Leserbriefe zu „Die Wahlen sind wie eine Pralinenschachtel“

Ein Artikel von:

In seinem Essay stellt Jens Berger fest, dass „Systemverdrossenheit“ existiere. Wichtige Themen wie die Renten- sowie Außen- und Sicherheitspolitik gebe es, aber sie „spielen in der politischen Debatte jedoch bestenfalls eine untergeordnete Rolle“. Parteien ließen sich heute – anders als früher – keinem klaren Konzept zuordnen und „alles wirkt austauschbar“. Ungewiss sei auch, „dass programmatische Forderungen, die von allen Koalitionspartnern prinzipiell geteilt werden, auch umgesetzt werden“. Es bedürfe des Mutes und der Tatkraft einer kritischen Masse, wirklich etwas zu verändern. Zahlreiche E-Mails haben uns erreicht. Danke dafür. Hier nun eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

vielen Dank für den heutigen Artikel zum Thema Wahlen.

Wieder einmal sprechen Sie mir zutiefst aus der Seele!

Insbesondere die Aussage, dass es nicht um Politikverdrossenheit sondern um “Systemverdrossenheit” geht, ist absolut (zu)treffend!

Der Vergleich mit ” Forrest Gump’s Pralinenschachtel” könnte besser nicht gewählt sein und zeigt die ganze Tragik.

Und auch da bin ich ganz bei Ihnen, dass wir wir nicht aufhören sollen, daran zu glauben und uns dafür einzusetzen, dass diese “Rat – und Mutlosigkeit” sich konstruktiv ausbreitet und die kritische Masse erreicht wird, um Änderungen herbeizuführen.

Ganz im Sinne der Lyrikerin Hilde Domin von der ich das “Dennoch” gelernt habe!…

Beste Grüße und machen Sie weiter so!
Susanne Heuser


2. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

Sie sprechen mir aus der Seele. Resignation macht sich breit. Trotzdem sind Artikel wie der Ihre wichtig, man darf nicht einschlafen in dieser bleiernen Zeit. Mit Schröders 180-Grad-Wende im Jahr 1999 ging es los, seitdem ist die Demokratie in Deutschland tot. Und jetzt haben wir eigentlich nicht die Wahl zwischen MItte-Mitte und Mitte-Mitte, sondern zwischen rechts und rechts-extremrechts. Denn NATO-hörig sind sie alle  (das bisschen Abweichung bei der Linken wird keinen Einfluss haben) und die Grünen ganz besonders.

Probleme gibt es reichlich. Infrastruktur und Wirtschaft sind auf Talfahrt, Armut, Ausbeutung und eine Arbeitswelt, die die Menschen kaputt macht, auf dem Vormarsch und als Sahnehäubchen dürfen wir uns vor einem Atomkrieg fürchten. Nicht zuletzt das totalitäre System, das mit Corona schleichend eingeführt wird. Und der drohende Kollaps des Finanzsystems.

Ich hatte einmal einen Tagtraum, die Szenerie angesiedelt in meiner Kindheit. Die Familie sitzt am Wohnzimmertisch und spielt “Mensch ärger dich nicht”. Eine gemütliche Atmosphäre. Nur sitzen alle so merkwürdig gebeugt über der Tischplatte. Warum? Damit sie mit dem Kopf nicht an die Zimmerdecke stoßen! Der Teppich unter Tisch und Stühlen hat sich  nämlich mit den Jahren um knapp 2 Meter erhoben. Von den vielen Dingen, die man darunter gekehrt hat. So etwa kommen mir Politik und Gesellschaft in Deutschland vor.

Sonnige Grüße aus dem fernen Süden, wo man noch ein bisschen leichter durchatmen kann,
Rolf Henze


