Leserbriefe zu „Merz: „Wir sind vorbereitet“ – Politik im Kriegswahn“

Ein Artikel von:


Marcus Klöckner diskutiert in dieser Kurzanalyse über drei kurz aufeinanderfolgende Tweets von Bundeskanzler Merz. Deutlich werde daraus, dass die deutsche Politik in einer Parallelwelt lebe. Das Feindbild Russland sei in ihrem Kopf festzementiert. Das Ergebnis sei eine Feindbildpolitik, die sich immer weiter in einen Aufrüstungs- und Kriegswahn steigere. Europa steigere sich in einen Kriegswahn und die deutsche Politik sei ganz vorne mit dabei.

Abgedruckte Leserbriefe geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Kürzungen aus redaktionellen Gründen bleiben vorbehalten.

Wir danken für die interessanten Zuschriften, die wir hierzu erhalten haben. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.


1. Leserbrief

Liebe NDS, Marcus Klöckner,

Ihr Artikel ist voll treffend. Für mich klingt Friedrich Merz mit seiner Prägung und seinen Vorurteilen wie von vorgestern, irgendwo zwischen 50-er und 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Der Mann (…) wirkt mit seinen Tweets, wie aus der Zeit gefallen. Und so etwas haben wir als Bundeskanzler? Nun ja, das wirft auch ein realistisches Bild auf die gesamte deutsch-bürgerlich-starrsinnige, politisch rückständige Gesellschaft!

Grüße
von unserem Leser R.O.


2. Leserbrief

Hallo,

“Das Feindbild Russland ist in ihrem Kopf festzementiert. Das Ergebnis ist eine Feindbildpolitik, die sich immer weiter in einen Aufrüstungs- und Kriegswahn steigert.“

..und sich gleichzeitig deshalb noch mehr vom Bürger, vom Volk, vom Souverän entfernt, als es eh schon der Fall ist.

(…)

Wer so agiert, ist der eigentliche Staatsfeind, ist derjenige, der unser Grundgesetz mit Füßen tritt und damit jegliche Rechtsstaatlichkeit verlassen hat.

(…)

Grüße
T. Rath


3. Leserbrief

Liebe NachDenkSeiten
lieber Herr Klöckner,

“Wir sind vorbereitet”, meint also Herr Merz.

Na klar, “der Russe wird 2029 erwartet, die ersten atomwaffenfähigen Jets aus US- Produktion werden erst Mitte der 30er-Jahre vollständig geliefert sein. Bis dahin können “wir” Putin mit dem mehrere Hundert Seiten Kaufvertrag mit der US-Regierung – nicht etwa dem Hersteller – so richtig erschrecken!

Die USA werden sich im Falle eines russischen Angriffs auf Europa incl. Deutschland sehr zurückhalten, denn den US-Regierungen ist nur an einem Puffer zu Russland gelegen – und als Puffer reicht der Atlantik vollkommen.

Außerdem: Schon gegen einen deutlich schwächeren Gegner als Russland haben die modernst ausgerüsteten US-Streitkräfte noch nicht einmal einen Pyrrus-Sieg erringen können. Im Gegenteil, ihre Bomben- und Waffenarsenale sind anscheinend so geleert worden, dass ihre Wiederauffüllung Jahre dauern wird.

Bis dahin reicht es Putin – so er dann noch an der Macht ist – einige ehemalige Autowerke in Deutschland zu zerstören, die Mitte / Ende der 20er-Jahre zur Produktion von Militärgeräte umgerüstet werden. Nur an diese Umrüstung zu denken richtig nicht, um “gerüstet” zu sein. Denn zur “Rüstung” gehört vorrangig der Schutz der eigenen Bevölkerung. Aber an den Schutzraum- und Bunkerbau hat Herr Merz offensichtlich noch keinen Gedanken verschwendet…

Vielleicht erinnert er sich zusammen mit seinem Kriegsminister noch an die SPIEGEL-Affäre und das ungeheure “Nur bedingt verteidigungsfähig!”? Darüber war Franz-Joseph Strauß gestolpert.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Steinke


