Leserbriefe zu „Nach Sachsen-Anhalt: CDU will begriffsstutzige Wähler „emotional“ an die Hand nehmen“
Tobias Riegel kommentiert in diesem Beitrag den Satz „Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen.“ aus der „Wahlanalyse“ von CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann. In dieser Aussage stecke einiges drin. Zum einen würden „große Teile des Wahlvolks mal wieder für zu dumm erklärt“. Zum anderen werde „indirekt zugegeben, dass man die Bürger gerne mit emotionalen (also unsachlichen) Strategien vom sozialfeindlichen Wesenskern der ‚Reformen‘ ablenken möchte“. Zu guter Letzt sei der Satz „ein partei-strategischer Offenbarungseid, wenn Hoppermann tatsächlich selber daran glauben sollte, dass man Wähler nicht dadurch zurückgewinnt, dass man seine Politik ändert, sondern dadurch, dass man die Bürger emotional ‚erreicht’“. Eine Artikel-Überschrift kurz nach einer Wahl habe sinngemäß treffend gelautet „Die Regierung droht mit noch mehr Kommunikation“. Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten. Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir dazu erhalten haben. Die hier nun folgende Leserbrief-Auswahl hat Christian Reimann für Sie zusammengestellt.
1. Leserbrief
Lieber Herr Riegel, mein Lieblingssatz der werten Frau Generalsekretärin gestern auf das Wahlergebnis und die desaströse Ablehnung des Kanzlers angesprochen, war der, daß die wichtigste Aufgabe der CDU jetzt sei, eine „positive Erzählung“ zu alldem zu finden.
Marcus Boshkow
2. Leserbrief
Liebes NDS-Team,
Diese „General(!)sekräterin“ begreift die eigene Politik nicht. Natürlich erreichen die Maßnahmen ihrer Partei, sprich Kürzungsorgien, Belastungen, Lügen und Korruption die Bürger. Und zwar völlig emotional! Und nie anders als emotional. Und die Menschen wissen das auch sehr wohl emotional einzuordnen – sie haben in den meisten Fällen gar keine andere Chance: als Machtmissbrauch, Betrug, Selbstbereicherung und völliger Missachtung jeder Würde.
VG
Rainer Thomas
3. Leserbrief
Hallo,
„Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional…. zu erreichen,….“
Gähhhn…….
Wie will eine Frau Hoppermann oder eine CDU die Menschen emotional erreichen, wenn diese selbst ganz unemotional meint :
“Für die CDU Deutschlands ganz klar: Es gibt keinen Völkermord in Gaza,….“
Hier offenbart sich die ganze emotionale Kälte einer Partei und einer Person die sich „christlich“ nennt !
Emotionale Empathie ohne Herz….ist nicht möglich……
und auch ohne Merz, ist der Niedergang der CDU unumkehrbar…
Was nützt ein Weckruf……wenn der Patient tot ist…..?
Grüße
T. Rath
4. Leserbrief
Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.
Was hilft es, viel von Stimmung reden?
Goethes Faust Vorspiel auf dem Theater
So viel über Politiker.Bildung
Joachim Raedler
5. Leserbrief
Sehr geehrter Herr Riegel sehr geehrtes NachDenkSeitenteam
Schön dass sie diese schon oft gehörte Selbstentlarvung der Politiker so gut auf den Punkt gebracht haben, die auf diesem oberlehrerhaften Selbstverständnis beruht und letzlich darauf hinausläuft die absichtliche Manipulation der Bevölkerung durch die Politik auf die Spitze zu treiben und das dann auch noch in aller Öffentlichkeit hinauszuposaunen, dass man in den Manipulationsmethoden, was sind denn emotionale Botschaften anderes, besser werden müsse. Da helfen mal wieder unbedarft geäußerte, häufig verwendete Floskeln, wie die von Franziska Hoppermann.
„Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen.“
wahre Absichten zu entlaven, ganz nach dem Motto: “Die Politiker sind immer noch die besten Kabarettisten ihrer selbst”.