3. Leserbrief

Guten Tag Herr Berger,
 
neulich morgens auf dem Weg zur Arbeit kam an der U-Bahn-Haltestelle ein junger Aktivist der “GRÜNEN” auf mich zu und wollte mir ein Faltblatt mit Wahlwerbung in die Hand drücken: Der Tag war mir damit fast schon verdorben! Aber es ist kein Desinteresse an Politik, das ich verspüre, sondern es ist die Stupidität der Wahlwerbung, die mich anwidert: “Deutschland gemeinsam machen” (CDU), “Bereit, weil ihr es seid” (GRÜNE), “Respekt für dich” (SPD) usw. Die Sprüche sind sinnfrei, effektheischend, anbiedernd. – Politik bleibt selbstverständlich wichtig. Aber Sie haben ganz Recht: Alle Politik der etablierten Parteien wirkt austauschbar, und ich habe das bestimmte Gefühl: einen fortschrittlichen politischen Aufbruch wird es nach der Bundestagswahl nicht geben. Stattdessen wird nach dem Jammer des Wahlkampfs voraussichtlich der monatelange Jammer der Sondierungs- und Koalitionsgespräche folgen. Nach einer Regierungsbildung irgendwann im nächsten Jahr wird es, nach einigen Monaten der scheinbaren politischen Harmonie, vermutlich auch wieder zu langwierigem Gezänk auf offener politischen Bühne kommen.
 
Angesichts dieser Zerfallserscheinungen der repräsentativen liberalen Demokratie drängt sich die Frage nach einer ordentlichen Systemkritik auf. Sie selbst greifen zu Recht das Schlagwort der “Systemverdrossenheit” auf. Umso erstaunlicher finde ich es, dass das Thema der Direkten Demokratie auf den Nachdenkseiten gerade jetzt nicht aufgegriffen wird. Das erweckt den Eindruck, dass die Herausgeber immer noch an die Parteiendemokratie glauben, womöglich aufgrund vor langer Zeit persönlich gemachter positiver Erfahrungen, oder, was enttäuschend wäre, weil sie tatsächlich dem Bürger genauso misstrauen wie die Merkels, Scholz, Baerbocks usw. Dabei ist das Thematisieren der Möglichkeiten der Direkten Demokratie wichtig, weil die Mehrheit der Bürger, befeuert von den Parteien, unzutreffende Vorstellungen bzw. Einwände gegen Elemente direkter Demokratie bei der politischen Willensbildung hat. Selbstverständlich kann und soll die Direkte Demokratie die Parlamente nicht ersetzen. Aber sie kann bei kluger Ausgestaltung ein Mittel sein, demokratische Entscheidungen zu beschleunigen und wesentlich zu verbessern. Ein Beispiel für die Notwendigkeit der Direkten Demokratie ist uns vor kurzem unübersehbar vor Augen geführt worden: Die umfassend desaströse Niederlage Deutschlands (oder sollte man zutreffender sagen: der herrschenden Parteien) im 20-jährigen Afghanistan-Krieg. Soweit mir bekannt, haben Meinungsumfragen in all diesen 20 Jahren immer eine ablehnende Haltung einer Bevölkerungsmehrheit gegenüber dem Krieg Deutschlands in Afghanistan gegeben. Es wäre uns viel erspart geblieben, wenn es über den Krieg eine Abstimmung des Staatsvolks gegeben hätte. – Also, lieber Herr Berger: Wir brauchen dringend mehr Demokratie!
 
Mit besten Grüßen
G. Militzer


4. Leserbrief

Guten Tag Herr Berger

Das ist ja nett gemeint das Sie etwas zur BTW schreiben.

Aber eigentlich können Sie sich das ersparen.

Wie unsere Parlamentarische Demokratie WIRKLICH funktioniert das hat Prof.Dr. Rainer Mausfeld ja ausführlich und fundiert in seinem Vortrag vom 22.Juni 2015  an der Christian Albrechts Universität in Kiel erklärt

Wer das gesehen hat und bei gesunden Verstand ist geht nie mehr wählen.

Wer trotzdem noch wählen geht betrügt sich selber.

Da kann man auch am Weihnachtsmann glauben.

Aus diesem Vortrag sollten Sie zitieren.

Ich habe bereits im Jahre 1999 die Konsequenzen gezogen

Ich mache zwar noch Briefwahl aber mache vorsätzlich die Wahl ungültig.

Das habe ich auch wieder dieses Jahr allen Bekannten.Verwandten und sonstigen Menschen mit dem ich im Gespräch zum Thema Wahl kam emphohlen .

Das gilt überrings für alle Wahlen in Deutschland. 

Der Wahlkampf, auch so ein unseglicher Begriff  zeigt deutlich was Herr Mausfeld sagt. 

