Leserzuschriften zur aktuellen Campact-Kampagne gegen die NachDenkSeiten
Zur aktuellen Campact-Kampagne gegen die NachDenkSeiten (s. dazu auch hier und hier) erreichten uns in den letzten Tagen zahlreiche Zuschriften unserer Leser, die uns auf die Kampagne aufmerksam machten und uns vielfach auch ihre Solidarität aussprachen. Darunter waren auch E-Mails direkt an Campact e.V., bei denen Leser uns in CC gesetzt hatten oder die sie an uns weiterleiteten. Wir bedanken uns herzlich für die Unterstützung!
Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.
1. Leserzuschrift
Hallo,
ich hatte anlässlich meiner Abbestellung des Newsletters campact auch eine recht unfreundliche Begründung geschickt und darauf eine Antwort erhalten (s.u.) (Anmerkung der Red.: Das Antwortschreiben von Campact drucken wir aus presse- und urheberrechtlichen Gründen nicht mit ab).
Ich habe mir daraufhin einmal die Bewertung aller von campact auf der Website angegriffenen Medien angeschaut und fand es erschreckend, wie dort vermittels billiger Schlagworte und persönlicher Diffamierungen gearbeitet wird, und hernach noch ein Erwiderungsschreiben verfasst. Vielleicht könnte ein Fachmann auf dem Gebiet zu den campact-Seiten eine Analyse verfassen? Ich schicke Ihnen gern auch mein zweites Schreiben (das erste war sehr sarkastisch und leicht bösartig).
Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Bouziane
Schreiben 1:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Sie bezeichnen im heutigen Newsletter die NachDenkSeiten als gefährliches Medium, wie meinte jedoch Hannah Arendt:
Es gibt keine gefährlichen Gedanken; das Denken an sich ist gefährlich.
Nicht die Gedanken, sondern eigenständiges, nicht regierungskonformes Denken gilt es daher
zu bekämpfen! Falls im Ergebnis Ihrer Kampagne das gefährlichen Medium NachDenkSeiten verboten werden könnte, hätte “unsere Demokratie” einen bedeutenden Sieg im Kampf gegen Presse- und Meinungsfreiheit errungen.
Lassen Sie sich auch nicht davon abhalten, Sanktionen gegen die Herausgeber und beteiligten Schreiberlinge zu fordern. Ein Hüseyin Doğru ist nicht genug. Wenn schon, denn schon.
Mit wenig freundlichen Grüßen,
Dagmar Bouziane
Schreiben 2:
Hallo,
vielen Dank für die Antwort auf mein Schreiben. Ich möchte darauf – dieses Mal ohne jeden Sarkasmus – einiges erwidern. Sie beschreiben ihre eigene Haltung und Arbeitsergebnisse als gewissenhaft, gut belegt, frei von Desinformation und Propaganda – ganz im Unterschied zu denen der von campact ins Visier genommenen Medien.
Ich lese seit Jahren täglich die NachDenkSeiten und bin mir sicher, dass nicht ein Leser des Mediums durch dessen Beiträge zum AfD-Wähler geworden ist – ganz im Gegenteil. Daher finde ich die Zuordnung zum “AfD-Vorfeld” eine ziemlich bösartige Diffamierung.
Ich habe mir nun einmal Ihre Bewertung der NachDenkSeiten und der anderen Medien auf der campact-Website, von denen ich die meisten zuvor nicht kannte, wie auch verschiedene Beiträge in all diesen Medien angeschaut. Mein Fazit: Die einzige Schnittmenge zwischen allen Beiträgen – bei ansonsten unterschiedlicher politischer Ausrichtung der Medien – ist, dass sie in der Tat samt und sonders nicht mainstream-konform sind, die meisten zudem regierungskritisch.
Die Bewertungen durch campact haben mich doch sehr erschreckt. Da werden Daniele Ganser und Ulrike Guérot zu “Pseudo-Experten”, so ziemlich alle zu “Verschwörungstheoretikern” – es wimmelt geradezu von Diffamierungen und billigen Schlagworten, um abweichende Meinungen`und Autoren zu diskreditieren. Ist es das, was Sie unter Aufklärung verstehen?
Nun ist es das eine, andere Meinungen abzulehnen und mit Argumenten zu bekämpfen, das andere, vermittels von Kampagnen “Abweichler” herabzuwürdigen und ihnen zu schaden. In diesem Fall wohl, wie die Berliner Zeitung schreibt, durch den Versuch, ihnen finanziell das Wasser abzugraben. “Einen Eingriff in deren Arbeit stellt das nicht dar.” – Wirklich nicht?
