Leserbriefe zu „Wer aus dem Konsens ausschert, wird plattgemacht“

Ein Artikel von:

Hier hat Jens Berger untersucht, weshalb nun auch der TV-Philosoph Richard David Precht nach kritischen Äußerungen über die Corona-Maßnahmen vom Magazin SPIEGEL „zum ´Schwurbler´ und ´Querdenker abqualifiziert“ wurde. Precht habe u.a. „die Einengung des Meinungskorridors“ beklagt, was „bei den Meinungsmachern die Alarmglocken schrillen ließ“. Dabei sei er einer „der Ihren“, aber wer als „Flötist des Orchesters plötzlich schiefe Töne“ spiele, werde ausgestoßen und plattgemacht. Abschließend wird hinterfragt, ob das bei Precht auch so sein wird, denn seine große Stärke sei „seine intellektuelle Flexibilität“ und ein erneuter Seitenwechsel nicht auszuschließen. Danke für die interessanten Leserbriefe. Es folgt eine Auswahl. Zusammengestellt von Christian Reimann.


1. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

in Ihrem Artikel spiegelt sich auch eine gehörige Portion Zorn. Ein Zorn, den ich uneingeschränkt teile.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass, je mehr das herrschende Corona Narrativ durch entgegenstehende Fakten ins Wanken gerät, desto aggressiver und niederträchtiger die Verfechter dieses Narrativs gegen jeden vorgehen, der dieses Lügengebilde als solches benennt.

Heute setzte SPON mit diesem Machwerk hier die Orgie des organisierten Schwachsinns fort. Hier werden Menschen, welche für die Befreiung der Kinder von der Maskenpflicht im Unterricht eintreten wieder einmal als Faschisten und indirekt sogar auf der Linie mit Holocaust Leugnern denunziert. Für die letztgenannte Absicht entblödet sich der Autor sogar nicht einmal, Hanna Arendt als Quelle zu mißbrauchen.

Was sind die Motive und Absichten dieser Niedertracht? Je länger ich darüber nach denke, desto mehr verliere ich die Orientierung. Was bringt sich selbst als Journalisten (miß)verstehende Menschen dazu, stunden-, wenn nicht sogar tagelang damit zuzubringen, alle Anstrengungen darauf zu verwenden, solche Machwerke zu fabrizieren?

Aus Gehorsam gegenüber Vorgesetzten bzw. Karriereversprechen durch Vorgesetzte? Aus eigener Überzeugung? Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Motive diese ausgefeilte Niedertracht hervorbringen würden. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr neige ich zu der Ansicht, dass psychologische Gründe für die Mehrheit der Corona Hardliner in den Medien ausschlaggebend sind. Jedes repressive System führt dazu, dass Menschen fragwürdigen Charakters die Bühne betreten und ihre zivilisierten Masken fallen lassen. Sadisten aller Schattierungen kommen nun auf ihre Kosten und tun alles, um nicht wieder in ihre Schranken gewiesen zu werden. Daher der Furor, mit dem diese Schreibtischtäter auf jeden losgehen, der auch nur ein Jota in Frage stellt, besonders dann, wenn – wie es immer deutlicher wird – die aktuelle Entwickung der Fakten die Gültigkeit der aktuell verbreiteten Märchen immer offenkundiger widerlegt. Entweder wird die Situation so sehr eskalieren, dass bürgerkriegsähnliche Tumulte ausbrechen werden, oder aber – ich bin zu sehr Pessimist, als dass ich das glauben könnte – die Situation wird sich entschärfen, weil sich abzeichnen wird, dass eine tragfähige Mehrheit diesen Irrsinn nicht mehr mitzumachen bereit sein wird.

Danke dafür, dass die Autoren der NDS sich durch diese Haßkampagnen der sogenannten “Qualitäts”medien nicht einschüchtern lassen. Bitte weiter so!

Mit freundlichen Grüßen
D.I.


2. Leserbrief

Hallo NDS, sehr geehrter Herr Berger,

sie schreiben:

“Interessanter ist schon die Frage, warum ausgerechnet Richard David Precht beim SPIEGEL derartige Beißreflexe auslöst. Seine Aussagen im kritisierten Gespräch mit Markus Lanz sind schließlich keinesfalls ein Frontalangriff auf die Coronapolitik der Regierung, die der SPIEGEL ja regelmäßig in devoter Vasallentreue verteidigt. Im Kern kritisiert Precht vor allem die Impfungen an Kindern, weist auf mögliche Langzeitfolgen der Impfung hin, sieht keine rechtliche Basis für den Staat, Druck gegen Ungeimpfte auszuüben, und beklagt die Einengung des Meinungskorridors.”

Weil der Mann (trotz allem) populär ist! Eines der Schafe, dem die anderen hin und wieder zuhören. Einer jener “Influencer” – Bernays hat sie damals noch Meinungsführer genannt – die zu kontrollieren das propagandistische A und O ist. Die Entkräftung des depperten Arguments, “DaSS mAn jA UNMÖGLICH sO ViEle MEnSCHeN tÄUschEn kaNN, ohne daß ein Mega-Betrug auffliegt, lautet: Nein, kann man nicht, und braucht man auch nicht. Es reicht vollkommen aus, die Rädelsführer umzukrempeln, der Rest folgt ihnen dann von ganz alleine.

Aber, ähem… ich fürchte, das konsequente Umschippern der übergeordneten – tadaa! – Systemfrage macht die endgültige Beantwortung ihrer Frage unmöglich bzw. müßig. Man kann halt nicht A sagen, ohne B wenigstens mitzudenken.