Wir werden durch Medien und Propaganda abgelenkt..

Ich schaue ja auch bereits seit 1994 kein TV und somit auch keine Berichte über die Wahlen.Auch nicht in alternativen Medien oder sonstwo im Internet.

Da könnte ich mir auch eine Seifenoperserie im TV ansehen oder  Yellopress Medien lesen.

Herr Mausfeld zeigt ja deutlich wie getrickst,gezaubert und manipuliert wird.

MfG Dieter Klaucke


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

das kann es ja wohl nicht gewesen sein.
 
Nach der Lektüre Ihres Artikels werden sich viele Nichtwähler in ihrer „Wahlentscheidung“ bestärkt fühlen.
 
Um die von Ihnen herbeigesehnte kritische Masse zu erreichen, benötigen die kritischen und emanzipativen Akteure Geld und Unterstützung.
 
Ich sage es ganz klar. Man gibt nicht nur die Stimmen ab, sondern finanziert über die Kostenerstattung auch die Parteien. Nur durch eine Wahlentscheidung kann man den kleinen Parteien etwas Gutes tun und die Allparteienkoalition im Bundestag ärgern.

Da zählt jede Stimme eines Wählers. Der Nichtwähler zementiert die Schere von Einfluss und Geld zwischen den großen und den kleinen Parteien.

Es sollte sich für jeden kritischen Geist eine kleine Partei finden lassen, die er wählen kann.

Ob man nun den Tierschützern, den Coronamaßnamekritikern, den Bibelfesten oder sonst einer Partei die Stimme gibt, ist nachrangig, wenn die Nichtwähler zur Wahl gingen und 30 oder mehr % der Stimmen auf die kleinen Parteien verteilen.
 
Das wäre mal eine öffentliche Ohrfeige für die Großen, die sie mehr als verdient haben.
 
Mit freundlichem Gruß
Christian Röntgen


6. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

Sie sprechen mir aus dem Herzen!!! Ich mag es fast vor mir selbst nicht zugeben, aber diese ganze Wahl interessiert mich überhaupt nicht mehr! Dieses ganze leere Geschwätz in Triellen und anderen Formaten … Zeitverschwendung. Die endlosen Klimadebatten immer gefolgt von einem uneingeschränkten Zuspruch zur Kriegstreiberei der NATO. Als wenn die Klimabilanz des Militärs überhaupt keine Auswirkung auf das Klima hat. Von allen anderen wichtigen Problemen, die es zu lösen gälte, mal ganz zu schweigen.

Wenn es der Menschheit nicht gelingt, auf einen dauerhaften Frieden wenigstens hinzuarbeiten, dann müssen wir uns um das Klima auch nicht mehr kümmern. Aber Frieden ist ja für die meisten der Parteien überhaupt kein vorrangiges Thema. Besonders bei den Grünen ist das auffällig: den aktuellen Kandidaten ist ja offensichtlich völlig entfallen, daß diese Partei mal fest zur Abrüstung und Friedenspolitik stand. Aber jetzt will man ja “Verantwortung” übernehmen … wofür auch immer!

Tut mir leid, daß diese Zeilen doch sehr pessimistisch sind … vielleicht irre ich mich und es wird doch nicht so schlimm …

Beste Grüße
Petra Schubert


7. Leserbrief

Lieber Jens Berger!

Ja, was ist das denn? Zehn Tage vor der Wahl der Abgesang auf diese? So weit ist es mit der Medienkonkurrenz schon gekommen, dass die NachDenkSeiten die schnellsten bei der Demotivation sein müssen? Traurig! 

Oder doch umgekehrt? Mit Sarkasmus die Wahlbeteiligung steigern?

Wir wissen doch, dass die SPD ihr traditionell linkes Halbjahr vor den Wahlen durchlebt, doch wäre es schon nicht unwichtig, so zu wählen, dass die Union diesmal nicht den Kanzler stellt. Denn wie sagt meine Frau immer: Die Rechte will nur die Macht, den Linken reicht es, recht zu haben. Diese der Union nicht zu übertragen, wäre doch schon mal eine klitzekleine Chance!

