Hinweise der Woche

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Am Wochenende präsentieren wir Ihnen einen Überblick über die lohnenswertesten Beiträge, die wir im Laufe der vergangenen Woche in unseren Hinweisen des Tages für Sie gesammelt haben. Nehmen Sie sich ruhig auch die Zeit, unsere werktägliche Auswahl der Hinweise des Tages anzuschauen. Wenn Sie auf “weiterlesen” klicken, öffnet sich das Angebot und Sie können sich aussuchen, was Sie lesen wollen. (JB)

Hier die Übersicht; Sie können mit einem Klick aufrufen, was Sie interessiert:

  1. Exklusiv-Interview mit Gruber und Schleich: „Viele Kollegen sind nur noch Zeitgeistnutten“
  2. »Weiße stecken in einer Zwickmühle: Was sie auch machen, es ist falsch«
  3. Franz Xaver Kroetz zerschlägt den Links-Rechts-Gordischen-Knoten
  4. Die Grundrente ist schon vor der Auszahlung des ersten Cents gefloppt
  5. Deutlich erhöhte Corona-Sterblichkeit bei sozial Benachteiligten
  6. Bereit machen zum harten Oster-Lockdown! Der Inzidenzhype wird hochgefahren
  7. Virologe über Corona-Entscheider: “Regierung stützt sich auf falsches Berater-Konzept”
  8. “Dumm und dämlich verdient”
  9. Hoffen auf das Oster-Wunder
  10. Schlafwandler rüsten zum (Atom)Krieg