Sehen Sie das ernsthaft als Beitrag im antifaschistischen Kampf? Ich sehe darin eher einen Beitrag im Kampf gegen die Meinungs- und Pressefreiheit, der geeignet ist, der AfD noch mehr Wähler zuzuführen.
“Die Personen, die Empörungsmedien konsumieren möchten, können dem auch weiterhin nachgehen,” schreiben Sie. Das ist großzügig oder auch schlicht arrogant, je nachdem. Oder ist es die Vorstufe zu einem `Wir könn(t)en auch anders`?
Zum Schlagwort “Empörungsmedien”: Das Wort Empörung wird (auch in zusammengesetzten Substantiven wie Empörungsmedien und Empörungskultur etc.) in letzter Zeit ausschließlich negativ konnotiert als politisches Schlagwort verwendet, um politische Gegner oder auch Teile der Bevölkerung zu be-/verurteilen, und ist damit weit entfernt von seiner ursprünglichen Bedeutung als emotionale Reaktion auf Unrecht oder moralische Verfehlung – oft in Widerstand gegen die Obrigkeit. Wozu dient Ihnen die Umwertung des Begriffs?
Ist Ihnen einmal der Gedanke gekommen, dass, wenn sich niemand mehr gegen die soziale Kahlschlagspolitik, gegen Kriegstreiberei, gegen die fortschreitende Beschneidung der Meinungsfreiheit, gegen die Sanktionspolitik der Regierung gegen kritische Journalisten etc. empört, dieses Land finsteren Zeiten entgegengeht?
Ich hoffe, dass sich – in diesem Sinne des Wortes – immer mehr Bürger unseres Landes empören, weiterhin eigenständig denken und niederträchtige Kampagnen wie die Ihre kritisch hinterfragen.
Mit freundlichen Grüßen,
Dagmar Bouziane
2. Leserzuschrift
Sehr geehrte NachDenkSeiten-Redaktion,
ich nehme an, dass es Ihrer Aufmerksamkeit nicht entgangen ist, dass letzten Samstag, 28.82026, Campact e.V. in seiner Liste „gefährlicher Medien“ (alles politisch rechtsgerichtete) auch u. a. die NachDenkSeiten aufgenommen hat.
Als begeisterte und sehr dankbare tägliche Leserin der NachDenkSeiten empfinde ich das als Unverschämtheit und selbstverständlich als grundfalsch und habe sofort eine entsprechende E-Mail an Campact gesendet. Ich hoffe, dass auch Sie eine öffentliche Reaktion folgen lassen.
Mit freundlichen Grüßen!
Dr. Roswitha Peters
3. Leserzuschrift
Lieber Albrecht Müller,
lieber Jens,
liebes NDS-Redaktionsteam,
bitte schaut Euch diesen Mist von Campact zu unseren NachDenkSeiten an.
Inzwischen habe ich der Campact-Redaktion bereits folgende Nachricht im Zusammenhang mit einer nicht abgeschlossenen Spende übermittelt:
Hallo Campact-Team,
meine Spende wird nicht abgeschlossen. Ich muss erst herausfinden, ob auch Stiftungen der etablierten politischen Parteien oder gar Regierungsorganisationen Campact Zuwendungen zukommen lassen. Irgendwie scheint Campact vom Weg der unabhängigen Diskussionsbeiträge und Aktivitäten abgekommen zu sein. Wie sonst wäre es möglich, dass die NachDenkSeiten, die täglich Beiträge auch von etablierten Medien und sogar von der deutschen Website der Intern. Presseagentur PRESSENZA (weltweit agierende Journalistinnen und Journalisten zum Thema Frieden) veröffentlichen, von Campact als “radikal” bezeichnet werden?
Außerdem halte ich grundsätzlich nichts von “Warnungen” oder sogar Verbotsaufrufen zu bestimmten Medien.
Dies zeigt doch nur, dass der “dummen Masse des Volkes” keine politische Urteilskraft zugetraut wird, ja eigentlich wie Kinder von den “Wächtern der Demokratie”, wie sich inzwischen offenbar Campact sieht, an der Hand geführt werden müssen. Also – einfach eine Unverschämtheit der Campact-Verantwortlichen gegenüber Ihren Leserinnen, Lesern und vor allem Spenderinnen und Spendern.
Einfach nur kontraproduktiv für eine demokratische Entwicklung unserer Gesellschaft!
Trotzdem alles Gute für Sie persönlich und Ihre persönliche Entwicklung
G.G.