Schöne Grüße
D. Brauer


8. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Jens Berger,

ich finde, nicht, dass es sich bei dieser Wahl um eine Pralinenschachtel handelt, wie sie es im Titel ihres Artikels ausdrücken.

Ich war auch schon in meiner Jugend sehr an Politik interessiert und empfand Wahlen schon damals als eine Wahl zwischen kalter und warmer Sch….

Schmidt wollte damals die “Nachrüstung” mit den Perhings, es herrschte ein durch Terrorismus begründeter Ausnahmezustand, die Grundrechte gerieten in Bedrängnis und Teile davon wurden einfach kassiert.

Es mag sich seit dieser Zeit einiges verändert haben, mein Empfinden ist noch das selbe, denn es fühlt sich in der aktuellen “Maßnahmenkrise” genauso an wie damals.

Die Medien sind nun vollends in der Hand des Kapitals, Intellektuelle die sich noch trauen, gegen die vorherrschende Politik Stellung zu beziehen, sind rar geworden (mit löblichen Ausnahmen) und das Wahlvolk verhält sich wie Lemminge.

Solange ihnen keiner ihre Computerspiele oder das Smartphone wegnimmt und sie genug Netflix schauen können ist ihnen so ziemlich alles egal.

Ich halte von unserer repräsentativen Demokratie nicht mehr viel, werde aber dennoch wählen gehen und meine Stimme der “Basis” geben, weil sie als einzige für mich wählbare Partei, Antworten auf die drängendsten Fragen des aktuell brisantesten Themas gibt.

Egal ob sie in den Bundestag einzieht oder nicht, möchte ich, dass meine Stimme gezählt wird (also nicht als Nichtwähler verloren geht) und damit den etablierten Parteien abgeht.

Die Linke werde ich aufgrund ihrer Zustimmung zu den Maßnahmen der Regierung nicht mehr wählen.

Die grünen und pseudoroten Verräter bekommen schon seit Schröder und Fischer keine Stimme mehr von mir.

Rechts habe ich noch nie gewählt, auch wenn mich verblendete Linke auf den Demos für unsere Grundrechte als Nazi beschimpften.

Für mich ist das Resultat dieser Wahl keine Praline, sondern etwas, das zum Himmel stinkt.

MfG JD


9. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

Sie haben mir aus der Seele gesprochen. So habe ich schon seit 1998 gefühlt,  als die Wahl zum Kanzler Schröder entschieden war. Immer große Spüche und nichts dahinter. Auch die Zeit davor war es nicht anders.

Mein Vater, (1907) mahnte mich immer “die zu wählen, die, die anderen nicht haben wollen”. Leider, wie Sie erklären, wird sich da auch nicht viel ändern, weil da viel zu viel gemauschelt und geschoben wird.

Mein Vater weiter, 1933 ist einer an die Macht gekommen, weil der Hunger in der Bevölkerung so groß war.

Was muß geschehen, daß sich unser Land auch dieses mal wieder aus dem Dilema, wenn auch ein anderes, heraus findet?

Danke für Ihren Bericht

LG JD


10. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

Pralinenschachtel ja – aber fast nur vergiftete! Desinteressiert nein – aber desillusioniert. In bezug auf die CDU und die FDP hatte ich nie Illusionen, aber einen Rest von Hoffnung im Blick auf Grüne und SPD. Was aber nicht sein darf, kann nicht sein. Die Medien suchten die offene Flanke der Grünen – und trotz aller für die Grünen “günstigen” Umstände wie Klimakrise, Flut etc. und wegen dümmlicher Fehler (Biographie von Baerbock etc.) sind sie nun außen vor. Soll man froh sein, dass die Amazone Baerbock nicht Kanzlerin wird?

Nun droht uns die Wiederauflage der Schröder-SPD an der Regierung, die wieder die Drecksarbeit macht, nämlich die Lasten der Krise den unteren Bevölkerungsschichten aufzubürden. Von einem möglichen Wirtschaftsminister Merz gar nicht zu reden.

Mit freundlichen Grüßen
Siegfried Hösch


11. Leserbrief

Sehr geehrter Jens Berger,

Sie fragen ob es der Leserschaft ähnlich geht wie Ihnen: “Dennoch empfinde ich jetzt, gerade mal 11 Tage vor dem Wahlsonntag, vor allem eins: Desinteresse. Geht es Ihnen ähnlich?”

