Leserbriefe zu „Gebrauchtwagenkauf? Das geht für viele Arbeitnehmer nur mit einem Kredit“

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In diesem Kommentar thematisiert Marcus Klöckner einen Beitrag von Focus Online, der darauf hinweise, dass für viele Arbeiter der Lohn nicht ausreiche, um sich nach fünf Jahren Vollzeitarbeit einen durchschnittlichen Gebrauchtwagen kaufen zu können. Um den durchschnittlichen Preis für einen fünf Jahre alten Gebrauchtwagen bezahlen zu können, seien rund 17.000 Euro notwendig. Selbst diejenigen, die dieses Sparziel erreichen würden, könnten sich dann zwar den Gebrauchten für die anvisierte Summe kaufen, „aber dann dürfte bei den meisten – je nach persönlicher finanzieller Lage – schon wieder Ebbe in der Kasse sein“. Dann stehe zwar ein neuer Gebrauchter vor der Tür, aber das finanzielle Netz für Notfälle sei weg: „‘Working poor’ – arbeiten und arm sein“. Das sei „eine der großen Baustellen im Land. Darum sollte sich Merz kümmern“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten E-Mails hierzu. Die nun folgende Leserbrief-Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.


1. Leserbrief

Lieber Herr Klöckner,

“Was soll aus Menschen werden, die Jahre und Jahrzehnte in solchen finanziellen Armutsverhältnissen leben? „Working poor“ – arbeiten und arm sein.

Das ist eine der großen Baustellen im Land. Darum sollte sich Merz kümmern.”

Er kümmert sich ja, intensiv. Darum dass es nicht so bleibt, sondern auf jeden Fall viel schlimmer wird! Für die Menschen, nicht für die “Investoren”.

Wie soll man in diesen tristen Zeiten von perverser Politik noch die Energie für einen Herzlichen Gruß aufbringen?

Versuche es trotzdem,
Rolf Henze


2. Leserbrief

Bei den €17 000 für einen durchschnittlichen Gebrauchtwagen ist zu sehen, daß der Markt für günstige Einstiegs-Autos, den zu den Zeiten als die Boomer Jahrgänge ihren Führerschein gemacht haben heute kaum mehr gibt (nur wenige unter der Hand von Privat).

Mit EU-Garantie und Abwrack-Prämie wurde dieses Segment ebenso unattraktiv gemacht, wie günstiger Wohnraum dank Sanierungs- und Energie Anforderungen schleichend verdrängt wird. Ein Auto für das der Händler eine Garantie leisten muss, da muss auch eine Marge dran sein, daß sich für den Händler auch lohnt, und das geht erst ab einem gewissen Preissegment. Die Autos, die es früher günstig gab, gehen heute alle in den Export. Die Hersteller sehen das sicher nicht ungern, zumindest solange noch genügend in ihre Taschen greifen können.

Nachdem in der teilweise als Bonner-Republik genannten Ära der Sozialen Marktwirtschaft und Sozialdemokratie Washingtons Ziele von 1948 – Immunisierung Westeuropas gegen den Kapitalismus- mit der Wende 1990 erreicht waren, konnte man die Neoliberale Ideologie wieder von der Leine lassen, und seitdem …. natürlich, richtig reich können die wenigen vor allem dann werden, wenn die Massen viel arbeiten und nichts dafür bekommen.

War vorher so, ist in USA weitgehend immer so gewesen, die Zeit der europäischen Sonderphase, in der die Oligarchen kreide gefressen hatten, ist vorbei. So sehe ich das inzwischen, seitdem ich die Dokumentationen “Operation Wunderland”, “Germany made in USA” über den Wiederaufbau sowie Den Sketch der Anstalt über die Mnt-Pellerin Gesellschaft gesehen habe.

Ein Black-Rock Advocat als Kanzler ist da perfekt für, und ich habe bislang nichts von ihm gesehen, um aus dem Verdacht, einseitige Politik für die Kapital-Interessen zu machen, heraus zu kommen.

Frieder Faig


3. Leserbrief

Guten Tag, Herr Klöckner,

Sie haben völlig recht. Man kann und muss heute mit zwei Verdienern in einer vierköpfigen Familie genau so strampeln und hat den grünen Zweig dennoch nur in Sichtweite, wie das in den früheren 80-er Jahren mit einem Verdiener ging, oder eben nicht ging. Die Arbeitskraft eines der Verdiener geht heute also in den Schall und Rauch der Euro-gesteuerten Plünderung Deutschlands von außen und der hemmungslosen Geldrausschmeißerei nach innen und außen verloren.

Deutschland leistet sich die bestbezahlten Millionen Faulenzer der Welt in den Regierungsorganisationen und Parteistiftungen sowie die attraktivsten Hunderttausende Dauerurlaubsplätze in der sogen. “Entwicklungshilfe”.

Deutschland zahlt Hunderte Milliarden für fremder Länder Bruder- und Erbfolgekriege – an lachende Dritte, die unser Land erfolgreich zum Suizid animieren.

Nicht zu vergessen im Armutswesen ist der skandalöse Hunderte Milliarden-schwere Zinsraub an den deutschen Sparern und Einlegern. Durch den katastrophalen Euro und die Endlosauswerferei neuer Eurosummen im Tausch gegen wertlose Staatsanleihen konnten sich Staaten und Banken das “Geld aus dem Nichts” der EZB billiger leihen als das Geld vom Sparer, der Verzinsung erwarten muss. Bis vor kurzem wiesen die Banken sogar Geld ab, das ihnen angetragen wurde – mit Null- oder Minuszinsen bei großen und Null-Komma-Zinsen bei kleineren Summen. Man stelle sich vor: Selbst die Banken wollten und wollen das Geld nicht haben! Das sagt ALLES über den Wertgehalt der Scheine oder Kontenbestände.

Dass Stagflation in Deutschland die Folge ist und man alleine schon beim Metzger oder beim Konditor immer wieder rückwärts aus dem Laden kippt, wenn man die aufgerufenen Preise vernimmt, ist Allgemeinerlebnis und wiederholt nur, was vorher an der Tanstelle passiert ist. Dass eine wissenschaftlich nicht haltbare, mythisch-theologische CO₂ – Klamotte dazu herhalten soll, den – tatsächlich ewigen! – Klimawandel aufzuhalten, wird nur noch übertroffen vom Unwahrscheinlichkeitsgrad mancher kirchlicher Lehre, die die Leute schon seit Tausend Jahren und mehr ausplündert.

Die strangulierenden Konsequenzen des Nichts-Dazulernens unserer denkbar undurchschaubaren Politiker merkt man bis zum weggestrichenen Gebrauchtwagenkauf in Ihrem Artikel.

Freundliche Grüße
Alexander G. Roklum


4. Leserbrief

Hallo,

traurige Wahrheit ist auch, dass viele dieser Menschen genau diese Politik, die ihnen diese Armut beschert hat, gewählt haben….(und weiter wählen werden).

(…)

Gruß
T. Rath


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