfrage zufolge über fast alle Parteigrenzen hinweg. Besonders junge Menschen sind stark verunsichert.
    Die laufenden Debatten über Reformen des Sozialsystems führen zu einer massiven Verunsicherung in der Bevölkerung. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sorgen sich 81 Prozent der erwachsenen Deutschen um ihre soziale Absicherung. 42 Prozent der Menschen schränken demnach deswegen ihren privaten Konsum ein, was die Binnennachfrage schwäche.
    Quelle 1: Tagesspiegel
    Quelle 2: Hans Böckler Stiftung

    und: Sagenhafter Zuspruch für Friedrich Merz
    Es geht aufwärts mit Friedrich Merz. 64 Prozent sehen ihn mittlerweile positiv. Trägt seine gute Arbeit endlich Früchte?
    Kein Bundeskanzler vor ihm hatte es dermaßen schwer. Friedrich Merz ging durch ein tiefes Tal. Seine Beliebtheitswerte lagen seit seinem Amtsantritt im Keller. 36 Prozent waren Anfang Juni 2025 mit seiner Arbeit zufrieden – die besten Werte erreichte er im Juli des letzten Jahres: 43 Prozent. Für die zweite Augusthälfte 2026 wurden sagenhaft schlechte 18 Prozent Unzufriedenheit ausgewiesen. Friedrich Merz endgültig am Ende? Mitnichten! Denn er steigt gerade jetzt wie Phönix aus der Asche hervor: 64 Prozent sehen ihn von jetzt auf gleich positiv. Eine Meinungsumfrage der Rating Group hat diese Zahl ermittelt.
    Eine kleine Information fehlt allerdings noch. Sie sei hiermit nachgereicht: Es sind 64 Prozent der Ukrainerinnen und Ukrainer, die den deutschen Bundeskanzler derart hoch einschätzen. In Deutschland sind es weiterhin nur 18 Prozent der Bundesbürger, die dem Mann nichts Schlechtes nachsagen wollen – laut Infratest dimap und Forsa sind es sogar nur 14 Prozent. Forsa weiß außerdem, dass nur 46 Prozent aller Unionsanhänger mit Merz zufrieden sind. Aber was kümmert das einen Bundeskanzler wie Merz, wenn er doch in der Ukraine 64 Prozent haben kann!
    Quelle: Roberto De Lapuente auf Overton Magazin

