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Albrecht Müller Wolfgang Lieb
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23. Dezember 2014
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Hinweise des Tages

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(KR/WL)
Vorbemerkung: Dieser Service der NachDenkSeiten soll Ihnen einen schnellen Überblick über interessante Artikel und Sendungen verschiedener Medien verschaffen.

Wir kommentieren, wenn wir das für nötig halten. Selbstverständlich bedeutet die Aufnahme in unsere Übersicht nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind.
Wenn Sie diese Übersicht für hilfreich halten, dann weisen Sie doch bitte Ihre Bekannten auf diese Möglichkeit der schnellen Information hin.

  1. Studie untersucht Folgen von Deregulierungen – Wirtschaftsministerium hält Ergebnisse zurück
    Unter dem dem sperrigen Titel “Makroökonomische Flankierung struktureller Reformen im Rahmen der Lissabon-Strategie” haben die Ökonomen Deregulierungen in 20 OECD-Ländern zwischen 1980 und 1998, darunter auch Deutschland, untersucht.
    Die zentralen Ergebnisse: Kurzfristig, also in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren, führen Deregulierungen nicht zu höherem Wachstum und mehr Beschäftigung. Im Gegenteil: die konjunkturelle Entwicklung sei durch Strukturreformen sogar beeinträchtigt worden, bilanziert Prognos-Forscher Jan Limbers. Dies treffe auf die Mehrzahl der Länder zu.
    Quelle: VDI-Nachrichten
  2. Das missverstandene Prinzip Wettbewerb
    Warum Konkurrenz nur dann den Wohlstand mehrt, wenn Unternehmen gleiches Geld für gleiche Arbeit zahlen. Von Heiner Flassbeck und Friederike Spiecker.
    Quelle: FR
  3. Goldman fordert Ende der Bescheidenheit
    Ausgerechnet Goldman Sachs, die angesehenste Adresse der Zunft, plädiert für ein Ende der Lohnzurückhaltung in Deutschland. “Bei der Verteilung der Firmengewinne zeichnet sich ein neues Gleichgewicht zwischen den Interessen der Aktionäre und der Beschäftigten ab”, sagt Deutschland-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. An höheren Löhnen führt in Schumachers Augen kein Weg vorbei. Denn wie fast alle Volkswirte setzt er darauf, dass der private Konsum den deutschen Konjunkturmotor im kommenden Jahr am Laufen hält. “Andernfalls wird es sehr schwierig, denn weltweit verschlechtert sich das Umfeld.”
    Quelle: FR
  4. Kaufkraft-Boom 2008 – Deutsche werden wieder reicher
    2008 ist Schluss mit sinkenden Reallöhnen: Die Kaufkraft der Deutschen wächst viel stärker als die Inflation. Im Schnitt hat jeder 700 Euro mehr in der Tasche, ergibt die neue GfK-Prognose – die auch Deutschlands aktuelle Wohlstands- und Problemregionen enthüllt.
    Quelle: SPIEGEL-ONLINE

    Anmerkung Roger Strassburg: Freut Euch Ihr Deutschen, Ihr werdet reich! Hört endlich auf zu meckern, Ihr Hartz-IV-Empfänger, Ihr kriegt ja nächstes Jahr 700 Euro mehr Kaufkraft! Na, wenn das keine gute Nachricht ist!
    Also jeder Deutsche kriegt im Schnitt 700 Euro mehr Kaufkraft, also mal mehr, mal weniger, aber im Schnitt hat jeder 700 Euro mehr, richtig?
    Ach so, so war das nicht gemeint! Es kriegt nicht jeder im Schnitt 700 Euro mehr, sondern die Erhöhung ist durchschnittlich 700 Euro! Also, wenn Herr Ackermann einige Millionen mehr kriegt, kann der Hartz-IV-Empfänger ein Bisschen weniger kriegen. Na, Moment – es heißt jeder Deutsche. Dann sagen wir mal Dieter Zetsche, der von Niedrigverdienern etwas abkriegt, damit er ein Paar Millionen mehr “konsumieren” kann.
    Die Durchschnittszahl ist in diesem Zusammenhang kaum brauchbar. Interessanter wäre, wo liegt der Median? Oder wie hoch war die Erhöhung, die die meisten bekommen haben?
    Vielleicht würden diese Zahlen die wahre Lage der Bevölkerung zu deutlich zeigen, während der Durchschnitt positiver klingt. Dass die Wohlhabenden überproportional viel für sich in Anspruch nehmen, sieht man am Durchschnitt nicht.

