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Hinweise des Tages

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  1. Neues aus dem Casino
    • “Die Banken wissen gar nicht, wie tief sie drinnen stecken”
      Erst die IKB, dann die Sachsen LB, jetzt die Deutsche Bank: Wie schwer erwischt die weltweite Finanzkrise die deutschen Geldinstitute? Die Banken selbst versuchen zu beruhigen – doch Experten erwarten noch weitere Horrormeldungen.
      Quelle: SPIEGEL
    • Die Banken müssen sich offenbaren
      Am Anfang der Krisenkette steht ein Amerikaner mit geringem Einkommen, der sich ein Haus bauen will. Trotz seines Geldmangels gibt ihm die Hypothekenbank dafür einen Kredit. Denn die Zinsen sind niedrig, und als Sicherheit dient der steigende Wert der Immobilie – schließlich erlebte der US-Hausmarkt einen jahrelangen Boom. Ein sicheres Geschäft für die Hypothekenbank. Damit sie schnell wieder Geld frei hat zur Vergabe neuer Hypotheken, verkauft die Bank den Kredit an eine Investmentbank. Die Investmentbank kauft ihrerseits viele Kreditverträge auf und bündelt sie zu milliardenschweren Paketen – CDO oder MBS genannt -, die sie anschließend weltweit verkauft. Die Käufer – Pensionsfonds, Investmentfonds, Hedge-Fonds, Banken, Privatanleger – wissen zwar nicht so genau, was sich alles in diesem Paket befindet. Doch greifen sie dennoch zu, denn CDO oder MBS bringen gute Zinsen. Zur Finanzierung des Kaufs nehmen sie ihrerseits Schulden auf, als Sicherheit für diese Schulden dienen wiederum die erworbenen Kredit-Papiere. (…)
      Doch dann geriet Sand ins Getriebe: Die Zinsen stiegen, die Hauspreise sanken. Das trieb viele Hypothekenschuldner in die Pleite. Ihre Häuser mussten zwangsversteigert werden, was die Hauspreise weiter drückte. In der Folge gingen nicht nur Dutzende von Hypothekenfinanzierern bankrott, das ganze auf Kredit gegründete Kartenhaus rutschte langsam in sich zusammen. Unsicherheit hat sich im Finanzsektor breit gemacht. Die großen Hypothekenkredit-Pakete in den Portfolios von Banken und Fonds sind faul geworden. Niemand weiß, was sie noch wert sind. Aus Furcht, in den Strudel zu geraten, horten die Banken Geld, anstatt es zu verleihen. Das treibt weitere Fonds und Anlagegesellschaften in die Pleite, Banken müssen Geld nachschießen. Trotz der Liquiditätsspritzen der Zentralbanken sind die Geldmärkte – wo sich Banken untereinander Geld leihen – gelähmt. Der Kreditmarkt trocknet aus und damit die Quelle, die die ganze kapitalistische Weltwirtschaft belebt.
      Quelle: Berliner Zeitung
    • Wirtschaft besorgt über Euro-Rally
      Die europäische Gemeinschaftswährung hat erneut eine Rekordmarke übersprungen. Erstmals seit ihrer Einführung 1999 stieg sie über die Marke von 1,40 $. Die Aufwertung gefährdet laut mehreren Wirtschaftsverbänden mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.
      Quelle: FTD
    • Die Euro-Rally gefährdet den Aufschwung
      Beim Euro folgt derzeit ein Rekord dem anderen. Und fast jedes Mal hört man, dass so ein bisschen Aufwertung gar nicht so schlimm ist. Weil die deutschen Exporte doch so prima laufen. Diese Gelassenheit ist spätestens jetzt fahrlässig.
      Quelle: FTD
    • Drastischer Kurswechsel der Bank of England
      Die Bank of England hat einen scharfen, demütigenden Kurswechsel vollzogen. Sie ist der Europäischen Zentralbank und dem Fed gefolgt und versucht, mit einer Liquiditätsspritze über 10 Mrd. £ die Spannungen im Interbanken-Markt für 3-Monate-Geld zu reduzieren.
      Quelle: NZZ
    • Zocken um jeden Preis?
      Auch öffentlicher Bankensektor mutiert mehr und mehr zum Spielcasino. Schärfere gesetzliche Aufsicht und Regulierung sind notwendig.
      Quelle: junge Welt
  2. Bahn-Teilprivatisierung
    • Richtig falsch
      Heute findet die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG durch die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD statt. In den letzten Wochen regte sich in der SPD wachsender Widerstand gegen die Verkaufsabsichten der Bundesregierung. Der Vorstand der SPD-Bundestagsfraktion reagierte darauf mit einem Rundschreiben vom 7. September an die sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten sowie deren Mitarbeiter und Wahlkreisbüros. Es enthält »zehn Argumente« gegen die Privatisierung, denen jeweils eine »Richtigstellung« folgt. Mit dieser Handreichung sollen die SPD-Abgeordneten zum einen dazu bewogen werden, dem Gesetz zuzustimmen; zugleich dient sie als Argumentationshilfe bei kritischen Fragen in den Wahlkreisen.
      Das Antiprivatisierungsbündnis »Bahn für Alle« nimmt das SPD-Papier unter die Lupe und weist die Thesen der Privatisierungsbefürworter zurück. jW dokumentiert beide Texte. Dem jeweiligen »Argument« gegen Privatisierung folgt dessen Widerlegung durch den SPD-Fraktionsvorstand, die jeweils mit »Richtig ist:« eingeleitet wird. Das Bündnis “Bahn für Alle” antwortet dann mit einer Widerlegung dieser “Richtigstellung”.
      Quelle: junge Welt
    • “Die Argumentation von Tiefensee, Mehdorn und Co. ist albern”
      Die Bahn privatisieren will auch er – aber anders als Verkehrsminister Tiefensee: Berlins SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin gehört zu den heftigsten Kritikern der geplanten Reform. Stattdessen wirbt er im Interview mit SPIEGEL ONLINE für ein Volksaktien-Modell.
      Quelle: SPIEGEL

