Gestern flatterte ein Prospekt von Engelhorn auf meinen Tisch, vermutlich als Beilage zur Rheinpfalz. Engelhorn war ursprünglich ein großes Textilgeschäft in Mannheim. Ich kenne das noch aus meiner Kindheit. Schon auf dem Deckblatt des Prospektes werden die Leser gebührend eingestimmt. „Looks für den Winter“ – heißt es da. – Auf dem Deckblatt werden dann gleich noch fünf Produkte angeboten, darunter eine „Cargohose“ für 139,99 Euro und ein „Henley“ für 79,99 Euro. Was eine „Cargohose“ und was ein „Henley“ sein soll, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist mit „Henley“ ein Hemd gemeint. Von Albrecht Müller.
Auf der zweiten Seite, also auf der Innenseite des Umschlags geht es dann für mich unverständlich weiter mit: „No Excess Stricktroyer“.
Auf der nächsten Seite gibt es dann eine „No Excess Hybridjacke“, ein „Overshirt“, ein „Select Chino“ und „Copenhagen Studios Stiefel“. Immerhin – Stiefel, das ist ja noch zu verstehen.
Auf der nächsten Seite gibt es dann neben anderem Unverständlichem eine „No Excess Softshelljacke“. Watt is datt denn?
Auf der folgenden Seite heißt es groß obendrüber:
„Softshell:
Für jedes Wetter“
Die weiteren Bezeichnungen sind auf Deutsch und Englisch gemischt: „Softshelljacke“. Dann „Strickpullover“ und dann wieder „Overshirt“. – Es ist zum Mäuse Melken.
Auf der nächsten Seite gibt’s rechts lauter eingeführte Begriffe: „Jacke, Strickpullover, Hemd, Jeans, Jacke“.
Auf der letzten Seite werden vier verschiedene Sachen angeboten – immerhin drei in Deutsch: Jacke, Weste, Pullover. Und dann ein englischer Begriff: „Overshirt“.
Die Hauptüberschrift dieser Seite lautet:
Was das soll, bleibt unverständlich!
Wer auf diese Weise Werbung macht, wer die deutsche Sprache so verhunzt, wie es in diesem Prospekt geschehen ist, der leistet einen Beitrag, vermutlich einen beachtlichen Beitrag, zum Ruin unserer Sprache.