    Anmerkung AM: Erstens sind das höchst gewagte Prognosen. Zweitens enthält dieses Propagandastück eine entlarvende Passage:
    “Die Deutschen werden auch real mehr Geld zur Verfügung haben als in diesem Jahr und können höhere Ausgaben beispielsweise für Mieten, Sparrücklagen, Dienstleistungen oder den Konsum im Einzelhandel tätigen.” Jetzt wird „Sparen“ schon in „höhere Ausgaben“ umgedeutet! Eine beachtliche Leistung.

  5. Teurer Schulbesuch
    Im Regelsatz von Hartz-IV sei jedoch kein einziger Cent für Lernmittel und Schulmaterialien vorgesehen. Sozialhilfeempfänger könnten sich im Monat höchstens einen Bleistift und ein Radiergummi leisten.
    Quelle: FR

    Dem Kommentar in der FR von Gaby Buschlinger ist nichts hinzuzufügen:

    Der Schulbesuch ist kein Privatvergnügen, sondern Pflicht. Dass die Hartz-IV-Gesetze keinen Cent für Federmappe, Schulbücher und Schreibhefte vorsehen, ist daher ein Skandal.

    Quelle: FR-Online

  6. Eon will Bankgeschäfte machen
    Der Energiekonzern bietet Großkunden künftig Finanzdienstleistungen zum Schutz vor Strommarktrisiken an. Kritiker befürchten Quersubventionierung durch Privatkunden.
    Quelle: TAZ
  7. Bundesrechnungshof rügt die Arbeitsagentur
    Der Bundesrechnungshof hat die Vergabe einer Weiterbildungsmaßnahme über mindestens drei Millionen Euro durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) an den Personaldienstleister Kronos Network aus München kritisiert. Diese sei ohne die erforderliche öffentliche Ausschreibung geschehen, heißt es in einem Zwischenbericht des Hofes, der an die Behörde und an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gegangen ist. Die BA hat den Vorgang am Montag bestätigt, verweist aber darauf, dass das Gesetz eine solche „freihändige Vergabe“ unter bestimmten Umständen zulasse.
    Quelle: FAZ Net
  8. Arm oder schlau – Wer verdient die beste Bildung?
    Infos zu einer Sendung des SWR.

    Auf der Seite rechts oben die Sendung als Stream (Realaudio) anhörbar.
    Unter der RSS-Übersicht der einzelnen Sendungen gibt es auch einen Feed für die Sendungen des SWR2-Forums, dort kann man die Sendung auch als mp3 runterladen.