Vorbemerkung: Ursprünglich hatten wir geplant, in unserer Wochenübersicht auch auf die lohnenswertesten redaktionellen Beiträge der NachDenkSeiten zu verweisen. Wir haben jedoch schnell festgestellt, dass eine dafür nötige Vorauswahl immer damit verbunden ist, Ihnen wichtige Beiträge vorzuenthalten. Daher möchten wir Ihnen raten, am Wochenende doch einfach die Zeit zu nutzen, um sich unsere Beiträge der letzten Wochen (noch einmal) anzuschauen. Vielleicht finden Sie dabei ja noch den einen oder anderen Artikel, den es sich zu lesen lohnt. Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Exklusiv-Interview mit Gruber und Schleich: „Viele Kollegen sind nur noch Zeitgeistnutten“
    Monika Gruber und Helmut Schleich sprechen im Interview über die Kultur im Lockdown, die Corona-Maßnahmen der Regierung, Political Correctness und die Lagerbildung im Kabarett.
    […] Auch die „Anstalt“ hatte eine Nummer mit Dieter Nuhr als Literaturkritiker.
    Schleich: Ganz ehrlich, wenn wir jetzt anfangen, uns gegenseitig fertigzumachen, dann enden wir wie die SPD.
    Gruber: Bei der „Anstalt“ ist es übrigens so, dass du da nicht mehr eingeladen wirst, wenn du nicht ins Weltbild passt.
    Haben Sie die Erfahrung selbst gemacht?
    Gruber: Ja. Das würden die einem nur nie ins Gesicht sagen. Die Szene ist letztlich aber doch eine große Familie, und so erfährt man immer, wer was über wen geäußert hat. Und deshalb weiß ich, dass jemand zu meinem Co-Autor gesagt hat: Die Texte, die die Gruber da bringt, die könnte sie auch bei Pegida bringen. Abgesehen davon, dass das eine infame Behauptung ist, lasse ich mich in keine Schublade stecken, sondern nehme mir nur das Recht heraus, den Finger in manche Wunden zu legen. Und i steh dazua! Kabarett hat die Aufgabe, kritische Fragen zu stellen. Und auch wenn das jetzt etwas deftig formuliert ist: Viele Kollegen, die vermeintlich Kabarett machen, sind nur mehr Zeitgeistnutten.
    Merkur: Woher kommt das, dass es plötzlich zwei unversöhnliche Lager zu geben scheint?
    Schleich: Der Riss, der durch die Gesellschaft geht, zwischen vermeintlich „gut“ und vermeintlich „böse“, bildet sich eben auch in der Kabarettszene ab. Und jeder, der sich falsch – und damit meine ich auch formal falsch – ausdrückt, bekommt den Stempel „Nazi“ oder zumindest „Steigbügelhalter“. Aber wer definiert das eigentlich? Ist es nicht so, dass eine Partei wie die AfD ihren Aufstieg auch der Tatsache zu verdanken hat, dass andere sich weggeduckt haben, wenn’s brisant wurde?
    Gruber: Die sind in die Lücke rein, die entstanden ist, weil niemand bestimmte Themen offen ansprechen wollte.
    Schleich: Wir haben im Kabarett, und da sehe ich eine gewisse Parallele zum Journalismus, alles erst mal infrage zu stellen und alles erst mal Scheiße zu finden, was so passiert politisch und gesellschaftlich. Wenn sich dann aber Künstler zum verlängerten Arm der Regierung machen, indem sie sich über die Kritik an der Regierung lustig machen, dann finde ich das sehr bedenklich. Wer Corona-Maßnahmen* infrage stellt, ist noch kein Corona-Leugner, genauso wie jemand, der die EU kritisch sieht, noch kein Europagegner ist.
    Quelle: Merkur
  2. »Weiße stecken in einer Zwickmühle: Was sie auch machen, es ist falsch«
    John McWhorter erklärt, warum er die identitätspolitische Linke für eine dogmatische Sekte hält. Er sagt, sie werde zu einer Gefahr für Meinungsfreiheit und Demokratie. […]
    SPIEGEL: Sie nennen diese Weltsicht die »Ideologie der Erwählten«. Was meinen Sie damit?
    McWhorter: Ich meine damit, dass die Vertreter dieser Ideologie ernsthaft glauben, dass sie die Träger einer höheren Weisheit seien. Auf bestimmte Weise gleichen sie damit Anhängern einer fundamentalistischen Religion, etwa den Calvinisten. Ich weiß, dass der Begriff »Erwählte« einen negativen Beigeschmack hat, und das ist auch meine Absicht. Denn in der Geschichte haben schon häufiger Bewegungen, die glaubten, letztgültige Wahrheiten gefunden zu haben, viel Unglück über die Menschheit gebracht. Und ich spreche jetzt nicht von klassischen Linken, die für so praktische Dinge wie Mindestlohn oder Krankenversicherung kämpfen. Sondern von identitätspolitischen Truppen, die mit dem rhetorischen Baseballschläger durch das Internet ziehen und jeden als Rassisten niederknüppeln, der ihnen widerspricht. […]
    McWhorter: Weißen, die nur Weiße daten, wird gesagt: Das macht ihr, weil ihr Rassisten seid. Wenn aber ein weißer Mann mit einer schwarzen Frau ausgeht, gibt es den Vorwurf, er tue dies nur, weil er ein Abenteuer suche. Ein anderes Beispiel: Wenn Weiße sich aus schwarzen Wohnvierteln zurückziehen, wird das als »white flight« gegeißelt. Wenn Weiße in schwarze Wohnviertel ziehen, heißt es, sie trügen zur Gentrifizierung bei. Mit einer Bewegung, die derart widersprüchlich ist, kann etwas nicht stimmen. Sie ist so damit beschäftigt, den Rassismus der Weißen bloßzustellen, dass die Logik dabei völlig auf der Strecke bleibt.
    Quelle: SPIEGEL

    Anmerkung Jens Berger: Ein ganz exzellentes Interview, das sich leider aber hinter einer Bezahlschranke versteckt. Es kommt immer häufiger vor, dass die wenigen guten Sachen bei SPIEGEL und Co. nur zahlenden Abonnenten zur Verfügung stehen, während der hoch ideologisch aufgeladene „Mist“ natürlich weiterhin kostenfrei bleibt.

  3. Franz Xaver Kroetz zerschlägt den Links-Rechts-Gordischen-Knoten
    Am 27.02.2021 ließ die Volksstimme in Sachsen-Anhalt den Dramatiker und Schauspieler Franz Xaver Kroetz (Münchner Boulevardjournalist “Baby Schimmerlos” in der ARD-Serie “Kir Royal”) zu Wort kommen…

    “Das Virus ist ein probates Mittel, um von oben noch mehr nach unten zu treten. Angst haben, zu Hause bleiben, eingesperrt sein, arbeitslos sein, perspektivlos sein, mit niemandem reden, jedem misstrauen, isoliert sein, uninformiert sein, das ist doch die ideale Steilvorlage zur Zerstörung der Demokratie. Jeder, der sich dagegen wehrt, hat meine Sympathie.