  9. Streit um EU-Budget: Merz prescht mit „Gipfel der Geizigen“ vor
    Der Kanzler will es wissen und schart einen Kreis der EU-Nettozahler um sich. Mit seinem Konfrontationskurs zum Budget droht er die EU zu spalten.
    Der Streit über das künftige EU-Budget für die Jahre 2028 bis 2034 spitzt sich zu. Während EU-Ratspräsident António Costa durch die europäischen Hauptstädte tingelt, um einen Konsens über den mittelfristigen Finanzrahmen (MFR) zu suchen, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Abwehrfront der „frugalen“ (geizigen) Mitgliedsländer geschmiedet. Damit riskiert er, die EU zu spalten.
    Quelle: Eric Bonse in der taz
  10. Eine Frage, Frau Fahimi: Steht die Gewerkschaft noch zur Pressefreiheit?
    Kürzlich beschloss die Mitgliederversammlung des Landesverbands Berlin-Brandenburg der Deutschen Journalisten-Union (DJU), dass die Gewerkschaftsspitze sich für die Aufhebung der EU-Sanktionen gegen den in Berlin lebenden deutschen Journalisten Hüseyin Dogru einsetzen solle. Eine internationale Petition fordert das schon seit Monaten. Unterzeichner sind, neben 9.000 anderen, Yanis Varoufakis, Jeremy Corbyn, Gregor Gysi und Günter Verheugen. Doch die obersten Gewerkschafter bremsen. Auf Multipolar-Nachfrage übermittelte ein Sprecher von Verdi nun eine Stellungnahme des DJU-Bundesvorstands, der meint, beim Fall Dogru gehe es gar nicht um Pressefreiheit, denn: „Es ist fraglich, wie die anfangs im russischen Staatsmedien-Netzwerk platzierte Plattform des Betroffenen zuletzt finanziert wurde und ob es sich hier um unabhängigen Journalismus handelt. Nur dieser wird durch die Pressefreiheit geschützt. Der dju-Bundesvorstand sieht daher – auch in Abstimmung mit dem ver.di-Bundesvorstand – keine Veranlassung, seine Haltung in dieser Sache zu ändern.“
    Liebe Frau Fahimi! Nur unabhängiger Journalismus wird durch die Pressefreiheit geschützt? Wo, bitte, steht das? Im Grundgesetz, Artikel 5, jedenfalls nicht:
    Quelle: Paul Schreyer auf Multipolar
  11. Die Umsetzung verfassungsgerichtlicher Rechtsprechung nach Art des BMI – am Beispiel des BKA-Gesetzes
    „Der Regierungsentwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts stellt die umfangreichste und grundlegendste Überarbeitung der gesetzlichen Grundlagen von Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz in der bundesdeutschen Geschichte dar“, schreibt das BMI stolz auf seiner Webseite. Drei „übergeordnete Ziele“ würden damit verfolgt:
    • „Schutz herausragender Rechtsgüter des Gemeinwohls „– durch „nachrichtendienstliche Bedrohungsaufklärung“
    • Stärkung und Effizienzsteigerung der „Kontrolle über die Tätigkeit der Nachrichtendienste“ und schließlich
    • Umsetzung der „Vorgaben der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung“.

