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Hinweise des Tages

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  1. CDU fordert Sprachtest für Vierjährige
    Bundesfamilienministerin von der Leyen plant verbindliche Nachhilfekurse in den Kindergärten / Länder sollen Gelder von den Universitäten in die frühkindliche Ausbildung umschichten
    Quelle: Berliner Zeitung – Nicht mehr erreichbar (05.10.2006)

    Kommentar: Wenn es ernst gemeint ist, den Kindern zu helfen, dann kann man über Nachhilfekurse gerne reden. Viel wichtiger wäre jedoch (neben anderem) die Entkommerzialisierung unseres Fernsehens. Diese Entwicklung schädigt die Sprachentwicklung. Dass Frau von der Leyen dies nicht korrigieren will, ist typisch für das Gebaren dieser angeblich wertkonservativen Kreise: Ihr Vater Ernst Albrecht, der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen, war neben Schwarz Schilling einer der eifrigsten Agitatoren für die Kommerzialisierung des Fernsehens in Deutschland. Aller Parteichef Helmut Kohl hat das dann ab 1982 umgesetzt. Und jetzt kommt Frau von der Leyen und will den Schaden wieder heilen. So ist das konservative Prinzip in Deutschland: Erst kaputtmachen und daran verdienen, dann wieder heilen. Zum Heulen. Siehe dazu auch das einschlägige Kapitel in „Machtwahn“ einschließlich dessen, was Helmut Kohl und seine Mannschaft davon gehabt haben: Beratungshonorare vom Profiteur der Kommerzialisierung Leo Kirch, natürlich völlig unabhängig von den lange zurückliegenden politischen Leistungen!!. Dazu Kurt Beck: »Niemand zahlt 800 000 Mark oder 300 000 Mark, dazwischen lagen ja wohl die Verträge, für nichts. Das kann ich mir nicht vorstellen. Da muss es also Interessen gegeben ­haben, die verflochten worden sind.« (Panorama 15.5.2003.)

  2. BenQ-Pleite “Das war wie ein Schlag ins Gesicht”
    Ein Zettel mit der Pressemitteilung am Schwarzen Brett – eindeutiger hätte die Geschäftführung des BenQ-Werks in Kamp-Lintfort ihre Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Handy-Werker nicht zum Ausdruck bringen können. Entsprechend tief sitzt der Schock.
    Quelle: SPIEGEL ONLINE
    • Zukunft Alma Mater GmbH
      Das nordrhein-westfälische “Hochschulfreiheitsgesetz” treibt nicht die Freiheit, sondern die ökonomische Regulierung der Universitäten voran
      Quelle: Freitag
    • Gutachten gegen Studiengebühren
      Mike Niederstarsse vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren zu der Expertise von Ludwig Kronthaler.
      Quelle: taz

      Kommentar: Zu 3a und 3b siehe dazu auch die vielen einschlägigen Informationen von Wolfgang Lieb in der NachDenkSeiten.

