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3. Dezember 2016
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Zwei Mails von NachDenkSeiten-Lesern mit Programmbeschwerden bei Phoenix und Deutschlandfunk

Veröffentlicht in: Leserbriefe

Beide Mails beziehen sich auf diesen Beitrag bei uns „NachDenkSeiten-LeserInnen liefern weitere Belege für die Steuerung der Meinungsmache“. Nachahmenswert.
Albrecht Müller.

Erste Mail

Sehr geehrter Herr Albrecht Müller,

zu nachfolgender Beschwerde sah ich mich anlässlich der Phönix Runde vom 03.02.2016 veranlasst.
Die passt genau zu Ihrem Beitrag vom 09. Februar, in dem LeserInnen der Nachdenkseiten Belege für die Steuerung der Meinungsmache liefern. Der Sender Phönix wurde da noch nicht explizit erwähnt.
Moderatorin war jene unsägliche Anke Plättner, die auch im WDR das Interview mit Marieluise Beck führte.

Schöne Grüße und machen Sie weiter so
Edmund Marx
Sulzbach-Rosenberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie lange will der öffentlich-rechtliche Sender Phönix, der von unseren Zwangsgebühren lebt, seine systematische Hetze gegen Russland noch fortführen?

Ihre Phönix-Runde vom 03.02.2016 war wieder ein treffendes Beispiel dafür. Schon die Einseitigkeit der Zusammensetzung ließ nichts Gutes erahnen: vier gegen einen. Drei deutsche „RusslandexpertInnen“ gegen einen Alibirussen, dazu eine Moderatorin, die sich nicht einmal den Anschein der Neutralität zu geben versuchte. Ähnliche vor Einseitigkeit triefenden Phönisrunden kennen wir aus der Zeit des Griechenland-Bashings, ein einsamer hilfloser Grieche war meistens dabei.

Die „ExpertInnen“ plus ihre moderierende Helferin nahmen natürlich bei der Konstellation den Großteil der Sendezeit für sich in Anspruch und faselten von einer gezielten Einmischung Russlands im Westen, Putin wolle Merkel sogar stürzen, schicke gezielt Flüchtlinge nach Deutschland um es zu destabilisieren, benutze die Minderheit der Russlanddeutschen als „5. Kolonne“ gegen uns und unterhalte ganze „Trollfabriken“ um uns zu desinformieren. Nichts war zu abwegig , zu verschwörungstheoretisch und zu ressentimentgeladen um es nicht dem russischen Verteter um die Ohren zu hauen. Der reagierte, wenn er denn einmal dran kam, erstaunlich sachlig und ruhig, konnte aber leider nie zu Ende sprechen, weil er von eifernden DiskussionsteilnehmerInnen, meist aber von der Moderatorin selbst jedesmal abrupt unterbrochen wurde. Eine andere Meinung konnten sie nicht ertragen.

Ausgerechnet diese Runde erregte sich über vermeintliche Desinformation und Propaganda im russischen Staatsfernsehen, über angeblich staatlich finanzierte Trollfabriken, über einen, wie sie es nennen, „hybriden Krieg“ Putins, seine unterstellte Einmischung in anderen Ländern und eine negative Berichterstattung über Deutschland in russischen Medien.

Wo sich doch der Westen noch nie in die Angelegenheiten fremder Länder eingemischt und Phönix immerzu positiv über Russland berichtet und diskutieren lässt.

Seehofers Reise zum Kopfab-Regime in Saudi Arabien, das er dort als „Stabilitätsanker“ pries und mit zusätzlichen Waffenexporten belohnen wollte (siehe SZ vom 19.04.2015), war Ihnen keine kritische Begleitung durch eine Phönix Runde wert, und auch nicht die zweifelhaften Besuche der Bundesminister Steinmeier und Gabriel in die menschenverachtenden Gottesstaaten. Nein, Sie bleiben fixiert auf Ihr Feindbild Russland und Putin, nur da kritisieren Sie Menschenrechtsverletzungen und staatliche Propaganda und merken scheinbar gar nicht mehr in welchem Ausmaß Sie selbst der öffentlich-rechtlichen zwangsfinanzierten Staatspropaganda verfallen sind. Ihre Diskussionsrunden strotzen nur so vor Einseitigkeit, wie sich an diesem Beispiel aufzeigen lässt. Von Überparteilichkeit und inhaltlicher Ausgewogenheit, wie sie in Ihrem Programmauftrag stehen, kann überhaupt keine Rede sein.

Um Ihrer Einordnung zuvor zu kommen, ich habe, obwohl ich in Bayern lebe, mit der CSU oder gar Pegida überhaupt nichts zu tun und auch von der russischen Trollfabrik ist kein Cent für diese Zeilen zu erwarten, aber über den Vorwurf „Lügen-Medien“ brauchen Sie sich nicht zu wundern.

MfG
E. Marx

Zweite Mail

Diese bezieht sich auf den gleichen Beitrag in den NachDenkSeiten und dort im Anhang auf ein unter e. dokumentiertes Interview im Deutschlandfunk:

Sehr geehrte Frau Simon,

Ihr vorgestriges Interview mit Frau von Steinsdorff war reichlich tendenziös, s.u..

Dasselbe gilt für das Interview v. Hrn. Heckmann mit Herrn Kornblum gestern morgen – voller Sorge um die Chancen von Frau Clinton, geradezu absurd in der Insistenz.

Wann hört diese Art von Meinungsjournalismus endlich auf? Wer impft Sie, dass es so verzerrt zugeht? Ich möchte informiert, nicht dirigiert werden.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Deppe

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