    Quelle: Police IT

  12. Private Equity kauft den Fußball auf
    Trotz der Kritik an Gianni Infantinos Plänen, Anteile an der WM zu veräußern, ist das Prinzip auf nationaler Ebene längst Alltag: Private-Equity-Firmen kaufen Fußballclubs auf, strukturieren sie um und veräußern sie für maximale Rendite weiter.
    Girondins Bordeaux ist einer der traditionsreichsten und erfolgreichsten Fußballvereine Frankreichs. Der Verein kann auf sechs Meistertitel in der Ligue 1 zurückblicken und hat Starspieler wie Zinedine Zidane, Jules Koundé und Aurélien Tchouaméni hervorgebracht. Zu Beginn der Saison 2025/26 stand er aber kurz vor dem Aus. Nach Jahren finanzieller Misswirtschaft, Verschuldung und Verwaltungsstrafen kämpfte der Club in der vierten Spielklasse des französischen Fußballs ums Überleben.
    Das Schicksal von Girondins ist beispielhaft für einen allgemeinen Trend im Profifußball:
    Quelle: Jacobin
  13. Zwischen Pop, Folk, Rock und Aussöhnung des ehemaligen Jugoslawiens
    Der Vielvölkerstaat Jugoslawien entstand 1918 am Ende des Ersten Weltkrieges und wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg neugegründet. In den 1990er Jahren brach Jugoslawien gewaltsam entlang ethnischer Trennlinien auseinander. Die Kriege zeichneten sich durch schwere Menschenrechtsverletzungen aus, die bis heute nicht ausreichend aufgearbeitet worden sind.
    Quelle: pressenza
  14. Wenn der Staat tötet – oder: Warum die Todesstrafe ein Justizmord ist
    „Du sollst nicht töten!“ Gegen dieses Gebot zu verstoßen, gilt weltweit als schlimmes Verbrechen. Sieht ein Staat in seiner Rechtsordnung aber die Todesstrafe vor, ist die Tötung legitimiert. Ein Grundwiderspruch, der besteht, solange es die Todesstrafe gibt. Zwar verlieren die historischen Legitimations-Argumente – zumindest in der westlichen Welt – an Zustimmung, doch auch 2025 wurden weltweit mindestens 2.707 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 44 Jahren nicht. Die tatsächliche Zahl geht in die Tausende.
    Quelle: Overton Magazin
  15. Dolly Parton war eine Stimme für ihre Klasse
    Jahrzehntelang schrieb Dolly Parton über Armut, harte Arbeit und den trotzigen Stolz von arbeitenden Frauen. Die Linke sollte sich ein Beispiel an der nun verstorbenen Country-Sängerin nehmen.
    Die legendäre Sängerin, Songwriterin und Kulturikone Dolly Parton ist am 25. August im Alter von 80 Jahren verstorben. Die Nachricht von ihrem Tod sorgte umgehend für zahlreiche Würdigungen von Stars und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie für rege Diskussionen in den sozialen Medien.
    Nur wenige Promis würden heutzutage in den USA eine derart breite und einhellige Ehrung von allen Seiten erfahren.
    Quelle: Jacobin
  16. Veranstaltungshinweise der Woche
    1. Goslarer Friedensgespräche: Schlafwandeln am Abgrund
      Das Friedensbündnis Goslar lädt herzlich zu drei weiteren Goslarer Friedensgesprächen im verbleibenden Jahr ein. Alle Vorträge versprechen spannende und kompetent vorgetragene Analysen. Sie beginnen um 19 Uhr und finden im Kulturmarktplatz am Museumsufer im Raum „Arcachon“ statt. Die Themen reichen von Iran über Chinas neue Rolle in der Welt bis zur „Schlafwandelei“.
      Der Oldenburger Friedens- und Konfliktforscher Dr. Leo Ensel startet am Dienstag, 15. September mit dem Thema „Schlafwandeln am Abgrund“. Ensels Thema nimmt Bezug auf den australisch-britischen Historiker Christopher Clark und dessen bekanntes Werk „Die Schlafwandler“. […]
      Im Anschluss an den Vortrag beantwortet der Referent Fragen aus dem Publikum. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Finanzierung der Friedensgespräche sind willkommen. Aufgrund begrenzter Plätze wird eine Anmeldung unter [email protected] dringend empfohlen.
      Die junge Politikwissenschaftlerin und Iran-Forscherin Dr. Diba Mirzaei spricht am Donnerstag, 29. Oktober zum Thema „IRAN: Zwischen Eskalation und Neuordnung“. Die Sicherheitsarchitektur am Persischen Golf stehe nach Mirzaei an einem Wendepunkt. Der Vortrag beleuchtet die gegenwärtigen Dynamiken rund um Iran – von regionalen Machtverschiebungen über militärische Spannungen bis hin zu neuen Formen strategischer Kooperation. […]
      Der Volkswirtschaftler und Publizist Prof. Dr. Wolfram Elsner aus Bremen referiert am Donnerstag, 12. November zum Thema „Chinas neue Rolle in der Welt: Partner – Gegner – Bedrohung?“ Die „Pax Sinica“ war – nach Elsner – eine ca. 1.500 Jahre lange, relativ friedliche internationale Ordnung, vor allem eine Handels-Ordnung in Ost-, Zentral- und Südasien, die bis nach Persien, Arabien und Ostafrika reichte. Diese Prägung wirke bis heute auf das Selbstverständnis Chinas, seine Außenpolitik sowie auf große Teile des heutigen Globalen Südens. Prof. Elsner wird in seinem Vortrag das chinesische Verständnis der Multipolarität und internationaler Kooperation z.B. im Rahmen der BRICS-Staaten erläutern.
      Quelle: Friedensbündnis Goslar [PDF]

    Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie auf eine interessante Veranstaltung hinweisen wollen, dann schicken Sie uns bitte die nötigen Informationen mit dem Betreff „Veranstaltungshinweise“ an [email protected]. Die Veranstaltungshinweise erscheinen wöchentlich am Freitag im Rahmen der Hinweise des Tages II.

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