Meine Version einer Antwort wäre: Die Großaktionäre machen halt mal wieder Druck, denn eine Million ungeimpfte Kinder machen einen unschönen Knick in der Renditeerwartungskurve.
Viel mehr steckt nicht dahinter, glaube ich. Reicht ja eigentlich auch, nicht wahr? Es ist schlimmer als die meisten meinen, daß “Werte” bei uns in erster Linie nur in Verbindung mit Aktien eine aktive Rolle spielen.

Wir müssen irgendwann… die Systemfrage… stellen… wir müssen irgendwann… die Systemfrage stellen… Wir müssen irgendwann… die Systemfrage stellen…

Mit freundlichen Grüßen
Johannes Bichler


3. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

die mail ist an Sie persönlich gerichtet.
Ich lege keinen Wert auf Veröffentlichung, verbiete sie jedoch auch nicht.

Erst mal vielen Dank für ihren Artikel über den Podcast Lanz/Precht. Es ist schon leider schon so berechenbar, dass die Medien sich auf Prominente stürzen, die es wagen, ihren gesunden Menschenverstand und ihr Herz zu benutzen.

Traurig macht es mich, wenn Sie trotzdem so abschätzig über Herrn Precht sprechen. Stimmt, er ist vor dem Podcast nicht gerade durch eine die Maßnahmen-ernsthaft-reflektierende Besonnenheit aufgefallen – aber nun, da er sich hervorwagt: warum müssen Sie so abschätzig über ihn schreiben und einen opportunistischen Gesinnungsumschwung vorwegnehmen? Das empfinde ich als ‘unter der Gürtellinie’ agierend….

Trotzdem, im Großen und Ganzen eine gelungene Analyse. Danke

Liebe Grüße
N. Hadamczyk


4. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

eigentlich wollte ich diesen Hinweis zu Corona Sendung nicht auch noch schicken, weil ich festgestellt habe, dass es bei Corona scheinbar kein logisches Denken mehr gibt.
Ich bin es aber schon immer gewöhnt, gegen den Strom zu schwimmen.
Meinen Kindern musste ich schon früher öfter sagen:

“Wenn alle aus dem Fenster springen, heißt das noch lange nicht nicht, dass ich hinterher springe.”

Und hatte leider (oder auch im positiven Sinne) sehr oft Recht mit meiner abweichenden Meinung/Annahme.
Das Thema Corona meide ich inzwischen bei Gesprächen mit meinen Kindern und einigen Freunden.

Sie sollten sich eventuell mal die Doku “Mit Lichtgeschwindigkeit zum Impfstoff-Das Projekt BionTech” ansehen.
Sie wurde am 30. Oktober um 21:50 Uhr in Arte gezeigt.
Dort konnte unwidersprochen von Ulrich Kalinke (ab Minute 41:31) behauptet werden, dass der Impfstoff von BionTech ein richtiges Zulassungsverfahren durchlaufen hätte.
Uğur Şahin behauptet sogar noch (ab Minute 42:25),dass es keine Abgekürzungen gegeben habe und das komplette Programm abgelaufen wäre.
Vielleicht ist dieser Hinweis hilfreich.
Soviel zur objektiven Berichterstattung der Medien.

Ich kann nur hoffen, dass Sie weiter so in Ihrer Berichterstattung machen.
Und wünsche Ihnen Erfolg und Gesundheit.

MfG
Klaus Korcz


5. Leserbrief

Sehr geehrter Herr Berger,

schreibt tatsächlich derselbe Herr Berger den Artikel “Wer aus dem Konsens ausschert, wird plattgemacht“, der geschrieben hat, dass er für den feschen Herrn Precht wohl ein schlechter Staatsbürger wäre. Für den (Herrn Precht) die rote Ampel der Lakmustest für unsere Gesellschaft ist, weil nur der, der die Regeln blind befolgt, ein guter Staatsbürger ist. Der Ihnen ja Angst macht, weil er aus Gehorsam jede Aufsässigkeit unterdrückt, Ihnen als staatstragender Philosoph sogar noch mehr Angst macht, da er den blinden Gehorsam als eine Art kategorischen Imperativ formuliert. Der fragt, ob Herr Precht nun zum Staatsphilosophen nordkoreanischer Prägung mutiert ist? Der sein allwissendes Philosophenfähnlein in jeden neuen Wind hängt. Den Sie als Claqueur der Meinungsmeinung bezeichnen, den sein Geschwätz von gestern nicht mehr interessiert. Dessen Äußerungen Sie als Precht´sche Irrungen und Wirkungen bezeichnen. Den Sie als Dampfplauderer bezeichnen, gar als Sozialdarwinisten. Sie fragen sogar, ob das ehemalige Land der Dichter und Denker nichts besseres verdient hat.

Und dann beschweren Sie sich darüber, dass der Spiegel Herrn Precht frontal und unter der Gürtellinie angeht. Was Bitteschön haben denn Sie getan? Dann machen Sie Herrn Precht in Ihrem Artikel klein, disqualifizieren ihn (siehe oben) und beschweren sich darüber, dass der öffentliche Meinungskorridor verengt wird. Was Bitteschön ist denn das, was Sie in Ihrem Artikel “Der Staatsphilosoph vor der roten Ampel“ über Herrn Precht geschrieben haben? Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht den ersten Stein werfen! Oder passt die jetzige Meinung von Herrn Precht nur besser zu der Ihren und daher muss man andere für das verurteilen, was man selbst getan hat? Schreiben nicht die NDS ständig von Heuchelei in den „Systemmedien“? Was ist dann Bitteschön das?

Herzliche Grüße
S.P.


6. Leserbrief

Nicht Precht ist intellektuell abgestürzt sondern Marco Evers und zwar intellektuell und journalistisch und mit ihm der Spiegel. Letzterer schon seit Langem.

Von unserem Leser J.R.


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