In manchen Ihrer Betrachtungen Herr Berger bin ich ganz bei Ihnen und dann wieder (fast) gegensätzlicher Meinung – dies z.T. in einem Satz/Absatz!

Sie schreiben z.B.: “Eigentlich müsste ich ja zurzeit schlaflose Nächte haben.” – ich habe schlaflose Nächte Herr Berger und auch zum ersten Mal in meinem Leben wirklich Angst vor dem Wahlergebnis!

Was mag der Grund für die derartig unterschiedliche Sichtweise sein? Der Impfstatus?

Im Gegensatz zu Ihnen Herr Berger bin ich nicht geimpft und erwarte nach der Wahl eine Impf- bzw. Corona-Apartheit (!!) deren Repressionen gegen nicht Geimpfte (mehr oder weniger schleichend) immer weiter ausgedehnt werden, sollten die etablierten Parteien, egal welcher Couleur (und da bin ich wieder mit Ihnen einig), erneut an die Regierung kommen. Denn durch eine von neoliberalen Parteien wie auch immer gewonnene Bundestagswahl (und wird die Koalition noch so schwierig) werden diese dann den wie auch immer gearteten “Sieg” zum Anlass nehmen die Agenda/den Krieg/die Corona-Politik fortzusetzen und auszuweiten (wofür aus meiner Sicht jegliche evidenzbasierte Grundlage fehlt – aber sie werden es tun)! Um dies festzustellen muss man m.E. kein Prophet oder Hellseher sein!

Im Gegensatz zu Ihnen Herr Berger wurde mein politisches Interesse (zeitweise war ich auch politisch organisiert/aktiv) erst relativ spät geweckt. Doch ich habe schnell erkannt wohin die politische Reise in Deutschland geht – seit Thatchers “TINA”, der sogenannten “Wende” 1989 bzw. allerspätestens seit Merkel`s “Marktkonformer Demokratie (!!)”. Die Sozialdemokraten wurden insbesondere unter Tony Blair und Gerhard Schröder “neoliberalisiert” (auf “Linie” gebracht)!

Ich lehne mich jetzt bewusst weit aus dem Fenster in der Hoffnung doch noch den ein oder anderen ins nachdenken zu bringen:

In diesem obigen Sinne klage ich alle an bzw. gebe allen eine Mitschuld am Aufbau des deutschen Apartheit-Staates die bei der Bundestagswahl am 26.09.2021 eine etablierte Partei wählen. Frei nach dem Spruch/Zitat (wird verschiedenen Personen zugeordnet) “Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht und (bewusst oder unbewusst) Gehorsam sowie Mitläufertum bzw. dem Schweigen dazu zum Verbrechen”!

Herzliche Grüße
Andreas Rommel


12. Leserbrief

Lieber Herr Berger

Sie schreiben von „Systemverdrossenheit“ und “hoffen, dass sich die eigene Rat- und vielleicht auch Mutlosigkeit so weit und so konstruktiv auf viele eigentlich politisch interessierte und engagierte Mitmenschen ausweitet, dass irgendwann einmal eine kritische Masse erreicht ist, die den Mut und die Tatkraft hat, wirklich etwas zu ändern.“

Darf ich Sie fragen, welches System Ihnen vorschwebt?

Ich meine das durchaus nicht provokativ, sondern bin tatsächlich daran interessiert, zu erfahren, welche Stellschrauben sie im aktuellen politischen System in Deutschland gerne wie verändern würden. Konkret: wie sollte die Tatkraft und der Mut gebündelt werden, um was konkret zu erreichen? Wollen Sie die repräsentative Demokratie abschaffen und durch etwas anderes ersetzen? Wie sähe diese Staatsform dann idealerweise aus? Ähnlich dem Schweizer Modell? Oder ganz anders? Oder geht es Ihnen um die Überwindung des nationalstaatlichen und föderalistischen politischen „Systems“ hinzu rein regionalen Selbstverwaltungen? Und wie sieht der Weg dorthin aus: eine Revolution anzetteln?

