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6. Dezember 2016
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Panorama hat die Chance zu einer sachlichen Behandlung der Kritik an Medien und auch die Chance zur Selbstkritik verpasst

Veröffentlicht in: Aktuelles, Audio-Podcast, Medien und Medienanalyse, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Gestern befasste sich Panorama mit der Kritik an den Medien. Titel der Sendung: ‚“Lügenpresse“: Gesprächsversuch mit Kritikern‘. Das wäre eine gute Gelegenheit gewesen, differenziert mit dem Thema umzugehen. Das war es nur zum Teil. Leider war auch diese Sendung versehen mit Tricks der Gegenpropaganda und über die Maßen selbstgerecht. Letzteres wurde besonders sichtbar an den mehrmals eingeblendeten Stellungnahmen des Chefredakteurs von ARD aktuell, also auch von Tagesschau, Dr. Kai Gniffke. Dieser Mann besaß die Chuzpe, drei Tage nach der von der Tagesschau verbreiteten ungeprüften Behauptung, die Recherchegruppe Bellingcat habe nachgewiesen, dass die russische Regierung Fotos zur Absturzursache von MH-17 manipuliert habe, jede Kritik an der Tagesschau vom Tisch zu wischen. Wenn Sie also die Qualität der Panorama-Sendung prüfen wollen, dann schauen Sie sich nacheinander die Panorama Sendung und dann den Bericht über MH 17-Absturz vom 1. Juni an. Von Albrecht Müller

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Hier zunächst noch der Einstieg zur Panorama Sendung von Thomas Berbner & Ben Bolz:

„Bei Zeitungen und öffentlich-rechtlichen Medien werden die Kommentarspalten regelrecht geflutet. Leser und Zuschauer melden sich massenhaft zu Wort. Es gibt viel Lob und viele Anregungen – aber eben auch teils heftige Kritik, vor allem bei den Themen Ukraine, Griechenland und Zuwanderung. Der Begriff „Lügenpresse“ fällt immer wieder.“ …
Quelle: Panorama

Und hier der

Bericht über MH17-Absturz
Russland soll Fotos gefälscht haben

Stand: 01.06.2015 20:53 Uhr
Wörtlich: „Mithilfe von Satellitenfotos wollte die russische Regierung belegen, dass die Ukraine für den Abschuss des Fluges MH-17 verantwortlich ist. Die Recherchegruppe Bellingcat hat nun nachgewiesen, dass die Fotos manipuliert worden sind.“

Quelle: Tagesschau

Vergleichen Sie einfach die Aussagen und den selbstgerechten Auftritt von Herr Dr. Gniffke.

Ansonsten fiel bei der Panorama-Sendung auf:

  • Es wurde wie schon häufig der Versuch gemacht, Kritiker der Hauptmedien einschließlich der öffentlich-rechtlichen Medien in einen Topf zu werfen, also Kritiker von der fortschrittlichen demokratischen Seite mit Kritikern aus der rechten Szene oder von Pegida in einen Topf zu werfen.
  • RT Deutsch wurde als Propagandasender bezeichnet. Ja, was ist denn dann die Tagesschau? Siehe oben. RT Deutsch bringt nach eigener Aussage den sogenannten „fehlenden Part“. Ist das verwerflich, wenn jedermann weiß, dass dieser Sender von der russischen Regierung finanziert ist? Panorama hat eine Art von Kontaktverbot auszusprechen versucht. Jedenfalls wurde Maren Müller vorgeführt, weil sie RT Deutsch ein Interview gegeben hatte. Es gibt in Deutschland viele Politiker, die der Bild-Zeitung ein Interview geben, oder Spiegel Online, oder eben der Tagesschau, und anderen Medien und viele davon kann man täglich dabei erwischen, wie sie Propaganda machen und manipulieren. Vieles, was für unsere Meinungsbildung wichtig wäre, erfahren wir einfach nicht.
  • Dann wurde wie so oft die Kritik an den Medien als die Kritik von Verschwörungstheoretikern abgetan. Walter van Rossum hat sich dieses Etikett leider anheften lassen. Ich hätte das nicht getan, weil ich nachweisen kann, dass viele Manipulationsstücke und Verschwörungen viel schlimmer sind, als sich das der gewiefteste Verschwörungstheoretiker ausdenken kann.

P.S.: Panorama hatte für die Sendung von gestern einen Interviewtermin mit mir vereinbart und dann leider abgesagt. Dieser „Gesprächsversuch mit Kritikern“ fiel aus, weil die Redaktion schon genügend Material hatte. Schade. Ich hätte für die NachDenkSeiten gerne nachgewiesen, dass wir in den Sack, auf den sie drauf schlagen, nicht reinpassen.

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