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Hinweise des Tages (2)

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(KR/WL)

  1. “Deutsche Lohnzurückhaltung wird zum Sprengsatz für die EU”
    Bundespräsident und Kanzlerin fordern von der Politik weitere Reformanstrengungen. Sollte die Bundesregierung darauf eingehen, werde der wirtschaftliche Aufschwung in einer Stagnation enden, meinen die Ökonomen Gustav Horn und Eckhard Hein vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in Düsseldorf.
    Quelle: VDI-Nachrichten
  2. Michael Dauderstädt: Increasing Europe’s Prosperity
    Einerseits ist die Europäische Union eine der reichsten Regionen der Welt, andererseits hat sich im europäische Integrationsprozess die wirtschaftliche Dynamik nur schwach entwickelt und Arbeitslosigkeit und Ungleichheit haben zugenommen.
    Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung [PDF – 96 KB]
  3. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat vor einer Überhitzung der Konjunktur in der Euro-Zone gewarnt, falls die Wirtschaft weiter so kräftig wächst wie bisher
    Die EZB fürchtet, dass es durch das kräftige Wachstum zu Engpässen am Arbeitsmarkt kommt und deshalb über höhere Lohnforderungen der Inflationsdruck steigt. “Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei 7,5 Prozent – das ist ein Niveau, das nach verschiedenen Schätzungen längerfristig mit inflationsfreiem Wachstum zu vereinbaren ist”, sagte EZB-Vizepräsident Papademos. Niedrigere Quoten könnten aber “Druck auf die Preise” verursachen. Die Arbeitslosigkeit könne gefahrlos nur weiter gesenkt werden, wenn die Produktivität gesteigert und die Flexibilität am Arbeitsmarkt erhöht würde.
    Quelle: FTD

    Anmerkung: Ich bitte um Nachsicht, aber manchmal bekommt man, das Gefühl, dass die EZB wie schon Anfang der 90er Jahre offenbar nur noch eine Kampfgruppe für das Abwürgen der Konjunktur ist. Da liegt die Teuerung in der Euro-Zone bei unter 2%, da hat man in Deutschland endlich ein mäßiges Wachstum von 2,5%,

    1996 1997 1998 1999 2000 2001
    +1,0% +1,8% +2,0% +2,0% +3,2% +1,2%
    2002 2003 2004 2005 2006
    +0,0% -0,2% +1,2% +0,9% +2,5%

    Quelle: Statistisches Bundesamt

    da hilft schon dieser kleine Wachstumsschub, dass das Haushaltsloch von 3,2 auf 1,7% des BIP schrumpft, da sind bei uns aber immer noch weit über 4 Millionen ohne Arbeit und da erklärt die EZB, dass nur eine Arbeitslosenquote von 7,5% mit einem inflationsfreien Wachstum zu vereinbaren wäre und will schon wieder an der Zinsschraube auf dann 3,75% drehen.

  4. EU-Innovationsvergleichsstudie: Deutschland liegt in der Spitzengruppe auf Platz 6
    Nach dem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Bericht liegt Deutschlands Innovationsleistung hinter Schweden, Schweiz, Finnland, Dänemark und Japan auf Platz 6, vor den USA, Großbritannien, Frankreich oder den Niederlanden. Dieses gute Abschneiden lässt sich unter anderem auf die hohe Anzahl der von deutschen Firmen und Forschungseinrichtungen angemeldeten Patente und auf die hohe Integration der deutschen Unternehmen in die Wertschöpfungsketten der Hoch- und Mitteltechnologie zurückführen. Bei den Spitzentechnologien schneidet Deutschland jedoch nur durchschnittlich ab und muss sich zusehends einer immer stärkeren internationalen Konkurrenz erwehren.
    Unterdurchschnittlich ist die Versorgung mit Risikokapital, bemängelt wird auch die zu geringe Anzahl von Hochschulabsolventen in naturwissenschaftlichen und Ingenieursstudiengängen, die nur mäßigen Anstrengungen bei der Fort- und Weiterbildung und bei der Jugendbildung.
    Quelle 1: EUROPEAN INNOVATION SCOREBOARD 2006 [PDF – 240 KB]
    Quelle 2: Strengths and Weaknesses Report [PDF – 732 KB]

    Anmerkung: Wir halten von solchen Vergleichsstudien nicht allzu viel, entscheidender sind die realen wirtschaftlichen Leistungen. Aber die Studie ist zumindest ein Indiz, dass es so schlecht um die deutschen Innovationsleistungen nicht stehen kann, wie immer wieder behauptet wird. Die Mängel bei den Hochschulabsolventen und bei der Weiterbildung zeigen aber das bekannte Problem auf, dass in Deutschland zu wenig für die Hochschulbildung getan wird. Im Gegenteil, jetzt werden etwa mit der Einführung von Studiengebühren noch neue Barrieren aufgebaut.

  5. “Die Hälfte der Professoren ist untätig”
    50 Prozent aller Professoren arbeiten nur halbtags, 5 Prozent so wenig, dass sie entlassen werden müssten. Engagiert zeigen sie sich allerdings, wenn es um gut dotierte Nebenjobs geht.
    Quelle: Manager Magazin
  6. Gorleben: Zweifel von Anfang an
    Vor 30 Jahren begann im ehemaligen Zonenrandgebiet bei Gorleben die Erkundung eines Endlagers für Atommüll. Dabei plädierten 1984 fünf von neun Gutachtern vor dem Innenausschuss des Bundestages für den Abbruch der “Erkundung”. Von Wolfgang Ehmke.
    Quelle: Freitag
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