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Der SPIEGEL mit „Ansturm der Armen“ – geht es noch gröber?

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Ich muss eine kurze Geschichte erzählen: An einem Samstag Mittag, vermutlich im Frühherbst 1992, mitten in der damals heftigen Asyldebatte, rief mich eine mir unbekannte Bürgerin meines damaligen Wahlkreises an und beschimpfte mich minutenlang und ohne Unterbrechung wegen meiner, wie sie meinte, zu freundlichen Haltung gegenüber Asyl suchenden Menschen. Der Wortschwall war gespickt von Argumenten und Vorwürfen, die sie sich nicht selbst ausgedacht haben konnte.

Ich fragte deshalb meinen Mitarbeiter, wie er sich diese überraschenden Aggressionen erklärt. Er wies daraufhin, dass nur wenige Tage zuvor ein aggressiver Beitrag im Bayerischen Rundfunk gelaufen sei. Es seien Horden von Menschen gezeigt worden, die auf einen Grenz-Schlagbaum zustürmten. Die Neuauflage dieser Agitation finden wir diese Woche auf dem Titel des SPIEGEL: „Ansturm der Armen. Die neue Völkerwanderung“, illustriert mit einem Foto, das afrikanische Menschen zeigt, wie sie aus dem Meer aufsteigen und Europas Strand erreichen.

Demagogischer geht es kaum. Der Spiegel ist auf dem Niveau jener bayerischen Sendung und der BILDZeitung angelangt.

Kommentar Wolfgang Lieb: Die Bilder, die ich assoziiere, sind noch viel schlimmer.

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