  3. »Berliner Senat könnte die Vergaberichtlinie ändern«
    Unternehmen, die von öffentlichen Aufträgen profitieren, sollen zumindest Tarifverträge einhalten und ausbilden. Ein Gespräch mit Benedikt Frank, ver.di-Sekretär in Berlin und zuständig für Postdienste
    Quelle: junge welt
  4. Zum Vorhaben Bahnprivatisierung
    • Netz soll beim Staat bleiben
      Die unabhängige Monopolkommission warnt eindringlich vor einem Börsengang der Deutschen Bahn mit Schienennetz. Ein Sondergutachten rät der Regierung, Gleise und Bahnhöfe komplett in Staatsbesitz zu lassen. Alles andere wäre “ein schwer zu korrigierender Fehler”.
      Quelle 1: Frankfurter Rundschau
      Quelle 2: www.monopolkommission.de [PDF – 52 KB]
    • Sechs Argumente gegen die Bahn-Privatisierung
      Der Wissenschaftliche Beirat von Attac lehnt die Privatisierung der Bahn ab. Damit gebe Deutschland ein entscheidendes Instrument für eine nachhaltige Verkehrswende aus der Hand.
      Quelle: Frankfurter Rundschau
    • »Skepsis in der SPD gegenüber Privatisierungen«
      Abgeordnete kritisieren geplanten Börsengang der Bahn und mangelnde Debatte. Ein Gespräch mit Peter Friedrich, Mitglied der SPD-Fraktion im Bundestag und Mitinitiator eines Briefes an seine Fraktion, in dem die geplante Privatisierung der Deutschen Bahn in Frage gestellt wird
      Quelle: junge welt
    • Union gegen Tiefensee-Modell.
      Politiker gegen Bahn-Börsengang mit der Brechstange.
      Quelle: Frankfurter Rundschau
  5. Thomas Fricke: Wohlstand für viele
    Wie vergänglich Billiglöhne sein können, haben Deutsche, Japaner und Koreaner erlebt. Warum nicht auch China? Die künftige Arbeitsteilung wird anders sein, als es Absturzexperten sagen.
    Quelle: Financial Times Deutschland
  6. Arbeitsmarkt ungeschminkt: Wo ist denn nun die angebliche große Wende?
    Quelle: Joachim Jahnke
  7. Das Ausland ruft gar nicht
    Der Management-Autor Reinhard Sprenger meint: Den vermeintlichen Markt, der angeblich hohe Gehälter für Vorstandsmitglieder erzwinge, gibt es gar nicht – und genau das ermögliche es Top-Managern, sich ihre Gehälter quasi gegenseitig festzulegen. Und vom Manager-Weltmarkt würden Deutsche schon gar nicht umworben.
    Quelle: Handelsblatt
  8. IMK: Gesamtwirtschaftliche Lohnsteigerung bleibt unter Produktivitätswachstum
    Die Bruttolöhne in Deutschland werden 2006 um durchschnittlich 1,7 Prozent steigen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.
    Quelle: Hans-Böckler-Stiftung
  9. „Managementfehler sind Hauptursache für Firmenpleiten“
    „Wenn ein Unternehmen Pleite geht, folgt die Auflösung oft nach dem gleichen Muster: Die Manager gehen mit hohen Abfindungen nach Hause, die Arbeitnehmer gehen zur Bundesagentur für Arbeit. Dabei sind es einer Studie zufolge in der Regel, die Manager, die die Misere zu verantworten haben.“
    Quelle: SpiegelOnline
  10. „Es langweilt mich zunehmend“
    Was sagt Moderator Johannes B. Kerner zur Kritik an der »Kernerisierung« des Fernsehens? Und warum hat er weiterhin kein Problem damit, Werbung zu machen? Ein Streitgespräch
    Quelle: Die Zeit

    Kommentar: Bemerkenswerte Arroganz Kerners, der sich keiner größeren Verantwortung bewusst zu sein scheint.

  11. „Die verzocken einfach die Weltwirtschaft
    Brian Hunter, 32, aus dem kanadischen Calgary war berühmt für seine Nerven aus Stahl. Der Fondsmanager wettete jedes Jahr Hunderte von Millionen Dollar darauf, dass der Preis für Erdgas im Herbst wieder unerwartet drastisch steigen würde – und behielt Recht. …
    Alles lief prächtig – bis Mitte September. Da informierte die Firma ihre Anleger schriftlich, dass ein Großteil ihres Geldes – leider – futsch sei.“
    Quelle: Focus

    Anmerkung: Und so gehen die “Spezialisten” nicht nur mit der Weltwirtschaft um, sondern auch mit der Umwelt – und damit mit den Lebensgrundlagen von uns allen. Es wird einfach gewettet! Gezockt! Verzockt!

  12. Öffentliche Ausgaben als Konjunkturinstrument
    Großbritannien zieht derzeit in der Blair-Schlußphase Bilanz.
    Quelle: Joachim Jahnke

    Kommentar: In GB lief das völlig anders, als es bei uns dargestellt hat. Die haben lustig Keynes adaptiert.

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