Ich will Ihnen überhaupt nicht widersprechen, dass ein langfristiger – globaler! – Systemwechsel Not tut. Die Menschheit – um mit Yuval Hariri zu sprechen – braucht eine neue „Erzählung“. Aber geht es für ein Land wie Deutschalnd deshalb nicht darum, sich umso mehr auf die vorhanden verfassungsrechtlichen Grundwerte (und damit begründeten und gesicherten gesellschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten) seines existenten politischen Systems zu besinnen – dieses aber ganz anders zur Geltung zu bringen und mit mehr Demut vor dessen Potential zu nutzen? Sollte es nicht darum gehen, innerhalb des existenten Systems mit seiner Wahlstimme diejenigen ausfindig zu machen und zu unterstützen, die sich am Wenigsten von individuellen oder Partei bezogenen Machtinteressen (inklusive aller Lobbyisten) leiten, blenden oder verführen lassen?

Insofern möchte ich der von Ihnen proklamierten „Systemverdrossenheit“ begrifflich eine „Politikerverdrossenheit“ entgegenstellen, die ob einer Ermangelung an im oben beschriebenen Sinne maximal geeigneten Kandidat:innen ein verständlicher Gemütszustand ist oder wäre, allerdings mit Mut und Tatkraft leichter zu überwinden – indem man diejenigen Personen protegiert, die das existente politische System wieder mehr zu sich selbst bringen. Und ihm gerne dann auch peu à peu einen an den grossen globalen Themen orientierten Wandlungsprozess ermöglichen oder zumuten, wenn ein Verdruss tatsächlich am System selbst erkennbar wird …

Mit freundlichen Grüssen
Florian Leihener


13. Leserbrief

Lieber Jens Berger,

in Bezug auf die Bundestagswahl geht es mir einerseits wie Ihnen, denn ich empfinde ebenfalls Desinteresse, für mich ist dies sogar die uninteressanteste Bundestagswahl, die ich je erlebt habe. Andererseits empfinde ich aber auch Wut, denn nie zuvor empfand ich die Wahlplakate, Parolen und Wahlkämpfe der sogenannten etablierten Parteien als derart verlogen und zynisch, weil die Corona-Thematik eiskalt ausgeblendet und stattdessen so getan wird, als wäre es eine Wahl in normalen Zeiten.

Ich leide sehr an den Corona-Maßnahmen und fühle mit anderen Mitleidenden und ich bin entsetzt über die Dimensionen der durch die Maßnahmen hervorgerufenen bzw. vergrößerten Schäden, die Sie in Ihrem brillanten Schwarzbuch beschrieben haben. Dazu habe ich Angst vor den gegenwärtigen und zukünftigen Schikanen gegen Ungeimpfte und ich bin es so leid, mich von den Verantwortlichen in Politik, Medien und Wissenschaft ausgrenzen und beschimpfen lassen zu müssen.

Und so muss ich leider zugeben und erschrecke mich vor mir selber, dass mich sogar die sozialpolitischen Inhalte, die für mich einst der wichtigste Teil der Wahlprogramme waren, diesmal absolut nicht interessieren. Was bringen mir sichere Renten, bezahlbarer Wohnraum, ein höherer Mindestlohn und Klimaschutz in dieser Situation, wenn ich doch nur einfach wieder meine Grundrechte ausüben und mein Leben aus der Zeit vor dem März 2020 zurückhaben will? Ich will wieder ohne Furcht vor politischen und gesellschaftlichen Drangsalierungen leben, ich will wieder wenigstens so frei sein wie vor den Corona-Maßnahmen!

So ganz vermag ich das Träumen aber auch nicht aufzugeben und so habe ich für die kommende Bundestagswahl den Wunsch, dass die Partei dieBasis in den Bundestag einzieht und dass die Grünen nicht Mitglied der Bundesregierung werden.

Mit bestem Dank für die Arbeit aller an den Nachdenkseiten Beteiligten
Eduard Wiesenfeld


14. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,
 
ja, mir geht es ähnlich. Frau Merkel und Konsorten haben es geschafft so eine Art Einparteiensystem zu etablieren und dadurch ändert sich für die Mehrheit der Bürger wenig bis nichts zum besseren. Ich habe in letzter Zeit mal alte Kabarettsendungen, die ich aufgezeichnet hatte, wiedergesehen und  Max Uthoff sagt in seinem Programm Oben bleiben von 2013, das Frau Merkel auf eine Einheitspartei hinarbeitet, ab Minute 39.
 