    Da die Corona-Hysterie, in die wir getrieben werden von der Politik, den Medien und den ‘Fachleuten’, aus uns ängstliche, zitternde Wichtelchen machen will, finde ich jeden Wutbürger gut, egal von welcher Seite und Farbe, solange er nicht ‘Heil Hitler’ kräht.

    Ich bin in großer Sorge, dass man unter dem Deckmantel des Schutzes der Bevölkerung diese irreparabel schädigt. Und mit der Bevölkerung auch die Demokratie. Es ist ein Herrschaftsmechanismus entstanden, der uns bis in die Sprache hinein wie einen Haufen unbotmäßiger Kinder behandelt. Wie kriegt man das wieder raus wenn Corona überwunden ist? Und was zieht man dann aus dem Zylinder?

    Dass der Tod aus den westlichen reichen Gesellschaften verdrängt wird, ja, unsichtbar geworden ist, macht uns zu unglücklichen Zombies, die Gott, die die Erde und das ewige Werden und Vergehen missachten. Hundertjährige werden geimpft; und damit sie nicht krank werden und vielleicht sterben, wird das Recht der Jugend auf Lernen, Bildung, Sport, Freizeit, Spaß, Vergnügen, Entwicklung und Gesundheit bedenkenlos gekippt.”…

    Quelle: Blautopf

  4. Die Grundrente ist schon vor der Auszahlung des ersten Cents gefloppt
    – sie dient aber dem weiteren Ausbau des Niedriglohnsektors
    Nach jahrelangem Hin- und Her war es nach dem dritten Anlauf so weit: Zum Jahresbeginn 2021 wurde die Grundrente eingeführt. Langjährige Rentenversicherte mit geringem Einkommen sollen automatisch einen monatlichen Zuschlag auf ihre Altersrente erhalten. In der Bundesregierung hatte man sich darauf geeinigt, dass die Bewilligung der Grundrente von einer Einkommensprüfung abhängig gemacht wird, wobei Rentenversicherung und Finanzverwaltung zusammenarbeiten sollen. Die Rentenversicherung ist mit der Aufgabe allein gelassen worden und bisher ist noch kein Cent an die alten Menschen geflossen, weil langwierig geprüft werden muss, ob ein Anspruch auf die Grundrente besteht. Eine Mammutaufgabe bei rund 26 Millionen Menschen im Altersrentenbezug. Mit ersten Aus- und Nachzahlungen ist erst ab der zweiten Jahreshälfte zu rechnen.
    Das ganze Prozedere ist an den Betroffenen vorbeigegangen und die Kommunikation war und ist grottenschlecht. Niemand weiß etwas Genaues. Immer mehr ältere Menschen werden Opfer von Trickbetrügern, die getarnt als Angestellte der Rentenversicherung versuchen, an persönliche Daten oder sogar die Bankverbindung von Versicherten zu kommen und deren Unsicherheit schamlos ausnutzen.
    Dabei scheint die Grundrente selbst eine große Mogelpackung zu werden, bei der der Niedriglohnsektor weiter festgeschrieben und mit staatlichen Subventionen gefüttert wird, anstelle den Mindestlohn und die Grundsicherung gemäß Sozialgesetzbuch XII kräftig anzuheben, um im Alter ein menschenwürdiges Auskommen zu haben…
    Niedriglohn und geringfügige Beschäftigung führen in die Sackgasse
    Wie die vorgebliche Notwendigkeit der Lohn- und Rentenaufstockung durch öffentliche Mittel zeigt, ist die Lohnpolitik der letzten Jahrzehnte für die Beschäftigten und Rentenbezieher vor die Wand gefahren worden – als Preis für die Exportweltmeisterschaft und Vermögensbildung bei den Reichen.
    Mit der Einführung der Grundrente, wird sich der Niedriglohnsektor weiter vergrößern, so, wie es mit der Hartz-IV/Arbeitslosengeld II-Einführung im Jahr 2005 auch vorgesehen war.
    Die zur Schaustellung von Handlungsbereitschaft der Großen Koalition mit dem 3. Anlauf der Einführung der Grundrente soll verdecken, dass die öffentliche Hand geringfügig entlohnte Beschäftigte mit Milliardenbeträgen unterstützen muss, weil diese Menschen von ihrer Arbeit nicht leben können und dass die Geschichte von der Brückenfunktion der Mini-Jobs ein Märchen ist, weil kaum jemand es schafft, über diese Beschäftigung den Um- und Aufstieg in ein sozialversicherungspflichtiges und finanziell ausreichendes Vollzeitarbeitsverhältnis mit guter Altersabsicherung zu erhalten.
    Quelle: Gewerkschaftsforum
  5. Deutlich erhöhte Corona-Sterblichkeit bei sozial Benachteiligten
    Experten sehen Menschen im Niedriglohnsektor einer höheren Gefahr ausgesetzt, an Corona zu erkranken. Nun bestätigt auch das Robert-Koch-Institut eine höhere Sterblichkeitsrate – von 50 bis 70 Prozent.
    Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte während der zweiten Infektionswelle vergangenen Herbst bis Februar dieses Jahres einen starken Anstieg der Covid-19-Todesfälle in sozial benachteiligten Regionen. Demnach lag die Sterblichkeit im Dezember und Januar um rund 50 bis 70 Prozent höher als in Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung. Das geht aus Daten hervor, die das RKI am Dienstag erstmals veröffentlichte.
    Laut RKI sind allein im Dezember und Januar mehr als 42.000 Personen mit oder an Covid-19 gestorben, etwa 90 Prozent davon waren 70 Jahre und älter. In den sozial benachteiligten Regionen weisen sowohl Männer als auch Frauen eine höhere Corona-Sterblichkeitsrate auf als in weniger benachteiligten Gebieten.
    Die Ergebnisse des RKI bestätigt auch die Wiener Soziologin Judith Kohlenberger. Gegenüber der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag sagt sie, dass die Häufung von Corona-Infektionen bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte mit dem sozialen Status der Betroffenen zusammenhänge. Das häufigere Auftreten von Covid-19 bei Migranten sei laut Kohlenberger nicht überraschend. Es gebe dafür sozioökonomische Gründe.
    Quelle: WELT

