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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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21. Dezember 2014
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In den Niederlanden haben sich junge Leute zusammen getan, um die innere Willensbildung von Parteien gezielt und massiv zu beeinflussen: G500.

Verantwortlich:

Ein befreundeter niederländischer Journalist machte mich beim Hambacher Disput auf eine neue Bewegung in den Niederlanden aufmerksam. Ein junger Mann, Sywert van Lienden, hat sich die Strategie ausgedacht, mit einer großen Zahl anderer Altersgenossen gezielt auf Parteikongressen aufzutreten und dort die Meinungsbildung zu beeinflussen. Angesichts des Schwunds inhaltlicher Arbeit und Diskussion in den etablierten Parteien bzw. ihrer unreflektierten Orientierung am neoliberalen Glauben wäre auch bei uns eine solche Strategie nicht aussichtslos. Der niederländische Journalist hat mir einen kurzen Bericht geschickt, den ich unten im charmanten Original wiedergebe. Vielleicht findet sich unter den NachDenkSeitenlesern zusätzlich jemand, die/der Niederländisch spricht und den Inhalt von „Wat is G500?“ übersetzen oder wiedergeben könnte. Von Albrecht Müller

Hier die Mail des niederländischen Journalisten:

„Ich habe, wie versprochen, einige Auskuenfte gesammelt ueber die neueste politische Bewegung in Holland. Die heisst G500 und ist einige Monaten her gegrundet (am 8sten April) von ein Student: Sywert van Lienden (1990). Letztes Wochenende haben die mit 400 mitglieder das Kongress der Liberale Partei (VVD) beinfluesst. G500 behauptet das sie das Liberale Standpunkt ueber das Rentegesetz geaendert haben. Die Strategie von Sywert c.s. ist das die Mitglieder der G500 (ungefaer 1.000 junge Leute,) Mitglied werden von mehrere Parteien und zum alle unterschiedene Kongresse gehen.

In diese Link beschriebt jemand van G500 dass das heutige Rentegesetz falsch ist weil es gehe um “einseitige Solidaritaet von junge Leute mit alte Leute”.

Die Liberalen sind jetzt einverstanden dass die Praemien diversifiziert werden mussen: jetzt bezahlen alle das gleiche, G500 meint dass dies nicht ehrlich sei weil die ‘Babyboomer’ sowieso wohlstaendiger seien als die jungere Generationen (30-). Uebrigens hat G500 bereits die Kongresse von PvdA (Sozialdemokraten) und CDA (Christendemokraten) besucht.

Die ‘alte’ Parteien reagieren alle gleich auf G500: man versucht Van Lienden fuer sich zu gewinnen weil er ein wahnsinniges politisches Talent sein sollte.

… In Berlin gibt es noch kein Sywert.“

Soweit der kleine Bericht. Es ist eine spannende und zugleich kritische Entwicklung. Sie könnte Positives möglich machen. Sie fördert aber vermutlich eher noch die Organisation des Einflusses von finanziell Mächtigen und die Durchsetzung von Einzelinteressen.

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