  9. Warnung vor Zwei-Klassen-Universitäten
    Exzellenzinitiative: Der Darmstädter Elitenforscher Hartmann sagt eine Abwärtsspirale der Qualität voraus. – Zum Auftakt des Ernst-Schröder-Kolloquiums sprach der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann am Wochenende in der TU über „Sinn und Unsinn der Exzellenzinitiative“. Hartmann kritisiert die Exzellenzinitiative, ein Wettbewerb, ausgeschrieben zur besonderen finanziellen Förderung von Spitzenuniversitäten in Deutschland.
    Quelle: FTD
  10. Elite? Nein, danke!
    Andernorts frohlocken die Kommilitonen, Berlins Studenten tun sich mit dem Exzellenzstatus schwer: “Elite”, das ist für sie das Campusunwort des Jahres. Politiker in der Hauptstadt basteln indes schon an neuen Vorzeigeprojekten.
    Quelle: Spiegel Online
  11. Firmen sparen an Weiterbildung
    Der Fachkräftemangel in Deutschland ist laut einer Studie des Vereins Deutscher Ingenieure ein hausgemachtes Problem. Firmen investierten zu wenig in Weiterbildung.
    Quelle: Focus Online
  12. »Die Beamten wissen genau, daß sie rechtswidrig handeln«
    Gespräch mit Britta Eder, Rechtsanwältin in Hamburg und Mitglied des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins e.V. über die Einschränkungen des Demonstrationsrechts in Hamburg: „Polizei und Staatsanwaltschaft wissen, daß es in der konkreten Situation sehr schwierig ist, juristisch zu intervenieren. Beiden ist völlig klar, daß ihr Vorgehen möglicherweise rechtswidrig ist – aber sie wissen auch, daß zwei bis drei Jahre bis zu einer entsprechenden Gerichtsentscheidung vergehen. Das einzige, was man dann in der Hand hat, ist die nachträgliche Bestätigung, daß es rechtswidrig war. Die Polizei weiß das genau, sie sagt auch ganz offen: Verklagt uns doch bitte, aber erst einmal machen wir das so, wie wir wollen.“
    Quelle: Junge Welt
  13. Warum fiese Psycho-Chefs weiterkommen
    Widerlinge, die ihre Mitarbeiter oder Kollegen mit persönlichen Beleidigungen erniedrigen, auf ihre Kosten sarkastische Witze reißen oder sie einfach wie Luft behandeln, verursachen einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Deutsche Manager besonders gefährdet. Im internationalen Vergleich landen sie bei der Förderung und Belohnung von fairem, großzügigem und fürsorglichem Verhalten – auf einem der letzten Plätze.
    Quelle: WELT
  14. Spiegel und Bertelsmann gründen „Wissensportal“
    Kurz nachdem Google seine Pläne für seine Wissensplattform Knol bekannt gegeben hat, tritt die Spiegel-Gruppe mit eigenen Plänen an die Öffentlichkeit. Auf wissen.spiegel.de sollen ab kommendem Frühjahr Inhalte aus verschiedenen Quellen kombiniert werden, Artikel aus den Zeitschriften des Verlags in Zukunft kostenlos abrufbar sein. Für das neue Portal haben die Spiegel-Gruppe und die Bertelsmann-Tochter Wissen Media Group ein Joint Venture gegründet. Wissen Media bringt dabei die Inhalte der Bertelsmann-Lexika und -Wörterbücher ein, während der Hamburger Verlag die Artikel aus dem Magazin Spiegel und die Inhalte von Spiegel Online beisteuert.
    Quelle: Heise
  15. Triumph für das Bürgerbegehren “Rettet den Golzheimer Friedhof”: Die Stadt muss es für zulässig erklären, hat das OVG Münster entschieden.
    OB Joachim Erwin und FDP-Fraktionschefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sind mit ihrem Versuch gescheitert, das Bürgerbegehren „Rettet den Golzheimer Friedhof” auszuhebeln. Einen Dringlichkeitsbeschluss zum Verkauf des Grundstücks an die Victoria, den die beiden unterschrieben hatten, zerpflückte gestern das Oberverwaltungsgericht Münster. Wie erwartet war das Rechtsamt der Stadt nach Ansicht der Richter nicht in der Lage, die Eile glaubhaft zu begründen.
    Quelle: der Westen
  16. Tornados helfen töten
    »Targeted killings« in Afghanistan: Die Bundeswehr ist laut Focus in illegale Militäraktionen der NATO eingebunden.
    Quelle: Junge Welt
  17. Haftzeit ohne Lichterketten
    Im Fall zweier Kurden aus Deutschland verletzt die türkische Justiz sämtliche Rechtsgrundsätze. Anders als im Fall Marco interessiert das hierzulande aber kaum jemanden.
    Quelle: JungleWorld
  18. Und schon mischt Murdoch munter mit
    Der Kauf des Wall Street Journal durch den Medien-Mogul ist ein bitterer Schlag für den US-Zeitungsmarkt.
    Quelle: FR
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