    Anmerkung unseres Lesers J.A.: Das ist alles nicht neu, aber immerhin kommen diese News jetzt auch in den konservativ-neoliberalen Zeitungen.

  6. Bereit machen zum harten Oster-Lockdown! Der Inzidenzhype wird hochgefahren
    Seriöse Experten und Medizinerverbände sind sich einig, dass es unsinnig ist, Politik und Kommunikation zu Corona auf die Zahl der positiv Getesteten zu stützen, ohne Rücksicht auf die Zahl der Tests und die Zahl der ernsthaft Kranken und Gestorbenen. Doch erfährt man über Tests fast nichts und über letztere kaum etwas. Das würde nämlich nicht zur Vorbereitung eines harten Oster-Lockdowns passen.
    Jeden Abend bekommt man in der Tagesschau prominent die (steigende) Anzahl der positiv Getesteten und seit neuerem die Wocheninzidenz prominent serviert. Wie viel getestet wurde, erfährt man so gut wie nie, aber dass die steigenden Fallzahlen nichts mit mehr Tests zu tun haben, dürfen seit Freitag erst das Robert-Koch-Institut (RKI), dann “Experten” betonen. Offenbar, ohne etwas zu wissen, denn das RKI bekommt seine ohnehin sehr rudimentären Testzahlen erst mit Tagen Verzögerung. Am Mittwoch werden wir erfahren, wie viel letzte Woche PCR-getestet wurde.
    Egal, allenäthalben ist davon die Rede, dass die zaghaften Öffnungsschritte wegen der steigenden Fallzahlen zu Ostern wieder rückgängig gemacht werden müssen. Schließlich haben die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten in ihren letzten undemokratischen Corona-Kungelrunden gegen jede Vernunft die Inzidenz ohne Rücksicht auf die Anzahl der Tests zum Maß aller Dinge gemacht. Und das, obwohl mit der massenhaften Verfügbarkeit von Schnelltests eine deutliche Testvermehrung absehbar ist.
    Quelle: Norbert Häring