4. Leserzuschrift
Hallo Campact-Team,
ich habe euch tatsächlich lange gefördert, aber es gibt von eurer Seite aus eine unterschwellige Meinungsmache, die ich nicht unterstützen kann.
Die von mir sehr geschätzten NachDenkSeiten als Alternativmedien zu bezeichnen, ist sicherlich richtig. Dafür schätze ich die Seite und die Redaktion sehr.
Aber Sie in diesem Zusammenhang als Empörungsmedium zu nennen:
„Eine Fachredaktion hat zwölf dieser Empörungsmedien analysiert. Das Ergebnis ist ein Online-Informationsangebot, das Orientierung schafft. Es liefert Antworten auf die entscheidenden Fragen: Wer steckt hinter dem Medium? Wer finanziert es? Was ist das Ziel? Neben Nius und Compact sind zum Start folgende Empörungsmedien mit dabei: Tichys Einblick, Auf1, Epoch Times, Info-Direkt, Krautzone, NachDenkSeiten, Pi-News, RT, TKP und Weltwoche.“
sehe ich als infame Unterstellung. Meines Erachtens sind die NachDenkSeiten – gegründet von SPD-Mitglied Albrecht Müller – alternativ, aber ganz gewiss nicht rechts.
Ich bitte um Bekanntgabe der “Fachredaktion”, um erfragen zu können, woher die Fachredaktion die Erkenntnis nimmt. Eine Begründung dieser Ansicht würde mich sehr interessieren.
Vielen Dank im Voraus.
Tobias Bruns
NachDenkSeiten-Fördermitglied
5. Leserzuschrift
Liebe NachDenkSeiten-Redaktion,
ohne mein Zutun bekomme ich ständig (auf zwei Internet-Adressen) die Rundmails von Campact. Heute war dort wieder mal das Thema: “Gefährliche Medien” (“Empörungsmedien”).
Mich hat diese Mail sehr empört, aber nicht über den vermeintlichen “Empörer” NachDenkSeiten, die sich in der Liste der zu meidenden Medien wiederfinden, sondern über diese vermeintlichen Demokratie-Bewahrer von Campact. Ich habe sofort reagiert und eine lange Mail an die Kontaktadresse von Campact geschickt. Es war schon eine riesige Herausforderung, überhaupt eine Kontaktadresse herauszufinden. In meinem Schreiben habe ich auch gebeten, mich von der Mailliste zu streichen. Vielleicht können Sie mir einen Tipp geben, was ich noch tun könnte und wen von Campact ich direkt anschreiben könnte, zumal die umgehende automatisierte Antwort von Campact lautete: “Hallo Berndt, wir haben zur Zeit so viele Anfragen blablabla”
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr zugeneigter Leser
Berndt Fischer
6. Leserzuschrift
Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,
soeben erhielt ich von Campact eine Rundmail, die ich euch umgehend weiterleite. Sie macht ein weiteres Mal deutlich, wo Campact inzwischen steht: Auf der Seite der Herrschenden. Zudem wird politisch nicht mehr differenziert, sondern alle dem Medien-Mainstream widersprechenden Alternativmedien in einen Topf geworfen. Das ist intellektuell natürlich äußerst dürftig, politisch aber gewollt. Und wieder einmal sind die NachDenkSeiten im Visier. In einen Topf geworfen mit Nius, Tichys Einblick etc. und damit quasi als AFD-Unterstützer gebrandmarkt. Diese Perfidie einer angeblich mal linken Organisation ist unerträglich.
Lasst euch nicht unterkriegen und danke für euren unermüdlichen Einsatz.
Freundliche Grüße,
R.J.
7. Leserzuschrift
Liebes NachDenkSeiten-Team,
die Organisation “Campact” hat unter dem Motto “Diese Medien Sind gefährlich” eine Liste mit Internetseiten veröffentlicht, die “Propaganda und Krawall in die politischen Debatten” einbringen. Auch die NachDenkSeiten werden genannt.
Da fällt mir spontan das Plakat von Klaus Staeck aus dem Jahr 1978 ein
“Bibliotheken sind eine gefährliche Brutstätte des Geistes.”
Vielen Dank für Ihre Arbeit! Machen Sie bloß weiter so!
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Neumann
8. Leserschrift
Zur Info mit Gruß, bitte auch zu Händen Jens Berger, Danke (s.u.)!
T.S.
(Mail an Campact)
Guten Tag,
Ihre Arbeit gegen rechts erkenne ich sehr an und bin dankbar dafür!