4. Leserbrief

Guten Abend Herr Klöckner,

es ist zunächst einmal festzuhalten, dass die Behauptung: „der Russe würde uns bedrohen und angreifen wollen“, womit die Nachkommenschaft der einstigen Täter diesen ganzen Wahn begründet und rechtfertigt, erstunken und erlogen ist. Das ist von vielen klugen wirklichen Experten ausführlich dargelegt und bewiesen worden und braucht nicht wieder vorgekaut zu werden – Grynkewich sei mal als einer von vielen erwähnt. Darüber hinaus entspricht es der Logik; denn aufgrund des militärischen Kräfteverhältnisses ist es dem Russen überhaupt nicht möglich mit Aussicht auf Erfolg die NATO anzugreifen. 5 Jahre Ukrainekrieg mit so mäßigem Erfolg belegen dies auch. Es sei auch mal darauf hingewiesen, dass diese Regierung des Herrn Merz von BlackRock, die uns, so wie es anhand der Taten wahrzunehmen ist, wieder einmal ins Unheil führen wird, wegen der zweifelhaften Korrektheit der Auszählung der Stimmen mit hoher Wahrscheinlichkeit illegitim ist. Es ist nun schon drei Generationen her, als das Unheil das letzte mal geschah. Allerdings ist man bei einem Volk, das dies alles widerstandslos hin nimmt und als einzige Gegenwehr die AfD wählt ohne zu kapieren, dass sie da vom Regen in die Traufe kommen werden, und das sich wieder wie die Lemminge ins Verderben jagen läßt, als marginale chancenlose Minderheit verraten und verkauft. Goethe sprach einst im Hinblick auf das Unheil, das Napoleon zu seiner Zeit angerichtet hatte, von der „Dämonie der Geschichte“. Macht man sich diese Gedanken zu eigen, dann ist es halt unabwendbares Schicksal, wenn man einer Regierung ausgeliefert wird, die einen wieder mal ins Verderben führen wird. Es müßte doch endlich kapiert werden, dass dieser mitnichten „unprovozierte“ Stellvertreterkrieg da nicht unser Krieg ist – jedenfalls nicht meiner – und Putin, der sagt, dass keine Absicht bestünde uns angreifen zu wollen, sollte beim Wort genommen werden um einen Nichtangriffspakt zu schließen. Und einen solchen selbst, im Gegensatz zu damals, dann auch einhalten. Denn die Geschichte lehrt, dass die Russen – im Gegensatz beispielsweise zu uns und zum Yankee – abgeschlossene Verträge eher einhalten. Die Lieferverträge für kostengünstiges und gutes Öl und Gas haben doch auch wir und nicht der Russe gebrochen! Da sitzt man nun mal leider mit Leuten wie Pistorius, Merz, Wadephul und den vielen Gleichgesinnten auf dem falschen Gaul.

Bester Gruß
C. W.


5. Leserbrief

Wie seit vielen Jahren Politiker und Massenmedien, voran aus Deutschland, Putin dämonisieren, trägt für mich Züge des Wahnsinns. Wer ernsthaft meint, Putin wolle die Sowjetunion wieder herstellen, sogar nach den baltischen Staaten auch Polen besetzen und dann zum Brandenburger Tor und möglicherweise noch weiter westlich marschieren lassen, hat seinen Verstand verloren.
Diesen Kriegswahn hat Herr Klöckner in den jüngsten Äußerungen von Kanzler Merz klar aufgezeigt. Ich glaube nicht, dass hinter diesem Wahn Methode steckt, etwa eine Absicht, wie Polonius sie bei Hamlet entdeckt. Nein, er fußt auf einer veritablen fixen Idee.

Man ist trotz Jugoslawienkriegs, Ausdehnung bis an die russische Grenze und Raketenbasen in Rumänien und Polen der Illusion verfallen, dass die NATO doch, um Gottes Willen!, keine Bedrohung Russlands ist und man sich daher mit Russlands Sicherheitsinteressen gar nicht zu beschäftigen braucht.

In diesem Wahn scheut die Regierung auch nicht davor zurück, die deutsche Bevölkerung zu belügen. Wiederholt erklärte sie, es lägen klare Beweise vor, dass Russland sich auf einen Krieg mit der NATO vorbereite und in wenigen Jahren losschlagen werde. Dabei verwies man auf vertrauliche nachrichtendienstliche Quellen, vor allem der baltischen Staaten.

Beim Antrittsbesuch des litauischen Ministerpräsidenten Sinkevičius im NATO- Hauptquartier in Brüssel am 29.9. wurde diese Lüge entlarvt. Als dieser auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Generalsekretär Rutte auf die Frage des Vertreter von Agence France-Presse hinsichtlich der Gefahr einer Übertreibung einer russischen Bedrohung antwortete

…”I was adressing also the generalsecretary, is there any proof, real proof, intelligence services providing something on the table, that Russia is getting ready for something – and there is actually none”…
(ab Min. 15:48 im Video bei dws).

(Zu deutsch: “Ich habe mich deswegen auch an den Generalsekretär gewandt, gibt es irgendeinen Beweis, wirklichen Beweis, haben die Nachrichtendienste irgendetwas auf den Tisch gelegt, dass Russland sich auf etwas vorbereite – und da ist überhaupt nichts”.)

Nicht nur, dass die deutschen Medien diesen Satz mit keinem Wort erwähnen, die NATO verheimlicht ihn sogar. Im offiziellen Skript der NATO zur Pressekonferenz ist diese Antworten ausgespart.

Beste Grüße
L. Salomons


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