    dazu: Medien fokussieren auf Corona-Positive statt auf Schwerkranke
    Seit die Zahlen der Intensivbehandelten und der Verstorbenen fallen, erscheinen sie nicht mehr zuvorderst in den Schlagzeilen.
    Mit steigenden Kurven informierten grosse Medien während Monaten über die Entwicklung der Todeszahlen. Auch drohende Engpässe in Spitälern beherrschten die Schlagzeilen. Seit die entsprechenden Kurven stark nach unten zeigen, werden sie viel seltener abgebildet. Viele Medien lenken die Aufmerksamkeit vielmehr auf die Zahlen der positiv Getesteten.
    Begründet wird dieses Starren auf die Fallzahlen seit Wochen damit, neue Virusvarianten könnten sich plötzlich sehr rasch verbreiten und zu schweren Fällen führen, so dass dann doch eine Überlastung der Spitäler drohe. Das Beibehalten strenger Massnahmen wird mit einer hypothetischen Bedrohung begründet, die natürlich tatsächlich eintreffen könnte. Doch wie gross ist die Wahrscheinlichkeit?
    So informierten die Tagesschauen von ARD und ZDF in den letzten beiden Wochen mehrere Male einzig über wiederum leicht gestiegene «Fallzahlen», ohne gleichzeitig die stark fallenden Kurven der Patienten auf Intensivstationen und der Verstorbenen zu zeigen.
    Quelle: Infosperber

