Hinweise des Tages

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  1. DGB zur Rente mit 67
    Quelle: DGB
  2. Ökonomen plädieren für eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik und für eine Lohnsteigerung in der Metallindustrie von 4%
    Eine faktengestützte Argumentation.
    Quelle: FTD [PDF – 196 KB]
  3. Lucas Zeise: Alter Trick mit Hedge-Fonds
    Ganz simpel gesprochen bedroht der steigende Verschuldungsgrad der Weltwirtschaft die Stabilität des weltweiten Finanzsystems oder, was nur die andere Seite dieser Medaille ist, die seit vielen Jahren stark, weit stärker als die Realwirtschaft steigende internationale Geldmenge. Die Hedge-Fonds und ihre Heuschreckenschwestern, die Private-Equity-Fonds, sind dabei nur die stärksten Nutznießer der leichten Verfügbarkeit von Kredit. Kredit ist billig, entsprechend steigt die Verschuldung, in der aktuellen Phase weniger bei den Industrieunternehmen als bei den Haushalten, vor allem in den englischsprachigen Ländern, und bei den Finanzinstitutionen.
    Die negativen Konsequenzen treten ein, wenn die Spekulation sich dreht, wenn alle ihre Forderungen als unsicher empfinden und neue Liquidität nicht mehr oder nur zu sprunghaft höheren Zinssätzen zu haben ist. Davor sollte Trichet Angst haben, nicht vor der entfernten Möglichkeit, dass irgendwann einmal, wenn die Kreditkrise mit viel Glück ausgeblieben ist, ein bisschen Inflation droht. Er und sein Rat sollten die ausufernde Geldexpansion als Problem an sich begreifen.
    Quelle: FTD
  4. Herbert Walther: Neoliberale Utopie und Wirklichkeit
    Der Systemwettbewerb hat sich verlagert von einem Systemwettbewerb zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft zu einem Systemwettbewerb zwischen sozialer Marktwirtschaft und einer kapitalistischen – reinen – Marktwirtschaft, die es in dieser Form natürlich nirgendwo wirklich gibt, aber gewisse Volkswirtschaften sind auf dem Weg dorthin.
    Die Liberalen haben völlig Recht, wenn sie betonen, dass freie Märkte und Wettbewerb in manchen, bei weitem nicht in allen Bereichen, Voraussetzung sind für hohe und steigende Produktivität. Sie haben aber Unrecht, weil sie eben die inneren logischen und empirischen Begrenzungen dieses Ansatzes nicht erkennen, nicht akzeptieren wollen
    Über Marktversagen, Chancengleichheit, zur Kritik der Flexibilitätsthese. Hat der Binnenmarkt mehr Wachstum gebracht? Über die wachstumslimitierende Rolle der EZB
    Quelle: Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog und der Wiener Wirtschaftskreis [PDF – 236 KB]
  5. Hans-Dietrich Genscher: Was Putin fragt, das fragen wir uns selbst.
    Eine Analyse der von Wladimir Putin aufgeworfenen Fragen geht auch in die Richtung der Forderung nach gleichberechtigter globaler Kooperation. Die Rede sollte ernst genommen werden, auch dort, wo die Kritik zu weitgehend erscheint. Russland versteht sich als gleichberechtigter und ebenbürtiger Partner. Der Erfolg der europäischen Einigung zeigt, dass Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit die Voraussetzung konstruktiver Kooperation sind. Das gilt für Europa und das gilt weltweit.
    Quelle: Tagesspiegel

    Anmerkung: Wenn man einmal das genschersche Süßholzraspeln abzieht, eine bemerkenswerte Äußerung.

  6. Die Kalten Krieger melden sich zurück
    Gates erinnerte daran, dass es vor vier Jahren – auch in München – Uneinigkeit über den Einmarsch der US-Truppen im Irak gegeben habe. “Die Realität ist heute aber, dass ein Scheitern im Irak Auswirkungen auf alle Länder haben wird, die in diesem Saal vertreten sind.” Der Streit um den Krieg sei “Vergangenheit”. Es werde in der künftigen Diskussion nicht mehr – wie noch unter seinem Vorgänger Donald Rumsfeld – um das “alte” und das “neue” Europa gehen, so Gates. Stattdessen werde künftig zwischen jenen Verbündeten unterschieden, die alles in ihren Kräften Stehende versuchten, und jenen, die das nicht täten: “Die Nato ist kein sozialer Club.”
    Quelle: taz

    Anmerkung: Jetzt kommen die USA also durch die „kalte Küche“, um die Nato in den Irak-Krieg einzubinden.

  7. Rede des russischen Präsidenten Putin im Original
    Quelle: AG Friedensforschung an der Uni Kassel

    Anmerkung: Damit jeder selbst nachlesen kann und nicht auf die Spekulationen und Interpretationen anderer angewiesen ist.

  8. Kapital-Kulturkampf
    Bei CeWe Color prallen unterschiedliche Auffassungen von Unternehmensführung aufeinander. Während die Fonds offenbar den einzigen Sinn der Aktiengesellschaft in der Schaffung von Mehrwert für die Anteilseigner sehen, haben Vorstand und Gründerfamilie die Zwecke des Unternehmens ein wenig weiter gefaßt. Sie beziehen u.a. die Sicherung von Jobs und den Erhalt langfristiger Perspektiven mit ins unternehmerische Kalkül ein.
    In einem Aktionärsbrief hatte das Management von CeWe Color im Januar den Finanzinvestoren vorgeworfen, sie wollten eine außerordentliche Hauptversammlung erzwingen und dort eine Sonderausschüttung in Höhe von 37 bis 120 Millionen Euro durchsetzen (jW berichtete). Diese Ausschüttung sollte den Angaben zufolge gegebenenfalls mittels eines Kredits finanziert werden. Ein solches Vorgehen könnte dem Unternehmen, das sich inmitten einer komplizierten Umstrukturierung befindet, schaden, befürchtete der Vorstand.
    Quelle: junge Welt
  9. Neue Abgeltungssteuer: Sahnehäubchen für Anleger
    Für Anleger, die sich beim letzten Börsencrash die Finger verbrannt haben, sieht der Gesetzentwurf noch ein Sahnehäubchen vor. Anleger, die noch auf Spekulationsverlusten nach bisherigem Recht sitzen, können diese bis Ende 2013 im Rahmen des neuen Rechts verrechnen lassen. Anleger, die noch auf Spekulationsverlusten sitzen, können ihre Verluste dann also gegen ihre Zinseinkünfte aufrechnen.
    Quelle: Handelsblatt

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