      Kommentar: Recht interessant. Aber dem enthaltenen Plädoyer für die Trennung von Netz und Betrieb kann ich nicht folgen. Das ist der falsche Weg.

  3. Energiewirtschaft
    • Länder wollen Stromkonzerne mästen
      Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg gehen gegen Pläne zur Senkung der Energiepreise vor.
      Quelle: FR
    • Das ZDF hat vor einiger Zeit einen recht gut gemachten Bericht über den Energiemarkt und die Hintergründe der Privatisierung und die enge Verzahnung von Politik und Konzernen gebracht.
      Der Film und die Hintergrundinformationen sind auch im internet verfügbar.
      Quelle: ZDF
  4. Die Rätsel von Oberschledorn
    Von Jürgen Elsässer
    VEREITELTER SUPER-ANSCHLAG
    Die angeblichen Terroristen taten alles, um rechtzeitig verhaftet zu werden
    Quelle: Freitag
  5. Parlament soll Einvernehmen zu EU-Reformvertrag erklären
    Europa/Antrag
    Berlin: (hib/AS) Das Parlament soll grünes Licht für den EU-Reformvertrag geben. In einem Antrag der Koalitionsfraktionen (16/6399) erklären sie ihr Einvernehmen zu den Verhandlungen im Rahmen der Regierungskonferenz am 18. und 19. Oktober in Lissabon. Die Fraktionen begrüßen in ihrem Antrag die “im Mandat festgeschriebenen hohen Standards und fordern, keine Schwächung dieser Standards zuzulassen. Gleichzeitig äußern CDU/CSU und SPD darin ihre Erwartung, dass die Bundesregierung dem Parlament auch weiterhin alle dafür relevanten Dokumente zur Verfügung stellen werde. Entsprechend Artikel 23 GG behält sich das Parlament weiter vor, Stellungnahmen zur Regierungskonferenz abzugeben.
    Zur Begründung heißt es in dem Antrag, dass sich die Staats- und Regierungschefs anlässlich der Berliner Erklärung am 25. März 2007 dazu verpflichtet hätten, die Europäische Union bis zu den Europawahlen 2009 auf eine, erneuerte gemeinsame Grundlage zu stellen. Ziel der Regierungskonferenz ist es, die auf 27 Mitglieder erweiterte Union “demokratischer, transparenter und handlungsfähiger” zu machen. In dem Antrag nimmt die Fraktion aber auch zur Kenntnis, dass der am 12. Mai 2005 vom Bundestag ratifizierte Verfassungsvertrag – nach den negativen Referenden in Frankreich und in den Niederlanden – nicht zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden konnte.

    Kommentar: Interessant.

  6. CDU-Büro manipuliert Wikipedia
    Profil von Hessens Grünen-Chef Al-Wazir auf Linie der Christdemokraten getrimmt.
    Quelle: FR
  7. Der Herausforderer des Post-Chefs
    Florian Gerster wird Präsident des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste (NBZ), zu dem sich die Konkurrenten der Deutschen Post zusammengeschlossen haben. Florian Gerster? Genau. Das ist der ältere Bruder der Redakteurin und Moderatorin Petra Gerster vom ZDF. Im Jahr 2004 wurde der frühere Arbeits- und Sozialminister von Rheinland-Pfalz vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement wegen dubioser Beraterverträge vom Sessel des Vorstandschefs der Bundesagentur für Arbeit (BA) geschubst. Mit seiner “Reformwut”, so Kritiker aus Gewerkschaftskreisen, habe er in den Gremien der BA ohnehin nur zu oft “auf Granit gebissen” und am Ende “nicht viel bewirkt”.
    Quelle: TAZ
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