  7. Virologe über Corona-Entscheider: “Regierung stützt sich auf falsches Berater-Konzept”
    Stöhr: […] Was fehlte und immer noch fehlt, ist die Führungskraft bei der evidenzbasierten Risikoeinschätzung und bei der Krisenkommunikation der Bundesregierung. Dieses Vakuum wurde dann gefüllt durch Wissenschaftler, die in den Medien befragt wurden. Und es gibt in Deutschland nicht viele Wissenschaftler mit eigener Erfahrung in Seuchenbekämpfung und Pandemien. Deren unterschiedliche Aussagen wurden dann zu Meinungsverschiedenheiten stilisiert. Die Polarisierung wurde in den Medien dann noch befeuert, weil sich einige „wissenschaftlernde“ Politiker und „politisierende“ Wissenschaftler aktiv daran beteiligt haben.
    Zweifelhafte Aussagen geraten in den Vordergrund, wenn Kollegen etwa Stellung zur Bedeutung von Varianten nehmen, obwohl das Thema nicht zu ihrem Fachgebiet gehört. Dafür kommen in den Medien die sehr guten deutschen Fachgesellschaften viel zu selten zu Wort. Die geben zwar eine fundierte Stellungnahmen nach der anderen heraus, gehen aber in der Kakophonie selbsternannter „Pandemiologen“ leider unter.
    Im Zusammenhang mit neuen Virusvarianten ist oft von einer „Pandemie in der Pandemie“ die Rede. Haben wir es jetzt damit zu tun?
    Stöhr: Nein, das ist Panikmache und soll wohl Aufmerksamkeit erregen, genauso wie wenn vom „Turbo-Virus“ und ähnlichem die Rede ist. Die Entstehung von Varianten ist ein virologisch erwartetet Prozess, weder überraschend noch vermeidbar. Dabei entstehen Klone, sogenannte Unterpopulationen von Viren, die genetische Veränderungen aufweisen. Das muss man genau beobachten: Sie können, müssen aber nicht den Eindämmungsfortschritt der Erkrankungen oder die Impfstoffwirksamkeit beeinflussen. Das Spektrum der zur Verfügung stehenden Maßnahmen hat sich nicht verändert – wir haben es immer noch mit ein und derselben Pandemie zu tun.
    Quelle: Focus Online
  8. “Dumm und dämlich verdient”
    Die Fachabteilungen im Gesundheitsministerium waren nach Recherchen von WDR, NDR und SZ gegen die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken durch Apotheken: Doch Gesundheitsminister Spahn setzte sich durch – und verschaffte Apotheken damit gigantische Gewinne.
    Für den Apotheker Detlef Glass war der Dezember ein besonderer Monat. Der Pharmazeut besitzt in Berlin drei Apotheken. Das Geschäft läuft auch so gut, aber kurz vor Weihnachten bescherte ihm Gesundheitsminister Jens Spahn noch Einnahmen von 170.000 Euro. Denn Glass verteilte im Dezember, wie Apotheken bundesweit, FFP2-Masken gratis an Rentner. “Wir haben die Masken für ein Euro bis 1,50 Euro eingekauft”, sagt Glass. Der Bund kalkulierte aber mit einem Erstattungspreis von sechs Euro pro Maske. Die Rechnung sei “sehr gut aufgegangen”, sagt Glass. Oder, ein bisschen klarer formuliert: “Wir haben uns dumm und dämlich verdient.”
    Die Verteilaktion der FFP2-Masken über Apotheken sollte, so verkündete es Spahn, den besonders Gefährdeten über die Weihnachtstage etwas Erleichterung verschaffen. Im Januar und Februar gab es in den Apotheken gegen Vorlage von Coupons weitere Gratis-Masken – eine Aktion, die den Steuerzahler am Ende mehr als zwei Milliarden Euro kosten dürfte. Dabei hatten sich Spahns Beamte frühzeitig gegen die Verteilaktion ausgesprochen. Das geht aus internen Unterlagen hervor, die NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) mit Hilfe des Informationsfreiheitsgesetzes erlangten. Sie zeigen, dass Spahn die Aktion gegen das Votum der Beamten persönlich durchsetzte.
    Quelle: Tagesschau
  9. Hoffen auf das Oster-Wunder
    Genau ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie ist die Union zurückgeworfen in die Realität. Lag sie in Umfragen bis März 2020 konstant unter 30 Prozent, so kletterte sie nach der ersten Corona-Welle auf sagenhafte 40 Prozent, um jetzt, zu Beginn der dritten Welle, wieder auf unter 30 Prozent abzustürzen. Der feste Glaube an die Wiedergeburt der letzten Volkspartei und an die Unions-Kanzlerschaft von Gottes Gnaden ist am vergangenen Sonntag schwer erschüttert worden.
    Am verwunderlichsten an dieser Entwicklung ist, wie lange es brauchte, bis die Bürger die Union wieder so sehen lernten, wie sie ist: überfordert, perspektivlos, verbraucht. Das zeigte bereits der zähe Kampf um den Parteivorsitz der CDU, das zeigte das grottenschlechte Beschaffungsmanagement der Unionsminister in der Corona-Krise, das offenbart jetzt der Korruptionsskandal um die „Masken-Raffkes“. Das so gern beschworene „christliche Menschenbild“ ist der Lächerlichkeit preisgegeben.
    Quelle: Wolfgang Michal im Freitag
  10. Schlafwandler rüsten zum (Atom)Krieg
    „Deutschland erfreut Nato mit dickem Verteidigungsausgaben-Plus“, jubelt meine Regionalzeitung. Um fortzufahren: „Nach einem Bericht von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg gaben die europäischen Bündnisstaaten und Kanada 2020 real rund 3,9 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Die Bundesrepublik steigerte ihre Ausgaben demnach sogar um 8,4 Prozent“! Mit rund 785 Milliarden US-Dollar gaben die USA im vergangenen Jahr rund 2,4 Mal so viel Geld für „Verteidigung“ aus wie alle anderen 29 Nato-Partner zusammen. Zur Erinnerung: China: 261 Milliarden, Russland: 65,1 Milliarden (jeweils 2019).
    Das sind die täglichen unverschämten Lügen, die in unseren Medien aufgetischt werden, ohne dass es die Autoren nach erfolgreicher Gehirnwäsche durch das Pentagon überhaupt noch merken. Die USA haben diesen wahnsinnigen Rüstungsetat nicht zu ihrer „Verteidigung“: Kanada und Mexiko wollen die Vereinigten Staaten nicht überfallen. Das Geld wird ausgegeben, um Russland und China klein zu halten und einzukreisen, die Bombenkriege, Dohnenkriege und verdeckten Kriege zu führen und den USA die Herrschaft über die Rohstoff- und Absatzmärkte der Welt zu sichern.
    „Si vis pacem para bellum“ – „Wenn Du den Frieden willst, bereite den Krieg vor“, sagten die alten Römer. Kein Satz wurde in der Geschichte so oft widerlegt.
    Quelle: Oskar Lafontaine via Facebook

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