Systemänderung – was ist das? Wie soll das neue System aussehen?
Systemänderung – was ist das? Wie soll das neue System aussehen?

Systemänderung – was ist das? Wie soll das neue System aussehen?

Albrecht Müller
Ein Artikel von: Albrecht Müller

Die Redaktion der NachDenkSeiten erreichen des Öfteren Mails mit zurecht sehr kritischen Bemerkungen zu den jetzigen Zuständen. Die Leseräußerungen enden dann oft im Stoßseufzer: Ohne Systemänderung gehts nicht! In Bezug auf dringliche aktuelle Probleme heißt es in der Ankündigung eines neu erschienenen Buches: „Ohne Systemwandel werden Umweltzerstörung und Klimawandel nicht aufzuhalten sein.“. Manche Leser ermahnen uns , wir sollten uns keine Mühe geben mit unseren Verbesserungsvorschlägen. Ohne ein anderes System sei alles zwecklos. Mit diesen Einlassungen können wir leider in der Regel nichts anfangen …

… wenn die Forderung nach Systemwandel nicht wenigstens mit dem Versuch gekoppelt ist, zu beschreiben, wie das andere System aussehen soll, und d. h. eigentlich auch zu beschreiben, wie das jetzige (angebliche) „System“ definiert ist, und durch welchen Wandel das neue System ein neues System werden soll, was im neuen System anders sein soll.

Wir können uns eine andere Gesellschaft durchaus vorstellen und könnten auch beschreiben, was anders gemacht werden sollte, um diese bessere Gesellschaft zu erreichen. Darüber schreiben wir tatsächlich häufig, zum Beispiel in der vor kurzem begonnenen Reihe über notwendige und wichtige programmatische Vorstellungen (siehe hier und hier). Aber was im Zusammenhang mit Überlegungen zur anderen Gestaltung der Verhältnisse mit einem anderen „System“ gemeint sein soll, verstehe ich jedenfalls nicht. Nennen wir einfach mal ein paar Möglichkeiten beim Namen:

  1. Kein privates Eigentum an den Produktionsmitteln, also öffentliches Eigentum. Soll das die Lösung sein?
  2. Oder Unternehmen und Betriebe im Eigentum der dort arbeitenden Menschen.
  3. Oder genossenschaftlich organisiert.
  4. Kein Wettbewerb, kein Markt.
  5. Keine Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverhältnisse. Keine Hierarchien.

Die Beschreibung ist dünn. Welche sonstigen Vorstellungen haben die Befürworter des Systemwandels vom angestrebten „System“? Was macht das System aus, was macht den Wandel des Systems aus? Das würde schon mal interessieren. Einfach nur drauf los reden geht nicht. So kann man sich allenfalls emotional hochgeigen. Man kann sich untereinander per Zuruf bestätigen. Aber in der Sache bringen diese Sprüche nichts.

Wenn Sie sich zu diesen Fragen äußern wollen, dann bitte nicht in zu langen Texten und an diese E-Mail-Adresse: [email protected].

Rubriken:

Ideologiekritik

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