Mit freundlichen Grüßen
A. Haack


15. Leserbrief

Hallo Herr Berger,
 
beim Lesen des Artikels kann ich Ihre Frustration förmlich fühlen, denn mir geht es ähnlich.
 
Nach der Sichtung aller für mich relevanter Parteiprogramme musste ich mal wieder feststellen, dass ich auch einfach würfeln könnte bei den großen Parteien.
 
Innenpolitisch werden mehr oder weniger populistische Forderungen gestellt, außenpolitisch blasen alle ins gleiche Horn.

Für einen Programmpunkt, mit dem ich leben könnte, bekomme ich parteiunabhängig einen Haufen, mit denen ich nicht leben möchte.

Eine absolute Mehrheit bei Wahlen ist mit solchen Programmen zwar nicht zu holen, aber dann koaliert man als „Einheitsbrei“ für 4 Jahre und einigt sich auf die offensichtlichen Gemeinsamkeiten.
 
Ich mache da nicht mit und werde die linke Opposition stärken, damit die kommenden 4 Jahre zumindest nicht ganz ohne Gegenwind auskommen. Je mehr mitmachen, desto größer die Wirkung.
 
Beste Grüße
Eugen Baitinger
 
Apropos „Einheitsbrei“: Eine Mischung der Farben rot, grün und schwarz ergibt… braun. Allein das sollte schon zu denken geben.


16. Leserbrief

Liebe Redaktion,

bei der anstehenden Bundestagswahl kann ich weder die Vertreter des neoliberalen AFDP-Blocks wählen noch diejenigen, die in einer ganz großen Hygiene-Maßnahmen-Koalition die Verfassung und die darin enthaltenen Grundrechte außer Kraft setzen.

Besonder entsetzt bin ich von dem Verhalten der sich als links, liberal oder humanistisch verstehenden Parteivertreter des “fortschrittlichen” Lagers, die besonders in den rot-rot-grünen “Musterländern” Berlin und Thüringen eine selbstgerechte Willkür und Doppelmoral an den Tag legen.

Ich fühle mich inzwischen massiv bedroht von diesen Meinungsagenten und Mietmäulern der Pharma-Lobby, deren Verhalten für mich nur noch mit deren Aussicht auf Bonifikationen bei Erreichen einer Mindest-Spritz-Quote von obskuren, nur vorläufig zugelassenen, experimentellen mRNA-Substanzen unbekannter Zusammensetzung zu erklären ist.

Versuchte Nötigung zur Selbstschädigung, Missachtung meines Rechts auf körperliche Unversehrtheit, Diffamierung als “Volksschädling” und unsolidarischer Untermensch, versuchter Ausschluss aus der Gesellschaft durch schikanöse Verordnungswillkür, wann tauchen an gewissen Eingangstüren die ersten Aufkleber auf, dass der Eintritt für Hunde und Ungeimpfte untersagt ist?

Bei der Bundestagswahl werde ich daher die basisdemokratische Partei wählen, die einzige Partei, die aktuell konsequent für die Sündenböcke des skrupellosen Pharma-Feldzugs eintritt, und die auch mit ihrer Positionierung als Graswurzelbewegung einen Gegenentwurf zu den globalisierten Großorganisationen mit von neoliberalen Finanz-, Tech-, Medien- und Rüstungseliten gekapertem Personal anstrebt.

Viele Grüße
M.G.