Dennoch könnte es ja auch mal richtig sein, dass eine Regierung ihre Politik ihrem Volk nicht angenessen bzw. nicht gut genug erklärt. Die laufenden Sozialreformen lassen sich innerhalb ihres eigenen engen Rahmens teilweise durchaus begründen, auch ohne dass man dazu emotional werden müsste, aber nur in diesem engen Rahmen, denn nimmt man den gesamten politischen Kontext hinzu, dann muss man sich extrem wundern, dass Billionen Schulden für Krieg und Aufrüstung aufgenommen werden (whatever it takes), man aber gleichzeitig nicht bereit ist, Sozialabgaben vermehrt mit einigen wenigen Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt zu subventionieren und gleichzeitig nicht wirklich bereit ist, die wirklichen Ursachen für Krieg und Aufrüstung zu benennen und stattdessen immer nur Rauchbomben zur Verschleierung der eigentlichen Ursachen zündet. Das wäre natürlich in einem umfangreichen Essay nachzuweisen. Dies einfach zu behaupten ist natürlich auch nicht sehr vorbildlich muss aber für heute genügen.
Fritz Gerhard
6. Leserbrief
Sehr geschätzter Tobias Riegel,
als diese Frau (CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann) gestern das erste Mal zu Wort kam (der Schock stand Ihr noch ins Gesicht geschrieben), ist das Erste was mir aufgefallen bzw. sauer aufgestoßen ist, das Wort “emotional” – und heute schreiben Sie einen ganzen Artikel darüber. Danke!!
Diese Frau benutzt das Wort “emotional” in diesem politischen Kontext, in dem dieses Wort aus meiner Sicht nichts, aber auch rein gar nichts verloren hat! Doch diese Frau benutzt dieses Wort so selbstverständlich (und ich denke dies steht stellvertretend für die CDU bzw. die politisch globalistische Denkweise), das es mir eiskalt den Rücken hinunterläuft.
In einem politischen Kontext bzw. beim “erreichen” von Menschen (Wähler bzw. Wählerinnen) darf es nach meiner Auffassung nicht um Emotionen gehen, sondern um Sachlichkeit! Wieso sagt diese Frau also nicht einfach „Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen sachlich (statt emotional) so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen.“?
Meine Antwort darauf: Wenn die Interessen der herrschenden Politik sachlich den einfachen Menschen/der Bevölkerungsmehrheit nicht mehr zu vermitteln sind, da diese z.B. nicht bzw. nicht genug die Bedürfnisse der Bevölkerungsmehrheit berücksichtigt oder diese sich womöglich sogar gegen die Bedürfnisse der Bevölkerungsmehrheit richtet, dann bleibt in der Politik nur noch der Weg über die Emotionen! Es sei denn man hält die Bevölkerungsmehrheit für nicht schlau genug/für zu dumm die eigene Politik zu verstehen! So meine Meinung.
Der Weg über die Emotionen um Menschen (politisch) zu erreichen bzw. zu überzeugen um z.B. politische Interessen durchzusetzen, öffnet nach meiner Meinung nebenbei erwähnt dem Bösen Tür und Tor bzw. kann dem Bösen Tür und Tor öffnen! Gutes Beispiel hierfür ist die “Brutkastenlüge”, nach der irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet hätten, indem sie diese aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Hier wurde mit Hilfe einer Lüge bewußt an die Emotionen von Menschen/der Weltöffentlichkeit appeliert. Brutkastenlüge siehe Wikipedia (Stand 07.09.26), https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge
Herzliche Grüße
Andreas Rommel
7. Leserbrief
Werter Herr Riegel,
werte Redaktion,
„Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen.“ Doch, genau das ist erfolgt, die Menschen bzw. Wähler wurden sehr wohl „emotional erreicht“! Wer würde es nicht spüren/registrieren, wenn man ständig für dumm gehalten wird, dass Klimahysterie, Migration, Wirtschaftstalfahrt, Aufrüstung und Kriegseuphorie nur vom „unteren Volk“ zu bezahlen sind! Dies nicht nur seit Merz, auch die Ampel zeigte bereits ihre Unfähigkeiten, Beginn des Unterganges war unter Merkels Ägide und die CDU hat bis jetzt nichts, absolut nichts kapiert. Selbst keine Ideen und Charisma mehr, lässt sie sich verführen von der linken Blase und wundert sich, dass sie unten rum dümpelt. Politischer Reformkurs? Da lachen ja die Hühner, was und wie soll das denn funktionieren? Dieses Land muss wieder demokratisch werden, wirtschaftlich gepusht, für die Bürger erschwinglich sein, Migration begrenzt, Kriegsgebaren erstickt, „Sondervermögen“ in die Tonne, das Parlament intensiv verschlankt (Qualität statt Quantität!) und dem Souverän mehr Zugeständnisse gemacht werden, z.B. Referendum. Ein toller Hecht im Karpfenteich der Ahnungslosen hat ja mal behauptet, ein Referendum wäre dem Bürger nicht zuzumuten, d.h. er sei zu dumm. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, ich erachte die Politik zu naiv für diese Bürger und Wähler. Mich erfreut dieses Ergebnis, obwohl ich nicht wissen kann, wie die AfD tatsächlich agiert, dieses Versäumnis geht auf Kosten aller etablierten (und unfähigen) Parteien, welche dies ja vehement ohne Sinn und Verstand verhindert haben. Vermutlich kann das nur auf den Intellekt der AfD bezogen sein, d.h. die Angst um das Wissen der eigenen Unfähigkeiten und einer inhaltlich intellektuelleren AfD ließ eine Brandmauer errichten, welche zunehmend bröckelt. Schon die zweite Mauer innerhalb des Landes, welche sinnentleert erbaut wurde und wieder eingerissen. Diese endlosen hohlen Phrasen kann man schon lange nicht mehr hören, scheint aber oben (in doppelter Hinsicht) nicht anzukommen. Glückwunsch an die AfD, verbunden mit dem Wunsch eine andere, patriotisch-demokratische und verstandsgesteuerte Politik umzusetzen, welche die Menschen/Bürger wieder Vertrauen und Zuversicht gewinnen lässt. Hierfür gebe ich meine Stimme gerne!
Mit freundlichen Grüßen
E. Bauer
8. Leserbrief
Hallo Herr Riegel,
das haben Sie alles sehr schön auf den Punkt gebracht.
Diese Herrschaften haben immer noch nicht begriffen, was die Stunde geschlagen hat. Sie ergehen sich stattdessen in dummdreiste, bullshittige Phraseologien wie seit Jahrzehnten. Bauen krampfhaft und arrogant an einer innerdeutschen Moralgrenze …
Gleichviel: Niemand von den neoliberal-kapital-libertären Raubgemeinschafts-Parteien der demokratisch-extremistischen Mitte, welche seit Jahrzehnten kläglichst versagen, des eigenen Vorteils willen natürlich, muss und soll und darf und kann mich wohin auch immer mitnehmen. In den von USA-NATO provozierten Krieg erst recht nicht.
Souveränbepöbelung ( neudeutsch Souveränbashing ), betreutes Denken, betreute Demokratie usw. benötige ich ebenfalls nicht von diesen Kanaillen. Aber was will und kann man von einer Partei erwarten, welche toleriert, dass sich Individuen wie Spahn & Co. Kinder in den USA kaufen?
„Uns gelingt es im Moment offensichtlich nicht ausreichend, die Menschen emotional so zu erreichen, dass sie uns auf unserem politischen Reformkurs folgen“, sagt Hoppermann. Ich sage, sie möge einmal ins Grundgesetz schauen, welches sie, wie auch andere, stets ignorieren. Da steht im Artikel 21:
(1) Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.
(2) Parteien, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgehen, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind verfassungswidrig.
(3) Parteien, die nach ihren Zielen oder dem Verhalten ihrer Anhänger darauf ausgerichtet sind, die freiheitliche demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen oder den Bestand der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden, sind von staatlicher Finanzierung ausgeschlossen. Wird der Ausschluss festgestellt, so entfällt auch eine steuerliche Begünstigung dieser Parteien und von Zuwendungen an diese Parteien. [ …, RW ]“
Was bedeutet ‚wirken mit‘? Es bedeutet ‚nicht vorgeben‘; der Souverän gibt vor, und die Parteien müssen folgen. Auch das haben diese Herrschaften immer noch nicht verinnerlicht. Ich nenne das eine grundgesetzfeindliche Grundhaltung! Und genau die gefährdet die Demokratie.