Ich bitte jedoch um eine Begründung, warum die NachDenkSeiten auf Ihrer Liste gelandet sind.
Eine eigene Postion z.B. zum Ukraine-Krieg und zur Corona-Krise heißt ja nicht, dass dieses Medium “rechts” ist.
Ich lese es häufiger und kann keine rechten Positionen feststellen.
Danke dafür und viele Grüße!
Thomas Schönberger
9. Leserzuschrift
(…)
Und wieder ein nettes Totschlags-/Schlagwort-“Argument”: “Empörungsmedien”.
Reiht sich schön ein in sonstige Schlagwörter, wie “russisch”, “Propaganda” (am besten beides), “Desinformation”, “Verschwörung”, autoritär”, “totalitär”, “Spaltung”, “Narrativ” usw.usf.
Völlig inhalts-und begründungsloses Zeug, aber:
Einfach immer und immer und immer wieder wiederholt, bis auch der letzte Zweifler platt ist.
So einfach funktioniert (Kriegs-)Propaganda seit jeher…
P.S. Früher war der Laden in erster Linie unserer UMWELT verpflichtet. Da habe ich gerne mit-unterschrieben. Inzwischen kriecht er leider auch der Obrigkeit in den A…, bei der halt auch die GRÜNEN als auffallendste Kriegsrhetoriker Einiges zu sagen haben. Eine erstaunliche Ambiguitätsresilienz: Krieg verträgt sich offenbar ganz gut mit Umweltfürsorge.
P.P.S. Empörung (immerhin des Deutschen Lieblingsattitüde) wird tabu! Oder doch nur selektiv: Wenn sich in die falsche Richtung empört wird?
Ansonsten dürften sich doch auch die “Mainstream-Medien” nicht mehr z.B. über die AfD, oder den Chinesen, Russen, den Trump usw. empören, ohne dass ihnen dieselbe Benennung zuteil würde.
Ich jedenfalls werde ab heute SZ et al. als “Empörungsmedien” bezeichnen, was ich auch den “Machern” der sog. Alternativmedien empfehlen möchte.
Norbert
10. Leserzuschrift
Liebe Redaktion der NachDenkSeiten,
gerade bekam ich von Campact eine E-Mail, die mich über eine neue Kampagne informiert hat: ich möge sie teilen, ich möge spenden und so weiter.
Das Ziel von Campact ist, nun gegen sogenannte „Empörungsmedien“ vorzugehen, zu denen im Kampagnentext auch ausdrücklich die NachDenkSeiten gezählt werden. Schauen Sie sich doch mal den von Campact durchgeführten „Check“ an. Ich denke, er ist einer journalistischen Auseinandersetzung wert.
Viele Grüße
M.S.
11. Leserzuschrift
Hallo liebes NachDenkSeiten-Team,
Hier für euch eine Info, das campact unter anderem auch gegen Euch mobil macht unter der Einordnung Empörungsmedien, die als unseriös eingeordnet werden u.a. weltwoche, nius, campact usw..
Mit solidarischen Grüßen,
Inga Schmalz
12. Leserzuschrift
Hallo,
„Es gibt Medien, denen es nicht um Information geht – sondern um Meinungsmache, Propaganda und Ideologie. Diese Parallelmedien verfolgen ihre eigene politische Agenda. Das gilt auch für die Website Nachdenkseiten. Desinformation ist kein Journalismus. Informiere Dich hier:“
Viele Grüße!
mir sind die NDS ja zu wenig scharf, zu wenig links im früheren Sinne, also gegen z.B. Beamtentum und für Werktätige und zu wenig gegen die Bonzen des DGB .
(…)
Zu U. Heyden habe ich einen engen Kontakt und auch den F. Warweg kenne ich seit vielen Jahren als hochsoliden, anständigen Journalisten. In der Liga gibt es keinen einzigen bei ARD und ZDF und auch nicht bei FAZ, SZ, bei Lügel, Locus, Zeit oder Blöd.
Eine hohe Auszeichnung, daß (…) Campact, die Amadeostiftung , (…) , gegen die NDS Front machen .
Schönes Mittel auch, wie perfide man Pegida und die andern den NDS auch noch in die Schuhe schiebt.
(…)
Welche Auszeichnung, diese Hetze!
Nennt sich Goldstandard!
H.
Anmerkung zur Korrespondenz mit den NachDenkSeiten
Die NachDenkSeiten freuen sich über Ihre Zuschriften, am besten in einer angemessenen Länge und mit einem eindeutigen Betreff.
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