17. Leserbrief

Werter Herr Berger, werte NDS,

ich schätze Ihre Arbeit sehr und fühle mich durch Ihren Artikel angesprochen, mal wieder einen Leserbrief zu schreiben. Ich bin Jahrgang 1949, konnte mit 18 noch nicht wählen (sic!) und habe beim ersten Mal die SPD- Friedenspartei um Willy Brandt gewählt! Ich war zutiefst von dem damaligen Ansatz der SPD -Kooperation anstelle von Konfrontation- überzeugt. Als Politik-Lehrer habe ich dann diese grundsätzliche Position im Unterricht vermittelt (Im neuen Jahrtausend auch mit Texten von den NDS). Im Laufe der Zeit – spätestens Ende der 80er Jahre – bin ich zutiefst desillusioniert worden (Kohl), die rot-grüne Hoffnung löste sich dann 1998 regelrecht in einem Desaster auf  – und das war´s dann. Habe dann Die Linke gewählt, aber nur noch als einzige glaubwürdige (Frieden und  soziale Frage) Kontrollinstanz im Parlament. Und mit Corona war auch das vorbei Bei dieser Wahl geht es mir wie Ihnen: Völlig hoffnungsloser Fall – egal wer “gewinnt”. Ich habe einen Brief an die Bundestagsabgeordneten geschrieben (siehe Anlage), ist mit Sicherheit im Papierkorb gelandet, auch Marco Bülow hat nicht reagiert. Man ist halt ein Niemand. Sie können diesen Brief gerne veröffentlichen.

PDF – “Warum ich Euch nicht mehr wählen kann”

Mit freundlichen Grüßen
Wilfried Gericke

Lassen Sie sich und die NDS nicht unterkriegen!


18. Leserbrief

Lieber Herr Berger,

wie recht Sie doch mit ihrem Essay “Die Wahlen sind wie eine Pralinenschachtel” haben.

Ich als Satiriker allerdings habe es wie folgt gemacht (siehe Anhang).

Man sollte jedem eine Chance geben, egal ob er sie verdient hat oder nicht:

Mit freundlichen Grüßen auch an das gesamte Team
Michael H. Schmitt
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19. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,
 
Ich muss leider entschieden widersprechen!

Nicht ein Wahlbürger muss in dieser Bundesrepublik Deutschland, im Jahre 2021, schlaflose Nächte haben.

Und ja, niemals wird irgendwann einmal eine kritische Masse erreicht sein, die den Mut und die Tatkraft hat, die wirklich etwas zu ändern bereit wäre.
W
arum ich diese zwei wahrhaftigen Sätze vorn anstelle?

Weil alle dramatischen Zustände, von A bis Z, wie sie derzeit diese Bundesrepublik Deutschland beherrschen, genauso vom Bürger gewollt sind. (weltweit sieht es nicht anders aus)

Wäre es von der MASSE der BÜRGER nicht so gewollt, dann wäre es heute schon entschieden gerechter!

Daran ändern diese Wahlen, am 26. September 2021, auch nichts, da die Masse der Wahlbürger bis heute nicht begriffen hat das ihre Stimme, die ER oder Sie auf dem

Wahlzettel ankreuzt, nur den Gewählten ihr Auskommen sichert aber gleichzeitig das eigene Elend erhöht.

Wenn wie, am 15.09.2021, hier zu lesen – Rund 65 Prozent der Beschäftigten hierzulande verdienen weniger als 20 Euro brutto pro Stunde. Das geht aus einer Antwort des Statistischen Bundesamts auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Bei knapp 12 Prozent sind es unter 10 Euro. Der Chef der Linksfraktion Bartsch sagte, Deutschland sei ein Niedriglohnland: Er sprach von fehlender Leistungsgerechtigkeit und sagte, die wahren Leistungsträger – die Altenpflegerin, der Paketbote, die Kassiererin und der Polizist – seien unterbezahlt. – dann bleibt mir der gesunde Menschenverstand einfach stehen. Quelle.
 
Da der deutsche Philosoph, Theodor W. Adorno, zu seinen Lebzeiten, 1903 bis 1969, schon dieses geniale Zitat prägte: Was nützt einem die Gesundheit, wenn man ansonsten ein Idiot ist? , dann ist, im Wahljahr 2021, dem leider nichts hinzuzufügen.
 
Sehr geehrter Herr Berger,
 
Und sollten Sie auch bei dieser meiner, kritischen, wahrhaftigen Leserzuschrift keinem Veröffentlichungsverbot und keiner Zensur unterliegen, wäre diese, meine, kritische wahrhaftige Leserzuschrift sicherlich auch etwas für ihre weitere Leserschaft zum gründlichen nachdenken über den derzeitigen Ist Zustand in dieser Bundesrepublik. Oder etwa nicht?
 
Mit freundlichen Grüßen
Ein in recht großer Sorge lebender Bürger dieses Landes
Herr Werner Matzat


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