„Die Regierung droht mit noch mehr Kommunikation.“ Ich spreche da eher von ‚noch mehr Gesinnungsterrorismus‘. Genug willige Vollstrecker u. a. bei den ÖRR gibt es.
In diesem Sinne sendet viele Grüße Roland Weinert.
9. Leserbrief
Verehrter Herr Riegel,
nicht nur Ihnen geht es so: “Ich weiß nicht mehr, wo ich diese Überschrift gelesen habe”: Sachsen-Anhalt – Briefwahl stärkt die CDU und schwächt die AfD. Da behauptet einer (eine?), dass die AFD ohne Briefwahl auf 51% gekommen sei. Ein Blick in die USA zeigt, dass da enormes Stimmenkapital hin- oder auch hergeschoben werden kann.
Die Angriffe auf die AfD werden in dieser Wahlperiode nicht nachlassen und ich selber weiß nicht, wo ich stehe. Diese blaue Partei hat zweifellos einige begabte Debattanten in ihren Reihen. Ich habe heute “irgendwo” gelesen, dass die Grünen den Großphilosophen Habeck zum Kanzlerkandidaten aufbauen wollen. Sie haben ihn schon mal aufgebaut und wieder abgebaut. Der Mann stellt so eine Art Ultima Ratio dar – die endgültige Lösung für den Weg an die Macht. So Gott will, bleibt uns das erspart, wiewohl ja die Grünen mit ihrer immer brauner werdenden Politlinie ein wenig gepunktet haben. Die AfD sei ja des Teufels Ausgeburt und Höcke der Urian. Siegmund hat deutlich gesiegt und die 51% an die Briefe verloren, wenn das so stimmt! Frau Hoppermann ist ja eine Entität, die den Emotionen große Bedeutung zumisst. Die Reden des Wahlsiegers waren keineswegs goebbelsgemäß. Seine Argumente waren eingängig und durchaus schlüssig. Auch mit Blick ins Ausland dürfte er punkten. Hoffentlich auch mit der Aussage: Kein Krieg gegen Russland!! Er ist nicht der “Fritz” und auch nicht der “Kraut”. Ein Habeck und eine Baerbock sind ja nun auf der Ebene des US-Hochschulwesens angekommen, wo ein Fischer schon mal gefischt hat. Weder Frau Hoppermanns Fischzug in Sachen Emotionalität wird weiterhelfen noch der kühne grüne Sprung in die Intellektualität.
Der wirkliche Fritz aber, dieses traurige Abbild eines Friederich ist nun endgültig ins Abseits geraten. Das wird in “Unseredemokratie” hoffentlich einige Augen öffnen. Schon einmal wurde er weggebissen von VDL und dann gar von AKK. Und doch hat ihn Black Rock auf den Kanzlerthron gekriegt. Das hat den Welthegemonen nicht weitergeholfen. Im Gegenteil: Der Friederich ist ein arger Wüterich geworden und hat beschlossen führend das alte Europa noch einmal gen Osten zu führen – auch ohne USA. Herr Starmer wird nicht mehr mitstürmen und bei Macron erinnert einiges noch an sein frühes Betthupferl aber gar nichts an den großen de Gaulle.
Es waren nicht die letzten Landtagswahlen. Wir werden sehen, ob es Frau Hoppermann gelingt, mehr Emotionalität in das deutsche Wählerwesen zu pumpen. Die Zweifel bleiben! Bei mir auch jene, ob die AfD so fest auf demokratischem Boden steht, wie das der “Unseredemokratie” gut täte. Immerhin: Ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer schimmert in unseren Landen: BSW schafft 5,3%! Schimmert das nach Meck-Pomm?
Dieter Münch ist entschiedener Nichtbriefwähler
und dankt Autor Riegel für den Artikel




